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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2023

Loulou de La Falaise: eine selbstständige und selbstbewusste Mode-Ikone

Der Glanz der Zukunft. Loulou de la Falaise und Yves Saint Laurent
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Ein buntes Cover für ein buntes Leben. Michelle Marly hat für ihren neuen Roman eine faszinierende und extravagante Frau ausgesucht. Die junge Loulou de La Falaise mit ihrem eigenen Sinn für Mode entwickelt ...

Ein buntes Cover für ein buntes Leben. Michelle Marly hat für ihren neuen Roman eine faszinierende und extravagante Frau ausgesucht. Die junge Loulou de La Falaise mit ihrem eigenen Sinn für Mode entwickelt sich Seite für Seite zu einer unglaublich selbstbewussten Frau, die sich einen Namen in der hart erkämpften Welt der Haute Couture macht. Dank Mut, Arbeit und Eigensinn gelingt es ihr, ihr Freiheit und Selbstständigkeit durchzusetzen und sich selber zu verwirklichen.

Ein Leben als „Frau von“ oder „Tochter von“ war einfach nicht Loulous Leben. Im Mahlstrom des Lebens, zwischen Zweifel und Zufall, lernt Louise Leute kennen, die sie zu ihrem Beruf inspirieren werden. Dazu zählen unter anderem der berühmte französische Modeschöpfer Yves Saint Laurent und seine Freunde.

Der flüssige und lebendige Schreibstil setzt Loulou perfekt in Szene und lässt sie sich auf dem Laufsteg ihres Lebens präsentieren. Michelle Marly entführt die Leser*innen in allen Ecken und Enden der Welt und lässt sie mit ihren bunten und detailverliebten Beschreibungen der Modemetropolen ein faszinierende Universum erkunden. Mit den kurzen Kapiteln bleibt man als Leser immer in Bewegung.

Einige Kapitel widmen sich Talitha Getty, mit der Loulou, aber auch Yves Saint Laurent, unabhängig voneinander, eine freundschaftliche Beziehung führten. Obwohl sie genauso gut wie die Kapitel um Loulou geschrieben sind, fühlten sich diese einzelnen Kapitel fehl am Platz, weil sie keinen direkten Bezug zu Loulou hatten. Es hätte vielleicht besser zum Roman gepasst, wenn Talitha oder Yves Saint Laurent Louise ihre Begegnung in Marokko erzählt hätte. Eine Rechtschreibprüfung für die wenigen französischen Wörter und Ausdrücken wäre auch empfehlenswert gewesen: mindestens ein Drittel sind falsch geschrieben.

Ziemlich ungewöhnlich, weil es gleichzeitig als Personenregister und Nachwort dient, aber eine sehr gute Idee: das Verzeichnis am Ende des Buches beschreibt hauptsächlich, wie es für die Personen nach der Erzählung dieses Romans weiterging.

Fazit: ein gutes Buch, um mehr über eine faszinierende Frau und ihr Sinn für Mode zu erfahren.

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Veröffentlicht am 05.10.2023

Ein junges Mädchen im französischen Indochina

Der Liebhaber
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Marguerite Duras ist eine der seltenen Frauen, die mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurden, und das genau mit diesem Roman, in dem sie die Geschichte eines fünfzehnjährigen Mädchens im französischen ...

Marguerite Duras ist eine der seltenen Frauen, die mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurden, und das genau mit diesem Roman, in dem sie die Geschichte eines fünfzehnjährigen Mädchens im französischen Indochina erzählt. Auf einem Mekong-Fähre begegnet sie einem fast dreißigjährigen Chinesen, dessen verschrienen Liebhaberin sie wird.
Obwohl der Titel des Romans auf dieser französischen-chinesischen Affäre während der Dreißiger Jahre basiert, ist die Beziehung zur Mutter und zu ihren Brüdern, sowie Schulkameradinnen viel präsenter. Auch die Erzählerin, Marguerite Duras selber, die eine ältere Version der Protagonistin ist, kommt oft zum Vorschein und kommentiert die Ereignisse.
Die Autorin entführt den Lesern nach Südostasien in einer verschollenen Zeit, die seinen Reiz hatte und gut beschrieben wird. Wegen des ständigen Perspektivenwechsel zwischen der jungen und der reiferen Marguerite Duras ist es allerdings ziemlich schwer zu nachvollziehen, in welcher Epoche und mit wem man sich gerade befindet. Auch der Schreibstil dieses sehr kurzen Romans empfand ich als schwierig und teilweise unangenehm. Leider nicht der ersten vom Prix Goncourt ausgezeichneten Roman, der mich nicht wirklich packen konnte.

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Veröffentlicht am 28.08.2023

Der Westerwald: eine Kraftquelle

Meine Auszeiten - Westerwald
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Der Droste-Verlag, der u.a. für die „Glücksorte“-Reihe bekannt ist, veröffentlicht eine weitere Reihe, die sich mit Wohlfühlmomenten und Auszeitmöglichkeiten befasst. Nach ihren „Glücksorte an der Lahn“ ...

Der Droste-Verlag, der u.a. für die „Glücksorte“-Reihe bekannt ist, veröffentlicht eine weitere Reihe, die sich mit Wohlfühlmomenten und Auszeitmöglichkeiten befasst. Nach ihren „Glücksorte an der Lahn“ führt Nicole Steffens den Leser in den Westerwald, eine wunderschönen Region, die sich über drei Bundesländer erstreckt.

Wie bei der „Glücksorte“-Reihe versteckt sich am Anfang des Buches ein schönes Zitat. Wenn man das Cover aufklappt, erscheint es.

Nicole Steffens Vorschläge sind in vier Kategorien, nach Dauer des Aufenthaltes, aufgeteilt. Alle Ideen werden in der gleichen Weise vorgestellt: mit einem Foto auf der rechten Seite, eine Beschreibung, sowie die Adresse auf der linken Seite. Zwischendurch gibt es auch zwei Seiten ohne direkte Verbindung zum Westerwald, die Aktivitäten vorstellen, die man für mehr Achtsamkeit in seinem Alltag integrieren kann.

Vielfältig und belebend… Beide Adjektiven zeichnen Nicole Steffens Vorschläge aus. Dieses Buch beweist, dass es viele Möglichkeiten von unterschiedlichen Dauer, eine Auszeit zu nehmen und wieder zu sich zu finden. Ob Natur, Kultur, Handarbeit, Tiere, Kaffee und Kuchen (zum Glück nimmt man beim Lesen nicht zu!), Wellness, Übernachtung…, für jeden ist was dabei.

Dank der Karte am Ende des Buches kann die nächste Auszeit im Westerwald gleich geplant werden. Wann geht es los?

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Veröffentlicht am 09.07.2023

Das prunkvolle Bernsteinzimmer verbindet

Die Erbin des Bernsteinzimmers
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Josefine führt ein geruhsames Leben und fürchtet sich vor jeglichem Abenteuer. Als ihr Schulfreund Fynn sie und ihren im Sterben liegenden Großvater aufsucht, um sich über das Verschwinden des sagenhaften ...

Josefine führt ein geruhsames Leben und fürchtet sich vor jeglichem Abenteuer. Als ihr Schulfreund Fynn sie und ihren im Sterben liegenden Großvater aufsucht, um sich über das Verschwinden des sagenhaften Bernsteinzimmer zu erkundigen, entdeckt Josefine, dass die Vergangenheit ihrer Familie möglicherweise eine ganz andere ist, als angenommen. Mit Fynn begibt sich Josefine auf die Suche nach dem verschollenen Schatz und ihrer vergessenen Familiengeschichte.

Das sehr schön gestaltete Cover lockt die Leserinnen mit alten Fotos und Karte, sowie einigen Bernsteinartefakten: Eine geheimnisvolle Reise in die Vergangenheit erwartet Josefine und die Leserinnen.

Zwei Erzählstränge um Josefine und ihren Großvater Johannes lassen die Leserinnen zwischen dem zweiten Weltkrieg und der Gegenwart pendeln. Ohne Fynn wäre Josefine nie auf die Idee gekommen, dass die Erzählungen ihres Großvaters keine Erfindungen oder Märchen für ein kleines Mädchen waren. Jedoch sind diese Geschichten sehr kryptisch und phantasievoll, so dass es weder für die Leserinnen, noch für die Protagonist*innen, einfach ist, sie zu entziffern.

Sehr stürmisch waren die letzten Zeiten Königsbergs. Genauso bewegt ist der Erzählstrang um den jungen Johannes, seinen Bruder, Charlotte und die Familie Naubereit. Ein Plan wird erarbeitet, um das im Königsberger Schloß ausgestellte Bernsteinzimmer zu stehlen. Dabei soll nicht nur das prunkvolle Juwel gerettet werden, aber auch die Protagonisten.

Der flüssige und angenehme Schreibstil von Elisabeth Büchle verleiht beiden Erzählsträngen eine fesselnde Wirkung. Das Hin und Her der Gefühle fand ich in der Gegenwart teilweise langatmig. Jedoch passt es in der Geschichte rein, da es nicht nur um die Suche nach dem Schatz ging, aber auch um die Suche nach der Familienvergangenheit und nach sich selbst.

Wahre Gegebenheiten und Ereignissen, von denen die Autorin berichtet, werden anhand Noten und Personenregister zusätzlich erklärt. Es beweist ein hohes Maß an Recherchearbeit für diesen spannenden Roman.

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Veröffentlicht am 09.07.2023

Spannender „Jahrgang“!

Auslese à la Provence
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Pascal Chevrier arbeitet als Dorfgendarm in Lucasson, Mitte im Lubéron. Dort hat er seit einigen Jahren seine Heimat gefunden und bereut nicht, Paris den Rücken gekehrt zu haben. Ganz ruhig ist es in der ...

Pascal Chevrier arbeitet als Dorfgendarm in Lucasson, Mitte im Lubéron. Dort hat er seit einigen Jahren seine Heimat gefunden und bereut nicht, Paris den Rücken gekehrt zu haben. Ganz ruhig ist es in der Provence während der Erntezeit aber auch nicht. Bei einem Brandanschlag auf einem Weinberg stirbt eine junge Frau. Audrey von der Police Nationale und Pascal ermitteln.

Das schöne Cover versetzt den Leser sofort in die Provence. Mit diesem Bild versteht man problemlos, dass Pascal Chevrier sich im Lubéron niedergelassen hat. Weitere Ausblicke dieser wunderschönen Gegend beschreibt der Autor in einer ziemlich realistischen Weise im ganzen Buch.

Andreas Heineke hat zum Thema Weinanbau sehr gut recherchiert und teilt dieses Wissen mit den Lesern. Die „3000 saveurs“ (Geschmacksrichtungen) der Provence bringt er auch gut zur Geltung: von der gastronomischen Lokalkolorit bekommt man einen wässrigen Mund.

In diesem südfranzösischen Paradies wirken die Protagonisten, die der Autor zum Leben erweckt hat, mit ihren Ecken und Kanten sehr authentisch. Sie haben eine Vergangenheit und somit eine Familie, die in diesem Buch was zu feiern hat. Und der Leser feiert einfach mit.

Die Geschichte selber ist sehr fesselnd, mit vielen unerwarteten Wendungen und einige Verschwinden. Die Spannung wird durch den flüssigen und lebendigen Schreibstil des Autors, sowie kurze Kapitel, unterstützt. Der Plot ist sehr gut verarbeitet: Auf die Lösung kommen wahrscheinlich nur die wenigsten, jedoch wirkt die ganze Handlung schlüssig.

Fazit: Ein großartiger Provence-Krimi mit viel Spannung und Lokalkolorit. Ein guter Jahrgang!

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