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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2018

Da rinnt einem das Wasser im Mund zusammen

Das Beste aus der Wirtshausküche
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Dieses im Servus-Verlag erschienene Kochbuch von Erwin Werlberger macht einfach Appetit. Appetit auf einfache wie etwas aufwändigere Speisen. Alle mit ausgewählten Zutaten aus der Region rund um die Salzburger ...

Dieses im Servus-Verlag erschienene Kochbuch von Erwin Werlberger macht einfach Appetit. Appetit auf einfache wie etwas aufwändigere Speisen. Alle mit ausgewählten Zutaten aus der Region rund um die Salzburger Tauern.

Hier werden lustvoll Speisen wie Lammfilet, Flusskrebse im Kräutersud oder Sauerrahmschmarren zubereitet. Mein Favorit sind die gebratenen Eierschwammerl mit Himbeeren.

Ab S. 221 erhält man noch eine Menge sogenannter „Basisrezepte“, die in den einzelnen Gerichten abgewandelt werden.

Auf der linken Seite wird jeweils das Rezept präsentiert, auf der rechten ein Foto des köstlichen Gerichtes.
Hier läuft mir beim Betrachten das Wasser im Mund zusammen.

Bitte nur NACH einer Mahlzeit lesen. Der Magen fängt unweigerlich zu knurren an.

Es ist fast schade, das Buch in die Küche mitzunehmen und mit fettigen Fingern umzublättern. Also, Rezept abschreiben und nachkochen.

Fazit:

Ein lukullischer Streifzug durch die Salzburger Wirtshausküche. Gerne gebe ich dafür 5 Kochlöffel.

Veröffentlicht am 01.05.2018

Der etwas andere Reiseführer

111 Orte in Hamburg, die uns Geschichte erzählen
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Dieses Mal legt Autorin Rike Wolf weniger Wert auf imposante, wenig bekannte Touristenmagnete. Nein, diesmal sind es eher die kleinen Alltagsplätze, die sie uns zeigt. Viele davon haben Geschichte geschrieben ...

Dieses Mal legt Autorin Rike Wolf weniger Wert auf imposante, wenig bekannte Touristenmagnete. Nein, diesmal sind es eher die kleinen Alltagsplätze, die sie uns zeigt. Viele davon haben Geschichte geschrieben und erzählen dem aufmerksamen Hamburg Besucher oder dem Einheimischen davon.

Wir entdecken Baudenkmäler aus Industrie und Verkehr wie die Alte Harburger Elbbrücke (S. 14), den Alten Kran (S.156) oder die Zeisehallen (S. 222). Doch auch die Architektur darf nicht zu kurz kommen. Vom Dichterhaus (das Heine-Haus S. 106) und Sakralbauten wie die Maximilian-Kolbe-Kirche (S. 144) bis hin zu Kriegsrelikten wie die Clausewitz-Kaserne (S.46), Die Reste des U-Boot-Bunkers II auf Finkenwerder S. 212) oder der Bunker, der nun als Tiefgarage (S. 202) genutzt wird.

Auch Hamburgs Hausbesetzer-Szene wird genannt. Die haben auf recht unorthodoxe Weise einige Gebäude vor der Spitzhacke gerettet.

Der eine oder andere kulinarische Tipp, wie die Konditorei Lindtner (S. 130) oder das Op’n Bulln (S. 162) darf auch nicht fehlen.

Schiffe und Vergnügungsstätten finden ebenso ihren Platz wie Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus.

Fazit:

Dieser Hamburg-Reiseführer ist etwas für die leisen Besucher, die die kleinen Sehenswürdigkeiten der Hansestadt schätzen.
Gerne gebe ich dafür 5 Sterne.

Veröffentlicht am 01.05.2018

Gaumenfreude und Augenweide

Himmlische Mehlspeis!
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Dies ist eine wunderbare Ergänzung zu „Gesegnete Mahlzeit! – Gutes und Gesundes aus der Klosterküche“. Irmengard Hofmann und Co-Autor Berthold Heigl verwöhnen Mehlspeisenliebhaber mit Köstlichkeiten aus ...

Dies ist eine wunderbare Ergänzung zu „Gesegnete Mahlzeit! – Gutes und Gesundes aus der Klosterküche“. Irmengard Hofmann und Co-Autor Berthold Heigl verwöhnen Mehlspeisenliebhaber mit Köstlichkeiten aus den Klosterküche.
Die Rezepte stammen aus dem umfangreichen Archiv des Klosters Seitenstetten. Jedes wurde liebevoll nachgekocht/gebacken und gefällig in Szene gesetzt. Die Fotos sind ein wahrer Augenschmaus! Die einzelnen Kapitel sind durch Abbildungen von Stillleben aus dem Stift Seitenstetten getrennt.

Sehr gut hat mir auch gefallen, dass von einige der traditionellen Rezepte als Faksimile abgedruckt sind und die in Kurrentschrift (= Sütterlin) geschriebenen Texte in originaler Sprache wiedergegeben sind. Ein Beispiel gefällig?

„Nimb Seitelt Öpfel hakhs khlein, Rests in schmalz fein waich, schlag ayr daran, tue einperl, Zimet stup unnd Zugger darünter ..“ Alles klar?

Die Übersetzung:
„Nimm säuerliche Äpfel, hacke sie klein, röste sie in Schmalz gut weich, schlage Eier daran und mische Weinbeeren, Zimtpulver und Zucker darunter.“ (S.50)

Die Rezepte sind einfach, wie Versunkener Obstkuchen", oder festlich, wie Rosen-Charlotte", fruchtig wie "Quittentorte
mit Bienenstich", oder traditionell wie „Wespennester“.

Interessant finde ich „Wespennester“ (S. 36), da hier gekochte Erdäpfel verwendet werden.

Unserer Favoriten: Erdbeertorte (S. 60) und Mohn-Gugelhupf (S.130).


Fazit:

Eine Freude nicht nur für geübte Bäcker! Klare Sprache, einfache Zutaten und wunderschöne Farbfotos zu fast jedem Rezept! Da muss ich doch fünf Kochlöffel vergeben.

Veröffentlicht am 01.05.2018

Nichts ist, wie es scheint

Kaltenbruch
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Das fiktive Dorf „Kaltenbruch“ im Jahre 1954 ist Schauplatz eines Mordes. Kommissar Hoffmann, wegen eines dummen Scherzes zur braunen Vergangenheit seines Vorgesetzten strafversetzt, muss diesen Fall aufklären. ...

Das fiktive Dorf „Kaltenbruch“ im Jahre 1954 ist Schauplatz eines Mordes. Kommissar Hoffmann, wegen eines dummen Scherzes zur braunen Vergangenheit seines Vorgesetzten strafversetzt, muss diesen Fall aufklären. Was zunächst als klare Fall aussieht, immerhin findet, der als Säufer und Raufbold bekannte Gruber, die Leiche von Heinrich Leitner. Die Lage spitzt sich zu, als der mutmaßliche Täter selbst ermordet wird.
Von den Einheimischen ist wenig Brauchbares zu erfahren, haben sie doch nach wie vor mit den Nachwirkungen des verlorenen Krieges zu kämpfen. Die einen, weil ihnen Flüchtlinge aus dem Osten in Haus und Hof gesetzt werden, die anderen, weil ihnen die traumatischen Erlebnisse während des Krieges und der anschießenden Flucht noch schlaflose Nächte bereiten.

Hoffmann will den Fall so rasch wie möglich abschließen, doch nach dem Tod von Gruber beginnen die Ermittlungen von vorne. Ist Gruber vom selben Täter getötet worden? Was könnte das Motiv sein?

Je weiter er in die Geheimnisse der einzelnen Familien eindringt, desto klarer wird: Nichts ist, wie es scheint.

Meine Meinung:

Michaela Küpper gelingt es sehr gut, die misstrauische Haltung der Dorfbewohner einzufangen. Jede oder jeder scheint etwas zu verbergen. Sei es der Fabrikbesitzer Schlüter, der schon während des Krieges der größte Arbeitgeber der Umgebung war, oder sei es die Familie Leitner, deren jüngerer Sohn Heinrich das erste Opfer ist.
Auch die verschiedenen gestrandeten Personen wie Gertrude Starck und ihre Tochter Dana oder die ostpreußische Familie Kaminski haben ihre Last zu tragen. Und nicht zu vergessen Marlene, der das Schicksal nicht nur den Tod der Mutter aufbürdet, sondern auch das Geheimnis um ihren Vater.

Alle diese unterschiedlichen Schicksals- und Handlungsstränge verknüpft die Autorin geschickt mit den beiden Morden. Die fiktive Handlung ist genial in die reale Nachkriegswelt eingebettet. Elegant sind auch die Perspektivenwechsel aneinandergereiht, durch die Kapitelüberschriften weiß der Leser immer gleich, um wessen Geschichte es sich gerade handelt. Wir lernen im Laufe der Zeit die unterschiedlichen Lebensläufe der Menschen kennen und können ihre aktuellen Handlungen, wenn schon nicht verstehen und gutheißen, jedoch nachvollziehen.

Die teils grausamen Erlebnisse während des Krieges bzw. während der Flucht werden nicht voyeuristisch ausgeschlachtet, sondern durchaus knapp berichtet. Sprachlich ist das Buch gut gelungen. Der Leser ist mitten drin im Geschehen. Die Figuren sind authentisch gezeichnet. Auch durch die Schilderung der technischen Geräte, wie des Diktiergerätes und der Autos, kann man sich relativ leicht in das Jahr 1954 hineindenken.

Fazit:

Ein ansprechender Roman aus der Nachkriegszeit, der deutlich macht, dass mit dem Kriegsende 1945, das Elend und die Traumata noch lange nicht beseitigt gewesen sind. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und fünf Sterne.

Veröffentlicht am 01.05.2018

Ein Hype, oder doch nicht?

Denke nach und werde reich
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Die Münchner Verlagsgruppe (m-vg) hat in ihrem Finanzbuch-Verlag das 1937 erschienene von Napoleon Hill geschriebene Buch ungekürzt neu aufgelegt.
Napoleon Hill ist ein Garant für hohe Auflagen und Einnahmen. ...

Die Münchner Verlagsgruppe (m-vg) hat in ihrem Finanzbuch-Verlag das 1937 erschienene von Napoleon Hill geschriebene Buch ungekürzt neu aufgelegt.
Napoleon Hill ist ein Garant für hohe Auflagen und Einnahmen. Von diesem Buch wurden an die 70 Millionen Exemplare verkauft. Da muss es doch gut sein, oder?

Napoleon Hill beschreibt die 13 Erfolgsgesetze, die zu Erfolg und Reichtum führen. Die sind:
• Verlangen (Desire)
• Vertrauen bzw. Glaube (Faith)
• Autosuggestion (Auto-Suggestion)
• Fachkenntnisse (Specialized Knowledge)
• Vorstellungskraft bzw. Phantasie (Imagination)
• Organisierte Planung (Organized Planning)
• Entschluss (Decision)
• Ausdauer bzw. Durchhaltevermögen (Persistence)
• Brain-Trust (Power of the Master Mind)
• Die Umwandlung der Sexualkraft (The Mystery of Sex Transmutation)
• Das Unterbewusstsein (The Sub-Conscious Mind)
• Der Geist (The Brain)
• Der sechste Sinn (The Sixth Sense)

Ebenso wichtig findet er es, die „Die sechs Gespenster der Angst (How to Outwit the Six Ghosts of Fear)“ zu kennen und zu bekämpfen.

Meine Meinung:

Wer dieses Buch liest, muss immer den damaligen Zeitgeist im Hinterkopf behalten, sonst ist dieser Ratgeber häufig mit Kopfschütteln zu betrachten.
Einiges lässt sich auch heute noch anwenden: offen sein für neue Ideen, die eigenen Schwächen und Stärken kennen und entsprechend einsetzen. „Organisierte Planung“ und „Durchhaltevermögen“ halte ich für sehr wichtig.
Anderes, wie das Kapitel über die „Sexuelle Transmutation“ verursacht bei mir Magengrummeln.
„Männer, die besondere Leistungen vollbringen, verfügen über ausgeprägte sexuelle Energie und haben die Transmutation gemeistert.“ (S. 227)
Was das bedeutet, lesen wir täglich in der Zeitung, nicht erst seit #metoo.
Anhand von Bespielen aus den 1930er und 1940er Jahren erklärt er, wie die rund 500 von ihm interviewten Millionäre zu ihrem Reichtum gekommen sind.

Hm, und was ist mit den vielen Millionen Amerikanern, die es nur zu mäßigen oder gar keinem Wohlstand gebracht haben?

Über einige seiner Statements habe ich schmunzeln müssen. So findet er es klasse, dass eine Mutter ihrem Sohn das Bewerbungsschreib verfasst und der dadurch einen tollen Job erhält. (S. 108) Das klingt für mich ein bisserl naiv. Spätestens beim zweiten Satz wird der Stellensuchende vom Personaler entlarvt, dass er die Bewerbung nicht selbst geschrieben hat.

Auf Seite 170 werden die Kosten für eine beheizte Wohnung in New York City mit 65 Dollar im Monat angegeben. Das hätte der Verlag auf die Gegenwart umrechnen sollen. Ich verstehe schon, dass das Werk so originalgetreu wie möglich veröffentlicht werden sollte. Doch Kaufkraftbereinigt wäre es einen Tick professioneller. Man hätte ja Fußnoten einsetzen können.

Im Kapitel „Frauen kaschieren die Verzweiflung“ (S. 288) zeigt der Autor, dass er wenig Ahnung von Frauen hat. Er schreibt:
„Frauen reagieren in einer so prekären Situation anders. Vielen ist nicht ganz klar, dass auch eine Frau ganz unten landen kann. In den langen Schlangen vor den Suppenküchen sieht man Frauen selten, und sie betteln auch nicht auf den Straßen. … Damit meine ich natürlich nicht die zerlumpten alten Weiber in den Straßen der Großstädte, die das weibliche Gegenstück zum sprichwörtlichen Penner sind. Ich spreche von einigermaßen jungen, anständigen, intelligenten Frauen. Auch von ihnen muss es viele geben, doch ihre Verzweiflung ist nicht so offensichtlich. Vielleicht begehen sie häufiger Selbstmord.“

Dieser Absatz sagt viel über den Autor und die Zeit in der er lebte, aus.

Überhaupt nehmen Frauen kaum Raum in seinem Buch ein. Unter den rund 50 hier im Buch namentlich genannten Multimillionären, ist kein einziger Frauenname.

Den Buchtitel „Denke nach und werde reich“ hat Napoleon Hill für sich selbst beherzigt. Er hat nachgedacht, dieses Buch geschrieben und durch die „13 Gesetze“ hat er die Sehnsucht nach schnellem Reichtum in den Menschen geweckt. Garantie für späteren Reichtum, ist das Buch nicht. Dem Autor, seinem Verlag und seinen Erben hat es wohl Reichtum gebracht.

Fazit:

Ich habe das Buch vor rund 30 Jahren schon einmal gelesen und im jugendlichen Leichtsinn, keinen der Ratschläge befolgt. Daher bin ich keine Millionärin geworden. Das macht aber gar nichts, denn nicht immer ist monetärer Reichtum erstrebenswert. Leider kann ich dem Buch nur 3 Sterne geben.