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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2019

Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Spanische Delikatessen
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Barcelona - die Eigentümerin eines bekannten Delikatessengeschäftes entdeckt einen Schinken mit der Aufschrift „100 % carne humana“ (100 % Menschenfleisch). Ein schlechter Scherz?
Comisario Alex Diaz geht ...

Barcelona - die Eigentümerin eines bekannten Delikatessengeschäftes entdeckt einen Schinken mit der Aufschrift „100 % carne humana“ (100 % Menschenfleisch). Ein schlechter Scherz?
Comisario Alex Diaz geht der Sache nach und als sich der Verdacht bestätigt, wird ermittelt. Das Opfer ist auch schnell ausgemacht. So richtig beliebt war er bei niemanden, aber rechtfertigt das eine Verarbeitung als Schinken?

An Alex Diaz’ Seite ist sein Schwager, der deutsche Kriminalhauptkommissar Karl Lindberg. Lindberg, von vielen aufgrund der Namensähnlichkeit mit dem Flugpionier „Flieger“ genannt. Karl ist seit einiger Zeit beurlaubt und langweilt sich. Obwohl Diaz der offizielle Ermittler ist, ist ihm Karl an Erfahrung weitaus überlegen. So macht Alex seinen Schwager zum „Praktikanten“ und die beiden höchst unterschiedlichen Männer ermitteln gemeinsam.

Wir erhalten auch Einblick in die Familie Diaz-Lindberg, deren halbwüchsiger Sohn Oliver ein Geheimnis enthüllt.

Meine Meinung:

Ein spannender Krimi um Rache, Gerechtigkeit und Zusammenhalt in der Familie. Es dauert eine Zeit, bis die Fäden entwirrt und der Täter dingfest gemacht werden kann.
Die Autorin führt ihre Leser mehrmals in die Irre. Der Schreibstil ist angenehm und wir können anhand der Beschreibung das Leben in Barcelona so richtig miterleben. Wir erfahren einiges über die Familie des Opfers und noch viel mehr über die Familie der Ermittler.

Am Ende des Krimis finden sich ein paar Rezepte für typisch katalanische Gerichte und eine Vokabelliste.

Die Autorin spricht auch die Probleme der Stadt an: die Schere zwischen arm und reich klafft weiter denn je auseinander, der überbordende Tourismus, der starke Verkehr und die häufig teuren Wohnungen.

Fazit:

Mir hat dieser Krimi gut gefallen, daher gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 19.03.2019

Alex Diaz und Karl Lindberg ermitteln wieder

Spanischer Totentanz
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Nach dem Erfolg im ersten gemeinsamen Fall („Spanische Delikatessen“) wird der in Deutschland karenzierte Kriminalkommissar Karl Lindberg fix bei der spanischen Polizei den „Mossos d’Esquadras“ angestellt. ...


Nach dem Erfolg im ersten gemeinsamen Fall („Spanische Delikatessen“) wird der in Deutschland karenzierte Kriminalkommissar Karl Lindberg fix bei der spanischen Polizei den „Mossos d’Esquadras“ angestellt. Mitten in der Party anlässlich der Ernennung zum Segent, platzt die Nachricht über einen Leichenfund auf dem Friedhof. Tote auf dem Friedhof sind ja an sich nicht ganz ungewöhnlich, aber: Nicht alltäglich ist, dass es sich um den seit zwei Wochen abgängigen Politiker Fernando Bunyol handelt, und der erdrosselt wurde. Erschwerend kommt noch das auffällige Interesse der Boulevardpresse hinzu. Und was hat die altmodische Krawatte, die um den Hals des Toten geschlungen war, mit dem Opfer zu tun? Sein Geschmack war sie nämlich nicht.

Wieder müssen sich Alex Diaz und Karl Lindberg mit einer Vielzahl von Spuren auseinandersetzen. Immerhin war der Tote nicht allzu beliebt. Lediglich seine Ehefrau hält nach wie vor große Stücke auf ihn.

Als wenig später eine weitere Leiche auf dem Friedhof gefunden wird, sprechen die Medien bereits von einem Serienmörder.

Wird es Alex Diaz und Karl Lindberg gelingen, den Täter zu stoppen? Nebenbei ist man in der Gruppe wegen des unerklärlichen Verschwindens von Kollegin Marla besorgt.


Meine Meinung:

Auch in ihrem zweiten gemeinsamen Fall arbeiten die beiden höchst unterschiedlichen Ermittler gut zusammen. Wir erfahren neue Details aus dem Familienleben der Ermittler. So werden die Teammitglieder beinahe von der Familie Diaz-Lindberg adoptiert und auch der schwule Sohn eines anderen Politikers findet Platz hier seinen Platz.
Diesmal, so finde ich, ist die Spannung ein wenig zurückgeblieben. Vielleicht liegt das aber daran, dass der geneigte Krimi-Leser seine Fantasie weiter schweifen lassen kann, als die Ermittler. Mir war relativ schnell klar, wer der Täter ist und warum. Da hätte es den fremden Kriminalpsychologen nicht unbedingt gebraucht.
Mir wurde ein bisschen zu viel gegessen. Natürlich ist die katalanische Küche köstlich und die Spanier legen großen Wert auf ausgiebiges Essen.
Seit Kurzem haben auch wieder vermehrt rauchende Polizisten in die Krimis Einzug gehalten - das muss ich persönlich jetzt auch nicht haben. Die Handlung bringt der Nikotinabusus auch nicht wirklich weiter.

Gut ist das Verschwinden und Wiederauftauchen von Marla aufgelöst.


Fazit:

Auch der zweite Fall für Diaz und Lindberg gefällt und erhält 4 Sterne.

Veröffentlicht am 19.03.2019

Wohin übertriebener Ehrgeiz führen kann

Die Klosterbraut
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Franka soll nach dem Willen ihrer Eltern in ein Kloster eintreten, um ein Gelübde der Familie zu erfüllen. Kurz vor der Hochzeit ihrer bildschönen Schwester mit Wulf von Röllberg, trifft sie diesen während ...

Franka soll nach dem Willen ihrer Eltern in ein Kloster eintreten, um ein Gelübde der Familie zu erfüllen. Kurz vor der Hochzeit ihrer bildschönen Schwester mit Wulf von Röllberg, trifft sie diesen während eines (verbotenen) Ausflug im Wald. Beide trifft der Blitz der Liebe, doch die bereits gefällten Entscheidungen hier Hochzeit, da Kloster sind unumstößlich. So nimmt die Geschichte ihren Lauf ...

Meine Meinung:

Ich habe schon länger keinen historischen Roman mehr gelesen, der im Mittelalter spielt, da sich die Bücher doch recht ähneln. Dieses hier ist erfrischend anders. Es zeigt u. a. wohin übertriebene Gottesfurcht bzw. Ehrgeiz führen kann. Die Mutter der beiden Mädchen ist hochgradig unsympathisch, von Geltungssucht zerfressen und rücksichtslos. Dass Ehen damals wie ein Geschäft gesehen wurden und auf Gefühle keine Rücksicht genommen wurde, ist ja bekannt.

Auch der angeblich so beschauliche Klosteralltag birgt eine Intrige nach der anderen. Die Spannung ist bis zuletzt sehr hoch, denn ob sich Franka und Wulf bekommen, kann nur gewünscht bzw. gehofft werden.

Dieser historische Roman ist das Debüt von Manuela Schörghofer und recht gut gelungen. Das Leben auf der Burg und im Kloster klingen für mich authentisch. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet. Besonders die Hauptfiguren haben gute und weniger gute Seiten. Auch Franke ist nicht über jeden Zweifel erhaben. Im Kloster liegen dann gut und böse nahe beieinander. Dass nicht immer alles so ist, wie es scheint - diese Erfahrung muss Franka hier lernen.

Ein bisschen ungewöhnlich erscheint der Unterricht im Schwertkampf. Dass sich Franka als eine so gelehrige Schülerin entpuppt, ist klar und wichtig für die Dramaturgie. Doch wenn ich daran denke, wie schwer selbst ein kleines Schwert ist und wie lange Knappen mit Holzschwertern trainieren müssen, bevor sie ein echtes in die Hand bekommen, habe ich einige Zweifel. Nun gut, wir bewegen uns in einem Roman. Da darf die Fantasie der Autorin die Gegebenheiten schon ein wenig zurechtbiegen.

Der Schreibstil ist flott und flüssig. Niemals ist beim Lesen Langeweile aufgekommen. Schön sind die Lebensumstände dieser Zeit in die Handlung eingeflochten, sei es im Kloster oder auf der Burg, auf den Kreuzzügen oder jene der Unfreien.
Gut gefällt mir die Beschreibung der Kreuzzüge und die Zweifel, die Wulf an der Richtigkeit dieser Aktion bekommt.

Für Leser, denen die Anzahl der Personen zu üppig erscheint, gibt es zu Beginn ein Personenregister, anhand dessen man sich gut orientieren kann. Ebenso vervollständigt ein ausführliches Glossar dieses Buch. Alles in allem ein durchaus gelungenes Debüt!

Fazit:

Ein gelungenes Debüt. Gerne gebe ich diesem historischen Roman 5 Sterne.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Fesselnd bis zur letzten Seite

Brennende Gischt
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Dieser Sylt-Krimi ist der zweite Fall für die junge Ermittlerin Liv Lammers.
In der Ruine eines abgebrannten Hauses wird die Leiche eines Pastors gefunden, der einen nicht ganz so gottgefälligen Lebenswandel ...

Dieser Sylt-Krimi ist der zweite Fall für die junge Ermittlerin Liv Lammers.
In der Ruine eines abgebrannten Hauses wird die Leiche eines Pastors gefunden, der einen nicht ganz so gottgefälligen Lebenswandel geführt hat. Und was der Seelsorger im Haus des vor kurzem verstorbenen Millionär Armin Zurssen zu suchen? Hängt das damit zusammen, dass das Haus testamentarisch die örtliche Kirche gehen soll?
Noch bevor es Antworten auf die drängendsten Fragen gibt, wird eine weitere Leiche gefunden. Wie schon im ersten Fall („Schwarze Brandung“)vermutet, scheint es bei der Polizei einen Maulwurf zu geben. Doch wer könnte das sein? Momke, der gedanklich bei Verlobter und Hochzeitsvorbereitungen weilt?
Je tiefer Liv und ihre Kollegen in den Fall eintauchen, desto mehr Abgründe tun sich auf. Es gibt jede Menge Verdächtige, aber weit und breit kein schlüssiges Motiv. Erst ein altes Foto führt die Ermittler auf die richtige Spur. Und wieder einmal gerät Liv Lammers’ Familie, mit der sie vor Jahren gebrochen hat, in den Fokus der Ermittler.

Fazit:

In diesem zweiten Fall erfahren wir ein wenig mehr über die Familiengeschichte von Liv Lammers. Der mächtige Familienclan macht es weder den Lesern noch den Polizisten leicht. Allgegenwärtig ist Livs Schwester Annika, die das Immobiliengeschäft des Vaters weiter ausbaut, nicht immer mit fairen Mitteln.

Die Autorin vermittelt wieder einen guten Einblick in die Polizeiarbeit. Die Alleingänge von Liv sind legendär, aber nicht ganz ungefährlich. Ein Disziplinarverfahren hängt abermals wie ein Damoklesschwert über ihr. Momke geht mir mit seinen Gedanken zur bevorstehenden Hochzeit ein bisserl auf die Nerven, weil das die Handlung nur wenig weiterbringt. Allerdings als Verdächtiger in Sachen „Maulwurf“ passt es dann wieder.
Gut gefällt mir, wie Sabine Weiß Bräuche, Traditionen und den alten Sylter Dialekt in die Handlung einbaut. Auch die Beschreibungen der Insel und deren Bewohner, die abseits der Tourismussaison ein eher beschauliches Dasein führen, sind gut gelungen.

Fazit:

Ein fesselnder Fall, der Lust auf die Fortsetzung („Finsteres Kliff“) macht. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Für Katzenfans

Legendäre Katzen und ihre Menschen
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In Österreich gibt es lt. Statistik 1,6 Millionen Katzen in 808.000 Haushalten. Also durchschnittlich knapp zwei Katzen pro Haushalt - die Stubentiger sollen sich ja nicht alleine langweilen.
Da bietet ...

In Österreich gibt es lt. Statistik 1,6 Millionen Katzen in 808.000 Haushalten. Also durchschnittlich knapp zwei Katzen pro Haushalt - die Stubentiger sollen sich ja nicht alleine langweilen.
Da bietet es sich doch an, Katze und ihren Dosenöffner genauer unter die Lupe zu nehmen.

Das Autoren-Duo stellt uns 30 Katzen mit ihren berühmten Lebensmenschen vor, wobei stark auffällt, dass es nur wenige Frauen (genau fünf) mit ihren Katzen in dieses Buch schaffen. Das finde ich ausgesprochen schade. Diese Unterrepräsentation haben sich weder Katzen noch Frauen verdient.

Colette
Rosa Luxemburg
Frida Kahlo
Patricia Highsmith
Doris Lessing

Doch zurück zum Buch:

Jedem geschriebenen Katzen-/Menschenporträt geht eine Abbildung voraus, auf der häufig der Stubentiger zu sehen ist. Die Kapitelüberschriften sind gut gewählt und sagen etwas über den Katzenliebhaber aus. Ein paar Beispiele gefällig: „Wem die Katze maunzt“ in Anlehnung an Hemwingways „Wem die Stunde schlägt“ oder Franz Marc „Die blaue Katze“ analog zu „Der blaue Reiter“ oder „Nur die Katze war Zeugin“ (Patricia Highsmith).

Witzige Anekdoten über Katz’ und Mensch bringen die Leser zum Schmunzeln. Ich kann mir das so richtig vorstellen, wie die jeweilige Katze ihren Lebensmenschen vor sich hertreibt und ihn zum Lakaien degradiert. Der ursprüngliche Zweck des Katzendaseins, Mäuse zu fangen, ist ja inzwischen obsolet. Vielmehr sonnen sich die Katzen in ihrem Anspruch, arrogant zu sein.

Man sagt zwar, dass Hund und Herrchen sich im Laufe der Zeit ähnlich werden, doch bei der Lektüre des Buches orte ich eine entsprechende Annäherung. Einige Erzählungen sind herrlich skurril.

Wirklich gut hat mir die Geschichte von „The Chief Mouser to the Cabinet Office“ gefallen. Ob das Scheitern von Theresa May daran liegt, dass sie eine erklärte Hundefreundin ist und dem aktuellen „Chief Mouser“ das Spielen mit ihren Schuhen untersagt hat?


Die im Moment bekannteste (und vermutlich reichste) Katze vermisse ich ein bisschen: Choupette. Ihr wird nach Karl Lagerfelds Tod viel Interesse entgegengebracht. Doch ob die Diva das in der Form möchte?


Fazit:

Dieses Buch ist genau das Richtige für Katzenliebhaber.