Highway to Hell
KatabasisAlice ist Studentin der Analytischen Magie in Cambridge. Sie war auf dem besten Weg, ihren Abschluss beim besten Magieprofessor der Gegenwart zu machen. Leider stirbt genau dieser Professor bei einem grauenvollen ...
Alice ist Studentin der Analytischen Magie in Cambridge. Sie war auf dem besten Weg, ihren Abschluss beim besten Magieprofessor der Gegenwart zu machen. Leider stirbt genau dieser Professor bei einem grauenvollen Unfall, der während eines magischen Experiments passiert. Ein Experiment, bei dem Alice die Sicherheit kontrollieren sollte. Zum Glück weiß niemand von ihrer Mitschuld und so macht sie sich auf den Weg in die Hölle, um ihren Professor zu retten. Wäre da nur nicht Peter Murdoch, mit dem Alice eine Vergangenheit hat und der sich in die Rettungsaktion einklinkt.
Ich habe schon mehrere Bücher von R. F. Kuang gelesen. Sie hat einen kunstvollen und ausdrucksstarken Schreibstil. Daher war “Katabasis” auch eines der Bücher, worauf ich mich in diesem Jahr am meisten gefreut habe. Das Thema hat mich sehr angesprochen. Ein Trip in die Hölle aus akademischer Sicht mit vielen wissenschaftlichen und philosophischen Ansichten, das klang herrlich.
Das Buch selbst hat mich aber leider eher zwiegespalten zurückgelassen. Den Anfang fand ich herausragend. Das Magiesystem fand ich ebenso kreativ, einzigartig und faszinierend, wie das in “Babel”. Der Abstieg in die Hölle und die Rückblenden in Alice und Peters Vergangenheit sind gelungen und geben uns einen guten Einblick in ihre Ansichten, Persönlichkeiten, Beziehungen und Schwächen. Das Buch hat dabei einen klaren Fokus auf Elitismus und Sexismus in akademischen Zirkeln. Wir können sehen, was für toxische Verhältnisse in akademischen Kreisen herrschen, wo jeder den anderen ausnutzt und Menschen sich bis zur Erschöpfung abarbeiten nur um eine Mitautorenschaft oder ein Empfehlungsschreiben zu bekommen. Studierende und Lehrende werden für ihre körperlichen Bedürfnisse abgestraft und das Geistige wird über alle Maße erstrebt. Dieser Blick ist zynisch, wirkt aber leider auch gar nicht so unrealistisch. Auch den Sexismus der akademischen Welt können wir dank Alice hautnah erleben und es ist wirklich frustrierend.
Der Trip durch die Hölle hat sich teilweise ganz schön gezogen und gegen Ende haben sich einige Stellen vollkommen wirr und zusammenhangslos angefühlt. Das hat mir das Buch leider ganz schön versaut. So wurde aus einem guten Buch eine eher mittelmäßige Erfahrung.
Das Buch ist meiner Meinung nach nicht so gut geschrieben wie ihre anderen Bücher und auch wenn es nicht das schlechteste Buch ist, würde ich jedem, der etwas von R. F. Kuang lesen möchte, stattdessen “Babel” empfehlen.