Platzhalter für Profilbild

Viola

Lesejury Star
offline

Viola ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Viola über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2019

Ein tragischer Mörder

Das Geheimnis der Grays
0

Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Es ist nicht nur ein Roman und ein Krimi, sondern auch ein Zeitzeugnis. Man merkt ganz deutlich, dass es aus einer anderen Zeit stammt, in der andere Regeln galten ...

Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Es ist nicht nur ein Roman und ein Krimi, sondern auch ein Zeitzeugnis. Man merkt ganz deutlich, dass es aus einer anderen Zeit stammt, in der andere Regeln galten als heute. Überschrieben ist das Buch mit „ein psychologischer Kriminalroman in der Tradition von Agatha Christie“. Es erschien 1933 und wurde nun neu aufgelegt bzw. erstmalig ins Deutsch übersetzt. Der Leineneinband gefällt mir gut, er fühlt sich hochwertig und angenehm an und ist zudem herrlich gestaltet. Zugleich irgendwie altmodisch und doch modern.
Nicht so gut gefällt mir der deutsche Titel, denn er ist einfach nicht passend. „Portrait eines Mör-ders“ – wie im Original – würde deutlich besser passen. Oder „Die Geheimnisse der Grays“, denn im Prinzip hat so gut wie jedes Familienmitglied etwas zu verbergen.
Los geht es mit einer Vorstellung der Familienmitglieder und deren Anhang. Keiner ist so richtig sympathisch, den meisten geht es um Geld und Prestige. Aber dennoch fühlt man mit den Figuren, weil sie so detailreich und gut beschrieben werden. Im Laufe des Romans entwickelt man dennoch gewisse Sympathien, gerade auch für den Mörder und das Familienmitglied, das ihn schließlich entdeckt. Eine tragische Geschichte, von der man die ganze Zeit hofft, dass sie doch noch irgend-wie gut ausgeht.
Interessant ist, dass man als Leser schon direkt nach dem Mord weiß, wer es getan hat. Es geht also nicht darum, wer es war, sondern wie sich das Drama dann weiterentwickelt. Das ist umso interessanter, weil zur Entstehungszeit dieses Buches die klassischen „Whodunit“-Romane üblich waren.
Ich fand es sehr interessant, in die damalige Welt und ihre Vorstellungen abzutauchen, auch wenn es phasenweise etwas anstrengend ist, weil man von diesen Gedanken so meilenweit weg ist und es nicht immer nachvollziehbar ist. Insgesamt ein spannender Roman aus der Vorkriegszeit in England, der interessante Einblicke ermöglicht.

Veröffentlicht am 25.01.2019

So tragisch, dass es kaum auszuhalten ist

Darktown (Darktown 1)
0

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil eine liebe Lesefreundin es mir empfohlen hatte. Sie hatte aber schon gesagt, dass es nicht ganz einfach zu lesen ist und eher ein geschichtlicher Ro-man als ...

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil eine liebe Lesefreundin es mir empfohlen hatte. Sie hatte aber schon gesagt, dass es nicht ganz einfach zu lesen ist und eher ein geschichtlicher Ro-man als ein Krimi ist. Und genauso ist es auch. Es geht um die ersten schwarzen Polizisten in At-lanta und das ist wirklich interessant. Zugleich aber auch tragisch und deprimierend, denn sie ha-ben es wirklich schwer und das ist manchmal nur schwer zu ertragen. Insgesamt ist das Leben der Schwarzen damals kurz nach dem Krieg sehr hart. Interessant vor dem Hintergrund, dass die Amerikaner in Europa „aufgeräumt“ haben und Ordnung schafften, zu Hause aber leider allzu oft das Stärkeren oder Weißeren herrschte.
Wer einen Krimi mag, der vor einem geschichtlichen Hintergrund spielt, der ist hier genau richtig. Wer es allerdings rasant, kurz und knackig mag, wird sich hier schwer tun, denn leider weist der Roman durchaus einige Längen auf. Das macht das Ganze dann auch etwas zäh. Und in Kombi-nation mit der Hoffnungslosigkeit ist es dann schon etwas schwierig. Ich war immer wieder hin- und hergerissen. Einerseits fand ich es interessant und spannend, andererseits auch langwierig und tragisch.



Das Geheimnis der Greys --> netgalley /Vorab
Ein tragischer Mörder ****
Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Es ist nicht nur ein Roman und ein Krimi, sondern auch ein Zeitzeugnis. Man merkt ganz deutlich, dass es aus einer anderen Zeit stammt, in der andere Regeln galten als heute. Überschrieben ist das Buch mit „ein psychologischer Kriminalroman in der Tradition von Agatha Christie“. Es erschien 1933 und wurde nun neu aufgelegt bzw. erstmalig ins Deutsch übersetzt. Der Leineneinband gefällt mir gut, er fühlt sich hochwertig und angenehm an und ist zudem herrlich gestaltet. Zugleich irgendwie altmodisch und doch modern.
Nicht so gut gefällt mir der deutsche Titel, denn er ist einfach nicht passend. „Portrait eines Mör-ders“ – wie im Original – würde deutlich besser passen. Oder „Die Geheimnisse der Grays“, denn im Prinzip hat so gut wie jedes Familienmitglied etwas zu verbergen.
Los geht es mit einer Vorstellung der Familienmitglieder und deren Anhang. Keiner ist so richtig sympathisch, den meisten geht es um Geld und Prestige. Aber dennoch fühlt man mit den Figuren, weil sie so detailreich und gut beschrieben werden. Im Laufe des Romans entwickelt man dennoch gewisse Sympathien, gerade auch für den Mörder und das Familienmitglied, das ihn schließlich entdeckt. Eine tragische Geschichte, von der man die ganze Zeit hofft, dass sie doch noch irgend-wie gut ausgeht.
Interessant ist, dass man als Leser schon direkt nach dem Mord weiß, wer es getan hat. Es geht also nicht darum, wer es war, sondern wie sich das Drama dann weiterentwickelt. Das ist umso interessanter, weil zur Entstehungszeit dieses Buches die klassischen „Whodunit“-Romane üblich waren.
Ich fand es sehr interessant, in die damalige Welt und ihre Vorstellungen abzutauchen, auch wenn es phasenweise etwas anstrengend ist, weil man von diesen Gedanken so meilenweit weg ist und es nicht immer nachvollziehbar ist. Insgesamt ein spannender Roman aus der Vorkriegszeit in England, der interessante Einblicke ermöglicht.

Veröffentlicht am 25.01.2019

Lahmer Anfang, brillantes Buch

Nevermoor 1. Fluch und Wunder
0

Leider kann ich diesem Buch nur vier Sterne geben, auch wenn ich jetzt nach vollendeter Lektüre gerne fünf vergeben würde. Ich habe mich allerdings die ersten rund 80 Seiten so gequält, dass ich das Buch ...

Leider kann ich diesem Buch nur vier Sterne geben, auch wenn ich jetzt nach vollendeter Lektüre gerne fünf vergeben würde. Ich habe mich allerdings die ersten rund 80 Seiten so gequält, dass ich das Buch fast schon abbrechen wollte. Hätte ich nicht gewusst, dass eine liebe Bücherfreundin das Buch so toll fand, hätte ich aufgegeben. Sie hat üblicherweise zu fast 100 Prozent meinen Geschmack bei Büchern, sodass ich dachte, dass etwas dran sein muss, wenn sie das Buch so sehr mochte. Daher habe ich weitergelesen und muss nun sagen, dass ich sehr froh darüber bin.
Ab dem Zeitpunkt, zu dem Kapitän Jupiter North auftaucht, war ich begeistert und gefesselt. Er hat mich so beeindruckt und ich habe mich sogar ein bisschen in ihn verliebt. Musste mehrfach so la-chen, wenn er ganz lapidar über Einwände hinweg geht oder macht, was ihm gefällt. Ich erinnere hier nur an den zitronengelben Anzug mit den lavendelfarbenen Schuhen zu seinem roten Haar bei der so wichtigen Gartenparty! Außerdem mag ich, wie er mit Morrigan ist. Er ist wie ein großer Bruder oder Vater und zum ersten Mal in ihrem Leben erfährt sie Rückhalt und Verständnis. Das ist zauberhaft und toll beschrieben.
Morrigan mag ich auch, sie ist eine wunderbare Figur, in die man sich gut hinein versetzen kann. Sie wird im Laufe der Handlung immer stärker, das hat mir gut gefallen. Auch wenn sie meiner Meinung nach durchaus noch zulegen darf. Auch wenn Jupiter eine Neben-Hauptfigur ist, für mich ist er die wichtigste und beste Figur.
Die Schreibweise der Autorin mochte ich auch, nachdem ich den unseligen Anfang überwunden hatte. Es hat auch ein bisschen gedauert, bis ich in dieser ungewohnten Welt angekommen war. In Nevermoor fiel es mir dann leichter und es wurde richtig witzig und zugleich auch sehr spannend. Eine sehr berührende Szene war für mich die erste Prüfung. Dass die Wahrheit das Wichtigste ist, das fand ich toll.
Insgesamt ein wunderbares Buch, das mir sehr gefallen hat und mich berührt hat. Nun bin ich aber wirklich neugierig auf den zweiten Teil!

Veröffentlicht am 25.01.2019

Rund und spannend

Mord an der Algarve
0

Dieses Buch hat mir von den ersten Zeilen an gefallen. Es ist einfach rund und gleichzeitig span-nend, hat Lokalkolorit, ergießt sich aber nicht in zähen Schilderungen. Man merkt deutlich, dass die deutsche ...

Dieses Buch hat mir von den ersten Zeilen an gefallen. Es ist einfach rund und gleichzeitig span-nend, hat Lokalkolorit, ergießt sich aber nicht in zähen Schilderungen. Man merkt deutlich, dass die deutsche Autorin Portugal und die Algarve sehr gut kennt. Gekonnt werden Schilderungen von Landschaft und Menschen eingeflochten, die dem Leser das Gefühl geben, mit vor Ort zu sein. Einfach sympathisch, authentisch und zugleich unterhaltsam.
Die Hauptfigur Bela ist nett und etwas vom Leben gebeutelt, man fühlt mit ihr mit und möchte wis-sen, wie es für sie weitergeht. Besonders gut hat mir da die Szene vor dem Haus der Großeltern gefallen, als sie die Wärme der Sonne und den Frieden des Ortes spürt. Und ich habe mich an dieser Stelle gefragt, ob das schon ein Hinweis ist, was später noch kommt. Ob sie dort bleiben wird und im Dorf ihrer Eltern und Vorfahren leben wird.
Der Kriminalfall hat mir ebenfalls gut gefallen. Er kommt auf leisen Sohlen daher und ist erstmal eher am Rande der Geschichte. Bela fragt sich, ob sie rechthaben könnte mit ihrem Verdacht, kommt sich zugleich teilweise aber lächerlich vor. Der Leser weiß da durch die kursiven Passagen schon etwas mehr und ahnt, was kommen könnte. Das hat mir sehr gut gefallen, denn so kann man in Gedanken schon weiterspinnen und grübeln.
Insgesamt ist dieser Roman eine gelungene und runde Mischung aus Lokalkolorit, Spannung, Le-ben und Geheimnissen aus der Vergangenheit, garniert mit Morden und Meer. Mir hat es sehr ge-fallen und ich freue mich schon auf den zweiten Teil, der in nur wenigen Monaten erscheinen wird.

Veröffentlicht am 14.01.2019

Starke Geschichte um die Freundschaft

Das Ankunftszentrum (2)
0

Nachdem ich bereits den ersten Teil unter dem Titel „Die Skaterbahn“ gelesen hatte, war ich sehr neugierig auf dieses Büchlein. Und die Lektüre hat wieder Spaß gemacht.
Wieder geht es nach Mirathasia, ...

Nachdem ich bereits den ersten Teil unter dem Titel „Die Skaterbahn“ gelesen hatte, war ich sehr neugierig auf dieses Büchlein. Und die Lektüre hat wieder Spaß gemacht.
Wieder geht es nach Mirathasia, ein Land der Fantasie, zu dem nur Kinder Zutritt haben. Pro Auf-enthalt dort haben die Kinder jeweils einen Wunsch frei, sodass das Land immer weiter wächst und sich fortentwickelt. Das macht es spannend und es bleibt immer wieder interessant. Auch wenn ich leider schon lange erwachsen bin, bin ich gerne mit nach Mirathasia gereist. Malte hat schreckliche Langeweile und schon ist er in diesem wunderbaren Land. Dort lernt er Adrian kennen und die bei-den werden ganz schnell dicke Freunde. Und das ist auch gut so, denn nur gemeinsam ist man stark. Nur zusammen kann man gegen die riesige fiese Spinne bestehen und auch gegen andere, die es nicht so gut mit einem meinen.
Auch mit diesem Werk hat die Autorin Veronika Aretz meiner Meinung nach wieder ein gelungenes Werk vorgelegt. Es ist kindgerecht und trotzdem spannend. Wichtige Werte wie Freundschaft, Ver-lässlichkeit und Mut werden thematisiert. Aber nie von oben herab, sondern einfühlsam und in die Geschichte eingebettet. Das gefällt mir sehr. Und ich freue mich schon darauf, die Geschichte mit meinem Patenkind (sieben Jahre) und ihrem Bruder (zehn Jahre) zu lesen. Teil eins mochten sie beide sehr.
Auch die Illustrationen, vor allem die mit dem Überblick von Mirathasia, gefallen mir sehr gut und verdeutlichen das beschriebene Geschehen.
Ein rundum gelungenes Buch, das sicherlich vielen Kindern Freude, Lesespaß und spannende Unterhaltung bietet wird.