Very british
Miss Daisy und der Mord unter dem MistelzweigAuf dem Anwesen von Lord Westmoor versammelt sich, in Abwesenheit des eigentlichen Hausherren, dessen Familie zu beinahe gemütlichen Weihnachtsfeiern. Mit dabei Daisy Fletcher mit ihrem Mann Alex, Ermittler ...
Auf dem Anwesen von Lord Westmoor versammelt sich, in Abwesenheit des eigentlichen Hausherren, dessen Familie zu beinahe gemütlichen Weihnachtsfeiern. Mit dabei Daisy Fletcher mit ihrem Mann Alex, Ermittler beim Scotland Yard, deren Tochter Bettina und die ewig nörgelnde adelige Mutter Daisys, Lady Dalrymple. Die hat sich auch nach vielen Jahren nicht mit der unstandesgemäßen Gattenwahl ihrer Tochter abgefunden und äußerst dies auch bei jeder Gelegenheit. Allerdings sie verschweigt zu Beginn, dass Alex Polizist ist.
Ein weiterer Gast ist ein Geistlicher, der durch seine Engstirnigkeit auffällt und mit einem Messer im Rücken tot aufgefunden wird. Aufgrund des schlechten Wetters und des einsam gelegenen Anwesens, übernimmt Alex Fletcher die ersten Ermittlungen. Nun ist es Lady Dalrymple recht, einen Ermittler als Schwiegersohn zu haben.
Doch warum musste der Geistliche sterben? Cui bono? – fragt sich auch Alex, der letztendlich einen offiziellen Ermittlungsauftrag erhält. Alex erhält Unterstützung nicht nur von Daisy, sondern auch von Tochter Bettina und ihrem Spielkameraden Derek. Die beiden Kinder nutzen das geheimnisumwitterte Anwesen für ihre fantasievollen Detektivspiele und fördern ein paar wichtige Beweisstücke zu Tage.
Meine Meinung:
„Miss Daisy und der Mord unter dem Mistelzweig“ ist für mich der erste Krimi einer längeren Reihe von ruhigen Krimis im Stil von Agatha Christie. Carola Dunn entführt ihre Leser in das England von 1928. Standesdünkel und Etikette bestimmen das Leben der Upper Class, auch wenn sie kaum mehr das nötige Geld für ihre Aufwendungen auftreiben können.
Dieser „closed-room“-Krimi legt viel Wert auf feine Zwischentöne. So gibt es mehrere Personen, die einige Vorteile davon hätten, wenn der Vikar am Leben geblieben wäre. Anderen passt dessen Tod perfekt in den Kram. Alex muss sich durch die vielen großen und kleinen Geheimnisse dieser Familie durcharbeiten. Dabei ist ihm Daisy eine unschätzbare Hilfe, weil sie als adelige Tochter mit dessen Konventionen bestens vertraut ist.
Für mich, die sich in solchem Klüngel nicht so gut auskennt, hätten einige Szenen ruhig kürzer ausfallen können. Nervig sind die beiden Schwestern Norville, jede auf ihre Art.
Der Krimi lässt sich leicht und locker lesen. Die Hochnäsigkeit von Lady Dalrymple zaubert mehrmals ein Grinsen in mein Gesicht.
Die Auflösung ist schlüssig.
Fazit:
Ein netter, britischer Krimi für zwischendurch. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.