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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.02.2018

Die wunderbare welt der Schärfe

Chili Pepper
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Wunderschöne Abbildungen und köstliche Rezepte erwarten den Leser dieses Buches.

Zu Beginn noch ein historischer Exkurs in die Herkunft und Geschichte der Chili-Pflanze, die Christoph Kolumbus nach Europa ...

Wunderschöne Abbildungen und köstliche Rezepte erwarten den Leser dieses Buches.

Zu Beginn noch ein historischer Exkurs in die Herkunft und Geschichte der Chili-Pflanze, die Christoph Kolumbus nach Europa gebracht hat. Nachdem er sich ja in Indien wähnte, erhielten die scharfen Schoten den Namen "indischer Pfeffer". Das große Geld wie mit anderen Gewürzen ist mit Chilis nicht zu machen, da sie in jedem Blumentopf gedeihen.

Sehr interessant finde ich die Aufzählung der unterschiedlichen Pflanzen und ihrer Früchte. Bei uns wachsen jedes Jahr Chilis im Garten und es ist besonders spannend zu sehen, ob das, was auf dem Etikett steht auch wirklich heranwächst. Supermilde Chilis haben sich in der Vergangenheit als höllisch scharf erwiesen und solche, die mit Schärfegrad 8 oder 9 ausgewiesen waren, als bessere Paprika.

Leider ist das tolle Cover nicht im LB-Verzeichnis zu finden, daher das angehängte Foto.

Fazit:

Ein tolles Geschenk für (männliche) Hobbyköche und Gartenfreunde. Gerne gebe ich 5 Sterne.

Veröffentlicht am 06.02.2018

Schottische Küche enthält nicht nur Haggis ..

Haggis, Whisky & Co
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Ich habe das Buch in der "Whiskyerlebniswelt" der Jasmin Haider in Roggenreith (www.whiskyerlebniswelt.at) entdeckt und war sofort begeistert.

Die Autoren haben ein liebevoll gestaltetes Kochbuch herausgegeben. ...

Ich habe das Buch in der "Whiskyerlebniswelt" der Jasmin Haider in Roggenreith (www.whiskyerlebniswelt.at) entdeckt und war sofort begeistert.

Die Autoren haben ein liebevoll gestaltetes Kochbuch herausgegeben. Die Querverbindung zu Robert Burns (schottischer Dichter und Symbolfigur des Freiheitskampfes) und seinen Balladen hat mir sehr gut gefallen.

Die Rezepte sind interessant und behutsam an den heutigen Geschmack angepasst.
Die schottische Küche besteht nicht nur aus Haggis.

Veröffentlicht am 06.02.2018

Ein wahrer Augenschmaus ...

Das große k. u. k. Mehlspeisenbuch
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Josef Zauner beschenkt sich und seine Fans zum 185. Bestehen der gleichnamigen Konditorei mit diesem opulenten Bildband.

„Der Zauner“ ist wohl das Mekka aller Mehlspeistiger und Monarchie-Nostalgiker, ...

Josef Zauner beschenkt sich und seine Fans zum 185. Bestehen der gleichnamigen Konditorei mit diesem opulenten Bildband.

„Der Zauner“ ist wohl das Mekka aller Mehlspeistiger und Monarchie-Nostalgiker, haben doch Kaiser Franz Josef und seine Gemahlin Elisabeth regelmäßig ihren Sommer hier in Bad Ischl verbracht.



Josef Zauner selbst ist 1948 in Tamsweg (Salzburg) als Josef Ferner geboren. Seine Konditorlehre absolvierte er beim Zauner. 1987 wurde er von der Firmenchefin Hildegard Zauner adoptiert und führt die Institution in der bewährten Tradition, mit behutsamen Änderungen bis heute fort.



Zum Buch:



Schön übersichtlich ist es in acht Kapitel unterteilt:



Kuchen, Strudel und Gebäck

Schnitten und Rouladen

Torten

Parfait und Gekühltes

Kleine Desserts

Warme Süßspeisen

Weihnachten

Grundrezepte



Jedes Rezept enthält eine genaue Zutatenliste sowie eine, auch für den normalen Haushalt, praktikable Anleitung. Natürlich sind einige Rezepte leichter oder schwieriger auszuführen. Die „Maroni-Torte“ wäre mein Favorit, doch sei sie aufwändig herzustellen.



Die wunderbaren Fotos lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Wie ein Gemälde sieht das ganzseitige Bild der „Ribiselschaumschnitte“ (S. 62) aus.

Ergänzt wird das Buch durch einen Abriss der Firmengeschichte und dazu passenden Fotos.



Es ist fast schade, das Buch in die Küche mitzunehmen und es mit Fettflecken u.ä. zu verunzieren.


Fazit:


Ein wunderschönes Buch, das mit einer kleinen essbaren Beigabe wie einer Schote echter Bourbon-Vanille oder einer hochwertigen Schokolade als Geschenk bestimmt seine Liebhaber findet.

Veröffentlicht am 04.02.2018

Ein toller Regionalkrimi

Wurzelfleisch
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Herbert Rohrer entführt seine Leser in ein fiktives Dorf, das in jeder Ecke der schönen Steiermark existieren könnte: Schilfling.

Mit spitzer Feder und viel schwarzem Humor beschreibt der Autor den Alltag ...

Herbert Rohrer entführt seine Leser in ein fiktives Dorf, das in jeder Ecke der schönen Steiermark existieren könnte: Schilfling.

Mit spitzer Feder und viel schwarzem Humor beschreibt der Autor den Alltag der Dorfbewohner: Tristesse pur, Alkohol in rauen Mengen und einige wenige, die durch mehr oder weniger saubere Geschäfte zu Macht, Einfluss und Geld gekommen sind.

Hautpfigur ist der versoffene und arbeitslose “Mekong”, der von einer Leiche zur anderen stolpert. Dennoch gehen letztendlich in seinem vernebelten Gehirn die Lichter an. Er erkennt die Zusammenhänge zwischen den Toten und danach ist im Dorf nichts mehr so wie vorher…

Meine Meinung:

Der Krimi ist für Fans des österreichischen Humors eine Empfehlung. Der Leser entdeckt die komplexen Verstrickungen zwischenmenschlicher Beziehungen. Das soziale Zusammenleben zwischen Wirtshaus, Bierzelt, Puff und Kirche wird dabei ironisch und humorvoll auf die Schaufel genommen.
Herrlich sind die Spitznamen der einzelnen Figuren wie eben Mekong oder Bonanza in einer Gegend wo alle Franz, Hans oder Karl heißen.

Die teilweise derbe Sprache (auch im Dialekt) und das schon tiefe Niveau der Dorfbewohner ist gleichzeitig Stärke und Schwäche des Krimis. Stärke, weil man ähnliche Charaktere und/oder Episoden (Bierzelt, versiffte Wirthäuser) in jedem Landstrich finden kann. Schwäche, weil eben genau dieses, außerhalb der Region nicht oder nur schwer verständlich ist.
Lachen musste ich über die Erwähnung eines deutsch singenden Argentiniers, Rosino Messi.

Die handelnden Personen sind detailreich beschrieben und wachsen dem Leser schnell ans Herz. Das gilt besonders der durchs Leben stolpernden und wider Willen zum Detektiv mutierenden Hauptfigur, Mekong.

Ach ja, eine Info für die, die sich über den Titel wundern” Steirisches Wurzelfleisch” ist eine regionale Spezialtät.

Fazit:

Ein durchaus witziger Krimi mit ernsten Hintergrund, dem ich 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 04.02.2018

Fesselnd bis zur letzten Seite

WINZERTOD
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Dieser Krimi ist der Auftakt zu einer Reihe rund um den Privatermittler Marco Martin, einem ehemaligen Bestatter, der eigentlich Markus Martinic heißt.

Eigentlich will unser Held nur den Neufrieder Kirtag ...

Dieser Krimi ist der Auftakt zu einer Reihe rund um den Privatermittler Marco Martin, einem ehemaligen Bestatter, der eigentlich Markus Martinic heißt.

Eigentlich will unser Held nur den Neufrieder Kirtag besuchen und sich am köstlichen Rebensaft laben. Doch die Feierlichkeit wird vom Brand des Traditionsweingutes Fadinger überschattet. In den Resten des abgebrannten Holzhauses wird die verkohlte Leiche des ehemaligen Knechtes Bogensberger gefunden. Die Brandsachverständigen gehen von einem Unfall oder Selbstmord aus. Nur Bogis Enkelin glaubt nicht daran und erteilt Marco einen Auftrag.
Gleichzeitig ermitteln Gruppeninspektor Krasberger und sein Team in einem seltsamen Mordfall: Während des Abbruch eines Einfamilienhauses wird die Leiche des ehemaligen Hausbesitzers gefunden. Der Mörder hat anscheinend einige Tage bei seinem Opfer gelebt. In einem anderen Bezirk gibt es einen ähnlichen Fall.

Wieso? Und hat die Baufirma mit alle diesen Todesfällen etwas zu tun?

Meine Meinung:

Christof Klinger begibt sich mit seinem Krimi auf ein heikles Terrain: Dem der Immobilienspekulation. Nicht nur im fiktiven
Weinhauerort Neufried am Bach sondern auch in der Realität warden nach und nach die alten Bestandgebäude dem Verfall und der Spitzhacke preisgegeben. Selbst unter Denkmalschutz stehende Gebäude werden abgerissen – irrtümlich natürlich – um Platz für “Hochwertigen Wohnraum” zu machen. Dabei fließt jede Menge Geld.

Um Bogensbergers Tod aufzuklären begibt sich Marco auf eine Reise in die Vergangenheit und fördert einige Altlasten der früheren Genaration(en) zu Tage.

Mir hat der Krimi sehr gut gefallen, beschreibt er doch durchaus selbstironisch und im breiten Wiener Dialekt das oft gar nicht so “goldene Wienerherz” und die neugierigen Nachbarn. („Mir ham ja ned so genau geschaut. Wir sind ja ned neugierig, oder?“)

Einzig ein Glossar wegen der vielen speziellen Wiener Ausdrücke könnte nicht schaden, wenn Marco Martin auch außerhalb der Hauptstadt gelesen und verstanden werden soll.

Fazit:

Ich kann diesen Wien-Krimi gerne empfehlen und gebe ich 5 Sterne.