Kraftvoll
„Und doch hat der Schmerz dieser Erkenntnis keine Wucht, überhaupt nicht, er hat kein bisschen was mit einem Faustschlag zu tun oder der Gewalt, die einen bei einer niederschmetternden Nachricht zusammenbrechen ...
„Und doch hat der Schmerz dieser Erkenntnis keine Wucht, überhaupt nicht, er hat kein bisschen was mit einem Faustschlag zu tun oder der Gewalt, die einen bei einer niederschmetternden Nachricht zusammenbrechen lässt, es ist eher, als hätte sie sich längst an diesen Schmerz gewöhnt.“
N. kämpft. Sie kämpft in einer Kampfsportschule, gibt selbst Unterricht. Manchmal kämpft sie auch gegen sich selbst. Sie trainiert bis zur Ohnmacht und übt richtig viel aushalten zu können. Das kann sie in der Kampfsportschule und auch im Leben. N. ist einsam, hat eine Affäre mit einer Politikerin, richtig glücklich ist sie nicht. Sie wohnt nah an einem Problembezirk und plötzlich tauchen rätselhafte Zeichen an der Brandmauer gegenüber ihrer Wohnung auf, später stehen Taschen vor ihrer Tür, dann taucht eine junge Frau im Treppenhaus auf. N. will helfen, hat Angst aber das merkwürdigste ist, dass sie das Gefühl hat, sich selbst gegenüber zu stehen.
Ein harter, rauer, Roman über Obdachlosigkeit, sich selbst zu sabotieren, die Unterschiede zwischen Arm und Reich und unterdrückter Gewalt. N. traut den Menschen nicht, wurde sie doch schon im Kinderwagen komisch angeschaut. Eine OP hat sie optisch in den Augen anderer Menschen aufgewertet, doch die Schmerzen wird sie nie vergessen. Auch den Verlust eines Teiles von ihr nicht. Ständig angriffsbereit ist sie, um sich zu verteidigen. Der Roman war oft sehr hart aber weglegen konnte ich ihn nicht mehr. Die Angst und Zerrissenheit von N. waren so deutlich spürbar, da hab ich Gänsehaut bekommen. Mal leise, mal laut, düster und voller Kraft und Wut über eine Realität, die es eigentlich nicht geben sollte.
Ich leg euch den Roman sehr ans Herz, vor allem denen, die nicht vor harter Realität zurückschrecken.