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Venatrix

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Veröffentlicht am 20.07.2024

Wettbewerb versus Intervention?

Raus aus der Globalisierungsfalle
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Autor Nikolaus Kowall ist Wirtschaftswissenschaftler und Politiker in Wien. In diesem Buch hat er sich mit der Zukunft der Volkswirtschaft(en) beschäftigt.

In den sieben angeführten Kapiteln stellt er ...

Autor Nikolaus Kowall ist Wirtschaftswissenschaftler und Politiker in Wien. In diesem Buch hat er sich mit der Zukunft der Volkswirtschaft(en) beschäftigt.

In den sieben angeführten Kapiteln stellt er die aktuelle Situation vor, wie es dazukommen konnte und wie die Zukunft aussehen könnte

Das Zeitalter wirtschaftlicher Interventionen
Das Zeitalter der Globalisierung
Der Staat als Wirtschaftsstandort
Wettbewerb versus Intervention
Die Rückkehr der Demokratie in die Ökonomie
Baustein der Nachhaltigkeitswende
Die sozial-ökonomische Transformation Österreichs

Nikolaus Kowall zeigt auf, dass die Privatisierungswelle der schwarz-blauen Regierung unter Wolfgang Schüssel 2002 mit der Ausgliederung zahlreicher Dienststellen bzw. Infrastrukturbetrieben einen Scheineffekt bewirkt haben. Zwar sind dadurch die Maastrichtkriterien knapp, aber doch eingehalten worden, aber zahlreiche gut funktionierende staatliche Strukturen sind zu Gunsten privater Interessen zerstört worden.

Es sei notwendig, dass der Staat, so ferne er demokratische Mittel einsetzt, berechtigt, ja sogar verpflichtet ist, steuernd einzugreifen. Nicht alles wird sofort gelingen. Dazu sind die globalen Verflechtungen zu eng. Auch ein kleines Land wie Österreich kann sich hier emanzipieren. Die Verlängerung des Gasliefervertrages mit Russland lange vor dem Vertragsende wird sicher noch die Gerichte beschäftigen. Ein Schelm, der hier mögliche Korruption oder eventuellen Machtmissbrauch wittert.

Wenn aktuell der Aufschrei über die von China staatlich subventionierte Elektroautos ertönt, so sollte man sich, statt zu jammern und Strafzölle einzuheben, ansehen wie man die lokale Produktion von alternativen Treibstoffen wie Wasserstoff vorantreiben könnte und zumindest den Schwerverkehr mit Wasserstoff betriebenen Motoren auszustatten. Damit könnte man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Innovation und Produktion bliebe in Europa, die Schadstoffemmission könnte rapide gesenkt werden, neue Arbeitsplätze entstünden usw. usw..

Nicht alles kann von heute auf morgen umgesetzt werden. Doch endlich damit anzufangen statt sich in ideologischen Spitzfindigkeiten zu verstricken, wäre schon ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Kowalls Blick als Wissenschaftler auf einen sozial-ökologischen Umbau von Wirtschaft & Industrie hat mir sehr gut gefallen. Jetzt heißt es „nur“ noch zur Tat zu schreiten.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Buch, das einige mögliche Ansätze der Globalisierungsfalle zu entkommen, aufzeigt, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.07.2024

EIne gelungene Romanbiografie

Madame Mozart. An der Seite eines Genies
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An der Seite eines Genies zu leben, ob es nun Mozart, Einstein, Picasso oder John Lennon heißt, ist selten einfach. Autorin Verena Maatmann erzählt in ihrer vierten musikalische Romanbiografie abermals ...

An der Seite eines Genies zu leben, ob es nun Mozart, Einstein, Picasso oder John Lennon heißt, ist selten einfach. Autorin Verena Maatmann erzählt in ihrer vierten musikalische Romanbiografie abermals von einer Frau, in deren Leben Musik eine große Rolle spielt: Constanze Nissen, geborene Weber, verwitwete Mozart (1762-1842).

Dazu entführt uns die Autorin in das Jahr 1828. Gemeinsam mit ihrem zweiten Mann, Georg Nikolaus Nissen (1761-1826), hat sie eine Biografie ihres ersten Gemahls Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) verfasst, die nun kurz vor der Veröffentlichung steht. Während sie einer Opernprobe lauscht, lässt sie ihre Gedanken in die Vergangenheit schweifen.

Das Buch ist ähnlich wie eine Oper in Overtüre, fünf Akte, die jeweils durch ein Intermezzi unterbrochen sind, um in einem Finale zu enden, gegliedert sind. Darin erfahren wir, nicht nur welchen Konventionen und Zwängen junge Mädchen und Frauen ausgesetzt sind, welche Rolle(n) Constanzes Mutter und ihre Schwestern spielen und welche Abhängigkeiten von Landesfürsten und Mäzenen bestehen, sondern auch vom ersten Kennenlernen Mozarts, der nach dem Verblassen seines Ruhms als Wunderkind, nun ein neue Geldgeber sucht. Geld ist in der Familie Weber wenig vorhanden, doch scheinen die Verbindungen, die Vater Weber unterhält, für Vater Leopold Mozart zunächst viel versprechend erscheinen. Niemand weiß, dass die Familie Weber Zimmer in ihrer Wohnung untervermieten muss, um über die Runden zu kommen, denn das Einkommen des Vaters reicht nicht aus, die vier Töchter standesgemäß zu erziehen.

Daran wird sich auch später, als Constanze und Wolfgang Amadeus verheiratet sind, nichts ändern. Obwohl Constanze versucht, das Geld zusammenzuhalten, gibt es ihr Mann mit vollen Händen wieder aus. Sie ist während der acht Jahre dauernden Ehe sechsmal (!) schwanger, aber nur zwei Kinder überleben die Kindheit.

Als Constanze mit knapp 30 Jahren Witwe wird, steht sie mit zwei kleinen Kindern und einem Berg Schulden da. Gemeinsam mit ihrer Schwester Aloisia, einer bekannten Opernsängerin, gibt sie Benefizkonzerte und beginnt geschickt eine PR-Kampagne, die ihr und den Kindern das Überleben sichert.

Mit ihrem opulenten Schreibstil, der uns vor allem durch die penible Recherche, tauchen wir tief in das 18. Jahrhundert ein. Es ist die Zeit Maria Theresias (1717-1780), ihres Sohnes Joseph II. (1765 - 1790), Louis XV. (1710-1774) sowie den vielen kleinen deutschen Fürstentümern, die oft, wie Salzburg, von einem Erzbischof regiert werden.

Im Nachwort erfahren wir, welche Quellen Verena Maatmann für ihre Romanbiografie verwendet hat und wann es ihr notwendig und opportun erschienen ist, Lücken mit ihrer Fantasie zu füllen. So mag ich das! Ein historischer Roman, der auf Fakten basiert, aber zur leichteren Lesbarkeit bzw. zur Erhöhung von Spannung und Darstellung der einprägsamen Charaktere durch fiktive Dialoge oder zusätzliches Personal aufgewertet wird.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser Romanbiografie, die das schwierige Leben an der Seite eines Genies beschreibt, gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.07.2024

Eine Hommage an eine fast Vergessene

Artemisia Gentileschi und Der Zorn der Frauen
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Nachdem es einige Jahrhunderte sehr still um die bekannte Barockmalerin Artemisi Gentileschi (1593-1654) ist zu ihrem 370. Todestag diese fesselnd geschriebene Romanbiografie von Gabriela Jaskulla erschienen.

Zunächst ...

Nachdem es einige Jahrhunderte sehr still um die bekannte Barockmalerin Artemisi Gentileschi (1593-1654) ist zu ihrem 370. Todestag diese fesselnd geschriebene Romanbiografie von Gabriela Jaskulla erschienen.

Zunächst ist Artemisias Leben das eines Kindes ihrer Zeit. Das erste einschneidende Erlebnis ist der Tod der Mutter als sie elf Jahre ist und sie die Aufgaben der Hausfrau, Mutter und jene der Haushaltshilfe übernehmen muss, weil der Vater Orazio, ein bekannter Maler, wieder einmal knapp bei Kasse ist und die Haushaltshilfe entlässt. Artemisia muss auch dem Vater in der Malwerkstatt zur Hand gehen, das heißt Mineralien fein mahlen und die Farbpigmente mit Öl mischen. Dabei stellt sich heraus, dass auch sie begabt ist und erhält drei Jahre Unterricht durch ihren Vater.

Das nächste Ereignis, das die junge Artemisa beinahe aus der Bahn wirft, ist der Missbrauch durch den Freund und Malerkollegen des Vaters, Agostino Tassi. Das von Tassi gebrochene Eheversprechen wird im Mai 1612 zu einem Prozess führen, der für die damalige Zeit wohl einmalig ist. Orazio strengt ihn an, vermutlich um seine eigene Ehre zu retten. Allerdings verlangt das Gericht Artemisia so ziemlich alles ab. Denn Tassi bietet mehrere Zeugen auf, die Artemisia eines unzüchtigen Lebenswandels beschuldigen. Während Tassi großkotzig und ungestraft weitere Lügen verbreitet, wird Artemisia der Folter unterzogen, um die Wahrheit herauszufinden. Man schnürt ihr die Finger ab, doch sie bleibt dabei, dass Tassi sie vergewaltigt hat. Tassi wird schuldig gesprochen, doch der Schaden ist angerichtet. Orazio verheiratet seine Tochter kurz nach dem Ende des Prozesses 1612 mit Antonio Stiattesi, dem Sohn eines Apothekers mit dem sie nach Florenz zieht. Dort lernt sie einflussreiche Personen kennen und erhält zahlreiche Aufträge.

Mehrmals ist sie schwanger, aber nur ein Mädchen wird das Erwachsenenalter erreichen. Immer wieder steckst sie in Geldschwierigkeiten und reist unstet umher. Ihre Stationen werden abermals Rom sein, Venedig, dann wieder Florenz und reist sogar bis nach London sie als ihr Vater sie zu sich zitiert, ihren Lebensabend wird sie in Neapel verbringen wo sie 1631 den Ausbruch des Vesuvs erlebt. Über ihren Tod Anfang des Jahres 1654 ist nichts bekannt. Sie verschwindet in der Geschichte.

Meine Meinung:

Gabriela Jaskulla stellt den historischen Roman wie ein Gemälde in einen Rahmen. Nur, dass dieser Rahmen fiktive
Dreharbeiten zu einem Film sind. Wir können die Diskussionen rund um diverse Einstellung und vor allem um das Ende lautstark miterleben. Der ursprüngliche Plan, das Filmleben der Artemisia Gentileschi mit einem Showdown enden zu lassen, wird angesichts des Widerstand der Hauptdarstellerin verworfen.

Diese Rahmenhandlung finde ich ausgesprochen interessant. Damit kann Autorin all jene Lücken in Artemisias Biografie füllen, die den Roman zum Leben erwecken, aber nicht überliefert sind oder nur schwer nachvollziehbar sind. Die Prozessakten sind im Römischen Staatsarchiv aufbewahrt und dienen diesem historischen Roman als Grundlage. Ihr Leben lang und auch nach ihrer Wiederentdeckung wird Artemisia Gentielschi auf diesen Prozess reduziert.

Ihr Kunstschaffen, dessen Themen dem Zeitgeist des Barocks entsprechen, gerät in den Hintergrund. Bei Barockmalerei fallen den meisten Kunstinteressierten nur Namen wie Caravaggio oder van Dyck ein. Rund 50 Gemälde können eindeutig der Malerin zugeschrieben werden, einige sind verloren und wieder andere sind möglicherweise anderen Malern zugewiesen. Das Signieren von Bildern oder Plastiken ist (noch) nicht üblich.

Gabriela Jaskulla zeichnet ein interessantes Bild einer vielschichtigen, manchmal sehr modernen Frau, die sich immer wieder den damaligen Konventionen beugen muss. Andererseits erleben wir eine Frau, die, um ihre Leidenschaft ausleben zu können, nur wenige Kompromisse eingeht. Denn es gibt, neben Artemisia Gentileschi nur wenige Malerinnen im Barock wie z.B. Elisabetta Sirani (1638-1665), Sofonisba Anguissola (1531/32-1625) oder Lavinia Fontana (1552-1614).

Diese facettenreiche Romanbiografie ist eine gelungene Ergänzung zu Susanna Partschs Sachbuch: “Artemisia Gentileschi, kämpferische Barockmalerin, kompromisslose Geschäftsfrau, Künstlerin zwischen Florenz und Rom.“ das 2023 im Verlag Molden erschienen ist.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser gelungenen und facettenreichen Romanbiografie 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 20.07.2024

Elvis lebt!

Mühlviertler Schmankerl
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Auch das oberösterreichische Mühlviertel bleibt von Korruption, Immobilienspekulationen, Freunderlwirtschaft und Mord nicht verschont.

Nicht nur, dass die Mutter von Inspektor Gerhard Grinninger ein ...

Auch das oberösterreichische Mühlviertel bleibt von Korruption, Immobilienspekulationen, Freunderlwirtschaft und Mord nicht verschont.

Nicht nur, dass die Mutter von Inspektor Gerhard Grinninger ein Seminar bei einem halbseidenen Guru besucht und er deshalb auf die gewohnten Mahlzeiten verzichten muss, soll er, ausgerechnet an seinem freien Tag, Mercedes Brettschneider, die Nichte des aktuellen Innenministers Kaputtnig, die seit zwei Wochen spurlos verschwunden ist, suchen. Und sie wird nicht die einzige Person sein, die verschwunden ist.

Auf seiner Suche nach Mercedes bekommt er es mit dem schmierigen Fleischhauer Erich Eder und seinen Produkten, unsauberen Grundstücksgeschäften, einem recht eigenwiligen Pfarrer sowie mit Karl King, einem abgehalfterten Elvis-Darsteller zu tun. Ausgerechnet auf dessen Misthaufen findet Grinninger menschliche Knochen.

Dass an Grinningers Ermittlungen, die ihn nicht nur in Lebensgefahr bringen sondern auch eine Suspendierung durch seinen Chef, nach sich ziehen, decken ein Komplott innerhalb der Innenpolitik auf, das sich gewaschen hat.

Meine Meinung:

Wie schon aus den Vorgängern bekannt, sind weder Grinninger noch sein Schöpfer Christian Hartl, Meister der feinen ironische Klinge. Wie es sich für einen g’standenen Mühlviertler gehört, wird Tachles geredet und auf eventuelle politische Befindlichkeiten wenig Rücksicht genommen. Das beschert Grinninger zwar eine hohe Aufklärungsquote, aber nicht immer das Wohlwollen seiner Vorgesetzten.

Wieder spart Hartl nicht mit Gesellschaftskritik. Wie schon die anderen Fälle für Inspektor Gerhard Grinninger ist der Schreibstil auch diesmal ein wenig derb. Alkoholiker taumeln genauso durch das Buch wie verhaltensauffällige Dorfbewohner und in Slimfit-Anzüge gekleidete Politiker.

„Wähler ließen sie im Glauben, die wahren Patrioten zu sein, und sie verscherbelten - als sie an der Macht waren - Allgemeingut, Staatsbetriebe, Menschenrechte und demokratische Grundsätze in Bausch und Bogen. Wer die Nutznießer waren, lässt sich leicht erahnen.“

Auch die katholische Kirche kommt nicht sehr gut weg. Weder ihr Personal in Rom noch jenes im Mühlviertel. Denn neben einer Wunderquelle, die - gegen eine Spende versteht sich - Krampfadern verschwinden lassen soll, gibt es allerlei Gerüchte um den Pfarrer mit dem klingenden Namen Pius „Kistus“ Thorwartl.

Dass der eine oder andere Dörfler entfernt an lebende Personen erinnert, liegt wohl daran, dass auch dieses Dorf ein Spiegelbild der Gesellschaft ist. Die Charaktere sind gut beschrieben, aber kaum sympathisch. Auch Grinninger hat diesmal kaum liebenswerte Eigenschaften. Sein sonst übliches Bauchgefühl meldet nur Hunger statt möglicher Hypothesen. Er stolpert eher irgendwie durch die Geschichte, als er ermittelt.

Am besten hat mir das den Medien zugespielte Video eines Treffens in einer Villa am Moldaustausee gefallen, wo Grinningers Chef, der Bezirkspolizeikommandant Stefan Schlager, der örtliche Immobilienmogul Eisner sowie der Innenminister Harald Kaputtnig mit einem indischen Investor in trauter alkoholgeschwängerter Luft zusammensitzen, und der sattsam bekannte Satz “Mei, is de schoarf“ fällt. Damit ist aber weder der Senf noch ein gut gewürztes Erzeugnis des Fleischhauers Eder gemeint.

Fazit:

In Zeiten, in denen die reale Politik Steilvorlagen für Krimi-Plots liefert, ist es mitunter schwierig Spannung in einem Kriminalroman zu erzeugen und diese hoch zu halten. Aber, Elvis lebt! Diesmal gebe ich diesem Mühlviertel-Krimi 4 Sterne.

Veröffentlicht am 18.07.2024

(K)eine Gebrauchsanweisung

How to wear a Dirndl
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In insgesamt acht Kapitel versucht Elsabeth Wallnöfer ihren Leserinnen das Wesen des Dirndls näherzubringen:

Von der Tracht zum Dirndl
Dirndlboom
Dirndlmief
Dirndlball
Des Dirndls Lebens- und Sinneslust
Zeitgenössisches
Dirndl: ...

In insgesamt acht Kapitel versucht Elsabeth Wallnöfer ihren Leserinnen das Wesen des Dirndls näherzubringen:

Von der Tracht zum Dirndl
Dirndlboom
Dirndlmief
Dirndlball
Des Dirndls Lebens- und Sinneslust
Zeitgenössisches
Dirndl: Eine Gebrauchsanleitung
Zum Ausklang

Meine Meinung:

Die Autorin beschreibt das Dirndl von seinen Anfängen als das großstädtische Bürgertum die Alpen als Feriendomizil auserkoren haben, bis hin zur Gegenwart, in der das Dirndl ein Sammelsurium an (mitunter kuriosen) Bekleidungsteilen ist. Dabei verschweigt sie nicht, dass der Nationalsozialismus das Dirndl für seine Zwecke missbraucht hat.

Für meinen Geschmack wird der Unterschied zur regionalen Tracht, die ihren Ursprung in der Arbeits- bzw. Festtagskleidung der Bürgerinnen und Bäuerinnen hat, und die Zugehörigkeit zu den entsprechenden Tälern zu wenig herausgearbeitet. Da hätte ich mir mehr Info erwartet.

Im Abschnitt „Zeitgenössisches“ geht die Autorin auf einige Modeschöpferinnen wie Vivienne Westwood oder Lena Hoschek ein, die dem Dirndl ein neues, flottes Image verpasst haben.

Für alle jene, die ihr Dirndlgwand gerne tragen und alle jene, die es einmal (an)probieren wollen, ist dieses Buch ein nettes Geschenk.

Fazit:

Ein kleines feines Büchlein zum Thema wie frau ein Dirndl trägt. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.