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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.11.2024

Beeindruckende Fotografien

Von Angesicht zu Angesicht
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Ich war schon immer fasziniert von Insekten. Sie haben faszinierende Farben und besetzen kleinste ökologische Nischen, für die sie die spannendsten Fähigkeiten nutzen. Folglich war dieses Buch genau mein ...

Ich war schon immer fasziniert von Insekten. Sie haben faszinierende Farben und besetzen kleinste ökologische Nischen, für die sie die spannendsten Fähigkeiten nutzen. Folglich war dieses Buch genau mein Fall. Das Buch liest sich wie die interessante Form eines Biologiebuches, wo sie die ganzen blöden Aufgaben weggelassen haben.
Es wartet auf mit seinen fantastischen Fotografien. Es ist faszinierend, wie es der Fotograf schafft, die Insekten so nah abzubilden.
Die AutorInnen sprechen sich sehr für Artenschutz aus und versuchen, die Lesenden für Insekten zu begeistern, um ihnen ihr schlechtes Image zu nehmen.
Was ich sehr überraschend fand, ist, wie wenig wir über Insekten eigentlich wissen. Es gibt also echt noch einige Insektenarten zu erforschen.
Ich finde es faszinierend zu sehen, was für ökologische Nischen bestimmte Insekten besetzt haben und was für Überlebensstrategien manche von ihnen haben. Insekten sind einfach wahrlich faszinierend und ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen.
Mein einziger klitzekleiner Kritikpunkt ist, dass die Nummerierung gelegentlich etwas schwierig war und man erst einmal herausfinden musste, was jetzt was war.

Ein wahnsinnig beeindruckendes und gut aufgearbeitetes Buch, das eine gute Erweiterung für jedes Sachbuchregal ist.

Veröffentlicht am 06.11.2024

Frustrierend und schockierend

Unversehrt. Frauen und Schmerz
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Das Buch “Unversehrt” behandelt den Schmerz von Frauen, der oft ignoriert oder kleingeredet wird. Dabei schreibt die Autorin über geschichtliche Fakten und wie sich das auf die Gegenwart bezieht und was ...

Das Buch “Unversehrt” behandelt den Schmerz von Frauen, der oft ignoriert oder kleingeredet wird. Dabei schreibt die Autorin über geschichtliche Fakten und wie sich das auf die Gegenwart bezieht und was auch heute noch passiert. Es betrachtet auch verschiedene Aspekte sowohl psychische, als auch verschiedene physische wie Dinge, die die Geschlechtsorgane, Schmerzmittel oder Schmerzen verursachende Schönheitsideale betreffen.

Ich fand das Buch war sehr gut thematisch fokussiert. Es hat sich gut auf das Thema Schmerzen spezialisiert und dieses in gute und verständliche Unterthemen unterteilt. Es besteht eine sehr gute Kombination aus geschichtlichen Fakten, wissenschaftlichen Studien und persönlichen Erfahrungen. Dadurch hat sich das Buch sehr ganzheitlich angefühlt.
Das Buch ist sehr frustrierend. Es zeigt schockierende Fakten der Vergangenheit auf, die einen wütend machen und wenn man dann denkt, na immerhin passiert das heutzutage nicht mehr, zeigt die Autorin, dass auch heutzutage immer noch höchst erschütternde Dinge passieren. Das Buch macht sehr wütend.
Ich fand es spannend, dass auch betrachtet wurde, dass weiblicher Schmerz zum Teil als erstrebenswert und ästhetisch oder zumindest nötig betrachtet wird und wie die Autorin sich das angeschaut hat.
Ich fand es sehr beeindruckend, dass die Autorin auch persönliche Erfahrungen mit eingebracht hat, die ich sehr bereichernd fand.

Das Buch ist thematisch sehr solide. Manche feministischen Bücher verlieren sich in grundsätzlichen Grundlagen, statt das Thema ihres Buches im Blick zu halten, was dieses Buch nicht tut. Die Autorin hat ihr Thema sehr solide abgesteckt und dann die Fakten und Erzählungen gut nachvollziehbar und verständlich darum herum aufgebaut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 24.10.2024

Zuckersüß und schaurig

Die Honeys (Erstauflage mit gestaltetem Farbschnitt): Ein queerer Mystery-Thriller für Fans von Pretty Little Liars
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Mars' Schwester Caroline stirbt unter grausamen und mysteriösen Umständen. Mars kann sich damit nicht abfinden und entschließt, Carolines Freunde aufzusuchen, in der Aspen Summer Academy. Sie sind Die ...

Mars' Schwester Caroline stirbt unter grausamen und mysteriösen Umständen. Mars kann sich damit nicht abfinden und entschließt, Carolines Freunde aufzusuchen, in der Aspen Summer Academy. Sie sind Die Honeys. Beliebt. Schön. Begehrt. Mars wollte nie wieder zurückkehren, da er das letzte Mal, dass er da war, von anderen Teenagern angegriffen wurde. Doch Mars rutscht immer mehr in die Geschehnisse um die Honeys hinein und muss deren Geheimnisse aufdecken, bevor es zu spät für ihn ist.

Der Einstieg in das Buch ist sehr krass. Man wird direkt in die Action geworfen und fragt sich, warum alles um Carolines Tod so seltsam gehändelt wird.
Das Camp ist sehr cisheteronormativ mit Geschlechterkämpfen und geschlechtsspezifischen Aktivitäten. Mars ist nichtbinär und passt deshalb nicht in diese klar geschlechtlich getrennte Welt und das seltsame Gefühl, dass das bei ihr auslöst, kommt auch beim Lesenden sehr gut an. Die Diskriminerung wird dabei sehr gut, erst subtil und dann immer offensichtlicher dargestellt, was sehr gut zu der gruseligen Stimmung beiträgt.
Die Differenzen, die Mars erlebt, zwischen den Jungsgruppen, in denen sie ist, und den Mädchengruppen, ist interessant anzusehen.
Die Stimmung im Camp ist sehr sonnig und sehr beklemmend. Ich fand es beeindruckend, wie gut die unheimliche Stimmung aufgebaut wurde, in diesem malerischen Sommercamp.
Die Eskalation der Story war sehr gut geschrieben. Es war erst etwas ungeheuer und wurde dann immer bedenklicher, bis es komplett surreal wurde und wir einiges an Bodyhorror bekommen haben.
Das einzige, was ich anzumerken habe, ist, dass ich mir gewünscht hätte, die Story wäre etwas eingekürzt und einfach dichter.

Das Buch ist ein gutes Horrorbuch und ich kann es klar empfehlen.

Veröffentlicht am 24.10.2024

So cozy

Spellshop
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Kiela muss fliehen. Die Bibliothek, in der sie gearbeitet hat, steht in Flammen. Im Versuch, wenigstens ein paar ihrer geliebten Bücher zu retten, flieht sie auf die Heimatinsel ihrer Eltern, die vollkommen ...

Kiela muss fliehen. Die Bibliothek, in der sie gearbeitet hat, steht in Flammen. Im Versuch, wenigstens ein paar ihrer geliebten Bücher zu retten, flieht sie auf die Heimatinsel ihrer Eltern, die vollkommen abgelegen ist. Dort trifft sie auf einige ungewöhnliche Charaktere. Und obwohl ihr eigentlicher Plan war, am liebsten mit niemandem zu interagieren, außer mit ihrer sprechenden Pflanze Caz, schleichen sich die Leute der Insel doch langsam in ihr Herz.

Dieses Buch war absolut ganz fantastisch. Es hat mich an diese Computerspiele gewöhnt, wo man ein verfallenes Haus oder eine verfallene Stadt langsam wieder aufbaut und aufhübscht, was ganz herrlich war, weil ich das in einem Buch noch nie hatte.
Der Humor der Geschichte ist ganz toll und ist herrlich eingespielt auf das Setting. Zu sehen, wie Kiela sich immer und immer mehr öffnet und mehr Motivation findet, diese Stadt und Insel auch zu ihrer zu machen, ist ganz zauberhaft. Außerdem ist Caz ein absolutes Highlight. Ich mochte ihn unfassbar gerne.
Man kann Kiela dabei folgen, wie sie ihr Cottage aufbaut, auf der Insel hilft und ihren Laden hochzieht. Außerdem findet sie Freunde und verliebt sich. Die Liebesgeschichte und auch der Beziehungsaufbau zu ihren FreundInnen war dabei so liebreizend anzusehen, dass mir das Herz aufging.
Das Buch hat eine ausgezeichnete Mischung daraus, super cozy zu sein, aber auch genug Plotpunkte zu haben, um die Geschichte voranzubringen, ohne die Coziness negativ zu beeinflussen.

Dieses Buch hat mich total abholen können und ich bin absolut verliebt. Ich kann es jeder Person empfehlen, die eine ausgezeichnete, cozy Fantasygeschichte sucht.

Veröffentlicht am 13.10.2024

Obsessiv und seltsam

Mein Mann
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Im Buch geht es um eine Frau. Eine Frau, die ihren Ehemann liebt. Viel mehr als alle ihre Freunde, viel mehr als ihre Kinder. Sie würde am liebsten die ganze Zeit ausschließlich über ihn reden. Wir sehen, ...

Im Buch geht es um eine Frau. Eine Frau, die ihren Ehemann liebt. Viel mehr als alle ihre Freunde, viel mehr als ihre Kinder. Sie würde am liebsten die ganze Zeit ausschließlich über ihn reden. Wir sehen, wie eine Woche in ihrem Leben aussieht. Wie sie sich fühlt und alles bis ins kleinste Detail analysiert, was ihr Ehemann macht.

Die Notiz, die ich mir am meisten während des Lesens gemacht habe, ist “Sie ist so seltsam.”. Und das stimmt. Dieses Buch ist so seltsam, was super war.
Im Buch hat die Hauptcharakterin eine sehr präzise Vorstellung davon, wie Frauen und Männer zu sein haben. Diese basiert ganz klar auf patriarchalen Ideen. Auch ihre Vorstellung von einer Beziehung wird von jeder Menge fehlgeleiteter Ratschläge aus früheren Zeiten und irgendwelchen sexistischen Frauenzeitschriften geleitet. Theoretisch kann man sich diese Beziehung sehr zur Grundlage nehmen, wie man nicht eine Beziehung führen sollte. Sie kontrolliert, wie sie wahrgenommen werden möchte, bis ins kleinste Detail, sie versucht die Umgebung zu kontrollieren, sie überinterpretiert jede kleinste Tätigkeit, sie spioniert ihren Mann aus und bestraft ihn, wenn sie der Meinung ist, er verdient das. Sie möchte mysteriös sein und ist deswegen gegen offene Kommunikation. Es ist schon fast beeindruckend, wie sie es schafft, jede mögliche kontraproduktive Entscheidung zu treffen.
Die Beziehung der beiden klingt furchtbar anstrengend, um das korrekte Bild aufrechtzuerhalten und sie ist ein bisschen wie ein Autounfall, wo man nicht wegschauen kann. Es ist faszinierend zu sehen, was dabei rauskommen würde, wenn man diese ganzen sexistischen Ideale und Ratschläge aufs Genaueste befolgen würde.
Das Ende des Buches war ausgezeichnet und hat das Buch nochmal eine Stufe hochgehoben.

Das Buch behandelt das irrationale Verhalten einer obsessiven Ehefrau und ist wirklich faszinierend zu lesen.