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WinfriedStanzick

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2017

Ein lustiges und fast wahres Bilderbuch über die erste internationale Ballonfahrt.

Ballonfahrt mit Hund
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Matthew Olshan, Sophie Blackall, Ballonfahrt mit Hund, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5979-7

„Die (fast) wahre Geschichte der ersten internationalen Luftfahrt im Jahr 1785“ erzählt Matthew Olshan ...

Matthew Olshan, Sophie Blackall, Ballonfahrt mit Hund, Gerstenberg 2017, ISBN 978-3-8369-5979-7

„Die (fast) wahre Geschichte der ersten internationalen Luftfahrt im Jahr 1785“ erzählt Matthew Olshan in diesem von Sophie Blackall eigenwillig und phantasievoll illustrierten Bilderbuch aus dem Gerstenberg Verlag, das Leena Fleger aus dem Englischen übersetzt hat.

Bis auf wenige erfundene Details, für die sich der Luftfahrtfan Olshan die Freiheit genommen hat, berichtet das Bilderbuch über die Fahrt des Amerikaners Dr. Jeffries, der lieber ein Engländer wäre, mit seinem französischen Pilot Monsieur Blanchard über den Ärmelkanal von Großbritannien nach Frankreich im Jahr 1785. Damit waren sie die ersten, denen das gelang.

Doch sie haben schon vor der Fahrt ein ernstes Problem. Sie können sich gegenseitig nicht ausstehen. Dennoch starten sie am 7. Januar 1785 zu ihrem Vorhaben, während dem sich schon bald ernsthafte Probleme zeigen. Nun müssen die beiden Streithähne wirklich zusammenhalten soll ihr Vorhaben nicht scheitern.

Ein lustiges und fast wahres Bilderbuch über die erste internationale Ballonfahrt.


Veröffentlicht am 10.11.2017

Eine schöne Geschichte mit absolut gelungenen und sympathischen Tierfiguren. Die Kinder werden ihre Freude an diesem Bilderbuch haben.

Der kleine rote Pullover
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Brigitte Weninger, Katharina Sieg, Der kleine rote Pullover, Annette Betz Verlag 2017, ISBN 978-3-219-11740-0

Eine in ein lustiges Rätsel verkleidete heitere Wintergeschichte erzählt Brigitte Weninger ...

Brigitte Weninger, Katharina Sieg, Der kleine rote Pullover, Annette Betz Verlag 2017, ISBN 978-3-219-11740-0

Eine in ein lustiges Rätsel verkleidete heitere Wintergeschichte erzählt Brigitte Weninger in ihrem neuen Bilderbuch, das im Wiener Annette betz Verlag erschienen ist und das Katharina Sieg ansprechend und farbkräftig illustriert hat.

Sie beginnt damit, dass der Vater der Rabenfamilie eines Tages einen roten Kinderpullover von der Wäscheleine stiehlt und ihn dann stolz seiner Frau zeigt. Vater Rabe will mit dem Pullover ein Dach für das Nest seiner Kinder bauen. Doch seine Frau ist dagegen und schimpft, denn die Farbe Rot locke doch nur den Falken an. Vater Rabe wirft den roten Pullover weg, der nun eine besondere Reise unternimmt, indem er verschiedenen Waldbewohnern zu ganz unterschiedlichen Zwecken dient, bis ich am Ende der Förster wiederfindet und ihn als das Kleidungsstück wiedererkennt, das von der Wäscheleine seines Hauses verschwunden war.

Er wundert sich und fragt sich, was die verschiedenen Spuren, die die Tiere in der Wolle hinterlassen wohl zu bedeuten haben. „Aber der kleine rote Pullover verriet es nicht.“

Die Kinder werden es nach dem Vorlesen besser wissen. Eine schöne Geschichte mit absolut gelungenen und sympathischen Tierfiguren. Die Kinder werden ihre Freude an diesem Bilderbuch haben.



Veröffentlicht am 10.11.2017

Ein schönes Buch für kleine Prinzessinnen und ihre Väter.

Auch Prinzessinnen müssen mal pupsen
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Ilan Brenman, Magali Le Huche, Auch Prinzessinnen müssen mal pupsen, arsedition 2017, ISBN 978-3-8458-1639-5

Wie viele Mädchen in ihrem Alter begeistert sich die kleine Laura für Prinzessinnen und kennt ...

Ilan Brenman, Magali Le Huche, Auch Prinzessinnen müssen mal pupsen, arsedition 2017, ISBN 978-3-8458-1639-5

Wie viele Mädchen in ihrem Alter begeistert sich die kleine Laura für Prinzessinnen und kennt auch einige: Cinderella, Schneewittchen und natürlich die kleine Meerjungfrau.

Eines Tages kommt sie ganz aufgeregt aus dem Kindergarten und rennt gleich mit einer sie quälenden Frage zu ihrem Vater. Ihr Freund Marcello hat Cinderella abfällig als Pups-Prinzessin bezeichnet, was Laura zu der Frage führt: Müssen Prinzessinnen auch pupsen?

Ihr Vater reagiert verständnisvoll und mit viel Phantasie. Er zieht das „geheime Buch der Prinzessinnen“ aus dem Regal und erzählt ihr die Geheimnisse, wie Cinderella, Schneewittchen und auch die kleine Meerjungfrau in bestimmten Situation gepupst haben.

Er macht da so gut, dass Lauras Bewunderung für Prinzessinnen keinen Schaden nimmt.
Ein schönes Buch für kleine Prinzessinnen und ihre Väter.

Veröffentlicht am 08.11.2017

Die hier vorliegende gekürzte Lesung, die von dem Schauspieler August Zirner hervorragend eingespielt wurde, fasziniert durch ein erstaunliches Gespür für Anis mannigfaltigen Zwischentöne und hat die Tiefen des Buches und der Persönlichkeit von Jakob Fran

Ermordung des Glücks
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Friedrich Ani, Ermordung des Glücks. Ein Fall für Jakob Franck, Hörbuch Hamburg 2017, ISBN 978-3-86952-364-4

Selbst versierte Krimileser könnten wahrscheinlich nicht auf Anhieb sagen, wieviel verschiedene ...

Friedrich Ani, Ermordung des Glücks. Ein Fall für Jakob Franck, Hörbuch Hamburg 2017, ISBN 978-3-86952-364-4

Selbst versierte Krimileser könnten wahrscheinlich nicht auf Anhieb sagen, wieviel verschiedene Ermittlerfiguren der Schriftsteller Friedrich Ani im Laufe seiner langen literarischen Tätigkeit schon erfunden hat. Am bekanntesten ist wohl der Kommissar Tabor Süden, den Ani zuletzt aus dem Ruhestand noch in einigen Büchern ermitteln ließ. Wahrscheinlich auch deshalb, weil diese Serie über ein Dutzend Bücher über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten umfasste. An so manchen Ermittler, der danach folgte, und den Ani meist schon nach zwei oder drei Büchern durch einen anderen ersetzte, erinnert sich kaum noch jemand, was schade ist, denn jeder dieser Männer hatte eine außergewöhnliche Lebensgeschichte, wie sie nur Ani erfinden kann und alle einte sie eine Ermittlungsmethode, die man so bei kaum einem anderen Polizisten in der Krimiszene findet.

Anis Ermittler setzen sich selbst auf Spiel. Selbst jeweils auf unterschiedliche Arten aus der Welt gefallen und ihr eigenes Leben und seine Geschichte verloren glaubend, sind sie auf eigentümliche Weise in der Lage, das Schicksal der Täter und ihrer Opfer auf eine fast körperliche Art zu spüren und zu erleben, die sie während ihre Ermittlungen nicht selten selbst an deren Rand des Todes bringt.

Ani lässt sie mit Regelmäßigkeit auf Menschen treffen, die auf irgendeine Weise sich selbst verloren gegangen sind. Unsichtbar geworden, leben sie mitten unter uns und Ani gibt ihnen durch seine Kommissare und ihre absolut ungewöhnliche Art, Kriminalfälle zu lösen, ihr Gesicht, ihre Geschichte und ihre Menschenwürde zurück.

Sein neuer Ermittler Jakob Franck, den Ani nun schon in einem zweiten Fall präsentiert, ist so ein Sucher nach Verlorenem und Verschwundenem. Seit einiger Zeit im Ruhestand, hat er sich dort noch gar nicht recht eingerichtet, glaubt aber endlich ein Leben jenseits der Toten beginnen zu können, nachdem er über viele Jahre in seinem Dezernat sozusagen der Spezialist für die Überbringung von Todesnachrichten war, und das auch nach eigener Einschätzung immer ziemlich gut gemacht hat. So wie viele seiner Vorgänger lebt Jakob Franck allein, nachdem nicht nur sein Job als Polizist seine Ehe scheitern ließ. Schon in seinem ersten Fall, „Der namensloseTag“, für den Ani völlig zu Recht den Deutschen Krimipreis erhielt, führten ihn seine Ermittlungen nicht nur in die Katakomben seiner eigenen Vergangenheit, sondern auch auf eine ganz besondere Weise zurück in eine Verbindung zu seiner Ex-Frau Marion Siedler, die einzige Frau, die ihn wirklich kennt und versteht.

Auch im neuen Fall wird Jakob Franck schmerzlich mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Als nach 34 Tagen, in dem der 11-jährige Lennard Grabbe vermisst wird, seine Leiche gefunden wird, überbringt Franck den verzweifelten Eltern die Nachricht und bleibt die ganze Nacht bei ihnen, schweigend und schon hier mit der schmerzlichen Erinnerung an seine eigene in der Jugend ermordete Schwester konfrontiert.

Obwohl Franck alle Protokolle der Mordkommission, die ihn wieder um Unterstützung gebeten hat, durchgeht, und alle Zeugen erneut befrag, fehlt vom Mörder jede Spur. Mit vielen Details, die Franck so herausfindet, baut Ani eine richtige Spannung auf. Auch die umfangreiche Beschreibung des seelischen Zustandes der Eltern des Jungen und eines, wie Jakob Franck bald richtig vermutet, Geheimnisses, das den Onkel von Lennard mit dessen Mutter Tanja verbindet, unterscheidet Anis Stil und literarische Technik von den meisten anderen Kriminalromanen.

Während etwa ein Gerichtsmediziner völlig ohne Emotionen arbeitet, setzt sich Franck seinen eigenen Emotionen und denen der Menschen, denen er begegnete, bedingungslos aus. Ani beschreibt das so:
„Was Franck meinte, war sein ureigenes, professionelles, wenn nötig rücksichtsloses Zerstückeln der Umstände, das Ausgraben halbverwester Wahrheiten, das Offenlegen ebenso verständlicher wie oftmals schmutziger Überlebenstricks. Die Aufklärung eines Mordes oder eines zwielichtigen Todes bedeutete, dass ein Kommissar das Recht hatte, die Welt des Menschen, der gewaltsam gestorben war, von Grund auf zu erschüttern und deren Bewohnern so lange mit unnachgiebiger Genauigkeit ihre Gewohnheiten zu entreißen, bis sie nackt in der Kälte standen und sich ihrer Erbärmlichkeit bewusst wurden. Erst von diesem Moment an – davon war Franck überzeugt – gelangte das Opfer auf den Weg zum ewigen Frieden.“

So wie viele seine Vorgänger ist Franck nicht religiös, hat aber immer einen Zugang zu den spirituellen Dimensionen des Lebens und den sündhaften Abgründen menschlicher Existenz. Er nähert sich ihnen mit einer von ihm selbst entwickelten Methode, die er „Gedankenfühligkeit“ nennt, und die ihm ungeahnte Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt nicht nur der Menschen, denen er begegnet, vermittelt, sondern auch und gerade in seine eigene.

Das macht ihn in manchen Situationen zum Therapeuten und Seelsorger, bringt ihn aber keinen Meter von seinem eingeschlagenen Weg ab. Ein Weg, der ihn Kraft kostet, aber ihn sehr nah kommen lässt, dem, was Ani seit vielen Jahren beschäftigt: der Essenz des Lebens und des Leidens.

Im neuen Fall wird von Ani die spirituelle Dimension dieser Essenz ganz besonders betont. Das überraschende Ende des Buches ist meiner nach ernst gemeint und drückt eine leidenschaftliche und unzerstörbare Hoffnung aus auf gelingendes und versöhntes Leben, auch nach dem Tod.


Die hier vorliegende gekürzte Lesung, die von dem Schauspieler August Zirner hervorragend eingespielt wurde, fasziniert durch ein erstaunliches Gespür für Anis mannigfaltigen Zwischentöne und hat die Tiefen des Buches und der Persönlichkeit von Jakob Franck sensibel eingefangen.




Veröffentlicht am 08.11.2017

Ein vergleichsloses Lesewerk, eine Schatzkiste und Fundgrube für ganz unterschiedliche Menschen und Professionen.

Mehr als alles
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Hubertus Halbfas, Mehr als alles. Geschichten, Gedichte und Bilder für kluge Kinder und ihre Eltern, Patmos 2017, ISBN 978-3-8436-0986-9


Und wieder hat der 1932 geborene emeritierte Religionspädagoge ...

Hubertus Halbfas, Mehr als alles. Geschichten, Gedichte und Bilder für kluge Kinder und ihre Eltern, Patmos 2017, ISBN 978-3-8436-0986-9


Und wieder hat der 1932 geborene emeritierte Religionspädagoge Hubertus Halbfas nach seinem konkurrenzlosen dreibändigen Werk „Literatur und Religion“ einen faszinierenden Sammelband herausgegeben, mit dessen Texten er zur religiösen Bildung für fragende Menschen jeden Alters beitragen will und mit denen er die unterschiedlichen Dimensionen des Menschlichen und des Transzendenten erschließen möchte.

Immer wieder geht es um die Bedeutung der Sprache und um den Stellenwert des kritischen Fragens. Darin ist er seinem jüngeren Kollegen Rainer Oberthür ähnlich, der mit seinen Büchern den gleichen Ansatz verfolgt.

Die einzelnen Kapitel beschreiben den gesamten Horizont menschlichen Lebens: Schweigen, Hören, Sehen, Sprechen, Schreiben und Lesen, Gehen, Fragen, Sich-Selbst-Finden, Lieben, Essen und Trinken, Feiern, Mitgehen, Bebauen und Bewahren, Hüten und Pflegen, Verletzen und Heilen und schließlich: Sterben und Tod.

Alles unter der transzendenten Perspektive, die dem Buch den Titel gab: „Es muss im Leben mehr als alles geben.“

Ein vergleichsloses Lesewerk, eine Schatzkiste und Fundgrube für ganz unterschiedliche Menschen und Professionen.