Die Geister, die ich rief ...
Die Hinrichtung des Martin P.Martin P. ist ein Durchschnittsbürger. Er ist seit längerem arbeitslos. Wieder einmal fährt er zu einem Vorstellungsgespräch, das sich zunächst Erfolg versprechend aussieht, um wenig später, wieder im ...
Martin P. ist ein Durchschnittsbürger. Er ist seit längerem arbeitslos. Wieder einmal fährt er zu einem Vorstellungsgespräch, das sich zunächst Erfolg versprechend aussieht, um wenig später, wieder im Nichts zu verschwinden. Freundin hat er auch keine, nur Rosi, eine ehemalige Arbeitskollegin, trifft er ab und zu.
Frustriert über die abermalige Ablehnung postet er betrunken, in den Sozialen Medien, das was sich viele denken: Den Mörder eines kleinen Mädchens eigenhändig zu töten.
Als er dann von höchster Stelle, ein Jobangebot erhält, ist dies diesem Posting geschuldet. Doch an diesen Arbeitsvertrag ist eine Bedingung geknüpft...
Meine Meinung:
Schon der Titel macht neugierig. Martin P. wird hingerichtet? Wieso?Weshalb?Warum? Auch die drei Kapitelüberschriften „Tat“, „Urteil“ und „Strafe“ verkünden Unheil.
Was ist die Tat? Der Mord an dem kleinen Mädchen? Oder das Hassposting? (Wieder einmal eine b’soffene G’schicht, die aus dem Ruder gelaufen ist?)
Das Urteil? Die (fiktive) Todesstrafe für Tim? Oder die Anordnung der Ausführung für Martin?
Die Strafe? Das Weiterleben von Martin P. mit einem Schuldenberg, den er niemals abzahlen kann und einem schlechten Gewissen?
In diesem Thriller sieht man, wohin betrunken oder gedankenlos Ausgesprochenes bzw. in den Sozialen Medien Gepostetes führen kann. Auch wenn diese Geschichte fiktiv ist, so kann jede unbedachte Äußerung ungeahnte Ausmaße annehmen und sich verselbständigen. Außerdem ist klar erkennbar, dass jeder seinen Preis hat.
Das Cover ist in seiner Schlichtheit genial.
Der Schreibstil ist dem Genre angepasst. Kurze, knappe Sätze. Die direkte Red statt mit Anführungszeichen mit Bindestrichen zu kennzeichnen, ist anfangs gewöhnungsbedürftig, scheint aber das Zeichen der Zeit zu sein.
Fazit:
Ein Thriller, der nachdenklich macht. Gerne gebe ich hier 5 STerne.