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Veröffentlicht am 01.06.2021

Psychologisch perfekt ausgearbeitet, mit einer Beklemmung, die dir die Luft abschnürt

Augen ohne Licht
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Zum 175jährigen Jubiläum hat sich der Knaur Verlag etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Eiskalte Thriller ,namenhafter Autoren, die dich das fürchten lehren.

Meinen ersten Ausflug hab ich mit “Augen ...

Zum 175jährigen Jubiläum hat sich der Knaur Verlag etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Eiskalte Thriller ,namenhafter Autoren, die dich das fürchten lehren.

Meinen ersten Ausflug hab ich mit “Augen ohne Licht” von S.K. Tremayne gewagt.
Der Klappentext klang einfach so unglaublich genial, dass ich direkt neugierig wurde.
Stille, langanhaltende brutale Stille, die bis in dein Innerstes dringt und dir alles zu nehmen droht.
Genau das passiert einer jungen Frau und es gibt keinen Ausweg.
Keine Hoffnung. Keine Lösung.
Gefangen, und doch ist ausbrechen unmöglich.
Du bist eingesperrt, allein, zweifelst an dir und deinen Instinkten und dein Martyrium findet keine Ende.

Was der Autor hier geschaffen hat, hat mich von erster Sekunde an unglaublich gefesselt.
Dabei erfährt man alles aus der Sicht der jungen Frau. Dadurch erfährt man auch viel über sie selbst und ihrem Leben, was ihr enorm viel Tiefe verschafft.
Wirkt sie zunächst noch sehr unsicher und ängstlich, so wird man doch im Laufe des Geschehen ordentlich überrascht.
Nicht nur was die Hintergründe angeht.
Es stellt sich mitunter die Frage, was Schein und was Sein ist.
Was Realität und was der Vorstellungskraft entsprungen ist.

Man fühlt sich als wäre man in einem sterilen Labyrinth gefangen und findet einfach nicht hinaus.
Dabei gelang es dem Autor vor allem die psychologischen Aspekte perfekt auszuarbeiten und zu durchleuchten.
Man fühlt und zittert stetig mit, hinterfragt aber gleichzeitig alles und kommt doch auf keinen Nenner.
Ich fand die düstere und beklemmende Atmosphäre großartig. Nervenkitzel und Hochspannung pur.
Ein Thriller, der nicht nur Urängste weckt , sondern verdammt unter die Haut geht.
Die Auflösung war eine absolute Überraschung, damit hätte ich niemals gerechnet.
Ganz großes Kino.
Ein Thriller, der kein Blut braucht, um ordentlich an die Nieren zu gehen.
Ich bin verdammt nochmal extrem begeistert und bin schon riesig gespannt auf den nächsten Short Thriller.

Fazit:
Wow. Wow. Wow.
Mehr fällt mir dazu wirklich nicht ein.
S.K. Tremayne spielt mit deinen Urängsten und bringt einen Thriller zu Papier, der sich so real und intensiv anfühlt.
Psychologisch perfekt ausgearbeitet, mit einer Beklemmung, die dir die Luft abschnürt.
Ich bin verdammt nochmal extrem begeistert und riesig gespannt auf den nächsten Short Thriller.

Veröffentlicht am 31.05.2021

Ich bin absolut beeindruckt von dieser facettenreichen, emotionalen und düsteren Story

Askeria: Die letzte Generation
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Der erste Band der Askeria Reihe von Juliet May hat mich vor allem durch das wunderschöne Cover angesprochen, aber auch der Klappentext weckte sofort in mir die Neugier auf mehr.

Der Schreibstil der Autorin ...

Der erste Band der Askeria Reihe von Juliet May hat mich vor allem durch das wunderschöne Cover angesprochen, aber auch der Klappentext weckte sofort in mir die Neugier auf mehr.

Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich fesselnd und einnehmend. Es ist mit 544 Seiten ein ziemlich dickes Buch, was sich aber so gut wie gar nicht bemerkbar macht.
Ich mochte die düstere und unheilvolle Atmosphäre sofort, denn es haucht dem Ganzen noch mehr Brisanz und Intensität ein.
Großartig fand ich in erster Linie die Charaktere. Ganz besonders Piara zieht sofort in den Bann und weckt den Beschützerinstinkt.
Durch ihre Zeichnung, ihr sanftes und verletzliches Wesen, hab ich sie sofort ins Herz geschlossen.
Man lernt sie als unschuldiges Mädchen kennen und es ist unglaublich beeindruckend, welche Entwicklung sie durchmacht.
Auf bittere Art und Weise muss sie erwachsen werden und das ist einfach sehr prägnant für die ganze Geschichte.
Ich habe mit ihr gezittert, wollte sie nicht loslassen. Fühlte ihren Schmerz, ihre Angst und Verzweiflung.
Daneben hat mich vor allem Rigoras beeindruckt. Ein sehr vielschichtiger Charakter, der so viel in sich trägt, dass immer wieder emotional ergreift.
Ineas und Soutas konnten mich leider nicht ganz so begeistern wie erhofft. Man erfährt zwar auch viel von Ihnen, aber sie blieben mir dennoch seltsam fremd. Dennoch mochte ich es unfassbar gern, welche Intention sie hatten und wie einfühlsam sie mit ihrer Schwester umgegangen sind.
Ganz besonders die Hintergründe empfand ich als sehr tragend und emotional. Weil man sich auf einer gewissen Ebene direkt hineinversetzen kann und das Dahinter umso intensiver und tiefer spürt.
Die vielen Namen bereiteten mir jedoch am Anfang etwas Probleme, so das ich mich etwas daran gewöhnen musste.
Man wird mit ziemlich vielen Namen und Örtlichkeiten, sowie unterschiedlichen Wesen konfrontiert, was schon sehr viel an Aufmerksamkeit erfordert. Dadurch erreicht es eine ziemliche Komplexität. Auch die Handlungsstränge sind recht unterschiedlich und bringen immer wieder neue Erkenntnisse.

Das Setting ist einfach großartig und hat mich vor allem durch die vielen Details sehr begeistert.
Die Handlung selbst, hatte mich sofort direkt im Griff.
Es stürmt unglaublich viel auf einen ein und dennoch hab ich es inhaliert, als gäbe es kein Morgen mehr.
Piaras Schicksal hat mir keine Ruhe gelassen. Ihre besondere Erscheinung hat mich unendlich fasziniert, aber auch den Schmerz dessen in ihr spüren lassen.
Ich muss ganz ehrlich sagen, lange habe ich nichts mehr so kraftvolles und episches gelesen.
Die magischen Elemente sind nicht nur unglaublich faszinierend und interessant, darüber hinaus bringen sie auch so viel tragende Elemente mit sich.
Man verliert sich in den Abgründen, hinterfragt und erkundet ohne Unterlass.
Die Geheimnisse, die Tiefe der Abgründe haben mich begeistert.
Aber die Autorin hebt auch die psychologischen Aspekte sehr gut hervor. Dadurch wird man ein Teil von dem Ganzen und es reißt einfach unglaublich mit.

Es ist als würde man eine Reise ohne Wiederkehr antreten. Eine Reise, die auslaugtt, dir alles nimmt. Dich aber zugleich stärker und mutiger macht.
Das letzte Drittel hat mich besonders erschüttert und definitiv sprachlos gemacht.
Denn damit hab ich ganz sicher nicht gerechnet. Als fühlte sich an, als würde man einen Schlag in den Magen bekommen.
Es geht um Akzeptanz, Identität, den Mut sich den Prüfungen des Lebens zu stellen und weiterzuentwickeln.
Ich bin absolut beeindruckt von dieser facettenreichen, emotionalen und düsteren Story.
Ich bin schon riesig gespannt darauf, wie es weitergeht

Fazit:
Der erste Band der Askeria Reihe von Juliet May konnte mich absolut begeistern und definitiv überraschen.
Der Autorin ist hier ein genialer und epischer Auftakt gelungen, der mit einer faszinierenden und interessanten Grundidee punktet ,sowie mit einem rasanten und tragenden Verlauf in Aktion tritt.
Es geht um Akzeptanz, Identität, den Mut sich den Prüfungen des Lebens zu stellen und weiterzuentwickeln.
Ich bin absolut beeindruckt von dieser facettenreichen, emotionalen und düsteren Story.
Ich bin schon riesig gespannt darauf, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 31.05.2021

Beklemmend, düster und absolut verstörend

Broken Memory
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“Broken Memory ” hat mich vom Cover her schon unglaublich angesprochen,aber richtig überzeugen konnte mich letztendlich der Klappentext, denn die Geschichte klang so unglaublich beklemmend und vielversprechend.

Ich ...

“Broken Memory ” hat mich vom Cover her schon unglaublich angesprochen,aber richtig überzeugen konnte mich letztendlich der Klappentext, denn die Geschichte klang so unglaublich beklemmend und vielversprechend.

Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr gern. Einnehmend, fesselnd und sehr bildhaft.
Bereits zu Beginn versieht sie das Ganze mit einer Atmosphäre, der man sich unschwer entziehen kann.
Düster, unheilvoll und absolut beklemmend.
Richtig großartig fand ich die Charaktere, die einfach ausnehmend gut ausgearbeitet wurden. Angefangen bei ihrer Persönlichen bis hin zu ihren Ecken und Kanten, die sie nicht nur vielschichtig machen, sondern auch das ein oder andere Geheimnis ans Tageslicht zerren.
Allen voran fand ich Eloïse unglaublich beeindruckend. Eine Frau, die so perfekt ist, dass es fast zu schön ist um wahr zu sein.
Doch was verbirgt sich hinter dieser perfekten Fassade?
Eloïse empfand ich als sanft, verletzlich, gebrochen und so unglaublich verloren.
Eine junge Frau, die sich verloren hat und wie sehr sie auch kämpft und danach zehrt, sich nicht wiederfindet. Eloïse hat mich unsagbar beschäftigt, weil vieles so krass wirkte ,so beängstigend, so beklemmend und überaus verstörend, dass man es kaum erfassen kann.
Daneben erlebt man ihren Mann Lochlan, der nicht nur an der Suche von Eloïse fast verzweifelt, sondern dessen Leben Stück für Stück auseinanderbricht, ohne das er die Macht hat, etwas dagegen zu unternehmen.
Nach und nach erkennt er, daß er die Frau, die er liebt, überhaupt nicht kennt.
Was sagt das über die aus?
Von beiden erfährt man die Perspektiven, was unglaublich interessant war, da man auf diese Art und Weise immer tiefer in sie dringen und das ganze Ausmaß erfassen kann.
Daneben lernt man auch weitere Charaktere kennen, die absolut wichtig für diese Geschichte sind.
Am beeindruckendsten empfand ich Max und Sariah.

Wer einen Thriller mit enorm viel Nervenkitzel und vielleicht auch etwas Blut erwartet, ist hier absolut fehl am Platz.
Die Spannung wird eher unterschwellig erzeugt und das ganze Grauen kommt quasi von unten nach oben.
Ebenso ist es nicht unbedingt mit Tempo erfüllt. Was aber nicht schlimm ist, weil man mit enorm viel Wissen gefüllt wird.
Dabei taucht man immer abwechselnd in Vergangenheit und Gegenwart ein, was mir verdammt gut gefallen hat.
Durch die Hintergründe die dadurch nach und nach immer mehr offenbart werden, entwickelt es eine Dimension, der man kaum etwas entgegensetzen kann.
Schicht für Schicht wird freigelegt und trotzdem versteht man es bis zum Schluss nicht.
Man weiß Eloïse ist verschwunden, man hat aber keine Ahnung, was tatsächlich dahintersteckt, bis man mit der brutalen Wahrheit konfrontiert wird.
Oh mein Gott, das hat mich wirklich kalt erwischt. Damit hätte ich definitiv niemals gerechnet. Wobei ich sagen muss, dass man es hätte ahnen müssen.
Denn die Autorin geht sehr feinfühlig mit den psychologischen Aspekten um.
Die zunächst durcheinandergewirbelten Fäden, werden nach und nach aufgelöst und das große Ganze wird immer mehr ersichtlich.
Es ist nicht so, dass es mich emotional total hinweggefegt hätte. Vielmehr ist es so, dass es sich langsam entwickelt hat.
Das ich mich immer mehr in Eloïse’ Erlebnissen verloren habe und zusammen mit ihr fast verzweifelt bin.
Weil diese Hintergründe mich beschäftigt und gleichzeitig verstört haben. Zum Glück geht die Autorin nicht allzu detailliert auf bestimmte Bereiche ein. Aber auch das, was sie offenbart, reicht, das man völlig geschockt und erschüttert zurückbleibt.
Sie begibt sich in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. Zeigt, dass nicht das Böse der Ursprung sein muss.
Manchmal ist es Verlorenheit oder Einsamkeit und manchmal ist es vielleicht, weil man gar nicht anders kann.
Die Idee dahinter hat mir unglaublich gut gefallen und sehr fasziniert, zumal die Autorin es sehr nachvollziehbar veranschaulicht.

Insgesamt hat es mir wirklich gut gefallen. Eben weil es nicht der typische Psychothriller ist, sondern weil es viel tiefer geht und das ganze Grauen offenbart.

Fazit:
"Broken Memory” ist ein Psychothriller, der mich nicht sofort in Schockstarre versetzt hat,sondern mich nach und nach begeistert und nicht mehr losgelassen hat.
Eine Story mit einer unglaublich ernsten und faszinierenden Thematik dahinter, was die Autorin unglaublich gut umgesetzt hat.
Beklemmend, düster und absolut verstörend.
Wer auf Tempo und permanenten Nervenkitzel verzichten kann und lieber die psychologischen Aspekte mag, der sollte sich diese Story nicht entgehen lassen.

Veröffentlicht am 31.05.2021

Ein absolutes Herzensbuch. Selten hab ich so sehr gezittert und war in Tränen aufgelöst.

Between Your Words
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Emma Scott ist ganz vorne dabei, wenn es um herzzerreißende und zutiefst bewegende Liebesromane geht.
Auch ihr neues Buch, musste ich unbedingt lesen. Und mein Gott, wie großartig es ist. Ich finde keine ...

Emma Scott ist ganz vorne dabei, wenn es um herzzerreißende und zutiefst bewegende Liebesromane geht.
Auch ihr neues Buch, musste ich unbedingt lesen. Und mein Gott, wie großartig es ist. Ich finde keine Worte um das auszudrücken, was man dabei empfindet.

Thea hat nach einem Unfall ihr Erinnerungsvermögen verloren. Genau 5 min bleibt sie bei dir und dann ist alles wieder weg. Genau nach 5min hat ihr Gehirn einen Neustart.
Jedes Mal die Worte: Wann ist es passiert?
Alleine diese Thematik ergreift mich unglaublich intensiv. Dabei ist es wirklich verdammt schwierig ,den Leser mit Theas Neustarts nicht zu langweilen. Und das macht Emma Scott einfach perfekt.
Ich muss dazu sagen, dass ich das Hörbuch gehört habe. Und Hannah Shepmann verkörpert Thea so perfekt. Ehrlich, diese Stimme. Ich könnte sterben, so sehr verliere ich mich in ihr.
Sanft, zerbrechlich und so unglaublich süß und verletzlich zugleich. Ich spüre Theas Freude und Angst. Es ist als würdest du einem kleinen Kind dabei zusehen, wie es die Welt erkundet. Und es gibt einfach so viel. Was sie nicht versteht. Nicht verstehen kann.
Mit jeder Faser meines Herzens verankern sich diese Worte mehr in mir.
Man spürt wie sehr sie gefangen ist und möchte sie einfach nur halten und beschützen.
So wie Jim es tut. Selten hab ich einen Charakter gesehen, der mich so tief berührt, wie Jim es tut.
Selbstlos, mutig,sensibel und einfach so einfühlsam.
Jim ist niemand, nach dem man sich umdrehen würde. Aber Jim geht für Thea bis zum Himmel und noch viel weiter.
Mein Herz zersplittert jedes Mal ein Stückchen mehr.
Jim schenkt ihr Hoffnung, beschützt sie und wird für sie zum festen Anker.
Und mein Gott, es gab Szenen, da hätte ich ihn küssen mögen. Weil er so wunderbar, so liebevoll mit ihr umgeht und gleichzeitig versucht, die Gefahren vor ihr zu verbannen.
Und Gefahren gibt es. Mehr als man möchte. Mehr als das Herz bereit ist zu tragen.
Und Jim zeigt einfach Größe und tut mehr, als er darf.
Er kämpft für sie, weil es sonst niemand tut.
Er gibt ihr ein Licht am Horizont, auch wenn sie keine Ahnung hat, dass er das tut.
Aber er ist immer da, um sie aufzufangen, um bei ihr zu sein.
Und ich liebe ihn einfach dafür.
Es ist egal, was mit ihm passiert.
Wichtig ist nur Theas Glück.
Ich habe diese Story so unglaublich in mein Herz geschlossen. Nicht nur Hannah Shepmanns Stimme macht etwas mit dir.
Es wühlt auf, lässt dich so viel fühlen und du hast einfach das Gefühl, nicht mehr atmen zu können. Dich komplett zu verlieren.
Weil es so sehr brennt und dich nicht loslässt.

Diese Story selbst ist in drei Teile gegliedert, was auch absolut Sinn ergibt.
Denn es ist eine weite Reise die man hier mitmacht.
Mit Thea, mit Jim.
Ich empfand es als sehr vielschichtig, denn es geht hier nicht in erster Linie um eine Liebesgeschichte. Es geht um Mut, Stärke und auch darum, dem anderem die Kontrolle zu überlassen und einfach zu vertrauen.
Aber die Autorin macht auch sehr deutlich klar, dass es nicht nur um Thea und Jim geht.
Es geht auch um das Umfeld, was es mit diesem macht. Wie leicht Theas Schicksal ausgenutzt werden kann. Es geht darum, dass das Leben selten gerade verläuft und das man manchmal einfach vertrauen muss.
Auch wenn es der schlimmste Schmerz von allen ist.
Thea möchte leben. Wirklich leben. Mit all ihren Sinnen.
Und das führt im Laufe der Story zu einigen Konflikten. Richtig toll fand ich, dass auch der medizinische Aspekt beleuchtet wird und das nicht alles gleich funktioniert.
Das wirkt einfach sehr authentisch und lässt doch eine große Verletzlichkeit zu.
Es ist ein Auf und Ab an Emotionen.
Ein Kampf, ein tiefes Brennen ,das sich immer wieder wiederholt und ständig mitreißt.
Man fühlt so sehr mit Thea und Jim mit.
Dabei erfährt man auch von beiden die Perspektiven, was Ihnen einfach mehr Raum und Tiefe verschafft.

Das Ende ist insgesamt wirklich gut gelungen. Aber, für mich wäre es perfekt ohne Epilog gewesen. Manchmal ist genau dieses Ende nicht nur genau richtig, sondern gibt auch dem Leser sehr viel Interpretationsspielraum. Und das finde ich wichtig.
Insgesamt ein großartiges und zutiefst bewegendes Buch, das auch nachdenklich stimmt.

Fazit:
"Between your Words ” ist ein Buch ,das mich so unglaublich brutal gepackt hat und nicht mehr gehen ließ.
Nicht eine Sekunde.
Thea und Jim.
Zwei Herzen, ein Takt.
Eine Story über Gedächtnisverlust, aber auch über eine große Verbindung, die Freude, Glück und Hoffnung schenkt.
Denn manchmal ist es genau das, was man mehr als alles andere brauch.
Aber auch über Stärke, Mut, Vertrauen und eine unsagbar große Verletzlichkeit.
Ein absolutes Herzensbuch.
Selten hab ich so sehr gezittert und war in Tränen aufgelöst.
Eine absolute Empfehlung.

Veröffentlicht am 25.05.2021

eine Mischung zwischen Drama, Obsession, Selbstfindung und der Erkenntnis, dass man niemanden wirklich kennt

Wer zuletzt lügt
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Bei “Wer zuletzt lügt” bin ich warum auch immer, von einem Thriller ausgegangen.
Vielleicht weil der Titel und auch das Cover bezeichnend sind.
Vielleicht weil man gewisse Erwartungen diesbezüglich hat. ...

Bei “Wer zuletzt lügt” bin ich warum auch immer, von einem Thriller ausgegangen.
Vielleicht weil der Titel und auch das Cover bezeichnend sind.
Vielleicht weil man gewisse Erwartungen diesbezüglich hat. Und dabei steht nichts von einem Thriller auf dem Cover.
Es wird jedoch angepriesen mit: “Ein fesselnder Psychothriller, auf wechselnden Zeitebenen erzählt – bald weißt du nicht mehr, wem du noch trauen kannst …”
Und das trifft es in meinen Augen, einfach perfekt auf den Punkt.
Es ist eine Mischung zwischen Drama, Obsession, Selbstfindung und der Erkenntnis, dass man niemanden wirklich kennt.
Niemand wirklich kennen kann.
Denn jeder hat seine Geheimnisse. Ob nun zum eigenen Schutz oder Schutz für andere, aber sie sind da und dürfen niemals ans Licht kommen.

Der Einstieg in die Story fiel mir zunächst gar nicht mal so leicht. Er war unnahbar, trocken, melancholisch und man fühlte sich dabei, als wäre man ein stiller Beobachter.
Und trotzdem. Obwohl ich dadurch anfangs Schwierigkeiten hatte, so ist es dennoch genau richtig. Denn anders hätte sich diese Geschichte nicht so intensiv und bahnbrechend entfalten können, wie sie es letztendlich getan hat. Denn gerade dadurch kommt die Verletzlichkeit und Verlorenheit sehr gut hervor.
Der Schreibstil der Autorin hat mir jedoch unglaublich gut gefallen.
Einnehmend, fesselnd und mitreißend. Es entwickelte sich ein Sog, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte.
Obwohl die Spannung eher unterschwellig spürbar war. So gab es in den Tiefen der Stille so unsagbar große Kämpfe und dramatische Augenblicke.
Es ist unheimlich schmerzhaft und tragend zugleich, wenn man glaubt jemanden zu kennen und es dann doch nicht tut.
Was sagt das über die Verbindung zueinander aus?
Es zerbricht etwas in einem ,weil man das Gefühl hat, nicht genug zu sein. Nicht wichtig zu sein.
Man verliert sich völlig und befindet sich auf einem aussichtslosen Kampf, der das eigene Ich nur noch mehr zerstört.
Bis man am Ende erkennt, dass man einfach keine Kraft mehr hat.
Wahrheit und Lüge verschwimmen immer mehr ineinander, bis man das eine von dem anderen nicht mehr unterscheiden kann.

Wir erfahren hierbei alles aus Fionas Sicht. Ich hatte zu ihr ein sehr zwiespältiges Verhältnis. Denn einerseits lässt sie Nähe nicht zu und zum anderen hat mich ihre Geschichte einfach nicht losgelassen.
Fiona hat alles wovon man nur träumen kann.
Sie ist beliebt, Cheerleaderin, verliebt in einen Footballstar und sie liebt ihr Leben.
Bis eine Lebensmittelvergiftung und eine neue Freundschaft alles auf den Kopf stellen.
Sie macht einen Cut und dadurch zersplittert ihr Leben komplett.
Man hat das Gefühl, Fiona verliert sich völlig und sie kann einfach nicht mehr genug sein.
Und plötzlich gibt es zwei Vermisstenfälle und Fiona möchte wissen, was mit ihrer besten Freundin passiert ist.
Aber die viel wichtigere Frage: Wer ist Diona wirklich?

Obwohl Fiona als Erzähler sehr im Fokus steht, so konnte ich mich auch sehr gut in die anderen Charaktere hineinversetzen.
Sie haben alle eine Geschichte und je tiefer man gräbt, umso mehr erkennt man, dass die schöne Fassade nur Schall und Rauch ist und sich dahinter nichts als Unsicherheit und Unzulänglichkeiten verbergen.
Darüber hinaus erhalten manche Verbindungen einen ungesunden Beigeschmack.
Freundschaft und Nähe wird zur Obsession und plötzlich ist nicht mehr in erster Linie wichtig, die Wahrheit herauszufinden.
Plötzlich ist viel wichtiger, dass man sich mit diesem Verhalten nicht selbst zerstört.

Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wohin mich das alles führen würde.
Es war sehr beklemmend, verstörend, was für manische Züge es annahm.
Denn je weiter man Schritt, umso heftiger und tragender wurde das Ganze.
Man hat das Gefühl, Fiona versuche verzweifelt Halt bei Trixie zu finden, weil es sonst nichts mehr gab, woran sie Halt finden konnte.
Alles ging bergab und löste sich auf.
Und das trifft auch auf die Charaktere zu.
Die immer mehr eine komplette Wandlung vollziehen.
Dabei war auch der psychologische Aspekt sehr bezeichnend. Denn irgendwo in den Tiefen hatte man sich verfangen und konnte einfach nicht mehr auftauchen.
Jeder misst sich am Leben des anderen,aber niemand ist sich selbst genug.
Das hat etwas Verlorenes, Unwiderrufliches und Zerstörerisches an sich, das einfach nicht gesund sein kann.
Die Zeitsprünge fand ich enorm interessant und vielschichtig, weil man so nicht nur die Hintergründe beleuchtet hat, sondern auch mehr über die Charaktere erfahren hat.
Dabei bindet die Autorin auch sehr wichtige Themen mit ein, die nicht nur wichtig sind, sondern auch in diesem Alter Gefahren darstellen.
Es ist so leicht, sich in diese Abwärtsspirale zu begeben und sich völlig zu zerstören und niemand ist da, der dich hält und beschützt.
Der dir Hoffnung, Glück und Nähe schenkt.
Das Ende bietet keinen Knalleffekt.
Gibt aber genau das wider, was es geben sollte.
Es ist nachvollziehbar, authentisch und einfach sehr gelungen.
Auch wenn es völlig anders war, als erwartet, so haben mich die Tiefen dahinter doch sehr beeindruckt und nachdenklich zurückgelassen.

Fazit:
"Wer zuletzt lügt” mag nicht das sein, was ich erwartet habe. Aber in meinen Augen ist es dennoch unglaublich gut gelungen.
Wer jedoch Tempo und Nervenkitzel erwartet, wird vergeblich danach suchen.
Dennoch ist es sehr nervenaufreibend und erschütternd.
Die schöne Fassade bekommt immer mehr Risse, bis sie sich vollends auflöst.
Es ist eine Mischung zwischen Drama, Obsession, Selbstfindung und der Erkenntnis, dass man niemanden wirklich kennt.
Wahrheit und Lüge verschwimmen immer mehr ineinander, bis man das eine nicht mehr von dem anderen trennen kann.
Laurie Elizabeth Flynn gelingt ein spannendes Psychogramm verschiedener Charaktere, sie dringt dabei bis in die Tiefen ihres menschliches Seins hervor.
Schmerzhaft, beklemmend und zutiefst bewegend.
Eine beeindruckende Story,die mich nachdenklich zurückgelassen hat.