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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2018

Fall 4 für die Dorftratschweiber

Mord im Waldviertelexpress
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Just kurz bevor er in Klein Schiessling aus dem Waldviertel-Express aussteigen soll, fällt Friedrich Steurermann tot vom Sitz. Recht bald ist klar, der erfolgreiche Winzer ist mit einem Hustensaft von ...

Just kurz bevor er in Klein Schiessling aus dem Waldviertel-Express aussteigen soll, fällt Friedrich Steurermann tot vom Sitz. Recht bald ist klar, der erfolgreiche Winzer ist mit einem Hustensaft von Kräuterweiberl Walpurga vergiftet worden. Und Fritz wird die einzige Leiche bleiben.

Die ermittelnden Polizisten, alle voran Sepp Tauber und seine Kollegin Angela Bauer, folgen dem alten Leitsatz „Cui bono?“.

Die Dorftratschen Anna Passer weiß natürlich einiges über die Familie Steurermann zu berichten. Der Wahrheitsgehalt ist manchmal geringer als die Prozente im Schnaps, regt aber die Unterhaltung an.

Meine Meinung:

Wieder ist Lore Macho ein witziger Dorf-Krimi gelungen. Das Cover gefällt mir diesmal nicht ganz so gut, fällt es doch ein wenig aus dem bisher gewohnten Rahmen.

Die Dorftratschen spielen nach wie vor eine große Rolle, egal ob sie etwas Essentielles zur Aufklärung der Morde beitragen können oder sich einfach nur in Szene setzen und abstruse Gerüchte in die Welt setzen wollen.

Polizist Sepp Tauber darf endlich bei Sandra landen.

Die Autorin nutzt diesen Krimi auch für Kritik an den Österreichischen Bundesbahnen, die Bahnstationen an Pendlerstrecken ausdünnen und damit die Menschen zum Umstieg auf das Auto zwingen. Der Bahnhof von Klein Schiessling ist so wie viele andere, nicht zu retten. Die Zeitersparnis für die Bahn beträgt gigantische 30 Sekunden.

Fazit:

Wieder ein witziger Krimi, diesmal mit ein wenig Sozialkritik. Gerne gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Auf den Spuren des Kupfererzes

Glück auf! Erzweg Kupfer
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Herbert Gschwendtner, ehemaliger Hüttenwirt und Bergmann kennt die Salzburger Bergbaugebiete wie kein zweiter. Gemeinsam mit ihm können wir in die Welt des Kupferabbaus einsteigen. Unser Weg führt uns ...

Herbert Gschwendtner, ehemaliger Hüttenwirt und Bergmann kennt die Salzburger Bergbaugebiete wie kein zweiter. Gemeinsam mit ihm können wir in die Welt des Kupferabbaus einsteigen. Unser Weg führt uns in stillgelegte Stollen, Bergbaumuseen und in luftige Höhen der Salzburger Bergwelt.

Wir erwandern sozusagen die Bergbaugeschichte des Salzburger Kupferabbaus entlang des „Erzweg Kupfer“. Ausgehend von Hüttau über Bischofshofen und Mühlbach am Hochkönig bis nach St. Veit erstreckt sich dieser, für an der Geschichte des Bergbaus interessierte Wanderer, adaptierte Weg des Kupfererzes.

Neben Wegbeschreibungen erfährt der Leser einiges über das bergmännische Leben und montanistische Ausdrücke. Liebevoll ausgesuchte Sagen und Anekdoten (siehe S. 66 „Mutter Radacher“) ergänzen das Buch wie prächtige Fotos.

Fazit:

Das Buch lädt ein, auf den Spuren von 5.000 Jahre Kupferabbau in Salzburg zu wandern. Gerne gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Ein gelungener Auftakt einer Krimi-Reihe

Treibts zua!
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Eine rätselhafte Mordserie im Grenzgebiet von Bayern und Salzburg hält die Ermittler beidseits der Grenze auf Trab. Lilly Engel, die alleinerziehende Mutter von Kindergartenkind Laura und Volksschüler ...

Eine rätselhafte Mordserie im Grenzgebiet von Bayern und Salzburg hält die Ermittler beidseits der Grenze auf Trab. Lilly Engel, die alleinerziehende Mutter von Kindergartenkind Laura und Volksschüler Tobias ist die Ermittlerin auf bayrischer und der alleinstehende, etwas pedantische wirkende Siegmund Huber auf österreichischer Seite. Der erste Tote ist ein junger, obdachloser Rom. Diese Leiche wird nicht die einzige Leiche bleiben. Was hat es mit den Medaillons auf sich, die bei allen Toten gefunden werden? Keines gleicht dem anderen? Eine versteckte Botschaft? Welche Rolle spielen die Sagen, die man sowohl in Bayern als auch in Salzburg erzählt? Haben die wenigen Zeugen wirklich den Teufel gesehen?

Es dauert ein bisschen, bis der Groschen bei den Ermittlern beiderseits der Grenze fällt. Der Showdown spielt dann noch alle Stückerl. Die losen Enden werden elegant zusammengeführt.


Meine Meinung:

Ein toller Krimi, der zum großen Teil von den beiden sehr unterschiedlichen Ermittlern getragen wird. Lilly Engel, die fürsorglich, wenn auch ein wenig chaotische Mutter, die auch ihren Job gut machen möchte und leider nicht auf das Netzwerk von Großeltern oder Ehemann zurückgreifen kann. Denn der Ehemann ist ein Ex, der hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt ist. So bleibt ihr einmal nichts anderes übrig, als die kleine Laura zu einem Tatort mitzunehmen, weil auch der hilfsbereite Nachbar Ivo anderswertig verplant ist. Natürlich ein No-Go, wie der strenge Kollege Siegmund Huber bemerkt.
Ja der Huber! Der ist auch so ein Kapitel für sich. Eigentlich ist er ja Wiener und noch wissen wir Leser nicht, was ihn nach Salzburg verschlagen hat. Die Liebe, ein Dienstvergehen? Das werden wir hoffentlich in einer Fortsetzung erfahren. Siegmund ist geschieden, hat eine strenge ältere Schwester, die ihn und seine Geschwister erzogen hat, und hat so seine Marotten. Allerdings kocht er gerne und kann Lilly mit Tipps zum Pellkartoffelkochen aushelfen.
Zwischen den beiden ist ein leichtes Knistern zu verspüren, das ich gerne weiterentwickelt sehe. Die kleine Laura hat ja schon einen Verkuppelungsversuch gestartet. Wird Huber über seinen Schatten springen und seine machohafte Art ablegen?

Es gibt auch erheiterndes „Hilfspersonal“, das ziemlich schräg ist. Da ist zum einen die Wahrsagerin und Kosmetikstudiobesitzerin Annemarie, genannt Mary und zum anderen ein Hochschulprofessor, der sich mit Symbolen auszukennen glaubt und nicht ganz zufällig Robert heißt. Während Mary mit beiden Beinen im Leben steht, ist der gute Professor ein ziemlicher Schaumschläger.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und lässt die Leser herrlich schmunzeln. Gut gefallen mir die regionalen Eigenheiten zwischen Bayern und Salzburg, die dann doch nicht so unterschiedlich sind.
Sehr elegant, weil subtil, wird auch die wechselvolle Geschichte der Grenzregion eingeflochten. Sei es durch die Schlacht am Walserfeld im Dezember 1800 als sich österreichische und französische Truppen feindlich gegenüberstanden oder die Erzählungen über Karl den Großen.

Fazit:

Ein gut gelungener Auftakt zu einer bayrisch-österreichischen Freundschaft, der ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Hat mich nicht vollends überzeugt

Die Melodie des Mörders
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Worum geht’s?

Vor 23 Jahren kommt Sunshine, eine junge Frau, die mit anderen Künstlern in einem kleinen englischen Dorf wohnt, unter seltsamen Umständen zu Tode. Der ermittelnde Dorfpolizist ist so träge ...

Worum geht’s?

Vor 23 Jahren kommt Sunshine, eine junge Frau, die mit anderen Künstlern in einem kleinen englischen Dorf wohnt, unter seltsamen Umständen zu Tode. Der ermittelnde Dorfpolizist ist so träge wie dämlich und konstatiert einen eindeutigen Selbstmord. Ein schwerer Fehler, wie sich Jahre später herausstellt, denn es kommt Clifford, ein weiteres Mitglied der damaligen Künstlerkolonie, ums Leben.

Pfarrer Jasper beauftragt seinen Freund, den Tanzlehrer und Hobby-Detektiv Colin Duffot, Cliffords Tod zu untersuchen, da sich an der Trägheit und Geisteshaltung vom Dorfpolizisten Hoffer nichts geändert hat.

Colin Duffot macht sich auf die Suche nach den Mitgliedern der ehemaligen Kommune und fördert Erstaunliches zu Tage. Immer wieder tauchen hölzerne Würfel, die als Taschentresore verwendet werden, auf. Welche Rolle spielen diese Würfel, die als Tombolapreise verlost wurden?

Meine Meinung:

Die Geschichte spielt kurz vor Weihnachten und das ganze Dorf ist mit den Vorbereitungen beschäftigt. Unter der Anleitung von Jasper wird eifrig für das Krippenspiel geprobt. Hier ergibt sich die eine oder andere witzige Szene.

Wie häufig bin ich mit dem aktuell letzten Fall in eine Krimi-Reihe eingestiegen. Diesmal gelingt es mir nicht sofort, Zugang zu den Menschen zu bekommen.
Die vergeblichen Versuche des Tanzlehrers auch als eine Art „Heiratsvermittler“ zu agieren, wirkt auf mich befremdlich, bekommt er doch seine eigene Beziehung zu Lucy nicht wirklich hin.

Der Krimi ist leicht zu lesen. Manchmal kommt mir sogar ein Schmunzeln aus. Alles in allem empfinde ich die Atmosphäre als düster. Die Story kommt ohne großartige „Action“ aus, was mir an sich gut gefällt. Für mich persönlich ist die Spannung zu kurz gekommen. Lediglich als die kleine Mady verschwindet, musste ich ein wenig den Atem anhalten. Sonst geht es recht gemächlich, etwas gedämpft zu.

Unwahrscheinlich finde ich, dass sich ein dermaßen fauler und dämlicher Polizist so lange auf seinem Posten halten kann.

Dass Titel von Weihnachtsliedern als Kapitelüberschriften, finde ich originell. Das ist ein schöner Einfall.

Fazit:

Dieser Krimi hat mich nicht vollends überzeugt, daher kann ich leider nur drei Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 30.11.2018

Köstliche Kekse fürs ganze Jahr

Kekse – Lebkuchen – Teegebäck
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Rechtzeitig zum bevorstehenden Weihnachtsbackmarathon ist wieder ein wunderbares Kochbuch zum Thema Kekse und Lebkuchen im Servus-Verlag erschienen.

Die Aufmachung ist wieder professionell. Auf jeder ...

Rechtzeitig zum bevorstehenden Weihnachtsbackmarathon ist wieder ein wunderbares Kochbuch zum Thema Kekse und Lebkuchen im Servus-Verlag erschienen.

Die Aufmachung ist wieder professionell. Auf jeder Doppelseite finden sich links das Rezept und rechts das fertige, perfekt in Szene gesetzte Produkt. Apropos Rezept: Die Autorin hat die österreichischen Bezeichnungen beibehalten, die aber erklärt werden

Neben den Klassikern der Weihnachtsbäckerei wie Lebkuchen, Busserl und Vanillekipferl, finden sich die typisch burgenländische „Hochzeitskrapferl“ und salziges Klein(st)gebäck.

Meine Favoriten sind:

Auf Seite 70 die „Waldviertler Mohnstangerl“, die „Fensterglaskekse“ (S. 132) – hoffentlich bekommt die Autorin hier keine Zores mit einem monopolistischen SW-Konzern. Die Fenster-Kekse ähneln einem der bekanntesten Produkte.
Ausprobieren möchte ich noch die „Bunten Knusperstangen“ von S. 172. Hier wird der Teig mit Rote-Rüben-Saft, Karottensaft und Spinat gefärbt. Ob ich das auch so hübsch hinbekomme?

Fazit:

Traditionelle Kekse und witzige Neukreationen geben sich hier ein kulinarisches Rendezvous, dem ich gerne 5 Kekserln (=Sterne) gebe.