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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2018

EIn humorvoller Ratgeber

Fake it
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Hanna Dietz spricht mit diesem Buch vor allem Frauen an, die sich oftmals unter ihrem Wert „verkaufen“, weil sie Schwächen oder vermeintliche Unzulänglichkeiten vorab bekannt geben.
Diese Haltung trifft ...

Hanna Dietz spricht mit diesem Buch vor allem Frauen an, die sich oftmals unter ihrem Wert „verkaufen“, weil sie Schwächen oder vermeintliche Unzulänglichkeiten vorab bekannt geben.
Diese Haltung trifft man sowohl im Beruf, in der Familie oder im Umgang mit Freunden an.

Frauen sind oft auf Harmonie bedacht – allerdings nicht auf ihre eigene, sondern auf die von anderen.

Die Autorin gibt wertvolle Tipps, die gut zu befolgen sind.

Meine Meinung:

Dies ist mein erstes Buch von Hanna Dietz. Zu Beginn musste ich mich erst ein wenig einlesen. Den Titel „Fake it!“ habe ich anfangs ein wenig unpassend bzw. reißerisch gefunden, verbinde ich das doch immer mit einer bestimmten Person. Je länger ich das Buch gelesen habe, desto besser ist die Intension der Autorin herausgekommen: „Augen zu und durch“ (auch wenn der Geschirrspüler nicht 100% so toll eingeräumt ist), sage deine Meinung (höflich und bestimmt) aber eindeutig. Achte auf deine Körpersprache! Gib deinem Gegenüber keinen Spielraum, sich in Ausflüchte zu retten.

Klappe das „Appell-Ohr“ zu – Frauen neigen dazu, sich für alles und jedes verantwortlich zu fühlen. Nein, diesmal ist Frau MüllerMeierHuber mit dem Protokollschreiben im Elternverein der Schule dran.

Für diejenigen, die sich gerne in dieses Thema vertiefen wollen, empfehle ich das „4-Ohren-Modell“ (Friedemann Schulz von Thun) nachzuschlagen. Vieles, was Hanna Dietz humorvoll und zu Recht ein wenig überzeichnet darstellt, ist dort aus Sicht der Psychologen nachzulesen.

Was spricht dagegen, den einen oder anderen Tipp auszuprobieren? Eben - NICHTS! Einfach tun!

Fazit:

Ein witziges Buch nicht nur für graue Novembertage. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 06.11.2018

Ein empfehlenswertes Sachbuch

Kinderwunsch und Lebensplan
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In den letzten Jahren nimmt die Anzahl der Kinder pro Familie immer weiter ab. Statistisch gesehen bekommen wir Österreicherinnen nur mehr 1,5 Kinder.

Warum ist das so?

Viele Paare verschieben ihren ...

In den letzten Jahren nimmt die Anzahl der Kinder pro Familie immer weiter ab. Statistisch gesehen bekommen wir Österreicherinnen nur mehr 1,5 Kinder.

Warum ist das so?

Viele Paare verschieben ihren Kinderwunsch nach hinten. Zuerst will die Ausbildung beendet, das Leben genossen und/oder ein bestimmter finanzieller Polster erreicht werden. Oftmals geraten die Eltern in spe dadurch in eine Stresssituation, in der sich die gewünschte Schwangerschaft nicht einstellen will.
Vor allem Frauen hören die biologische Uhr laut ticken.
Dass die Fertilität bei Frauen schon ab 30 abnehmen kann, ist eine Laune der Natur, die sich leider nicht wirklich beeinflussen lässt. Die Qualität der Spermien nimmt ebenfalls ab, allerdings erst ein wenig später.
Aber, so glaubt ein Teil der Paare – es gibt ja die IVF-Methode, die ausgereift ist und ihnen Nachwuchs bis ins hohe Alter beschert. Oder doch nicht?

Dr. Wilfried Feichtinger, international renommierter Reproduktionsmediziner, und die österreichische Wissenschaftsjournalistin Eva Stanzl haben gemeinsam dieses Buch herausgegeben, in dem sie nun viele Aspekte des Kinderwunsches erläutern. Allerdings wird nicht verschwiegen, dass der künstlichen Befruchtung Grenzen gesetzt sind, und warum.

Meine Meinung:

Ein sehr einfühlsam und gut recherchiertes Sachbuch. Zu Beginn kommen Frauen und Männer zum Thema Kinderwunsch zu Wort. Einige der Interviewten haben schon Kinder andere (noch) nicht.
Sehr deutlich werden die Chancen und Risken der künstlichen Befruchtung aufgezeigt. Die gesetzlichen Grundlagen in Österreich und anderen Ländern werden genauso angesprochen wie ethische Fragen – Stichwort „Designerbabys“.

Fazit:

Die IVF kann kein Ersatz für eine rechtzeitige Familienplanung sein, aber Unterstützung für alle jene, die ihrer bedürfen. Gerne gebe ich für dieses aufschlussreiche Buch 5 Sterne.

Veröffentlicht am 06.11.2018

Ein empfehlenswertes Sachbuch

Lieben!
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Rotraut A. Perner ist die „Grande Dame“ der Psychotherapeutinnen und Psychoanalytikerinnen Österreichs sowie promovierte Juristin. Daher weiß sie, wovon sie schreibt.

Dieses Sachbuch beschäftigt sich ...

Rotraut A. Perner ist die „Grande Dame“ der Psychotherapeutinnen und Psychoanalytikerinnen Österreichs sowie promovierte Juristin. Daher weiß sie, wovon sie schreibt.

Dieses Sachbuch beschäftigt sich in drei Teilen mit dem Thema „Lieben“.
• Lieben für Anfänger
• Lieben für Fortgeschrittene
• Lieben für Meister*innen

Anhand der unterschiedlichen Lebensphase erklärt die Autorin die drei Liebeszyklen.
Dass die Reifung vom Anfänger zum Meister nicht immer geradlinig erfolgt, wird in mehreren Beispielen aufgezeigt. Manchmal „verzetteln“ sich Menschen bei Abzweigungen oder treten auf der Stelle.

Haben wir das in Zeiten wie diesen verlernt? Was also bedeutet „lieben“ in unserer Zeit?

Rotraut A. Perner bietet mit diesem Sach-/Fachbuch eine Möglichkeit, anerzogene Denk- und Verhaltensmuster zu entlarven und sich und seine Liebesfähigkeit neu zu entdecken.

Die derzeit aktuellen Themen wie „gendern“, die diversen Lebensformen, mehr als zwei Geschlechter und/oder die „#metoo-Debatte“ runden dieses Sachbuch ab.

Ergänzt wird das Buch durch einen ausgiebigen weiterführenden Anhang mit Begriffserklärungen und Quellennachweisen.

Meine Meinung:

Die Autorin versteht es, wie keine andere heikle Themen zu beschreiben bzw. zu besprechen. Ihr sachlicher Schreibstil liegt vermutlich nicht jedem Leser. Diesmal ist die nüchterne Betrachtung ein wenig zu „hart“. Ein Hauch von Emotionen hätte diesem Sachbuch wohl gutgetan.
Sehr gelungen finde ich die Gleichsetzung der „Liebe“ mit „Energie“.

Fazit:

Ein sehr gutes Sachbuch zum Thema „Lieben“, das aufgrund des sehr sachlichen Schreibstils vielleicht nicht von allen Lesern gemocht wird. Gerne gebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Der bekannteste Baumeister Österreichs - sein Leben

Die Lugner Story
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Society-Reporterin Andrea Buday hat zu Richard Lugners 86. Geburtstag eine neue Biografie über den umtriebigen Baumeister herausgebracht.

Dieses großformatige Buch schildert den Lebensweg von Richard ...

Society-Reporterin Andrea Buday hat zu Richard Lugners 86. Geburtstag eine neue Biografie über den umtriebigen Baumeister herausgebracht.

Dieses großformatige Buch schildert den Lebensweg von Richard Lugner, der wie so viele Kinder seiner Generation, gemeinsam mit seinem Bruder, ohne Vater aufwachsen muss. Zielstrebig geht Lugner seinen Weg. Dass er dabei auch häufig mit seiner direkten, unverblümten Art aneckt, ist klar. Andererseits muss man schon neidlos anerkennen, dass er als Selfmade-Mann aus einfachen Verhältnissen ein großes Imperium geschaffen hat. Wie heißt einer seiner Werbeslogans so schön? „Kein Auftrag ist uns zu klein“.

Richard Lugner ist ein Hansdampf in allen Gassen. Wo sich eine Kamera befindet, ist er nicht weit. Die Boulevardpresse liebt ihn (und lebt recht gut von ihm). Jede Werbung für sein Einkaufszentrum ist ihm recht. Selbst eine negative Presse verbucht er unter „Gratiswerbung“.

Das Buch ist in mehrere Abschnitte geteilt. Ein großer (Foto)Teil ist seinen Opernballbesuchen und seinen weiblichen Gästen gewidmet.

In einem anderen Teil wird sein turbulentes Privatleben besprochen. Immerhin hat er es ja auf fünf Ehefrauen gebracht. Die zahlreichen Gefährtinnen, denen er immer Tiernamen gibt, sind der Regenbogenpresse immer wieder Artikel wert.
Herrlich sind seine Auftritte in der Comedy-Show „Wir sind Kaiser“, in der Lugner auch in den diversen Verkleidungen keine Audienz bei Kaiser Robert Heinrich erhält.

In mehreren Abschnitten kommen Weggefährten und Zeitgenossen zu Wort, doch richtige Freunde hat Wiens bekanntester Baumeister nicht.

Fazit:

Die Autorin hat dieses Buch amüsant, heiter und erstaunlich sachlich verfasst. Ein Schuss Ironie darf natürlich nicht fehlen. Dafür gibt es von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Ein Serienauftakt mit kleinen Schwächen

Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard
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Die Autorin entführt ihre Leser nach Nîmes, jene alte Römerstadt, die durch ihren Pont du Gard weltberühmt ist.
Und der ist gleich Schauplatz eines Todesfalls – ein Mädchen fällt vom Aquädukt.

Doch das ...

Die Autorin entführt ihre Leser nach Nîmes, jene alte Römerstadt, die durch ihren Pont du Gard weltberühmt ist.
Und der ist gleich Schauplatz eines Todesfalls – ein Mädchen fällt vom Aquädukt.

Doch das wird nicht die einzige Tote sein. Beinahe gehört die Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt, die eben an einem kniffligen Kriminalfall arbeitet, auch dazu. Sie wird unmittelbar nach der Verurteilung des Ehepaars Jalabert, die das afrikanische Mädchen Aminata als (Sex)Sklavin gehalten haben, niedergeschossen. Ein Zufall? Genauso wenig, wie Aminatas plötzlicher Tod im Zeugenschutzprogramm.
Also ermittelt Mathilde während ihrer Rekonvaleszenz von St. Gilles, ihrem Zuhause, aus weiter. Immer an ihrer Seite Commandant Rachid Bouraada. Sie wälzen alte Akten und entdecken, dass in den letzten Jahren mehrere Mädchen auf auffällig zufällige Weise ums Leben gekommen sind.

Ein zweiter Handlungsstrang ist der des Schriftstellers Martin Endress, der einen Reiseführer über das Languedoc schreiben soll. Doch führt ihn auch Privates in die Gegend um Nîmes: Seine Großeltern sind 1941 auf der Flucht aus dem Internierungslager von Les Milles vor den Nazis. Weil Anne, die kleine Tochter des Ehepaars Reuter fiebert, wenden sie sich in St. Gilles an den Gemeindearzt Dr. Barbier. Kurz nachdem die die Ordination verlassen, hat die Familie einen schweren Autounfall, bei der Martins Großmutter Sarah schwer verletzt wird und wenig später an den Unfallfolgen stirbt.
Martin begibt sich nach dem Tod seiner Mutter Anne auf Spurensuche und erhofft sich von Dr. Barbier, sollte er noch leben, Informationen.

Martin und Mathilde treffen auf dem Markt von Ucès aufeinander. Martins Suche nach Dr. Barbier führt ihn auch auf das Château de Boncourt. Rémy de Boncourt, Mathildes Großvater, weiß mehr über die Flucht von Martins Großeltern als er zu sagen bereit ist.


Meine Meinung:

Ich finde die Idee sehr ansprechend. Doch gäben beide Handlungsstränge jeweils einen Fall für sich her.

Zum einem spricht die Autorin die Ausbeutung junger afrikanischer oder/und osteuropäischer Frauen und Mädchen an, die unter Vorspiegelung falscher Tatsachen wie Sklavinnen gehalten werden und den Mächtigen für ihre perversen Spielchen zur Verfügung stehen müssen.

Andererseits ist die Fluchtgeschichte von Martins Großeltern ein sehr wichtiges und tragisches Thema, über das sehr viel geschrieben werden könnte.

So kommen, für meinen Geschmack, beide Handlungsstränge ein wenig zu kurz bzw. überlagern sich die Ereignisse ein wenig. Denn beide Geschichten haben jeweils einen Höhepunkt, der leider in dem des anderen ein wenig untergeht. Das finde ich sehr schade!

Obwohl Mathilde bei ihren Ermittlungen weiterkommt – es gibt außer den toten Mädchen – noch aktuelle Tote, ist dieser Fall nicht wirklich abgeschlossen. Die hohe Anzahl der Toten erscheint übrigens bemerkenswert. Weder sind die wirklichen Drahtzieher hinter dem Mädchenhändlerring gefasst, noch ist das Schussattentat auf Mathilde geklärt. Die unverhohlene Drohung des Polizeipräfekten, die er zu Mathilde äußert, lassen hier eine Verwicklung bis ganz nach oben vermuten. Das wird wohl im zweiten Fall aufgeklärt werden.

„Wir wollen doch nicht, dass eine so engagierte und geschätzte Untersuchungsrichterin ein zweites Mal Opfer eines schändlichen Attentats wird.“ (s. 301)

Die Charaktere sind recht gut gelungen, haben sie doch Ecken und Kanten. Mathilde polarisiert mit ihrem Zigarettenkonsum. Ich persönlich muss eine Kette rauchende Ermittlerin jetzt nicht unbedingt haben, aber es passt gut zu der Figur. Sympathisch finde ich den häufig ernst auftretenden Rachid Bouraada, der als Kind algerischer Einwanderer immer wieder auf Grund seiner Herkunft geringgeschätzt wird.
Martin wirkt zu Beginn ein wenig unbedarft. Die intensive Suche nach der Fluchtgeschichte nehme ich ihm anfangs nicht so ganz ab. Das ist eben die Crux an der Sache, wenn zwei gleich starke Themen und Handlungsstränge aufeinandertreffen. Da bleibt, meiner Meinung nach, wie schon weiter oben geschrieben, zwangsläufig ein bisschen etwas offen.

Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin Sebastian, den jungen Mann und Enkel von Rémy, der mit Downsyndrom geboren wurde und von seiner Mutter mehr verhätschelt wird, als beiden guttut. Seine Geschichte wirkt auf mich beinahe wie ein dritter Handlungsstrang, der sich nicht so recht entwickeln darf, obwohl das eine sehr interessante Fügung sein könnte, zumal sich Martin mit Sebastian ganz gut versteht.

Aufgefallen ist mir, dass häufig die Hilfsverben „haben“ und „sein“ bemüht werden, wo aktivere Verben durchaus einen anspruchsvolleren und flotteren Stil ergeben könnten.

Auf einen weiteren Fall freue ich mich dennoch. Ich möchte ja unbedingt wissen, wie es mit Mathilde, Martin und Rachid weitergeht.

Fazit:

Ein guter Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, der hin und wieder kleine Schwächen aufweist. Gerne gebe ich hier gute 3 Sterne.