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Veröffentlicht am 15.09.2016

Das unheimliche Grundinger-Haus

Das Grundinger-Haus
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Vivienne kommt wenige Tage vor Weihnachten von einem einjährigen Aufenthalt aus den USA zurück. Hier absolvierte sie ein Praktikum und will sich nun intensiv auf ihr Studium der Psychologie in Deutschland ...

Vivienne kommt wenige Tage vor Weihnachten von einem einjährigen Aufenthalt aus den USA zurück. Hier absolvierte sie ein Praktikum und will sich nun intensiv auf ihr Studium der Psychologie in Deutschland vorbereiten. Sie wird von Clara, ihrer besten Freundin am Bahnhof abgeholt und gemeinsam wollen sie die Zeit vor Weihnachten genießen. Diese überredet sie auch gleich mit zur Weihnachtsfeier im Ort zu kommen. Hier begegnet ihr Steve. Er ist ihr bereits aufgefallen, sie fühlt sich merkwürdig berührt und von ihm angezogen. Zu einem Gespräch mit ihm kommt es nicht, trotzdem kann sie ihn nicht vergessen. Am nächsten Tag lernt sie Thomas kennen, der sich auch gleich mit ihr verabredet und sie vor Steve warnt. Sie solle sich nicht mit ihm einlassen, er wäre gefährlich. Auch in den nächsten Tagen hat sie mehr Kontakt zu Thomas als zu Steve, obwohl der sie deutlich mehr interessiert. Und es kommt ihr so vor, als würde sie beobachtet und verfolgt werden. Aber auch Steve empfindet ähnlich wie Vivienne und lässt nicht locker. Beide treffen sich und Steve erzählt ihr von seiner Kindheit im Grundinger Haus - einem Kinderheim, in dem ihm Schreckliches widerfahren ist. Und dann verschwindet Clara einfach. Sie waren doch verabredet. Vivienne versteht die Welt nicht mehr. Und es gibt keine Nachricht von ihr. Vivienne ist sehr beunruhigt, auch wenn sie sich kurz vorher mit Clara gestritten hatte.
Und plötzlich nimmt diese Geschichte in rasanter Geschwindigkeit an Fahrt auf. Viviennes Bedrohungsängste werden akuter. Und ihre Unruhe bestätigt sich, als sie und ihre Eltern unverhofft entführt werden.
Warum das alles passiert, was alles noch geschieht, lest es selbst - es lohnt sich wirklich. Mit hat dieser Thriller extrem gut gefallen. Ich fand ihn ausgesprochen spannend und auch die Geschichte um das Grundinger-Haus fand ich wirklich gut.
Mir hat die Protagonistin Vivienne wirklich gut gefallen. Sie kam als spröder Charakter sehr glaubhaft daher und auch die anfängliche Schwärmerei für Steve, mit der sich sehr schwer getan hat, ist wunderbar erzählt. Auch die Auflösung war eine echte Überraschung und hat mich begeistert.
Ich kann das Buch nur empfehlen und vergebe verdiente 5 Lesesterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Nightingale Schwestern sind etwas Besonderes

Die Nightingale-Schwestern
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In den 30er Jahren ist es für junge Mädchen in London eine Auszeichnung am Nightingale Hospital zur Krankenschwester ausgebildet zu werden. Um überhaupt angenommen zu werden, muss die Bewerbung schon außergewöhnlich ...

In den 30er Jahren ist es für junge Mädchen in London eine Auszeichnung am Nightingale Hospital zur Krankenschwester ausgebildet zu werden. Um überhaupt angenommen zu werden, muss die Bewerbung schon außergewöhnlich sein. Oft bleibt diese Ausbildung nur den besser gestellten Mädchen vorbehalten. Junge Frauen aus dem armen Teil der Bevölkerung haben selten eine Chance. Und doch gelingt es Dora Doyle einen der begehrten Plätze zu ergattern. Für sie ist es die vielleicht einzige Möglichkeit um aus ihrem Leben etwas Besseres zu machen. Und sie kann so dem verhassten Stiefvater Alf entkommen, der sich bereits seit mehreren Jahren an ihr vergeht. Dora kommt im Schwesternwohnheim mit in das Zimmer zu Helen Tremayne. Sie ist bereits schon etwas länger im Wohnheim und kennt sich bereits im Krankenhaus aus. Das Problem von Helen ist, ihre Mutter ist die Vorsitzende des Verwaltungsrates der Klinik und setzt sie bereits mit dieser Position unter Druck. Sie muss ihrer Mutter peinlichst genau alles mitteilen, was im Krankenhaus geschieht. Für die anderen Schwestern wirkt sie dadurch wie eine Spionin in den eigenen Reihen und wird gemieden. Freunde hat sie gar nicht. Die dritte im Zimmer ist Millie. Millie ist die Tochter eines Adligen und soll durch eine standesgemäße Heirat den Familiensitz erhalten. Für Millie ist die Ausbildung die derzeit einzige Möglichkeit diesem Zwang zu entgehen. Umso schlimmer für sie ist, dass sie als einzige die Probezeit nicht ernst genug genommen hat und diese nun noch einmal wiederholen muss.
Und es gibt weitere angenehme und unangenehme Begleitpersonen in diesem Buch. Da sind die anderen Lehrschwestern, die sich für etwas Besseres halten und ihren Begleiterinnen durch Intrigen und Neid das Leben schwer machen. Und auch die Ausbildungsschwestern haben es in sich. Sie versuchen mit zum Teil übertriebener Strenge die Mädchen auf den rechten Weg zu bringen.
Diese drei Mädchen sind mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen. Ihr Leben und ihre Ausbildung war zu dieser Zeit eine echte Herausforderung und doch um einiges entbehrungsreicher als in der heutigen Zeit. Umso interessanter für mich zu erfahren, was man ihnen damals an Konvention und Strenge auferlegt bekam. Und trotzdem gelingt es den Protagonistinnen sich zu befreunden und gemeinsam diesen großen Anforderungen gerecht zu werden.
In einem wunderbar flüssig erzählten Stil erfahren wir hier viel vom Leben in den dreißiger Jahren und auch vom persönlichen Umfeld der Heldinnen. Und dieses Buch beinhaltet ja nur ein Jahr ihrer Ausbildung. Schon beim Lesen wird klar, hier muss es weitergehen, es ist noch nicht alles zu Ende erzählt. Umso erfreuter bin ich, dass bereits die nächsten Bände angekündigt sind. Hier die Leseempfehlung an alle und verdiente 5 Lesesterne.