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WinfriedStanzick

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Veröffentlicht am 23.01.2018

Immer wieder geht es um den Begriff der „Homöostase“

Im Anfang war das Gefühl
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Antonio Damasio, Im Anfang war das Gefühl, Siedler 2017, ISBN 978-3-8275-0045-8


In seinem neuen Buch „Im Anfang war das Gefühl“ schildert der portugiesische Neurowissenschaftler Antonio Damasio den evolutionären ...

Antonio Damasio, Im Anfang war das Gefühl, Siedler 2017, ISBN 978-3-8275-0045-8


In seinem neuen Buch „Im Anfang war das Gefühl“ schildert der portugiesische Neurowissenschaftler Antonio Damasio den evolutionären Weg des Lebens vom Einzeller zu Wesen mit Gefühl und Bewusstsein bei Menschen und Tieren.

Immer wieder geht es um den Begriff der „Homöostase“. Damasio zeigt mit kraftvoller und überzeugender Sprache, wie seit dem Beginn der Evolution Lebewesen seit den ersten Einzellern mit einem biologischen Reaktionsvermögen ausgestattet wurden, das ihnen jeweils erlaubte, auf Umweltveränderungen sensibel zu reagieren und sich selbst immer wieder in jene gesunde Balance zu bringen, die Homöostase. Dies geschah durch Flucht, Fressen, Ausweichen, Abwehren und vieles andere Reaktionen mehr.

Auf diese Weise, so Damasio, entstanden im Laufe der Evolution die Gefühle, indem sich aus den ersten sensiblen Zellen ganze Nervensysteme entwickelten, die später zu Emotionen und schließlich zum Bewusstsein wurden, wie wir es kennen, das Wissen um die eigene Existenz.

All dies dient nur einem Zweck: wir reagieren, indem wir die äußere Welt wahrnehmen, mit einer Veränderung unseres Innenlebens. Das erleben wir als Gefühl und reagieren dann durch bewusstes Gegensteuern. Dazu ist nötig, dass Nervensystem und Gehirn mit körperlichen Vorgängen gekoppelt ist.

Damasio weitet seine Theorie auch aus auf die Entstehung jeglicher kultureller Phänomene. Religion, Tanz, Bildende Kunst, Musik, Wissenschaft oder Medizin - für Antonio Damasio sind das Emanationen der Sehnsucht nach Homöostase in Form von Orientierung, Trost, Heilung oder einem gemeinsamen sozialen Rhythmus.






Veröffentlicht am 23.01.2018

Ein sehr praktischer und lebensnaher Ratgeber, geschrieben mit Menschenkenntnis und immer mit einem verständnisvollen Schmunzeln in der Feder

Auf den Punkt
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Michael Altenhofer, Auf den Punkt. 52 Impulse zum Glücklichsein, Goldegg 2017, ISBN 978-3-99060-002-3

Er ist Mentalcoach und ein in Österreich sehr gefragter Vortragsredner. Mit seiner wöchentlichen Kolumne ...

Michael Altenhofer, Auf den Punkt. 52 Impulse zum Glücklichsein, Goldegg 2017, ISBN 978-3-99060-002-3

Er ist Mentalcoach und ein in Österreich sehr gefragter Vortragsredner. Mit seiner wöchentlichen Kolumne in der Zeitschrift „Krone bunt“ erreicht er ein großes Publikum.
In diesem kleinen Ratgeber will er seine Leser dazu ermutigen sich selbst etwas Gutes zu tun. Er will, dass sie mit ihm zusammen ihr Leben unter die Lupe nehmen und nennt Inspirationen und Ideen, es zu verbessern.
Probleme, so sagt er es in seinem Vorwort seien „wie Mücken im Auge: Sie kommen oft unerwartet und lenken uns ab.“
Und jeder geht anders damit um, wenn er im ganz normalen Alltag plötzlich mit etwas konfrontiert ist, das in ihn beeinträchtigt oder hindert. Wie man diesen Steinen, die uns den Weg versperren ausweicht oder sie umgeht, das zeigte 2016 im ersten Band von „Auf den Punkt“ an 52 zuerst in der erwähnten Zeitschrift erschienenen Beispielen.

Nun legt er einen zweiten Band nach mit weiteren 52 Impulsen , dieses Mal nach vorne gerichtet. „Impulse zum Glücklichsein“ sind verschiedenen Ideen, Anregungen und ganz konkrete Übungen, die das Leben jedes einzelnen leichter und erfolgreicher machen können.

Der Vorteil dieses Buches ist, dass man es nicht von Anfang bis Ende lesen muss. Man kann auch aus dem Inhaltsverzeichnis die Fragestellung bzw. den Titel des Impulses aussuchen, das einen sofort anspricht und neugierig macht und sich so allmählich jene Haltung aneignen, mit der man optimistisch in die Zukunft blickt, als den Anlass und den Ort, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und verändernd zu gestalten.

So wie auch im ersten Buch spricht Michael Altenhofer zuletzt als 52. Impuls davon, dass es immer an der Zeit ist, danke zu sagen: „Dankbarkeit ist eine Bereicherung im wahrsten Sinne des Wortes. Denn durch Dankbarkeit sehen Sie Ihr Leben viel reicher und vollkommener.“ Das hat mir wieder sehr gefallen.

Ein sehr praktischer und lebensnaher Ratgeber, geschrieben mit Menschenkenntnis und immer mit einem verständnisvollen Schmunzeln in der Feder.


Veröffentlicht am 18.01.2018

Ein warmherziges, stellenweise den Leser sehr bewegendes Buch über Liebe und sozialen Zusammenhalt, über menschliche Stärken und Schwächen und über Menschlichkeit und Hoffnung, die man nie aufgeben darf, egal was passiert und gleich, wie ausweglos die La

Lied der Weite
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Kent Haruf, Lied der Weite, Diogenes 2018, ISBN 978-3-257-07017-0

Im vergangenen Jahr hatte ich mit vielen anderen überraschten Lesern das Glück, den amerikanischen Schriftsteller Kent Haruf mit seinem ...

Kent Haruf, Lied der Weite, Diogenes 2018, ISBN 978-3-257-07017-0

Im vergangenen Jahr hatte ich mit vielen anderen überraschten Lesern das Glück, den amerikanischen Schriftsteller Kent Haruf mit seinem letzten Roman kennenzulernen, der wohl auch zur großen Überraschung des Diogenes Lektorats sich zu einem großen Verkaufserfolg mit begeisterten Kritiken entwickelte und 2017 verfilmt wurde.

„Unsere Seelen bei Nacht“ erschien in den USA als Kent Harufs fünfter Roman, kurz bevor er starb. Nun legt Diogenes nach dem großen Erfolg den zuerst 1999 erschienenen Roman „Plainsong“ unter dem deutschen Titel „Lied der Weite“ vor und zeigt, dass er beabsichtigt, in den nächsten Jahren alle Bücher von Kent Haruf zu verlegen. Ich begrüße das sehr. Als im Jahr 2001 bei btb das gleiche Buch unter dem Titel „Flüchtiges Glück“ erschien, hat es kaum jemand bemerkt.

Kent Harufs Romane spielen alle in der fiktiven Kleinstadt Holt in der Prärie des US-Bundesstaats Colorado, die wahrscheinlich viel Ähnlichkeit hat mit der Stadt, in der er mit seiner Familie als Lehrer und Autor lebte.

Mit „Lied der Weite“ begann Kent Haruf seinen fünfteiligen Zyklus über das Leben, Leiden und Lieben von unterschiedlichen Menschen in einer ganz normalen amerikanischen Kleinstadt. Es geht mit vielen Nebenhandlungen und -personen um das Schicksal des 17- jährigen Mädchens Victoria Roubideaux, die ungewollt schwanger geworden, von ihrer tendenziell asozialen Mutter aus dem Haus geworfen wird. Victoria flüchtet sich zu Maggie Jones, eine Lehrerin ihrer Schule, die sie zunächst tröstet und verständnisvoll aufnimmt. Zur gleichen Zeit gerät die Ehe vom Maggies Lehrerkollegn Guthrie in die Krise und Haruf verfolgt sehr einfühlsam, wie sich die Krankheit der Mutter auf den Vater und seine beiden Sohne Ike und Bobby auswirkt.

Etliche Meilen außerhalb von Holt leben die beiden älteren Brüder McPherson relativ abgeschieden und schlicht auf einer Farm, mit der sie mit Viehzucht seit Jahrzehnten ihren Lebensunterhalt bestreiten, nachdem die Eltern gestorben waren. Maggie Jones verfolgt nun zielstrebig und schlußendlich auch erfolgreich ihren Plan, Victoria Roubideaux bei diesen beiden alten Männern unterzubringen, bis sie ihr Kind zur Welt gebracht hat und sich mehr darüber klar geworden ist, wie ihr Leben weiter gehen soll.

Zunächst eher widerstrebend, willigen die beiden Männer in Maggies ungewöhnliches Begehren ein, doch dann geschieht nicht nur mit den beiden, sondern auch mit Victoria und den anderen beschrieben Protagonisten Guthrie, Maggie, Ike und Bobby etwas ganz Ungewöhnliches. Aus einem Akt der Güte werden liebevolle und heilende Beziehungen, die die daran beteiligten Menschen wohl für ihr ganzes Leben verwandeln werden.

Ein warmherziges, stellenweise den Leser sehr bewegendes Buch über Liebe und sozialen Zusammenhalt, über menschliche Stärken und Schwächen und über Menschlichkeit und Hoffnung, die man nie aufgeben darf, egal was passiert und gleich, wie ausweglos die Lage scheint.

Veröffentlicht am 18.01.2018

„Moorbruch“ ist wie sein Vorgänger nicht nur ein spannend erzählter Kriminalroman mit einer sich über Jahrzehnte hinziehenden Vorgeschichte, sondern auch ein gewaltiges und liebevoll sinnlich gezeichnetes Porträt einer rauen Inselwelt und ihrer historisch

Moorbruch
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Peter May, Moorbruch, Zsolnay Verlag 2017, ISBN 978-3-552-05817-0

Mit seiner Serie um den Polizisten Fin Macleod aus Edinburgh hat der 1951 in Glasgow geborene schottische Schriftsteller und Drehbuchautor ...

Peter May, Moorbruch, Zsolnay Verlag 2017, ISBN 978-3-552-05817-0

Mit seiner Serie um den Polizisten Fin Macleod aus Edinburgh hat der 1951 in Glasgow geborene schottische Schriftsteller und Drehbuchautor Peter May in seiner Heimat großen Erfolg gehabt und wurde mehrfach ausgezeichnet.

Auch in dem nach „Beim Leben deines Bruders“ nun folgenden Band lebt der ehemalige Polizist Fin Macleod auf seiner Heimatinsel Lewis auf den Hebriden, eine rauen Landschaft, die der ortskundige Peter May sensibel und spürbar nachvollziehbar beschreibt, die entsprechende Menschen hervorbringt, die versuchen, dort in einer ebenso faszinierenden wie unwirtlichen Umwelt ihr Leben zu fristen. Um seinen Lebensunterhalt weiter bestreiten zu können, verdingt sich Fin dazu, für einen großen Gutsbesitzer Wilderer zu bekämpfen. Der erste, den er dingfest machen soll, ist sein alter Jugendfreund Whistler. Auf einer gemeinsamen Tour, bei der sie versuchen, ihrer alten Beziehung wieder Leben einzuhauchen, werden sie Zeugen eines seltsamen Naturschauspiels, einem Moorbruch, der das Wrack eines Flugzeugs freilegt, das vor siebzehn Jahren mit ihrem gemeinsamem Freund Roddy Mackenzie abgestürzt und verschollen gemeldet wurde. Roddy war die Leader einer damals sehr erfolgreichen Band namens Amran, in der auch Whistler mitspielte und für die Fin jahrelang als Roadie arbeitete.
An Whistlers Reaktion auf diesen Fund und das was, sie Inneren des Flugzeuges vorfinden, erkennt Fin, dass irgendetwas nicht stimmt. Über Nacht sieht sich Fin mit längst vergangenen aber nicht vergessenen Ereignissen aus seinem Leben konfrontiert. Wie schon im letzten Band lässt Peter May Handlungsstränge aus der Gegenwart sich abwechseln mit solchen aus der Vergangenheit und mit literarisch hochwertiger Qualität langsam und spannend zu einer Geschichte zusammenwachsen, die voller Geheimnisse scheint. Es geht um Freundschaft, um Liebe, um scheinbaren Verrat und lebenslange Loyaliäten.





„Moorbruch“ ist wie sein Vorgänger nicht nur ein spannend erzählter Kriminalroman mit einer sich über Jahrzehnte hinziehenden Vorgeschichte, sondern auch ein gewaltiges und liebevoll sinnlich gezeichnetes Porträt einer rauen Inselwelt und ihrer historischen Abgründe.

Atemberaubend schöne Naturbeschreibungen erzählen von einer Landschaft, in der das Meer, das Klima und die Armut die Menschen schon immer in ihrer dramatischen Gefangenschaft gehalten haben.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Ein anspruchsvolles Bilderbuch, das auch die vorlesenden Erwachsenen ins Nachdenken bringen wird.

König der Lüfte
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Christoph Mett, König der Lüfte, Bohem Verlag 2017, ISBN 978-3-95939-039-2

Christoph Mett, den Bilderbuchkenner als Illustrator schätzen gelernt haben, legt mit „König der Lüfte“ im ambitionierten und ...

Christoph Mett, König der Lüfte, Bohem Verlag 2017, ISBN 978-3-95939-039-2

Christoph Mett, den Bilderbuchkenner als Illustrator schätzen gelernt haben, legt mit „König der Lüfte“ im ambitionierten und für die künstlerische Qualität all seiner Bücher bekannten Bohem Verlag aus Zürich ein Bilderbuch für Kinder und Erwachsene vor, für das er nicht nur opulente und phantasievolle Bilder geschaffen, sondern auch eine märchenhafte Geschichte geschrieben hat, die mit viel Hintersinn und satirischen Elementen das Nachdenken über Besitzlosigkeit, Überfluss und den wahren Wert der Freiheit provozieren will. Am Beispiel des Königs Ambrosius werden den das Buch betrachtenden Kindern die Auswirkungen von Machtstreben und Anhäufung von Gütern im Zusammenhang mit den eigentlich wichtigen Dingen im Leben vermittelt.
Denn der König sammelt als, was funkelt. Sein Volk nennt ihn König Klunker. Als eines Tages viele Journalisten ins Schloß kommen, um über den König und seine Sammelleidenschaft zu berichten, kommt es zu einem Zwischenfall, der alles verändert.

Es ist eine stellenweise lustige, fast durchgängig sehr philosophisch daherkommenden Geschichte, die oft aus der heutigen Welt gegriffen scheint mit vielen aktuellen Bezügen und die doch besonders am Ende das Geschehen in eine phantastische Märchenwelt verlegt.

Ein anspruchsvolles Bilderbuch, das auch die vorlesenden Erwachsenen ins Nachdenken bringen wird.