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Waschbaerin

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Veröffentlicht am 13.03.2019

Ein Leben im Vertrauen auf Gott

Gott spielt in meinem Leben keine Rolle - er ist der Regisseur
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In dem Buch "Gott spielt in meinem Leben keine Rolle - er ist der Regisseur" über Maria Luise Prean-Bruni, lernt der Leser eine außergewöhnliche Frau kennen.

Würde ich rein nach dem Cover schließen, dann ...

In dem Buch "Gott spielt in meinem Leben keine Rolle - er ist der Regisseur" über Maria Luise Prean-Bruni, lernt der Leser eine außergewöhnliche Frau kennen.

Würde ich rein nach dem Cover schließen, dann würde ich vermuten dies ist ein Buch über eine reiche Lady des englischen Adels, natürlich auf der Sonnenseite des Lebens, die sich auf den Weg zu ihren Bridge-Damen macht um bei einem Gläschen Portwein mit ihnen einen netten Nachmittag zu verbringen.

Ich weiß, das ist der total falsche Schluss. Jedoch ist dies, was mir beim ersten Blick auf das Cover ganz spontan durch den Kopf ging. Es ist diese Ausstrahlung, ihre Sache im Leben gut gemacht zu haben.

Dabei ist es zu Beginn ihres Lebens gar nicht so sicher, in welche Richtung der Weg von Maria Luise Prean-Bruni gehen würde. Zuerst musste sie diesen schrecklichen Krieg überleben. An ihre Mutter geschmiegt verbrachte sie Bombennächte im schützenden Bunker. Diese Todesängste können wir uns heute, die wir nie einen Krieg erlebt haben, uns gar nicht vorstellen. Schon in dieser Beschreibung zeigt sich das enorme Gottvertrauen, das die Familie auszeichnet. Dieses Gottvertrauen wird auch belohnt. Keiner von ihnen verliert im Bombenhagel sein Leben. Sogar der Vater kommt wieder aus dem Krieg heil zu seiner Familie nach Hause zurück. Ihr Verhältnis zum Vater ist schwierig. Sie schreibt, sie sei vom Vater abgelehnt und so in die Hände Gottes getrieben worden. Er war da um sie aufzufangen.

Maria Luise erhält eine gute Ausbildung, arbeitet als Lehrerin und könnte das ganz normales Leben einer Frau der damaligen Zeit mit Mann und Kindern leben. Doch es ist als spüre sie, "das ist nicht MEINS". Für eine begrenzte Zeit übersiedelt sie in die USA und daraus werden viele Jahre. Diese Zeit in den USA schlägt sich auch in ihrem Erzählstil nieder. Es ist eine sehr amerikanische Art zu schreiben.

MIch faszinierten ihre Zwiegespräche mit Gott. Dieses bedingungslose Vertrauen das sie aufbringt, ihr Leben in seinem Sinn zu führen. Selbst wenn der Verstand signalisiert, "das kann nicht funktionieren", bleibt sie unbeirrt auf dem Weg, den sie von Gott vorgegeben bekommt. Und am Ende fügt es sich.

Erst mit 50 Jahren heiratet sie. Wie man lesen kann, war es eine späte und sehr glückliche Ehe. Leider war sie nur von kurzer Dauer. Nach wenigen Jahren wurde sie Witwe. Doch Maria Luise fällt nicht in eine Depression. Es ist, als habe sie noch mehr Kraft für ihr Lebenswerk bekommen. In einem Alter in dem andere Menschen in Rente gehen und zwei Gänge zurück schalten, dreht sie erst richtig auf. Seite 165, Vision for Africa. In Ruanda gründet sie ein Missionswerk, adoptiert Kinder, die ohne ihre Hilfe nur geringe Chancen im Leben hätten. Gibt ihnen eine Ausbildung. Immer wieder kreuzen im richtigen Moment Menschen ihr Leben die ihr helfen, dieses Missionswerk am Laufen zu halten. Sei es durch finanzielle Unterstützung oder seien es Ärzte, die kostenlose medizinische Hilfe leisten. In dem großen Bildteil werden auch mehrere ihrer Unterstützer vorgestellt.

Dass es sich um ein christliches Buch handelt, versteht sich im Grunde von selbst. Als Leser dieser Biographie sollte man dieser Art Literatur etwas abgewinnen können. Es geht immer um Nächstenliebe und den Anderen lieben wie sich selbst. Verzeihen können, was im Grund unverzeihlich ist - wie sie es bei einem jungen Mann tat, der Reue zeigte.

Von den Gebetsstätten in Imst habe ich schon viel gehört. War aber noch nie dort. Dieses Buch hat mich neugierig gemacht.

Dies ist kein alltägliches Buch. Wer nicht an Gott glaubt, der wird sich wohl schwer tun, die Gedanken von Maria Luise zu verstehen. Wie schon zuvor gesagt, ihr Leben ist ein stetiges Gottvertrauen.

Dafür gebe ich gerne eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 06.03.2019

Vom Fjord über das Fjell

Die Glocke im See
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Das vorliegende Hörbuch "Die Glocken im See" von Lars Mytting ist durchdrungen von nordischer Mystik, die dem Hörbuch etwas Geheimnisvolles verleiht.

Wir befinden uns gegen Ende des 19. Jahrhunderts ...

Das vorliegende Hörbuch "Die Glocken im See" von Lars Mytting ist durchdrungen von nordischer Mystik, die dem Hörbuch etwas Geheimnisvolles verleiht.

Wir befinden uns gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Butangen, einem kleinen Ort in Norwegen und abgeschieden vom Rest der Welt. Die meisten Menschen leben von dem, was sie in der Landwirtschaft erarbeiten und sind genügsam. Hunger ist in den langen Wintermonaten fast täglicher Begleiter.

Wer jemals durch Norwegen gereist ist, dem sind sowohl die Fjorde für ewig in Erinnerung, als auch das Fjell - ein meist karges Hochland und nahezu unbewohnt. Noch heute überziehen mehrere Gletscher das Land und reichen mitunter bis fast ins Tal. Eine unwirtliche, raue Landschaft voller Schönheit. Sind heute die einzelnen Täler durch kilometerlange Tunnels verbunden, mussten die Menschen in früheren Jahren hohe Berge überwinden, wollten sie in ein anderes Tal gelangen. Überall im Land gab es jahrhundertealte Stabkirchen, die jedoch abgerissen wurden, weil etwas Modernes her sollte. Viele Menschen erkannten deren düstere Schönheit nicht. Dass es sich bei diesen Kirchen um außergwöhnliche Bauwerke handelte, dessen war sich kaum jemand bewusst. Vor diesem Hintergrund spielt der Roman. Dem Autor gelang es, all diese Besonderheiten Norwegens in dieses Buch zu packen und dem Hörer so nahe zu bringen, dass einen beim Hören eine gewisse Sehnsucht nach diesem Flecken Erde packt.

Doch nun zur Handlung: Neu in dem Ort ist der junge Pfarrer - Kai Schweigaard. Schon nach kurzer Zeit hat er entschieden, die alte Stabkirche ist für den Ort zu klein. Auch ihm fehlt der Blick für dieses Kleinod. Es muss eine neu, moderne Kirche her und so leitet er alles Notwendige in die Wege. Jung und ungestüm ist er. Was es mit den mystischen Schwesternglocken auf sich hat die immer dann von selbst läuten, wenn ein Unglück bevorsteht, interessiert ihn recht wenig. Die Bewohner werden nicht groß gefragt was sie wollen. Ehe sie richtig begreifen was ihnen geschieht, ist der "Architekt" Gerhard Schönauer aus Deutschland auch schon angekommen. Die Stabkirche wird von ihm genau vermessen und jedes noch so kleine Detail in seinen Unterlagen vermerkt und gezeichnet, damit später in Dresden, wohin die Kirche verkauft wird, ohne Probleme der Aufbau durchgeführt werden kann. Kaum hat Gerhard Schönauer alles skizziert, wird die Kirche auch schon abgebaut.

Und da ist Astrid, die intelligente junge Frau, die auf keinen Fall dieses vorgezeichnete und trostlose Leben der Frauen in dieser Abgeschiedenheit Norwegens teilen will. Ist sie anfangs dem Pfarrer zugetan, wendet sie sich jedoch von ihm ab als sie erkennen muss, dass weder die Legende der Schwesternglocken Gunhild und Halfried, noch die Stabkirche samt Tradition ihm etwas bedeuten. Dagegen fühlt sie sich von Gerhard Schönauer angezogen, weil er all das sieht und auch zu Papier bringt, was Kai verborgen bleibt.

Astrid, Kai und Gerhard sind alle Kinder ihrer Zeit. Der Pfarrer war zwar eine Respektsperson. Sein Wort hatte Gewicht. Doch ansonsten waren die Menschen obrigkeitshörig. Und in diesem Roman bedeutet das, dem Willen der Professoren oder auch Ärzten ausgeliefert zu sein. Mehr will ich über die Handlung nicht preisgeben.

Die ersten Tracks hörte ich mehrmals, damit ich die handelnden Personen, als auch den damaligen Zeitgeist in allen Facetten erfassen konnte. Doch was wäre eine gute Hörbuch-Vorlage ohne großartige Specherin (Beate Rysopp). Da es sich um eine Familien-Saga handelt, bin ich neugierig auf die Fortsetzung.

Für mich war es jedenfalls ein ganz besonderer Hörgenuss.

Veröffentlicht am 02.03.2019

Wie wird man der Mensch, der man ist?

Im Schatten der Magnolien
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In dem Buch "Im Schatten der Magnolien" von Elizabeth Musser erlebt der Leser die Zeit nach dem Bürgerkrieg in Georgia. Sklavenhaltung gibt es nicht mehr. Doch viele Weiße können sich nicht an den Gedanken ...

In dem Buch "Im Schatten der Magnolien" von Elizabeth Musser erlebt der Leser die Zeit nach dem Bürgerkrieg in Georgia. Sklavenhaltung gibt es nicht mehr. Doch viele Weiße können sich nicht an den Gedanken gewöhnen, dass Schwarze als Freigelassene leben, ja sogar zur Wahl gehen dürfen. Verborgen unter weißen Umhängen und weißen Kapuzen überfallen sie die Häuser der Schwarzen und schrecken auch vor Mord nicht zurück. Ku-Klux-Klan werden sie genannt.

Seite 39: "Die Art des Weißen ist es, durch Angst einzuschüchtern. Solange wir Angst haben, spielt es keine Rolle, welche Gesetze erlassen werden. Kein Schwarzer wird es wagen, zur Wahl zu gehen, wenn er glaubt, dass dann der Klan vor seiner Tür steht."

Es ist ein kurzer Roman von einmal gerade 136 Seiten, in dem die Autorin die ganze Tragik der damaligen Zeit zum Ausdruck bringt.

Emily, die Protagonstin dieses leicht zu lesenden Romans, wuchs auf der Baumwollfarm ihres Vaters in Wilkes Bounty, Georgia auf. Man schreibt das Jahr 1868. Der Bürgerkrieg ist vorbei und hat seinen Tribut gefordert. Viele Familien haben tote Söhne zu beklagen. Auch die beiden Brüder von Emily haben ihr Leben verloren, was deren Mutter kaum ertragen kann.

Die ehemaligen Sklaven der Plantage sind nun die Freigelassenen. Doch bis sie wirklich ein freies Leben führen können, ist es noch ein weiter Weg. Kaum ein Schwarzer kann lesen oder schreiben, weshalb sie als dumm gelten. Emily hat sich in den Kopf gesetzt, dies zu ändern. Zusammen mit Miss Lillian unterrichtet sie in der Schule der ehemaligen Sklaven.

Seite 51 fragt Emily Miss Lillian: "Wie haben sie so viel Selbstbeherrschung gelernt? Und Frieden? Und Weisheit? Was haben Sie getan, um der Mensch zu werden, der Sie heute sind? Oder waren Sei schon immer so?"

Emily bewundert den schwarzen Prediger Leroy, glaubt gar sich in ihn verliebt zu haben. Doch da ist auch ihr Jugendfreund Thomas, ein gezeichneter Kriegsveteran, der sich in den Kopf gesetzt hat sie zu heiraten. Doch wie kann man einen Mann heiraten den man nicht liebt, fragt sich Emily. Freundschaft ja - aber heiraten? Was sie am meisten trennt, seine Sicht auf die ehemaligen Sklaven. Was sie zutiefst entsetzt: Gehört er auch zum Ku-Klux-Klan?

Die Autorin selbst kommt aus Atlanta und in "Anmerkungen der Autorin" gibt sie einen kurzen Abriss der Rekonstruktionszeit. Dass man in einem Buch von mal gerade 136 Seiten nicht in die Tiefe gehen kann, versteht sich von selbst. Doch als Einstieg in dieses Thema ist dieses Büchlein bestens geeignet. Die Lektüre macht sicherlich viele Leser neugierig, sich näher mit diesem dunklen Kapitel "Sklaven und Sklavenhaltung" zu befassen.

"Kleine Auszeiten", nennt der Verlag diese Reihe im Taschenformat. Lesestoff den man bequem mitnehmen und zwischendurch lesen kann - z. B. morgens bei der Zugfahrt zur Arbeit oder im Wartezimmer des Zahnarztes. Der Schreibstil ist einfach gehalten und ermöglicht auch ungeübten Romanlesern den Einstieg in die Geschichte.

Ach ja, am Ende gibt es noch die Koch/Backrezepte, die in dem Roman erwähnt werden.

Veröffentlicht am 06.02.2019

Wölfe - wilde Tiere in ihrem Familienverbund

Die Weisheit der Wölfe
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"Die Weisheit der Wölfe" von Elli H. Radinger ist für mich ein Buch mit Wow-Effekt.

Die Autorin, früher Anwältin für langweilige Ehescheidungen und sonstige juristischen Streitereien hatte nach einigen ...

"Die Weisheit der Wölfe" von Elli H. Radinger ist für mich ein Buch mit Wow-Effekt.

Die Autorin, früher Anwältin für langweilige Ehescheidungen und sonstige juristischen Streitereien hatte nach einigen Jahren diese Eintönigkeit in der Kanzlei satt und beschäftigte sich von da an mit dem, was sich als ihre Berufung herausstellte: Sie beobachtete und erforschte Wölfe. Ich kann nach Lektüre dieses Buches nur sagen, "das war die richtige Entscheidung".

Elli H. Radinger nimmt uns mit in den Yellowstone Ntl. Park und dort speziell ins Lamar Valley, ein Paradies für wilde Tiere. Da ich im vergangen Jahr selbst 3 Tage dort war, hatte ich alles genau vor Augen. Leider war dies in der haupten Reisezeit und wir bekamen nicht mal den Hauch eines Wolfes vors Gesicht.

Jedem Kapitel dieses Buches sind wunderschöne Bilder zugeordnet. Dazu ein einprägsamer Ausspruch. Z. B. "Was du dir einmal vertraut gemacht hast, für das bist du zeitlebens verantwortlich." (S. 13) Der Titel der Einleitung - "Wie ich einen Wolf küsste und süchtig wurde". Das Foto, auf dem sie tatsächlich einen Wolf küsst ist umwerfend. Süchtig nach Wölfen kann man in der Tat werden, wenn man sich auf diese Lektüre einlässt. Der böse Wolf, der die Großmutter vom Rotkäppchen oder die sieben Geißlein frisst, gehört ins Reich der Märchen. So, die Autorin.

Im Yellowstone waren Wölfe ausgerottet und wurden vor Jahren erst wieder angesiedelt, da das natürliche Gleichgewicht in der Natur aus den Fugen geraten war. Deer und Wapiti setzten durch ihre Überpopulation den Pflanzen und Kleinslebewesen so zu, das viele für immer zu verschwinden drohten. Seitdem der Wolf wieder durch die Wälder streift und unter Großtieren seine Beute reißt, stellt sich wieder ein biologisches Gleichgewicht ein. Die Wolfspopulation hat sich bestens angesiedelt und integriert. Das Wolfsprogramm wird wissenschaftlich begleitet. Mit Senderhalsbändern verfolgt man ihre Wanderungen. Z. B. "Casanova", der Druid - Frauenschwarm. (Seite 39 ) Welch ein Prachtexemplar! Kein Wunder das die Herzen der Wölfinnen schneller schlugen, als er ihnen den Hof machte.
Die Autorin, als Beobachterin immer mit am Ort des Geschehens.

Wölfe leben in einem Familienverbund und bleiben oftmals über Jahre zusammen. Eine Wolfsfamilie braucht keine Frauenquote, denn Führung ist weiblich. Das Leitpaar trifft Entscheidungen grundsätzlich zusammen, lesen wir auf S. 50. Innerhalb der Familie gibt es ein großes Harmoniebdürfnis. Der Begriff "Alpha-Wolf" ist längst überholt. (S.51) Was ein Wolf auszeichnet ist Geduld. Die muss er auch haben, will er erfolgreich Wild jagen. Dabei erweist sich, das Wölfe denken und planen können. Die jungen Wölfe lernen das Jagen von den alten. Sie lernen auch, dass der Mensch nicht auf ihren Speiseplan gehört. Jedoch muss sich auch der Mensch an die Spielregeln halten und darf kein Futter auslegen um Tiere anzulocken. In den USA und Kanada ist dies unter Strafe gestellt.

Dass Wölfe sehr soziale Tiere sind und füreinander sorgen, darüber lässt die Autorin keinen Zweifel. Paare sind viele Jahre zusammen und wenn einer stirbt trauert der Partner, zieht sich oftmals in die Einsamkeit zurück. Es kann sogar sein, dass er an "Broken Heart" verstirbt. Sage noch einmal jemand, Tiere haben keine Seele.

Am Beispiel der She-Wölfin zeigt uns die Autorin den blinden Hass vieler Menschen/Rancher rund um den Yellowstone Ntl. Park auf. She-Wölfin war ein außergewöhnliches Tier, galt als besonders intelligent und an ihrem Leben nahmen viele Wolfsliebhaber Anteil. Doch leider denkt ein Wolf nicht in unseren räumlichen Grenzen und She-Wolf wanderte ins ungeschützte Umland des Yellowstone. Dort wurde sie in blindem Hass sinnlos erschossen.

Elli H. Radinger macht dem Leser in dem vorliegenden Sachbuch auch klar, dass National Parks kein Disneyland sind. Wölfe reißen ihre Beute und scheuen sich auch nicht, ihnen Fleischstücke aus dem Körper zu beißen, wenn diese noch leben. Eine sehr blutige und brutale Art. Ein Wolf mit bluttriefenden Lefzen ist nichts für schwache Gemüter. Hier kommt der Satz voll zum Tragen: "Fressen und gefressen werden". Die Wildnis ist eben nichts für Feiglinge, schreibt sie.

Wölfe sind scheue Tiere und es ist ein seltener Glücksfall, einen Wolf in freier Natur zu sehen. Wie die Autorin schreibt, bleibt wohl niemand von der Schönheit dieser Tiere unbeeindruckt.

Veröffentlicht am 22.01.2019

Husten - Schnupfen - Heiserkeit

Männergrippe
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Das Cover des Taschenbuches "Männergrippe" von Dr. Anna Herzog & Lucinde Hutzenlaub könnte nicht besser gewählt sein.

Vielleicht wurden, als ich dieses Buch bekam und mit dem Lesen anfing, ein paar ...

Das Cover des Taschenbuches "Männergrippe" von Dr. Anna Herzog & Lucinde Hutzenlaub könnte nicht besser gewählt sein.

Vielleicht wurden, als ich dieses Buch bekam und mit dem Lesen anfing, ein paar Bakterien für einen (Frauen?) grippalen Infekt frei Haus geliefert, damit ich milde gestimmt würde, über die peinigende Männergrippe zu urteilen. Mich hatte es erwischt und ich war bereits nach wenigen Seiten aus dem Verkehr gezogen. Gab es doch mit tränenblinden Augen, einem kratzigen Hals der an Schmirgelpapier erinnerte, laufender Nase und auch am Tage zugezogenen Gardinen, eine erzwungene Lesepause von jeweils mehreren Tagen. Diese Erfahrung hatte den Effekt, dass ich der vorgestellten, armen Männerwelt, die durch eine Männergrippe lahmgelegt und folglicherweise mal gerade dem Tode von der Schippe gesprungen ist, wesentlich größeres Verständnis entgegen bringen konnte.

Doch sobald es mir einigermaßen besser ging, hielt mich nichts mehr vom Lesen ab. Heißt es doch im Volksmund: "Lachen ist gesund". Und gelacht habe ich bei dieser unterhaltsamen und gleichzeitig lehrreichen Lektüre sehr viel.

Direkt der erste Satz des Buches "Die Autorinnen haben ihren Text mit Sorgfalt geschrieben", möchte ich mit folgenden Worten ergänzen: "Und mit sehr viel Humor!".

Unterteilt ist dieses Buch in 2 große Abschnitte und diese Abschnitte wiederum in mehrere Kapitel. Jedes Kapitel wird durch eine humoristische Zeichnung eingeleitet, die dem Leser auf den ersten Blick zeigt, worum es auf den nächsten Seiten geht. Z. B. Kapitel 6: "Der Rachen und seine Virenauffangstation". Kein Wunder, dass es einem Mann da angst und bange wird, wenn so viele bösartig ausschauende Kleinslebewesen auf ihn einstürzen wie auf Seite 87. Da kann einem Mann schon mal bei einem Panikanfall der Angstschweiß auf die Stirn getrieben werden.

Die jedem Kapitel vorangestellte Fallgeschichte ist natürlich stark überzeichnet und hat was von guter Comedy. Doch Ehefrauen und Freundinnen werden beim Lesen zustimmend mit dem Kopf nicken, denn so ähnlich läuft es tatsächlich ab, wenn es einen Mann mit diesen Symptomen darniederstreckt. Der Ärmste!

Danach geht es bei den Autorinnen recht sachlich weiter, doch nie ohne humoristischen Plauderton, der sich wunderbar liest. Ein Sachbuch ohne trockenen Schuleffekt und ohne belehrenden Zeigefinger. Ganz nebenbei erfahren wir in diesem Kapitel, dass Husten als Sicherrungssystem von der Natur eingebaut wurde, "Damit alles, was sich an dem Kehldeckel vorbeimogelt und versehentlich doch in der Luftröhre landet, noch rechtzeitig herausgeschleudert wird. Husten ist die Selbsreinigungsmöglichkeit der Lunge. Durch die Luftstöße, die dabei entstehen, werden nicht nur Kuchenkrümel, sondern auch Schleim wieder nach oben befördert". (Seite 93/94)

Jedes Kapitel wird mit speziellen Behandlungsmethoden der Naturheilkunde, Homöopathie und Schulmedizin abgeschlossen.
Dass dieses Buch im Ernstfall nicht den Besuch beim Arzt ersetzt, versteht sich von selbst, wird aber von dem Autorenteam am Ende nochmals extra betont.

Für mich ist diese humoristische Abhandlung "Männergrippe" ein rundum gelungenes Buch - erheiternd und gleichzeitig informierend. Dass ich nach der Lektüre meinen eigenen grippalen Infekt besser verstehen konnte, kam mir sehr gelegen. Na ja, wir Frauen und die Männer sind manchmal doch nicht ganz so unendlich weit von einander entfernt.

Absolut empfehlenswert!