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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2026

Oh mein Gott

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter
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Bei Aftermyth kämpft mein innerer Teenager gegen mein erwachenes Leserherz darum, wie ich das Buch bewerten soll. Als Jugendliche hätte ich das Buch vermutlich geliebt. Internatsszenario, griechische Götter, ...

Bei Aftermyth kämpft mein innerer Teenager gegen mein erwachenes Leserherz darum, wie ich das Buch bewerten soll. Als Jugendliche hätte ich das Buch vermutlich geliebt. Internatsszenario, griechische Götter, eine abgefahrene bunte und zugleich düstere Welt. Als Erwachsene rolle ich bei vielen Klischees einfach nur mit den Augen. Da ich immer wieder geschwankt habe, habe ich mich schlussendlich für den Mittelweg entschieden. Man darf schließlich nicht ausser Acht lassen, für wen Tracy Wolff hier schreibt und das sind nunmal Jugendliche und keine erwachsenen Leser. Der Schreibstil ist ganz klar auf das Alter der Zielgruppe ausgelegt, ohne dabei durch zuviel Jugendsprache zu nerven. Es liest sich leicht und ist auch noch im größten Chaos (was in diesem Buch gar nicht so selten vorkommt) verständlich. Überraschend nett fand ich Penelopes neue Freunde. Sie haben durch ihr sehr unterschiedliches Temperament eine schöne Abwechselung reingebracht.
Außerdem fand ich es schön, wenn sich mal nicht alles nur um die ach so außergewöhnliche Penelope dreht.
Ich mochte auch die Parts rund um die griechische Mythologie gern. Man darf in meinen Augen gern beim Lesen nebenbei noch Wissen vermitteln.
Ansonsten waren es wie schon erwähnt einfach zu viele aktuell typische Grundpfeiler in der Geschichte, egal ob es das Mädchen ist, was sooo anders ist als der Rest oder der ach so heiße Typ.
Trotz dieser Mängel war ich insgesamt zufrieden mit der Geschichte und wurde gut unterhalten.

Veröffentlicht am 11.03.2026

Schatten und Licht

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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An diesem wunderschönen Kinderbuch konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Die melancholischen Farben und die Ausdrucksstärke von Flora haben mich gleich gepackt, insofern wurde bei der Gestaltung schonmal ...

An diesem wunderschönen Kinderbuch konnte ich einfach nicht vorbeigehen. Die melancholischen Farben und die Ausdrucksstärke von Flora haben mich gleich gepackt, insofern wurde bei der Gestaltung schonmal alles richtig gemacht. Auch die Idee und die Abenteuer die während des Buches erlebt werden sind toll. Ein klassisches Gut gegen Böse, mit liebenswürdigen Figuren. Leider merkt man aber das Autor Marcus Raffel bisher vorwiegend Drehbuchautor und kein erfahrener Buchautor war. Viele Schlüsselszenen wirken nicht ausgereift und werden sehr schnell abgehandelt. Einiges wiederholt sich deutlich zu oft. Ein Punkt den man für zukünftige Werke auf jeden Fall verbessern sollte.
Manchmal wirkt der Schreibstil einfach regelrecht unbeholfen. Ein bisschen wie jemand der zum ersten Mal flirtet - irgendwie niedlich und sympathisch, aber man sieht eben sofort, das es das erste Mal ist. Ich hatte mich im Vorfeld nicht mit dem Autor beschäftigt, sondern während des Lesens immer wieder gedacht, das es sich einfach wie mangelnde Erfahrung liest. Potenzial für tolle Kinderbücher sehe ich aber auf jeden Fall trotzdem. Denn grundlegend ist alles vorhanden, was es zu einer fantasievollen Abenteuerreise braucht.
Besonders positiv werden mir die Charaktere in Erinnerung bleiben. Die Heldentruppe (ich will es mal so nennen) war wirklich liebenswert.

Fazit:
Dieses mal konnte mich der Autor nicht vollständig überzeugen, ich würde aber zukünftig noch einen Versuch wagen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2026

Stimmiges Gesamtkonzept

Herr Hütchen sagt Gute Nacht - Neue Einschlaf-Geschichten aus dem Wald
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Herr Hütchen sagt Gute Nacht ist ein wunderbares Buch für die Einschlafbegleitung von Kindern ab ca. 4 Jahren (mein Empfinden).
In den einzelnen Kapiteln helfen Herr Hütchen und manchmal auch der eigentlich ...

Herr Hütchen sagt Gute Nacht ist ein wunderbares Buch für die Einschlafbegleitung von Kindern ab ca. 4 Jahren (mein Empfinden).
In den einzelnen Kapiteln helfen Herr Hütchen und manchmal auch der eigentlich aufs Wecken spezialisierte Käfer Klickklack, den verschiedensten Bewohnern des Waldes beim Einschlafen. Die Geschichten warum die Tiere nicht einschlafen können und wie ihnen letztlich doch dabei geholfen wird, sind sehr individuell. Das bringt Abwechselung und ist ganz nebenbei auch noch lehrreich, um die Eigenarten der Tiere und ihrer Behausungen besser kennenzulernen. Die Kapitellänge ist für die Zielgruppe prima, da sie mit etwa 6-8 Minuten eine angepasste Dauer hat. Auch die kleinen Zusätze wie Bilder zum Einkleben oder die Anbindung an ein Antolinquiz finde ich zum mitmachen für die Kinder prima.
Texte und Illustrationen sind liebevoll und kindgerecht, wobei mir manchmal noch der letzte Funke gefehlt hat. Gefallen hat mir besonders der eigentlich sehr muffelige Weckkäfer Klickklack. Irgendwie ist er einfach putzig hinter seiner rauen Schale.

Fazit:
Wer hier zugreift, macht auf jeden Fall nichs verkehrt und kann immer wieder mit Herr Hütchen einschlafen oder sogar einen eigenen Basteln.

Veröffentlicht am 20.01.2026

Nostalgischer Charme

Henri-Jette-Sausebahn
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Wer einen Hang zu den guten, alten klassischen Kinderbüchern hat, wird mit Henri-Jette-Sausebahn auf jeden Fall glücklich.
Hier wurde optisch wunderbar an das Original angeknüpft und der nostalgische Charme ...

Wer einen Hang zu den guten, alten klassischen Kinderbüchern hat, wird mit Henri-Jette-Sausebahn auf jeden Fall glücklich.
Hier wurde optisch wunderbar an das Original angeknüpft und der nostalgische Charme erhalten. Textlich ist das in weiten Teilen auch gut gelungen, wobei ich sagen muss, das mich die Optik hier mehr überzeugt hat. Die Geschichte um die beiden Loks ist süß und meiner Ansicht nach auf jeden Fall auch schon was für jüngere Kinder. Die Altersempfehlung geht ab 4 Jahren, aber bei diesem Büchlein können die jüngeren Geschwister auch schon mitschauen. Denn unabhängig von den Versen gibt es hier doch viele schöne Details zu entdecken.
Die Geschichte ist fröhlich, abenteuerlustig und begleitet uns durch verschiedene Landschaften. So entsteht Abwechselung und mit dem Führungwechsel der kleinen Loks auch eine schöne Ausgeglichenheit. Das Buch kommt ohne großen Moralaspekt aus und ist einfach nur zur Unterhaltung und ganz nebenbei zur Wertschätzung von James Krüss gedacht. Das darf auch mal sein.

Veröffentlicht am 08.01.2026

Ich wurde nicht warm

Smeralda Bohms Bestiarium
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Technisch gesehen finde ich Smeralda Bohms Bestiarium toll. Sehr schön illustriert und gut durchdachte Figuren. Vielleicht ein bisschen gruselig für Kinder, aber sonst gibt es wirklich wenig auszusetzen. ...

Technisch gesehen finde ich Smeralda Bohms Bestiarium toll. Sehr schön illustriert und gut durchdachte Figuren. Vielleicht ein bisschen gruselig für Kinder, aber sonst gibt es wirklich wenig auszusetzen. Hier haben sich sowohl Autorin als auch Illustrator sehr viel Mühe gemacht, ein schönes Kinderbuch zu schreiben/gestalten. Leider konnte ich trotz aller investierten Arbeit einfach keinen richtigen Spaß beim Lesen entwickeln. Warum? Ich kann es ehrlich gesagt gar nicht richtig in Worte fassen, aber mir fehlte einfach der Zugang zur Geschichte, obwohl ich mich im Vorfeld sehr auf das Buch gefreut hatte. Manchmal passen vielleicht Leser und Buch einfach nicht zusammen. Daher gibt es zwar von mir "nur" 3 Sterne, aber keines Wegs eine ablehnende Meinung oder fehlende Empfehlung zum Buch. Ich glaube, dieses toll gestaltete Buch sollte von jedem gelesen werden, der eine etwas andere Protagonistin zu schätzen weiß und Spaß an Fabelwesen hat. Zu junge Kinder sind die Einzigen, die ich hier aber ausklammern würde.

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