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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2017

Toller Ansatz, Umsetzung mittelmäßig

Verdächtige Geliebte
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Higashino geht mit Verdächtige Geliebte einen ungewöhnlichen Weg. Im Gegensatz zum klassischen Rätselraten über den Täter, ist dieser in diesem Kriminalroman von Beginn an bekannt. Der Leser weiß sofort ...

Higashino geht mit Verdächtige Geliebte einen ungewöhnlichen Weg. Im Gegensatz zum klassischen Rätselraten über den Täter, ist dieser in diesem Kriminalroman von Beginn an bekannt. Der Leser weiß sofort das Yasuko getötet hat und sieht, wie es soweit kommen konnte. Nun gilt es für sie ein möglichst geschicktes Alibi zu finden, das die Polizei von ihrer Unschuld überzeugt. Zur Hilfe kommt ihr dabei Ishigami, ein Nachbar der schon lange heimlich ein Auge auf sie geworfen hat. Als genialer Mathematiker hat Ishigami schnell einen Plan parat. Einen wirklich guten Plan. Doch hat er nicht damit gerechnet, das auf Seiten der Polizei ebenfalls ein Wissenschaftler steht, der seine Logik zu durchschauen droht.

Meinung:
Der Autor geht mit seinem Buch ein Wagnis ein. Er entfernt sich von gewöhnlichen Pfaden, in dem er die normalerweise spannendste Frage schon auf dem Klappentext beantwortet. Eine aussergewöhnliche, aber gute Idee wie ich finde. Warum zur Abwechselung nicht mal das Pferd von Hinten aufzäumen.
Zu Beginn wurde diese Idee auch gut ausgeführt. Man konnte einen ersten interessanten Blick auf die Protagonisten werfen und wurde Zeuge des Mordes. Doch an der Stelle wo der spannende Kampf der Superhirne stattfinden sollte, kam mir zu wenig. Spannung, Unterhaltung und allgemein Austausch. Meistens sprachen die beiden Wissenschaftler mit der Polizei, weniger miteinander, was ich sehr schade fand. Auch die Kommunikation zwischen Yasuko und Ishigami war dürftig. Vieles wiederholte sich immer wieder und lies auch sprachlich zu wünschen übrig. Der Plot gefällt mir grundsätzlich immer noch gut, aber es wurde doch recht wenig aus der Idee gemacht. Auch die Charaktere waren eher nüchtern, was durchaus passend war, aber eben wenig unterhaltungswert liefert.

Fazit:
Tolle Herangehensweise, aber maue Umsetzung. Gesamt nur durchschnittlich.

Veröffentlicht am 05.06.2017

Stürmisch

Stormheart 1. Die Rebellin
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Aurora ist eine junge Sturmlingprinzessin, die zusammen mit ihrer Mutter der Königin die Aufgabe hat, ihr Volk vor den Unwettern zu schützen. Ausser den Beiden weiß niemand, was eigentlich unmöglich sein ...

Aurora ist eine junge Sturmlingprinzessin, die zusammen mit ihrer Mutter der Königin die Aufgabe hat, ihr Volk vor den Unwettern zu schützen. Ausser den Beiden weiß niemand, was eigentlich unmöglich sein sollte - Aurora hat die Gabe der Stürme nicht geerbt. In schwierigen Zeiten droht der Schwindel nun aufzufliegen, deshalb soll es eine Hochzeit geben, die Auroras Geheimnis vertuscht. Doch die Prinzessin geht lieber ihren eigenen Weg und schließt sich einer Truppe Sturmjäger an und begiebt sich auf die Reise ihres Lebens.

Meinung:
Stormheart war für mich das erste Buch der Autorin und es hat mich wirklich gut unterhalten. Die Art von Geschichte ist nicht neu, erinnert mich sogar in Teilen stark an "Der Kuss der Lüge", ist meinem Empfinden nach aber viel besser umgesetzt als dieses.
Der Schreibstil ist gefällig und lässt sich auch über 400 Seiten hinweg gut lesen. An einzelnen Stellen wird es etwas zu kitschig, was ich bei diesem Genre aber nicht anders erwarte. Die Liebesgeschichte finde ich nett, nimmt aber für mich etwas zu großen Raum ein. Schön finde ich allerdings die wiederkehrenden kleinen Sticheleien zwischen den verschiedenen Figuren. Sie lockern die Turtelei etwas auf.
Neben der Liebe spielen aber vor allem die Stürme eine große Rolle. Die Idee, Naturgewalten in ein klassisches Jugendbuch zu integrieren, ist sowohl in der Theorie, als auch in der praktischen Umsetzung klasse gelungen. Ich hoffe das dieser Teil der Geschichte auch in den weiteren Bänden ausreichend behandelt wird. Ebenso wie die politischen Aspekte des Romans, die eine schöne Abwechselung bilden.

Fazit:
Toller Auftakt der Triologie, nächstes mal weniger Liebe dafür mehr Natur und Ränkespiele und ich wäre vollends überzeugt.

Veröffentlicht am 02.06.2017

Ein runder Abschluss

Arkadien-Reihe 3: Arkadien fällt
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Rosa und Alessandro stellen sich ihrem letzten großen Kampf. Zwischen den verschiedenen Seiten gefangen, müssen sie aufpassen nicht unter die Räder zu kommen und dabei den Glauben aneinander nicht zu verlieren.
Mit ...

Rosa und Alessandro stellen sich ihrem letzten großen Kampf. Zwischen den verschiedenen Seiten gefangen, müssen sie aufpassen nicht unter die Räder zu kommen und dabei den Glauben aneinander nicht zu verlieren.
Mit dem letzten Band der Triologie wird es nocheinmal spannend und der Leser erfährt endlich was wirklich in der Vergangenheit geschah.

Meinung:
Auch mit dem letzten Teil bleibt Kai Meyer seiner Linie treu, einer seltenen Mischung aus Mafiakrimi und Gestaltwandlerfantasy. Eine Mixtur die man mögen muss. Wer allerdings bis hierher noch dabei ist, wird auch diesen Teil mögen. Denn er bildet einen würdigen Abschluss der Triologie. Es bleibt spannend, kämpferisch, gefühlsbetont und rätselhaft. Stellenweise ein wenig zäh, meistens fiebert man aber mit dem Liebespaar mit. Besonders die Auflösung der bisherigen Rätsel hat mir gut gefallen, auch wenn der Autor manchmal etwas übertreibt. Die Grundstory aber, bleibt durchaus logisch und nachvollziehbar. Der Weg zum Ende gefällt mir und auch die Figuren die bisher nur erwähnt, nun aber tatsächlich greifbar sind sagen mir zu. Manche genauso wie man sie sich vorgestellt hat, andere überraschend. Sowieso hat der Autor die ein oder andere Wendung eingebaut und sorgt so für zusätzliche Spannung. Das ist ihm in diesem Buch gut gelungen.

Fazit:
Arkadien ist auch nach dem Abschlussband nicht meine neue Lieblingsserie geworden. Manchmal zäh, nicht immer sympathisch und stellenweise unglaubwürdig. Trotzdem hat mir das Lesen Spaß gemacht und wer sich für Fantasy und Krimi/Thriller erwärmen kann, sollte sein Glück versuchen.

Veröffentlicht am 25.05.2017

Gähnende Leere

Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten
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Annika hängt in der Luft. Sie ist in der Phase zwischen Studium und Job bei der sie nicht weiß in welche Richtung sie später gehen möchte. Sie lässt sich lustlos treiben und wird erst durch die Zufallsbekanntschaft ...

Annika hängt in der Luft. Sie ist in der Phase zwischen Studium und Job bei der sie nicht weiß in welche Richtung sie später gehen möchte. Sie lässt sich lustlos treiben und wird erst durch die Zufallsbekanntschaft Marie-Louise aus ihrer Trance gerissen. Gemeinsam verbringen sie einen Sommer der Annikas Leben verändern sollte.

Meinung:
Die Kunst, einen Dinosauerier zu falten hat mich alleine durch seinen Titel schon angesprochen. Poetisch, geheimnisvoll, einfach Neugierde weckend. Auch der Klappentext war interessant und ich rechnete damit, Annika auf einer Reise zum Erwachsenwerden zu begleiten. Leider bekam ich von der Protagnoistin nur eine immer währende Leere. Sie schleppt sich gelangweilt und perspektivlos durchs Leben, weiß nichts mit sich anzufangen und hat auch kein Interesse daran etwas zu ändern. Zugute halten muss ich der Autorin, das sie diese Leere wunderbar rüberbringt. Leider ist da ansonsten aber bis auf ein paar kleine schöne Stellen nicht viel mehr. Es ist kein Sommer voller Aktivität, Spaß mit Freunden usw. wie ihn sicherlich einige von uns kennen in der Zeit nach der Schule beispielsweise. Es sollte eine Zeit sein in der man seine Stärken entdeckt und Interessen ausprobiert um zu wissen wohin die Reise gehen soll. Wenn man schon kein Ziel hat, sollte man wenigstens Spaß daran haben es suchen. Das ist bei Annika nicht der Fall. Sie bleibt für mich abstrakt, schwer nachzuvollziehen und schlicht öde. Die Nebencharaktere die Potenzial hätten, werden nur angerissen und bleiben ansonsten gesichtslos.

Fazit:
Schade, denn das Thema dem sich die Autorin widmet finde ich wunderbar und erzählenswert. Allerdings nicht mit dieser lethargischen Protagonistin, die alles andere als stellvertretend für diese Zeit sein sollte.

Veröffentlicht am 22.05.2017

Fast perfekt

Flawed – Wie perfekt willst du sein?
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Celestine hat alles was man sich nur wünschen kann. Sie sieht toll aus, ist mit einem der begehrtesten Jungen glücklich, schreibt gute Noten und blickt auf eine wunderbare Zukunft. Man könnte sagen sie ...

Celestine hat alles was man sich nur wünschen kann. Sie sieht toll aus, ist mit einem der begehrtesten Jungen glücklich, schreibt gute Noten und blickt auf eine wunderbare Zukunft. Man könnte sagen sie ist perfekt. Doch eines Tages begeht sie einen Fehler, einen Fehler der unter die Haut geht. Sie handelt gegen die Reglen der Gesellschaft, für die Perfektion das Wichtigste zu sein scheint und verändert damit ihr ganzen Leben.

Meinung:
Cecelia Ahern hat auch mit Flawed mal wieder ein sehr gutes Buch abgeliefert. Die Idee hinter dieser zweiteiligen Dystopie ist klasse und legt den Finger genau auf die Problematik unserer Gesellschaft, einer Welt voller Ansprüche, Ausgrenzung und mangelnder Menschlichkeit. Dabei bedient sich die Autorin einer Protagonistin, die schwer zu greifen ist. Mal intelligent, mal naiv, mal oberflächlich, mal tiefgründig. So richtig weiß man nie, wo man bei Celestine dran ist. Dies ist manchmal ein wenig nervig, größtenteils aber sehr passend zum Inhalt und auch abwechselungsreicher als so manch gesetzter Charakter.
Auch in der Handlung wartet so manche Wendung auf den Leser und man kann sich seines eigenen Urteils nie ganz sicher sein. Das erhöht den Reiz für mich deutlich.
Der Schreibstil fällt gegenüber der sehr guten Geschichte ein wenig ab. Zwar fesselt der Inhalt so, das man beständig weiter lesen möchte, aber der Stil wirkt zeitweilen hölzern auf mich.
Ein wenig dumpf und wiederholend an einzelnen Stellen.
Trotzdem liest es sich sehr flott und ist gut geeignet für die Zielgruppe.

Fazit:
Ein fast perfektes Buch. Wirklich tolle Idee, über die jeder einmal nachdenken sollte. Auch die Umsetzung gefällt mir und ich bin gespannt auf den zweiten Teil.