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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2018

Ein düsterer Island-Krimi

Graue Nächte
1

Dieser Krimi von Arnaldur Indridason spielt während des Zweiten Weltkriegs in Island.

Mehrere Tote, die irgendwie zusammenhanglos in der Landschaft verstreut sind, halten die beiden Ermittler Thorson ...

Dieser Krimi von Arnaldur Indridason spielt während des Zweiten Weltkriegs in Island.

Mehrere Tote, die irgendwie zusammenhanglos in der Landschaft verstreut sind, halten die beiden Ermittler Thorson und Flovent auf Trab. Wobei Trab nicht der richtige Ausdruck ist, denn der Krimi ist retardiert, grau und zäh wie der dicke Nebel, der die Insel einhüllt.

Was haben der junge Mann, der in der Nähe einer amerikanischen Soldatenkneipe erstochen wurde und der an den Strand gespülte Mann miteinander zu tun? Haben sie ein gemeinsames Geheimnis? Was ist mit dem isländischen Medizinstudenten, der in Dänemark von den Nazis verhaftet wurde? Und was wusste der Mann, der von der Fähre „Esja“ fiel? Die Befragungen der Soldaten sowie der isländischen Bevölkerung gestaltet sich schwierig. Die Menschen sind unzugänglich, schroff und manchmal auch gewalttätig.

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist mein erster von war Arnaldur Indridason. Vermutlich wird es auch mein letzter sein, denn ich kann mit den meisten skandinavischen Schriftstellern nicht wirklich warm werden. Mir fehlt die Leichtigkeit der französischen oder italienischen Krimis, die auch durch eine gewisse Schlitzohrigkeit punkten. Oder deutsche und österreichische Krimis, die auch so ganz anders sind als jene aus dem Norden.
Wie schon Mankell oder Nesser macht mich auch dieser hier ein wenig depressiv.

Gut gefallen hat mir der historische Hintergrund. Der Leser erfährt einiges, vielleicht nicht so Bekanntes über das Leben in Island im Zweiten Weltkrieg. Das Zusammenleben mit fremden Soldaten, denen man aber kaum entkommt, weil sie sich teilweise nicht an das Fraternisierungsverbot halten, ist nicht immer friktionsfrei. Ja, das hätte Zeug für Dramatik und Spannung, die ich leider vermisse. Dass ich lange Zeit, gemeinsam mit den Ermittlern im Dunklen tappe, ist nicht so störend, wie der doch recht lange, zähe Beginn. Das Ende kommt dann recht schnell und ist für mich unbefriedigend.

Aufgefallen ist mir recht bald, dass die Geschichte in zwei Zeitebenen spielt, die als solche nicht leicht zu erkennen sind. Da wären Überschriften mit Zeitangaben ein wenig hilfreich gewesen.

Fazit:

Ein ziemlich düsterer Krimi, der zu Titel und Cover gut passt. Mich hat er nicht ganz überzeugt, daher kann ich nur drei Sterne vergeben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Geschichte
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2018

Hat mich nicht vollends überzeugt

Schlüssel zur Gelassenheit
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Dieses Buch ist das dritte einer Reihe von Ratgebern aus der Feder von Röntgenarzt Dr. Peter Riedl aus Wien.

Ich habe mich durch die wirklich exquisite Aufmachung angesprochen gefühlt. Leider kann der ...

Dieses Buch ist das dritte einer Reihe von Ratgebern aus der Feder von Röntgenarzt Dr. Peter Riedl aus Wien.

Ich habe mich durch die wirklich exquisite Aufmachung angesprochen gefühlt. Leider kann der Inhalt nicht mit der äußeren Hülle mithalten.

Statt einfacher Ratschläge ergeht sich der Autor in buddhistischen Philosophien, die mir persönlich fremd sind.
Sprachlich ist das Buch jetzt auch nicht so ganz meine Welt.

Fazit:

Für Freunde von fernöstlichen Weisheiten ist das Buch bestimmt ein tolles Geschenk.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Es lohnt, die Reihe anzusehen

Im Wingert lauert der Tod
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Schauplatz dieses nunmehr dritten Krimis rund um den eigenwilligen Privatermittlers Detlev Menke ist ein Weingarten nahe Bad Dürkeim. Dort wird die schrecklich zugerichtete Leiche eines offensichtlich ...

Schauplatz dieses nunmehr dritten Krimis rund um den eigenwilligen Privatermittlers Detlev Menke ist ein Weingarten nahe Bad Dürkeim. Dort wird die schrecklich zugerichtete Leiche eines offensichtlich nicht-deutschstämmigen jungen Mannes, der trotz eisiger Kälte nur unzureichend bekleidet war, gefunden. Es sieht aus, als wäre der junge Mann von einem Raubtier tödlich verletzt worden. Die Presse stürzt sich auf den vermeintlichen Wolf. Doch Tabea Kühn und ihr Team finden bald heraus, dass es sich hier um einen abgerichteten Hund handeln muss, der als tödliche Waffe eingesetzt wurde. Der junge Syrer wird nicht die einzige Leiche bleiben.

Akribisch arbeitet sich die Polizei durch die privaten Hintergründe mehrerer möglicher Tatverdächtiger. Natürlich kann es Detlev Menke, der Freund von Tabea, nicht lassen und schnüffelt auf eigene Faust in diesem Fall herum. Auf seinen Extra-Touren kommt er dem wahren Täter ziemlich nahe und gerät in akute Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Für mich ist das der erste Krimi dieser Reihe und dennoch habe ich mich recht gut zurechtgefunden. Die Handlung hat Hand und Fuß und ist fesselnd erzählt. Der Leser errät recht bald das Motiv und auch der Mörder ist schnell identifiziert. Das schmälert die Spannung aber nicht. Es ist eben manchmal so, dass die Leser mehr wissen als die Ermittler.

Ein wichtiger Bestandteil des Krimis und für mich der Star hier, ist Menkes Rauhaardackel Alli, der durchaus menschliche Züge zeigt, wenn er auf sein Herrchen sauer ist. Alli wird häufig unterschätzt, doch diesmal kann er seine Spürnase unter Beweis stellen. Ich persönlich werde weiterhin die Straßenseite wechseln, wenn mir ein Hund samt Herrchen oder Frauchen entgegenkommt. Man kann ja nicht wissen!

Fazit:

Eine neue Krimi-Reihe, die es lohnt, näher betrachtet zu werden. Gerne gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Hat mich nicht vollends überzeugt

Blutacker
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Nach seinem spektakulären Erfolg im vorherigen Fall „Angstmörder“, schwebt Anwalt Nicholas Meller nunmehr in höheren Sphären. Er umgibt sich mit kostspieligen Statussymbolen wie einem Aston Martin als ...

Nach seinem spektakulären Erfolg im vorherigen Fall „Angstmörder“, schwebt Anwalt Nicholas Meller nunmehr in höheren Sphären. Er umgibt sich mit kostspieligen Statussymbolen wie einem Aston Martin als Dienstauto und protzt ein wenig mit seinem neuen Status als bekannter Anwalt. Da bleibt es nicht aus, dass er in den Fokus von „reich und mächtig“ gerät. Allerdings unterschätzt er die Durchtriebenheit seiner neuen Mandanten.
Warum wird bei einer Zwangsversteigerung für einen Acker, der in einem Hochwasserschutzgebiet liegt, ein Vielfaches von dessen Verkehrswert bezahlt?

Noch bevor Meller die Zusammenhänge durchschaut, wird er unversehens in einen gigantischen Skandal hineingezogen, in dessen Verlauf mehrere Menschen ermordet werden.



Meine Meinung:

Das Buch ist mein erster Krimi mit Anwalt Meller und ein bisschen fehlt der Vorgänger. Es gibt zwar immer wieder Hinweise, doch manches bleibt hier verborgen.

Der Krimi zeigt deutlich, wie schnell ein vermeintlicher Höhenflug wieder zu einem Abstieg führen kann. Und, dass nicht alle Auftraggeber eine reine Weste haben. Hinter manchem honorigen Geschäftsmann steht eine mafiös anmutende Geschäftsidee. Meller wird hier umworben und, als er den Schmeicheleien nicht erliegt, unverhohlen bedroht.

Der Erfolg ist dem Anwalt ein wenig zu Kopf gestiegen und so läuft es auch in seinem Privatleben nicht so ganz rund. Freundin Nina trennt sich im Laufe der Geschichte von Meller. Diese Beziehungskiste ist mir ein bisschen zu üppig ausgewalzt.
Ermüdend finde ich auch, dass Meller so auf Statussymbole und Geld fixiert ist. Die mehrmalige Erwähnung, wieviel seine Klamotten gekostet haben, zeigt, dass er noch nicht wirklich in der Liga der Erfolgreichen angekommen ist.

Der Autor schreibt Drehbücher für TV-Krimis und das merkt man deutlich. Der Schreibstil ist flüssig. Allerdings verwendet er ein sehr häufiges Stilmittel des Films: den „harten Schnitt“. Ansatz- und übergangslos wird der Leser in eine neue Szene versetzt, ohne genau zu wissen, wie es dazu kommen konnte. Das ist einmal ganz ok, wenn aber dieses Stilmittel zu oft benutzt wird, nützt es sich ab und ermüdet den Leser.

Die Idee zur Story hat mir gut gefallen. Denn ähnliche Fälle gab und gibt es in Wirklichkeit zur Genüge.
Der Showdown am Ende hat mich leider zu sehr an einen der zahlreichen TV-Krimis erinnert. Nicht nur, dass Meller von den Bösewichten wieder einmal ausgetrickst wird, eilt auch Kommissar Zufall dem Anwalt und der Polizei zu Hilfe. Am Ende bleiben ein Haufen Leichen und die schale Gewissheit, dass es sich die Mächtigen wieder einmal richten konnten.

Das offene Ende lässt auf eine Fortsetzung schließen.

Fazit:

Dieser Krimi hat mich nicht gänzlich überzeugt, daher nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 15.12.2018

Der 3. Fall für Albin Leclerc und Mops Tyson

Mörderische Provence
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In diesem dritten Krimi für den pensionierten Commissaire Albin Leclerc und seinem Mops Tyson bekommen es die Leser mit den Abgründen der menschlichen Seele zu tun. Da ist zum einen der psychopathische ...

In diesem dritten Krimi für den pensionierten Commissaire Albin Leclerc und seinem Mops Tyson bekommen es die Leser mit den Abgründen der menschlichen Seele zu tun. Da ist zum einen der psychopathische Ehemann von Leclercs Tochter Manon, der Frau und Kind wieder zu sich nach Paris holen will und zum anderen das plötzliche Verschwinden von Isabelle Léfebvre, deren Vater Albin um Hilfe bittet.

Was es heißt, „zur falschen Zeit am falschen Ort“ zu sein, muss Isabelle am eigenen Leib erfahren. Als unliebsame Zeugin wird sie einfach verschleppt und sieht einem grausamen Schicksal entgegen.

Wird Albin rechtzeitig vor Ort sein, um Isabelle zu retten und gleichzeitig seinen prügelnden Schwiegersohn zur Rechenschaft ziehen?

Meine Meinung:

Wie wir es vom Autor gewöhnt sind, erhalten wir einen Einblick in die schöne Landschaft der Provence und dürfen an den kulinarischen Köstlichkeiten teilhaben. Diesmal nimmt Leclerc aus ermittlungstechnischen Gründen sogar an einem Kochkurs teil. Apropos Ermittlungen - gemäß dem Motto „einmal Bulle, immer Bulle“ nimmt Albin diese wieder einmal eigenmächtig auf und nervt damit seinen ehrgeizigen Nachfolger Theroux und dessen Assistentin Catherine Castel gewaltig.

Albin Leclerc ist ein sympathischer, wenn auch ein wenig manipulativer Mensch. Das weiß auch seine Tochter Manon, die jahrelang wenig Kontakt zu ihm gepflegt hat. Jetzt, in der Krisensituation, sie ist ja vor ihrem prügelnden Ehemann davongelaufen, wendet sie sich an ihn.
Herrlich finde ich, wie Albin einen Gefallen nach dem anderen bei seinen Freunden und ehemaligen Kollegen einfordert, um Manon und ihre Tochter Clara rund um die Uhr zu bewachen.
Auch seine Zwiegespräche mit Tyson sind erfrischend.

Einzig, auf die allzu detaillierten Schilderungen der menschlichen Abgründe rund um Isabelle, hätte verzichtet werden können. Das wird Leser, die einen sommerlichen Provence-Krimi erwarten, möglicherweise ein wenig abstoßen.

Der Schreibstil ist fesselnd, denn der Autor baut eine stetig wachsende Spannung auf, die in einem fulminanten Showdown endet. Wie schon in den vorherigen Fällen, müssen Theroux und Castel einsehen, dass der Alte die richtige Mischung aus Intuition und Sachverstand bewiesen hat.

Fazit:

Wieder ein fesselnder Fall für den pensionierten Commissaire Albin Leclerc und seinen Mops Tyson. Gerne gebe ich 5 Sterne.