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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2024

Fesselnd bis zur letzten Seite

Mord im Landesmuseum
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Wie konnte ich diesen Autor bislang übersehen?

Oliver Thalmann hat mit diesem dritten Band rund um den Zürcher Kommissar Fabio Monti einen fesselnden Krimi, der in der Schweizer Kunstszene spielt, geschrieben. ...

Wie konnte ich diesen Autor bislang übersehen?

Oliver Thalmann hat mit diesem dritten Band rund um den Zürcher Kommissar Fabio Monti einen fesselnden Krimi, der in der Schweizer Kunstszene spielt, geschrieben. Monti, ein leidenschaftlicher Ermittler steht kurz vor der Hochzeit mit seiner schwangeren Verlobten, als er von seinem zukünftigen Schwiegervater den Auftrag erhält, den Eigentümer eines wertvollen Gemäldes ausfindig zu machen. Monti zögert, denn solche Nachforschungen verstoßen gegen die diverse Dienstvorschriften. Doch ausgerechnet dieses Bild verschwindet aus dem Zürcher Landesmuseum und der zuständige Kurator gleich mit. Dafür findet man die geheimnisumwitterte Eigentümerin des Gemäldes ermordet auf. Fabio Monti wird mit den Ermittlungen beauftragt und dringt tief in die Geheimnisse der Ermordeten und seines zukünftigen Schwiegervaters ein, deren Wege sich vor langer Zeit gekreuzt haben.

Meine Meinung:

Dieser Krimi, der in der Kunstszene spielt, hat mich bis zur letzten Seite gefesselt.
Der Spannungsbogen ist durchgängig sehr hoch, die Handlung komplex. Wenn viel Geld im Spiel ist, sind die Protagonisten ziemlich skrupellos.

Der Schreibstil des Autors ist locker und flüssig und spannt die Leser auf die Folter. Ich wollte unbedingt wissen, wie das alles zusammenhängt und habe das Buch in einem Rutsch gelesen.

Sehr gut ist die Darstellung von Montis Gewissenskonflikt gelungen. Darf er seinen Schwiegervater in spe als Verdächtigen ausschließen? Wie weit würde der für das Gemälde gehen? Muss er, Monti, zwischen seinem privaten Glück und seiner Rechtsauffassung wählen? Keine leichte Entscheidung für den sympathischen Kommissar.

Gut gefällt mir das Lokalkolorit, das durch die Beschreibung von Land und Leuten sowie der örtlichen Kulinarik recht anschaulich dargestellt ist. Zahlreiche Schweizer Begriffe lassen den Krimi authentisch wirken.

Ich besorge mir die beiden Vorgänger, denn von Oliver Thalmann möchte ich mehr lesen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Schweizer Kunstkrimi, der bis zu letzten Seite fesselt, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.06.2024

Leichte Sommerlektüre

Syltgold
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Als Kulisse für diesen 8. Kriminalfall in dem die Landschaftgärtnerin Anna Bergmann, nun verheiratete Scarren, ihren kriminalistischen Spürsinn einsetzt, dient das legendäre Motorradtreffen, die Harley-Days. ...

Als Kulisse für diesen 8. Kriminalfall in dem die Landschaftgärtnerin Anna Bergmann, nun verheiratete Scarren, ihren kriminalistischen Spürsinn einsetzt, dient das legendäre Motorradtreffen, die Harley-Days. Während die einen die knatternden Motorräder hassen, sehen andere wiederum ein sehr gute Einnahmequelle. Für die örtliche Polizei ist das Motorradtreffen eine ziemliche Herausforderung. Daher kann man Annas Ahnung, dass der tödliche Verkehrsunfall, dessen Zeugin sie geworden ist, bewusst herbeigeführt worden ist, so gar nicht brauchen. Man hat zwar mit Hubsy Westermann und Maurizio Ferrara zwei neue Mitarbeiter bekommen, die beiden zunächst ein wenig unerfahren erscheinen und lediglich unbeliebte Recherchearbeiten machen dürfen.

Als dann eine weitere Tote zu beklagen ist, nehmen die Polizisten Ermittlungen auf. Anna kann es auch nicht lassen und schnüffelt parallel dazu herum, findet neben Streichholzbriefchen noch Verträge, die ein ganz anderes Licht auf die Todesfälle der letzten Wochen werfen.

Meine Meinung:

Wenn schon im Titel die Wörter Sylt und Gold zu finden sind, kann es sich nur um Immobilienspekulation handeln, denn Bodenschätze gibt es auf Sylt nicht, dafür wird Grund und Boden, der ja auf einer Insel nicht beliebig vorhanden ist, sprichwörtlich mit dem Edelmetall aufgewogen. Also ist für mich das Motiv gleich klar, die Opfer sind auch leicht ausgemacht. Bleibt nur das WER und das WIE zu erfahren.

Der Krimi selbst kommt ohne Hochspannung aus. Er lebt, wie viele andere Krimis von einem etablierten Team, das mit seinem Chef bzw. Staatsanwalt nicht ganz einer Meinung über die Vorgangsweise ist und daher manchmal, die ein oder andere Anweisung anders als gemeint, interpretiert.

Der Krimi ist, wie alle anderen dieser Reihe rund um die Landschaftsgärtnerin Anna Scarren aufgebaut, die auf Grund ihrer Tätigkeit viel auf der Insel herumkommt und viele Leute kennt. Als Gegensatz sind Hubsy Westermann und Maurizio Ferrara, die beiden Neuen bei der Polizei, recht gut positioniert. Sie müssen sich mit den manchmal verschroben wirkenden Insulanern (zu denen auch die Kollegen zählen) erst anfreunden.

Die Haupthandlung selbst ist auf Grund des Titels recht vorhersehbar. Da hätte es den Handlungsstrang rund um den Arzt Jörg Neritz nicht unbedingt gebraucht.

Schade, dass die Harley-Days nur als Kulisse dienen.

Fazit:

Ein leichter Sommer-Krimi für Zwischendurch, dem ich 3 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 29.06.2024

Ausflug in das Venedig um 1500

Lagunenrauner
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»Komm zu mir. Fürchte dich nicht. Widersetz dich nicht länger dem Flüstern der Lagune. Steig die Treppen der versunkenen Häuser Venedigs hinunter, Stockwerk um Stockwerk. Tiefer. Tiefer. Unten, in der ...

»Komm zu mir. Fürchte dich nicht. Widersetz dich nicht länger dem Flüstern der Lagune. Steig die Treppen der versunkenen Häuser Venedigs hinunter, Stockwerk um Stockwerk. Tiefer. Tiefer. Unten, in der Dunkelheit, wartet etwas auf dich. Ein Geheimnis. Die Rettung. Der Tod.«

»Venedig 1500. Schwarzer Nebel kriecht auf die Stadt zu, schlängelt sich durch die Lagune, füllt die Kanäle mit etwas Finsterem. Und bringt Krankheit und Tod.
Marco, Sohn eines Glasbläsers, und seine Freundin Chiara, die Maskenmacherin, scheinen als Einzige in der Lage zu sein, Venedig zu retten. Doch dabei müssen sie nicht nur gegen uralte Magie kämpfen, gegen Intrigen und Verrat, sondern sich auch dem Flüstern der Lagune ausliefern – und den Fischmenschen, die der Legende nach tief unter der Stadt hausen.«

Soweit der Klappentext, der ein magisches Abenteuer verspricht.

Meine Meinung:

Gunnar Kunz gelingt es sehr gut, seine Leser in den Bann zu schlagen. Die Welt, in die er uns entführt, ist geheimnisvoll und bedrohlich. Neben den Gefahren durch den schwarzen Nebel, der Krankheit und Tod bringt und dabei das Wasser aus den Kanälen absaugen, sind es politische Intrigen, die La Serenissima vor dem Abgrund stehen lassen.

Lange ist nicht klar, wer »die Löwen füttert«, also Marcos Familie denunziert hat. So wird Streit und Zwietracht innerhalb der Familien gesät.

Venedig ist aber auch voll von Sagen und Mythen in denen sich geheimnisvolle Wasserwesen tummeln. Denn,

».. die Lagune: Sie ist nicht Meer, nicht Teich, nicht Fluss .... und doch alles zugleich.«

Neben Marco, Chiara und deren Familien spielt der Florentiner Tausendsassa Leonardo da Vinci eine große Rolle. Er ist nicht ganz von der Rolle der mystischen Wesen überzeugt und versucht deshalb, mit wissenschaftlicher Neugier den unerklärlichen Phänomenen auf die Spur zu kommen.

Der Schreibstil ist dem Genre gut angemessen. Das Cover täuscht ein friedliches Venedig vor.


Fazit:

Gerne gebe ich diesem magischen Ausflug in das Venedig von 1500 4 Sterne.

Veröffentlicht am 29.06.2024

Hat mich nicht überzeugt

Alpstein
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Als Milagros von Wirth die Einladung zur Hochzeit von Aurora Antoniazzi und Heinrich Manser erhält, ist sie ziemlich überrascht. Nicht nur, dass die Hochzeit schon in zwei Tagen stattfinden sollte, ist ...

Als Milagros von Wirth die Einladung zur Hochzeit von Aurora Antoniazzi und Heinrich Manser erhält, ist sie ziemlich überrascht. Nicht nur, dass die Hochzeit schon in zwei Tagen stattfinden sollte, ist der Bräutigam mit seinen 66 Jahren gut vierzig Jahre älter als die Braut.

Das sollte nicht die einzige Überraschung auf dieser Hochzeit bleiben, denn Heinrich, der ein eigenwilliger Charakter ist, hat alle jene, die er im Laufe seines Lebens verprellt hat, zur Feier eingeladen. Doch das Fest entpuppt sich als wahrer Alptraum, denn just nach der kirchlichen Trauung stürzt Heinrich, der als erfahrener Bergsteiger bekannt ist, vom Alpstein zu Tode.

Milagros glaubt nicht, wie die Polizei, an einen Unfall und beauftragt, ihren Sohn, den Privatermittler Maximilian von Wirth und seine Partner Federica Hardegger, mit Ermittlungen.

Letztendlich wird Heinrich nicht der einzige Tote sein und Federica unter Mordverdacht geraten.

„Ein einziger Fehltritt kann dich das Leben kosten.“

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist der 7. Fall für das Ermittler-Duo Maximilian von Wirth und Federica Hardegger. Obwohl ich üblicherweise kein Problem habe, eine Reihe quasi von hinten aufzurollen, habe ich diesmal den Eindruck, einige Lücken in den Lebensläufen der Privatdetektive zu entdecken, die meinem Verständnis für die Handlungen der Charaktere fehlen.

Ich lese gerne komplexe Krimis, doch dieser hier ist mir ein wenig zu verstrickt. Die Charaktere, vor allem Braut und Bräutigam, gewinnen kaum Sympathien bei mir. Sie, weil sie obwohl noch recht jung, zum 4. Mal (!) Witwe wird, und er, weil er ein Egoist ersten Ranges ist. Doch auch die Ermittler Milagros und Maximilian von Wirth sowie Federica Hardegger wirken ebenso wenig kompetent wie die Polizei.

Auch das Verhältnis Milagros und Maximilian, also Mutter und Sohn, erweckt den Anschein, nicht das Beste zu sein.

Der Krimi ist ohnehin ziemlich komplex. Da hätte es den Tod von Aurora Antoniazzis Eltern nicht gebraucht, um zusätzliche Spannung zu erzeugen. Im Gegenteil, ich finde diese Nebenhandlung nicht besonders gelungen. Er bestätigt nur das Vorurteil tätowierten Menschen gegenüber, denn Fede, wie Federica genannt wird, liebt Tatoos und ist am ganzen Körper tätowiert.

Der ganze Ort scheint eine Ansammlung von Intriganten zu sein. Fremdenfeindliche Machos, patriarchalische und machthungrige Politiker - hier wollte ich weder Urlaub machen, noch leben.

Fazit:

Leider hat mich dieser Krimi nicht ganz überzeugt, daher gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 29.06.2024

Hat mich leider nicht mitgerissen

Yrsa. Journey of Fate (Yrsa. Eine Wikingerin 1)
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Als Alexandra Bröhm, Autorin, Journalistin und Historikerin vor einige Zeit erfahren hat, dass in einem seit längeren bekannten Kriegergrab kein Mann, sondern eine Frau bestattet worden ist, ist für sie ...

Als Alexandra Bröhm, Autorin, Journalistin und Historikerin vor einige Zeit erfahren hat, dass in einem seit längeren bekannten Kriegergrab kein Mann, sondern eine Frau bestattet worden ist, ist für sie klar, die Geschichte einer dieser Kämpferinnen erzählen zu wollen. Das Ergebnis ist die zweiteilige Geschichte rund um die fiktive Yrsa.

„Yrsa ist eine junge Wikingerin, die sich seit vier Jahren allein um ihrem Bruder Sjalfi kümmert. Schmerzvoll haben die beiden ihre Mutter verloren. Als Yrsa eines Tages von der Jagd nach Hause kommt, ist Sjalfi verschwunden. Verzweifelt macht sie sich auf die Suche und den gefährlichen Weg nach Haithabu: durch dunkle Wälder, auf ihren Fersen ein Mann, der sie aufhalten will. Doch Yrsas Traum war immer schon, eine Kämpferin zu werden. Und dies hier wird ihr erster Kampf sein: gegen die unwirtliche Natur, gegen Männer, deren Geheimnisse sie nicht aufdecken soll, für den Glauben an das Gute. Und für die Liebe zu dem jungen Krieger Avidh.“

Der Klappentext (siehe oben) hat mich neugierig auf diesen Zweiteiler gemacht, steht doch eine junge Frau im Mittelpunkt der Geschichte. Yrsa, die mit ihrem kleinen Bruder ohne Eltern am Rande der Gesellschaft lebt, will unbedingt eine Kriegerin werden. Die Idee dahinter hat mir sehr gut gefallen. Doch leider bin ich ein wenig enttäuscht worden.

Warum sie glaubt, eine Kämpferin sein zu müssen, kommt nicht eindeutig heraus. Sie übt zwar den Umgang mit Pfeil und Bogen, doch den richtigen Gebrauch der Streitaxt kennt sie nicht. Dass sie sich wehrt, als Nebenfrau eines zwielichtigen Mannes, ihr Leben zu fristen, kann ich gut verstehen.

„Ich möchte Kriegerin werden. Ich wollte das immer schon, rennen, schlagen, kämpfen und toben.“

Die Geschichte ist im Präsens verfasst, was vermutlich den Eindruck erwecken soll, das Geschehen quasi live zu erleben. Der Schreibstil hat mich jetzt nicht unbedingt beeindruckt. Manche Sätze wiederholen sich mehrfach. Ja, wir wissen es schon: Yrsa will ihren Bruder finden, will nicht heiraten, also zumindest weder Torbjörn, Njáll noch Ingvar. Bei Avidh hat sie dann Herzerl in den Augen und Schmetterlinge im Bauch, so dass sie alle vorherigen guten Vorsätze über Bord wirft.

Der stellenweise ausführliche Streifzug durch die nordische Mythologie ist interessant. Wer noch nie davon gehört hat, wird schnell überfordert sein. Da wäre ein Verzeichnis der wichtigsten Götter ebenso hilfreich gewesen wie ein Personenverzeichnis.

Die Charaktere finde ich wenig sympathisch. Vor allem Yrsa, die leider-Nein-Heldin wirkt stellenweise wie ein trotziges Kleinkind. Sie handelt unüberlegt und ohne viel Nachzudenken. Keine gute Ausgangsposition den verschwundenen Bruder zu finden.

Die Männer entsprechen den Stereotypen: saufen, sich prügeln, auf viking (also auf Raubzug fahren) und sich Frauen gegenüber mehr als übergriffig verhalten.

Im Nachwort erzählt Alexandra Bröhm, die Autorin, Journalistin und Historikern ist, dass es nur wenige schriftliche Informationen über die Wikinger gibt, und die vorhandenen Texte sind erst viel später und von Besiegten geschrieben. Das ist, wie man weiß, sehr ungewöhnlich, denn üblicherweise schreibt die Sieger Geschichte. Außerdem muss man die Geschichte der Wikinger teilweise neu schreiben, denn in letzter Zeit hat man anhand von DNA-Analysen von Skeletten entdeckt, dass in einem seit längeren bekannten Kriegergrab kein Mann, sondern eine Frau bestattet worden ist. Da war für die Autorin klar, die Geschichte einer dieser Kämpferinnen erzählen zu wollen.

Das Cover springt durch die Farbe pink gleich ins Auge. Warum allerdings der Untertitel der deutschen Ausgabe in englischer Sprache sein muss, entzieht sich meiner Kenntnis. Immerhin ist die Autorin Deutsche. Ich befürchte, den zweiten Teil (Cover diesmal in türkis) werde ich nicht lesen. Für Interessierte: „Yrsa. Journey of Trust“.

Fazit:

Leider entspricht dieser historische Roman nicht ganz meinen Erwartungen und Ansprüchen. Daher kann ich nur knappe 3 Sterne vergeben.