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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2025

Eine aufregende Familiengeschichte - mit vielen Wendungen

Heimwärts
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Eine spannende Familiengeschichte auf zwei Ebenen: Die junge Londoner Journalistin Jess Turner kehrt in ihre australische Heimat zurück, um ihre Familiengeschichte und insbesondere ein spezielles Ereignis ...

Eine spannende Familiengeschichte auf zwei Ebenen: Die junge Londoner Journalistin Jess Turner kehrt in ihre australische Heimat zurück, um ihre Familiengeschichte und insbesondere ein spezielles Ereignis in den 1960er Jahren aufzuarbeiten.


Ich gebe zu, es ist ein sehr dickes Buch, und es hat eine Weile gedauert, bis ich mich hineingefunden habe. Aber als ich dann immer mehr über die Vergangenheit erfahren habe, in Form eines Buches, das die Protagonistin über ihre Familiengeschichte gelesen hat, wurde es immer spannender und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Hervorzuheben sind die facettenreichen Persönlichkeiten, die sich im Laufe der Zeit stetig weiterentwickeln. Einige meiner ersten Vermutungen über die Familiengeschichte haben sich bestätigt, aber die Begründung und einige weitere Details haben mich dann doch positiv überrascht. Am Ende hat sich alles zusammengefügt - es lohnt sich definitiv, dranzubleiben.

Veröffentlicht am 14.07.2025

Die vielen Facetten von Maria Montessori

Lehrerin einer neuen Zeit
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Erwartet habe ich einen historischen Roman über Maria Montessoris pädagogische Methoden - Bekommen habe ich einen gefühlsvollen und mitreißenden Roman über eine wunderbare Persönlichkeit, die sich in einer ...

Erwartet habe ich einen historischen Roman über Maria Montessoris pädagogische Methoden - Bekommen habe ich einen gefühlsvollen und mitreißenden Roman über eine wunderbare Persönlichkeit, die sich in einer männerdominierten Welt behaupten muss, trotzdem erfolgreich als erste Frau das Medizinstudium in Italien ablegt, sich für Frauenrechte einsetzt und sich liebevoll darum kümmert dass Kindern in einer psychiatrischen Klinik mit Respekt begegnet wird und sie eine Chane auf Bildung bekommen. Sie hat es nicht nur geschafft die Leserinnen und Leser mitzureißen, sie hat auch ganz Italien und halb Europa Ende des 19. Jahrhunderts von sich und ihren Einstellungen überzeugt und einen wichtigen Meilenstein für die Erziehung von Kindern und für Frauen gelegt. Dabei schafft es Laura Baldini, Autorin von Lehrerin einer neuen Zeit, nicht nur Maria Montessoris Erfolge aneinanderzureihen, sondern auch die Schwierigkeiten aufzuzeigen, denen sie sich stellen muss. Dabei deckt das Buch etwa 10 Lebensjahre von Maria Montessori ab und bedient sich einiger Zeitsprünge. Trotzdem kommt nicht das Gefühl auf, dass wichtige Entwicklungen verpasst werden oder das Buch viel zu viel Inhalt verpacken muss, es ist alles in sich stimmig. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch.

Veröffentlicht am 14.07.2025

"Es ist einmal" regt zum Nachdenken und zu Gesprächen mit der eigenen Familie an

Es ist einmal
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Das Werk "Es ist einmal" beinhaltet insgesamt zehn Gespräche zwischen jungen Menschen und ihren Großvätern oder Großmüttern. Diese Gespräche ermöglichen Einblicke in unterschiedlichste DDR-Realitäten und ...

Das Werk "Es ist einmal" beinhaltet insgesamt zehn Gespräche zwischen jungen Menschen und ihren Großvätern oder Großmüttern. Diese Gespräche ermöglichen Einblicke in unterschiedlichste DDR-Realitäten und decken eine Vielzahl an Themen ab, alle geprägt vom der DDR-Vergangenheit. Auch der zweite Weltkrieg, sowie die Zeit nach der Wende kommen dabei nicht zu kurz. Besonders spannend ist, dass nicht einfach nur die Lebensgeschichten erzählt werden, sondern dass die Reaktion der Enkel, die Auswirkungen auf die Enkel und die Parallelen, die zum Teil zwischen Großeltern und Enkeln gezogen werden können, eine ebenso große Rolle spielen. Dabei gelingt es den beiden Autorinnen eine perfekte Balance zu schaffen zwischen wortwörtlicher Rede und einer Beschreibung der Unterhaltung sowie der familiären und historischen Ereignisse. Dadurch habe ich zum Teil wirklich das Gefühl gehabt, die Personen zu kennen oder bei der Unterhaltung dabei gewesen zu sein.


Da die Gespräche während Corona geführt wurden, beginnen sie zumeist mit dieser zum Teil heiklen Thematik. Während mich dieser Gesprächseinstieg zu Beginn leicht irritierte, da es doch eigentlich um die DDR gehen sollte, so habe ich ihn zum Ende aufgrund seiner vielen Anknüpfungspunkte zur DDR doch sehr zu schätzen gelernt.


Obwohl die einzelnen Kapitel mit maximal knapp 20 Seiten recht kurz sind, habe ich nicht das Gefühl viel zu vermissen. Dank der detaillierten Schreibweise der beiden Autorinnen habe ich trotzdem das Gefühl die Personen auf ihren Lebensweg begleitet zu haben. Durch die kurzen Kapitel und die Tatsache, dass die einzelnen Geschichten nicht aufeinander aufbauen, können die Kapitel auch ideal einzeln und unabhängig voneinander gelesen werden.


Alles in allem, eine klare Empfehlung an alle, egal ob Ost- oder West-Vergangenheit und egal welcher Generation man angehört. "Es ist einmal" bietet viele spannende Einblicke und regt definitiv zum Nachdenken und zu Gesprächen mit der eigenen Familie an.

Veröffentlicht am 14.07.2025

Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen

Potsdamer Intrigen
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"Potsdamer Intrigen" ist ein sehr spannender Kriminalroman von Carla Maria Heinze, der die beiden Lilienthals, Mutter und Sohn, bei ihrem neusten Fall begleitet. Dabei ist es aber überhaupt nicht notwendig, ...

"Potsdamer Intrigen" ist ein sehr spannender Kriminalroman von Carla Maria Heinze, der die beiden Lilienthals, Mutter und Sohn, bei ihrem neusten Fall begleitet. Dabei ist es aber überhaupt nicht notwendig, die anderen Bücher dieser Reihe gelesen zu haben, dies ist auch mein erstes Buch - aber definitiv nicht mein letztes.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir dabei sehr gut, er ist sehr detailreich (ohne dabei zu überladen zu sein) und schafft es immer und immer mehr Spannung aufzubauen - mit vielen neuen Twist und angeteaserten Entwicklungen, die jedoch erst später uns Lesern mitgeteilt werden können. Das hat auf jeden Fall dazu geführt, dass ich das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen konnte, ich wollte zu jedem Zeitpunkt unbedingt wissen, wie es weitergeht. Am liebsten würde ich das Buch - mit dem Wissen, was ich jetzt habe - noch einmal lesen, um all die kleinen gestreuten Informationen entdecken zu können.

Die Erzählung beschränkt sich dabei nicht nur auf die Fallentwicklung, sondern lädt uns auch in die privaten Räume der Figuren ein, sodass wir diese besser kennen lernen können. Es gibt sehr viele einzelne Handlungsstränge, die im Laufe der Zeit zueinander finden und am Ende alle Sinn ergeben. Das führt jedoch auch dazu, dass wir sehr schnell sehr viele Personen in unterschiedlichen Situationen kennen lernen, mal mit Nachnamen und mal mit Vornamen, sodass es teilweise schwer ist, sie den richtigen Ereignissen zuzuordnen - aus dem Kontext lässt sich dies früher oder später jedoch immer erkennen.

Der Krimi spielt in Potsdam - Ich finde es toll, wie immer wieder auf verschiedene Orte in Potsdam hingewiesen wird - ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass der Krimi wirklich in Potsdam spielt und nicht nur der Name dafür hinhalten musste.

Alles in allem ein sehr spannender Krimi, den ich in zwei Tagen verschlungen habe.

Veröffentlicht am 14.07.2025

Tiefgründige Themen in einem wunderbar poetischen Schreibstil verpackt

Und zwischen uns ein Ozean aus Schweigen
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„Und zwischen uns ein Ozean aus Schweigen“ von Joanna Ho ist eine große Empfehlung für alle! Es geht darum, wie die Kraft vieler einzelner Geschichten den Ozean des Schweigens durchbrechen kann.


Die ...

„Und zwischen uns ein Ozean aus Schweigen“ von Joanna Ho ist eine große Empfehlung für alle! Es geht darum, wie die Kraft vieler einzelner Geschichten den Ozean des Schweigens durchbrechen kann.


Die Protagonistin May, ein amerikanischer Teenager mit chinesisch-taiwanesischen Wurzeln, kämpft mit dem Selbstmord ihres großen Bruders und der Schwierigkeit, langsam wieder in den Alltag zurückzukehren. Doch als ob das noch nicht genug wäre, muss sie sich nun auch noch mit rassistischen Anfeindungen auseinandersetzen. Es geht um mentale Gesundheit; darum, eigentlich viel zu wenig über die eigene Herkunft zu wissen; darüber Stellung zu beziehen und das Narrativ zurückzuerobern. Gemeinsam mit ihren BIPoC-Freundinnen und der Hilfe ihrer Schreibkünste setzt sich May intensiv mit Rassismus auseinander. Joanna Ho gelingt es sehr gut, dieses schwere und intensive Thema zu vermitteln. Wir treffen auf verschiedene Perspektiven: zum Beispiel die ihrer besten Freundin Tiya Marie, die haitianische Wurzeln hat, und auf verschiedene Ansätze: zum Beispiel Gedichte aus Mays Perspektive oder ein Unterrichtsgespräch über die eigene Herkunft.


Dabei schafft es die Autorin mit wunderbar bildhaften Vergleichen und ihrem fast schon poetischem Schreibstil, dass man als Leser
in wirklich tief eintaucht in die Geschichte und ganz nah mit dabei ist. Dadurch weckt das Buch auch sehr viele starke Gefühle, ich habe Bauchschmerzen vor Trauer und Ungerechtigkeit gehabt, aber auch Schmetterlinge im Bauch vor Freude und Empowerment.

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