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Veröffentlicht am 13.04.2025

Tolles Thema

Scham
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Ein Buch über ein Thema, das uns allen bestens bekannt ist. Wir alle kennen dieses Gefühl aber irgendwie spricht niemand darüber.

Matthias Kreienbrink setzt sich hier mit der Scham auseinander, erläutert ...

Ein Buch über ein Thema, das uns allen bestens bekannt ist. Wir alle kennen dieses Gefühl aber irgendwie spricht niemand darüber.

Matthias Kreienbrink setzt sich hier mit der Scham auseinander, erläutert was Scham eigentlich ist, beschreibt beschämende Erfahrungen, die wir oft schon in der Kindheit erleben und wie uns dieses Gefühl auch helfen kann. Durch sie werden uns z. B. Grenzen aufgezeigt. Er beschreibt viele Situationen, in denen Scham entstehen kann und lässt verschiedene Menschen zu Wort kommen.

Die persönlichen Beispiele haben mir hier sehr gut gefallen. Das macht das Buch auch nahbar und authentisch. Wissenschaftliche Analysen werden gekonnt mit den persönlichen Erlebnissen verknüpft, so ist das Buch informativ und lässt sich einfach lesen.

Insgesamt ein interessantes Buch über ein gern verschwiegenes Thema.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Atmosphärisch

Wildhof
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„So ist das nun mal mit der Vergangenheit. Springt einen an wie ein hechelnder Hund, schmeißt einen in den Graben, das war keine Absicht, die macht nichts, die will nur spielen, so ist sie halt, ungestüm ...

„So ist das nun mal mit der Vergangenheit. Springt einen an wie ein hechelnder Hund, schmeißt einen in den Graben, das war keine Absicht, die macht nichts, die will nur spielen, so ist sie halt, ungestüm und wild, und will überall dabei sein, ist immer auf der Suche, obwohl sie im Heute nichts verloren hat.“

Die fast dreißigjährige Lina kehrt zurück in ihren Heimatort Wildhof im Schwarzwald. Sie muss sich um einen Käufer für das Elternhaus und die Beerdigung der Eltern kümmern. Schon lange war sie nicht mehr in ihrer Heimat. Zu schmerzlich war der Verlust ihrer Zwillingsschwester Luise. Sie will schnell wieder weg, doch trifft sie auf alte Freunde und findet eine neue Spur zu ihrer Zwillingsschwester.

Ein Roman wie eine Naturgewalt, kraftvoll, tief und dann wieder zart. Lina will abschließen mit ihrer Vergangenheit, doch da sind überall diese Erinnerungen an Luise und ihre Eltern, an ein fröhliches Leben. Ihre Schwester wurde nie gefunden und das lässt Lina keine Ruhe. Sie sucht Antworten. Mal wütend, mal traurig blickt Lina auf ihr Leben zurück. Man spürt die Verzweiflung, den Schmerz, die Einsamkeit. Ihre Dämonen lassen sie nicht los, quälen sie.

In der großartig erzählten Familientragödie steigert sich allmählich die Spannung, in ein für mich völlig unerwartetes Finale. Als Leser bekommt man Gänsehaut, ist völlig versunken in dieser atmosphärischen Geschichte. Ab und an reihen sich ein paar mystische Elemente in die Story ein, die wunderbar zur dunklen Atmosphäre im Schwarzwald gepasst haben.

Insgesamt ein toller, sehr empfehlenswerter Roman, spannend und atmosphärisch.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Toll geschrieben

Flusslinien
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Luzie hat die Schule abgebrochen, ist von zu Hause weg und weiß nicht so richtig wohin mit sich. Halt findet sie bei Großmutter Margit. Als sie beginnt ihre Großmutter zu tätowieren, überdenkt sie ihr ...

Luzie hat die Schule abgebrochen, ist von zu Hause weg und weiß nicht so richtig wohin mit sich. Halt findet sie bei Großmutter Margit. Als sie beginnt ihre Großmutter zu tätowieren, überdenkt sie ihr Leben und überlegt wie es für sie weitergehen soll. Arthur erfindet Sprachen und fährt ältere Menschen, auch Margit, zur Dialyse und in den Römischen Garten. Auch er hadert mit deiner Vergangenheit und trägt Schuldgefühle mit sich herum.

Das Buch ist wunderschön geschrieben, einfühlsam und zart. Alle drei Protagonisten lassen uns in ihre Vergangenheit schauen und so erfahren wir nach und nach ihre Lebensgeschichten. Die von Margit war für mich am interessantesten, da es da auch am meisten zu erzählen gab. Ab und zu gab es ein paar Längen, dafür wurden andere Nebengeschichten nur ganz kurz angerissen. Arthur blieb für mich eher blass, auch Luzie hätte gern noch mehr Raum bekommen können. Dafür haben wir aber sehr intensiv von Margit erfahren. Sie wurde für mich richtig toll umschrieben. Insgesamt ein lesenswerter Roman über mehrere Generationen, wunderbar geschrieben.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Witzig

Fischtage
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Ella ist verdammt wütend. Ihre Eltern sind mit sich selbst beschäftigt, Freunde hat sie keine und auch mit ihren Geschwistern läuft es nicht so rund. Allein der demenzkranke Eckard ist noch eine Bezugsperson ...

Ella ist verdammt wütend. Ihre Eltern sind mit sich selbst beschäftigt, Freunde hat sie keine und auch mit ihren Geschwistern läuft es nicht so rund. Allein der demenzkranke Eckard ist noch eine Bezugsperson von ihr. Als ihr Bruder verschwindet macht sie sich kurz entschlossen auf die Suche nach ihm. Mit einer Alditüte, einem sprechenden Fisch, wenig Angst aber ganz viel Wut macht sie sich auf den Weg.

Schon das Cover hat mich hier direkt abgeholt, der Gesichtsausdruck der Protagonistin, herrlich. Der Roman startet großartig, die Erzählweise frech und auf den Punkt. Eine wütende Teenagerin, die eigentlich alles und jeden nicht mag, und das mitten im Ruhrpott. Klingt so erstmal richtig toll. Für mich hat sich die Story dann allerdings leider etwas verloren. Der sprechende Fisch war schon toll aber sein Dasein hat sich mir nicht ganz erschlossen. Manche Charaktere kamen, gingen für mich aber auch zu schnell wieder. Da wären manchmal ein paar Hintergründe zu den Personen toll gewesen. Auch ein paar Erzählstränge verliefen für mich im nirgendwo. So war es für mich eine Woche im Leben eines trotzigen Teenagers. Trotz kleiner Kritikpunkte aufgrund des Schreibstils ein lesenswerter Roman.

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Kraftvoll

Striker
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„Und doch hat der Schmerz dieser Erkenntnis keine Wucht, überhaupt nicht, er hat kein bisschen was mit einem Faustschlag zu tun oder der Gewalt, die einen bei einer niederschmetternden Nachricht zusammenbrechen ...

„Und doch hat der Schmerz dieser Erkenntnis keine Wucht, überhaupt nicht, er hat kein bisschen was mit einem Faustschlag zu tun oder der Gewalt, die einen bei einer niederschmetternden Nachricht zusammenbrechen lässt, es ist eher, als hätte sie sich längst an diesen Schmerz gewöhnt.“


N. kämpft. Sie kämpft in einer Kampfsportschule, gibt selbst Unterricht. Manchmal kämpft sie auch gegen sich selbst. Sie trainiert bis zur Ohnmacht und übt richtig viel aushalten zu können. Das kann sie in der Kampfsportschule und auch im Leben. N. ist einsam, hat eine Affäre mit einer Politikerin, richtig glücklich ist sie nicht. Sie wohnt nah an einem Problembezirk und plötzlich tauchen rätselhafte Zeichen an der Brandmauer gegenüber ihrer Wohnung auf, später stehen Taschen vor ihrer Tür, dann taucht eine junge Frau im Treppenhaus auf. N. will helfen, hat Angst aber das merkwürdigste ist, dass sie das Gefühl hat, sich selbst gegenüber zu stehen.

Ein harter, rauer, Roman über Obdachlosigkeit, sich selbst zu sabotieren, die Unterschiede zwischen Arm und Reich und unterdrückter Gewalt. N. traut den Menschen nicht, wurde sie doch schon im Kinderwagen komisch angeschaut. Eine OP hat sie optisch in den Augen anderer Menschen aufgewertet, doch die Schmerzen wird sie nie vergessen. Auch den Verlust eines Teiles von ihr nicht. Ständig angriffsbereit ist sie, um sich zu verteidigen. Der Roman war oft sehr hart aber weglegen konnte ich ihn nicht mehr. Die Angst und Zerrissenheit von N. waren so deutlich spürbar, da hab ich Gänsehaut bekommen. Mal leise, mal laut, düster und voller Kraft und Wut über eine Realität, die es eigentlich nicht geben sollte.
Ich leg euch den Roman sehr ans Herz, vor allem denen, die nicht vor harter Realität zurückschrecken.

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