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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Dieses Buch hat mich sehr bewegt

Die Stunde der Liebenden
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Kate trauert um ihre Mutter June. Diese war eine sehr berühmte Balletttänzerin und ist unerwartet bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Jetzt hat Kate nur noch Evie. Evie, die ihre Mutter als Kind ...

Kate trauert um ihre Mutter June. Diese war eine sehr berühmte Balletttänzerin und ist unerwartet bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Jetzt hat Kate nur noch Evie. Evie, die ihre Mutter als Kind adoptiert hatte. Evie übergibt Kate kurz bevor sie stirbt, einen Brief und eine Zeichnung. Und sie sagt, sie habe Schuld auf sich geladen. Der Brief würde alles erklären. Dieser Brief erklärt dann doch weniger, sondern wirft viele neue Fragen in Kate auf. In dem Brief versucht die leibliche Mutter von June zu erklären, warum sie damals so handeln musste. Auch die Zeichnung, die aus dem Jahre 1928 stammt, verwundert sie. Denn eigentlich hätte sie auf Anhieb gedacht, dass das auf dem Bild ihre Mutter ist.

Und so begibt Kate sich auf eine, auch für den Leser spannende Reise. Auf der Suche nach Spuren ihrer Großmutter lernt sie auch den berühmten Maler Thomas Stafford kennen. Von ihm war die Zeichnung aus dem Jahre 1928. In Rückblenden erzählt Tom von seiner großen Liebe Alice und was daraus geworden ist.

Das Buch ist eine tragische Liebesgeschichte, die trotzdem Mut macht. Sie ist wunderschön geschrieben. Die einzelnen Abschnitte, in denen wir zwischen den Zeitepochen wechseln, machen es leicht, dem Geschehen zu folgen. Mir hat dieses Buch wunderbar gefallen. Während des Lesens gab es Momente des Innehaltens und mitfühlen. Es hat mich sehr bewegt.
Ich kann es allen nur empfehlen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine typisch amerikanische Familie?

Der tiefe Fall der Cecelia Price
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Cecelia Price, genannt Cece ist ein eigentlich ein ganz normales amerikanisches Mädchen. Jedoch meldet sie eines Tages polizeilich den Tod ihres Bruders Cyrus und beschuldigt sich selbst schuldig am Tod ...

Cecelia Price, genannt Cece ist ein eigentlich ein ganz normales amerikanisches Mädchen. Jedoch meldet sie eines Tages polizeilich den Tod ihres Bruders Cyrus und beschuldigt sich selbst schuldig am Tod ihres Bruders zu sein. Sechs Wochen später gelingt es der Verteidigerin Cece aus der U-Haft in ein Therapiezentrum zu verlegen, bis zum Abschluss des Prozesses. Hier erfährt der Leser nach und nach, was sich alles genau zugetragen hat und warum es letztlich dazu gekommen ist.

Das Buch zeigt aus meiner Sicht das typisch amerikanische Leben einer Familie. Ein Angehöriger, in dem Fall die Mutter, ist frühzeitig verstorben. Der Vater lebt lange Zeit mit beiden Kindern allein und ist mit der Erziehung und Förderung beider überfordert. Dann hat er jedoch das Glück noch einmal eine neue Partnerin und Ehefrau zu finden. Jetzt könnte alles gut werden. Und es wird scheinbar noch besser. Cyril war auf dem besten Weg ein Star der Fußballmannschaft der Schule zu werden. Nicht nur dass, damit könnte er auch ein Stipendium an der Uni bekommen. Plötzlich dreht sich alles um Cyril. Und dann verletzt er sich schwer, die Fußballkariere scheint zu Ende und er hat dauernde Schmerzen. Die Familie versucht das Leiden von Cyril zu lindern, wo es nur geht und bemerkt nicht, dass er durch den permanenten Gebrauch der Schmerzmittel letztendlich drogenabhängig wird. Cece bleibt in dem ganzen Prozess irgendwie auf der Strecke und versucht sich selbst irgendwie durchzuschlagen.

In dem Buch wird ganz gut dargestellt, wie schwer es ist, in Amerika zu überleben. Gerade, wenn Dinge geschehen, mit denen man nicht rechnen konnte, die das ganze Gefüge ins Wanken bringen, dann wird es meist richtig schlimm. Hier wird das alles sehr anschaulich dargestellt. Gerade Cece, die als Schuldige vor Gericht steht, hat es hier besonders schlimm getroffen.
Wie die Verhandlung und vor allem die Geschichte für Cece ausgeht, sollte jeder selbst lesen. Es ist auf jeden Fall eine Bereicherung.
Ich kann dieses Buch sehr empfehlen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Unschuldig verurteilt und hinter Gittern, oder doch nicht?

Geschwärzt
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Als Kinderschänder und im Besitz von kinderpornographischen Fotos ist der Softwareentwickler Peter Bräuning verurteilt worden und soll seine Strafe im Maßregelvollzug absitzen. Da man bei ihm eine abartige ...

Als Kinderschänder und im Besitz von kinderpornographischen Fotos ist der Softwareentwickler Peter Bräuning verurteilt worden und soll seine Strafe im Maßregelvollzug absitzen. Da man bei ihm eine abartige Persönlichkeitsstörung diagnostiziert hat, ist ihm ein langer Aufenthalt verbunden mit einer Therapie gewiss. Nur Peter Bräuning behauptet immer wieder, er ist unschuldig und in eine Falle gelockt worden. Von den behandelnden Ärzten scheint ihm niemand zu glauben.

Regina Bogner, Stationsärztin im Maßregelvollzug ist auch dieses Mal involviert. Sie selbst hatte in "Schwarzweiß" um ihr Leben kämpfen müssen, ist aber nicht bereit ihre Arbeit aufzugeben. Um den Sinn ihrer Tätigkeit ihrer Tochter Anabell zu erklären, kommt diese für 14 Tage zum Praktikum auf ihre Station.

Hier lernt Anabell Peter Bogner kennen und ist die einzige, die von seiner Unschuld überzeugt ist. Auch als Leser habe ich mir fortwährend die Frage gestellt, ist Peter Bräuning nun unschuldig oder nicht. Wie es ausgeht, das sollte schon jeder selbst lesen.

Antonia Fennek hat auch hier wieder alle Register gezogen. Mit viel Spannung wird der Leser durch das Buch getragen. Und dann, wenn man denkt, jetzt ist alles klar, dann ist plötzlich nichts mehr klar. Alles ist anders, damit konnte niemand rechnen. Und das ist es, was das Buch ausmacht. Diese ungeahnten Geschehnisse, die Geheimnisse die so nach und nach aufgedeckt werden. Und es sind die überaus sympathischen Protagonisten, die das Buch irgendwie auch mittragen. Sicher es gibt auch, wie im wahren Leben wunderbar beschriebene, unangenehme, unsympathische Antihelden. Aber auch die gehören dazu.

Für dieses Buch eine klare Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne für Antonia Fennek mit dem Hinweis - ich hoffe, es gibt weitere Bücher!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Einblick hinter die Kulissen der Unternehmensberatung

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Christian hat eigentlich alles was er zum Glücksichsein braucht. Eine Freundin, die ihn liebt und den tollsten Job überhaupt. Die Welt steht im als Unternehmensberater offen. Dienstlaptop, Blackberry, ...

Christian hat eigentlich alles was er zum Glücksichsein braucht. Eine Freundin, die ihn liebt und den tollsten Job überhaupt. Die Welt steht im als Unternehmensberater offen. Dienstlaptop, Blackberry, Flüge in die Welt und Übernachtungen in den besten Hotels, alles kein Problem mit diesem Job. Und doch passiert ihm plötzlich etwas Merkwürdiges. Nicht nur dass er unheimliche Nachrichten von seinem eigenen Email-Account bekommt. Nein diese enthält sogar ein Video von einer Leiche. Er kann sich das alles nicht erklären und versucht es erst einmal zu verdrängen. Aber ihm gehen die Emails nicht aus dem Kopf. Das hat auch Auswirkungen auf seinen Job. Und es kommen weitere Nachrichten, bis er sich endlich der Polizei anvertraut. Nur die glaubt ihm natürlich nicht und hält ihn für einen der Hauptverdächtigen, da die Leiche, nachdem sie gefunden wurde, mit zu seinem Bekanntenkreis gehörte.

Wie und ob Christian aus dieser Situation wieder heraus kommt, das solltet ihr schon selbst lesen.

Veit Etzold hat hier einen wirklich spannenden Thriller geschaffen. Dieser spielt in einer Welt von der die wenigsten Ahnung haben und wo man Mord und Totschlag nie vermuten würde. Er gestattet uns auch einen Blick hinter die Kulissen der Unternehmensberatungen zu werfen. Allerdings muss ich sagen, gerade, wenn es um das Bankgeschäft und die Machenschaften der dort tätigen Bosse geht, habe ich nicht so aufmerksam gelesen. Da fehlte mir einfach der Überblick. Dafür gibt es von mir einen Stern abgezogen. Aber dann nahm der Thriller ja noch einmal richtig an Fahrt auf. Veit Etzold konnte hier den Spannungsbogen, der sich bis dahin langsam aufgebaut hatte, noch um ein Vielfaches verstärken. Ich musste einfach atemlos weiterlesen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Mit dem Ende, mit dem man wirklich niemals rechnen konnte, hat er mich dann noch einmal ganz besonders überrascht.

Von mir für diesen wirklich spannenden Thriller verdiente 4 Lesesterne und eine unbedingte Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannendes über eine Zeit, über die ich nicht viel wusste

Bühlerhöhe
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Vorab muss ich schon einmal eins sagen, das Buch ist keines für zwischendurch. Wenn man sich darauf einlässt, lässt einen die Spannung und das Geschehen nicht mehr los. Und doch ist da noch vieles mehr.

Rosa, ...

Vorab muss ich schon einmal eins sagen, das Buch ist keines für zwischendurch. Wenn man sich darauf einlässt, lässt einen die Spannung und das Geschehen nicht mehr los. Und doch ist da noch vieles mehr.

Rosa, eine junge Deutsche, wird in den fünfziger Jahren vom Mossad aus Israel wieder nach Deutschland geschickt. Sie soll ein geplantes Attentat auf Adenauer verhindern. Rosa ist keine Agentin. Ihre Qualifikation besteht lediglich darin, früher in dem Nobelhotel "Bühlerhöhe" mit ihren Eltern und Großeltern im Urlaub gewesen zu sein und die deutsche Sprache perfekt zu beherrschen. Ihr zu Seite wird Ari gestellt, ein erfahrener Agent, der die Aktion leiten und überwachen wird.

Nur Ari erscheint nicht am vereinbarten Treffpunkt. Auch am nächsten und übernächsten Tag keine Spur von ihm. Rosa ist gezwungen sich allein der Situation zu stellen. Ihr schlägt einiges an Misstrauen entgegen, sie muss auf der Hut sein und gleichzeitig versucht sie Spuren bzw. Anzeichen für das Attentat zu finden. Und nichts läuft nach Plan. Lest selbst, ob es Rosa gelingt, ein mögliches Attentat zu verhindern.

Brigitte Glaser hat hier ein Buch geschrieben, dass durch die vielen kleinen Details und Spuren beeindruckt. Man muss schon sehr aufmerksam lesen um die Zusammenhänge zu erfassen. Interessant ist auch der Umgang mit der Vergangenheit, wie sich diese im Deutschland nach dem Krieg auswirkt. Insgesamt gelingt es der Autorin die Spannung, die sich während des Lesens aufbaut, fortwährend zu steigern. Dieses Buch ist nicht nur ein Thriller, sondern auch ein Spionageroman und beinhaltet auch sehr viel Geschichtliches. Es ist auch ein Stück Heimatbuch.

Mir hat es gefallen, über diese Zeit wusste ich sogar nichts. Von mir eine Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.