Profilbild von reni74

reni74

Lesejury Star
offline

reni74 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit reni74 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2026

Schöne neue Welt

Cumulus 2161
0

Tristan lebt in einer Welt, in der man keinerlei Agressionen kennt, die Menschen, sogenannte Mitverschmutzer, leben harmonisch in kleinen Gruppen, erledigen ebenso harmonisch ihre täglichen Aufgaben, reflektieren ...

Tristan lebt in einer Welt, in der man keinerlei Agressionen kennt, die Menschen, sogenannte Mitverschmutzer, leben harmonisch in kleinen Gruppen, erledigen ebenso harmonisch ihre täglichen Aufgaben, reflektieren regelmäßig ihre Gefühle und Emotionen, Paarbeziehungen im klassischen Sinne gibt es nicht mehr, sexuelle Kontakte werden unkompliziert nach Bedarf verabredet und im Vorfeld bis ins Detail den persönlichen Vorlieben angepasst, um so ein optimales Ergebnis für alle Beteiligten zu erzielen. Das tägliche Leben verläuft eher ereignislos, bis zu der Nacht, in der Tristan plötzlich unplanmäßig aufwacht, etwas, das eigentlich gar nicht möglich sein sollte, wird der Schlaf doch von der Hüterin herbeigeführt und überwacht.

Ich habe das Buch von Autor Jan Off auf der Leipziger Buchmesse entdeckt und war als allererstes erstmal vom etwas ungewöhnlichen Format angetan, in zweiter Linie dann natürlich aber auch von der futuristischen Geschichte. Der Autor nimmt den Leser mit ins Jahr 2161, die Erde hat offenbar einen klimatischen Kollaps hinter sich und das Überleben der Menschheit konnte nur durch eine radikale Geburtenkontrolle gesichert werden. Die jungen Leute in Tristans Alter leben in kleinen Gruppen in einer Colonia zusammen und können sich durch eine entsprechende Lebensweise für den Umzug in die Family-Zone qualifizieren, in der eine Familie gegründet werden kann, alles natürlich streng reguliert und überwacht.

Mich hat das Setting ein wenig an "Die Insel" erinnert, gerade zu Beginn gibt es hier viele Parallelen. Später nimmt die Geschichte dann aber einen gänzlich anderen Verlauf, einen, mit dem ich so nicht gerechnet habe und von dem ich ehrlicherweise auch etwas schockiert bin. Jan Off lässt seine Hauptfigur Tristan erkennen, dass seine Welt ganz anders ist als gedacht und die vermeintliche Harmonie verwandelt sich unvermittelt in Gewalt und Brutalität, hier sehe ich dann eher Parallelen zu "The Purge", oder aber ansatzweise auch zu "Tribute von Panem". Was mich dabei am meisten schockiert hat war dabei nichteinmal die Gewalt an sich, ich lese seit vielen Jahren Horror und auch harte Krimis und Thriller, damit kann ich im allgemeinen eigentlich umgehen, was mich schockiert hat war tatsächlich die Art und Weise wir der Autor das Ganze beschreibt, so absolut emotionslos, kalt, steril und gleichgültig, dass es mir eine Gänsehaut verpasst hat. Und nicht nur das, auch Tristans Umgang mit dieser, ihm vorher absolut unbekannten Verhaltensweise ist schockierend, sein sich so schnell in die Situation fügen, sein nicht Hinterfragen, aber am Meisten seine so schnelle Bereitschaft zur Ausübung von Gewalt, ohne groß erkennbare persönliche Konflikte. Seine Figur hadert nur ganz, ganz kurz, erwägt nur den Bruchteil einer Sekunde eine Verweigerung, um sich dieser neuen, berauschenden Macht dann einfach so hinzugeben. Das macht mir ehrlicherweise Angst.

Tatsächlich habe ich etwas mit mir gehadert, was die Bewertung des Buches angeht. Die Art und Weise wie der Autor seine Geschichte erzählt kann man fast als Verherrlichung interpretieren, eben auf Grund dieser absoluten Neutralität und Gleichgültigkeit. Im Nachgang denke ich allerdings, dass er diese Erzählweise bewusst als Stilmittel eingesetzt hat um damit eine Intensität zu erzeugen, die den Leser nicht kalt lässt. Mich hat er damit emotional ziemlich negativ getriggert, aber letztlich muss sich hier jeder seine eigene Meinung bilden. "Cumulus" ist eine Dystopie die von einer Welt nach einem globalen Kollaps erzählt, einer Welt, in der ich nicht leben möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2026

Auf den Kater gekommen

Grappa und die acht Todsünden
0

Maria Grappa, ihres Zeichens Reporterin beim Bierstädter Tageblatt, berichtet über den Fund von sieben leichen in einer noblen Villa. Die Toten wurden offenbar während eines Abendessens mit Gas getötet, ...

Maria Grappa, ihres Zeichens Reporterin beim Bierstädter Tageblatt, berichtet über den Fund von sieben leichen in einer noblen Villa. Die Toten wurden offenbar während eines Abendessens mit Gas getötet, mehr als ungewöhnlich, genauso ungewöhnlich wie die Fotos und religiösen Zitate, die wenig später für Grappa in der Redaktion abgegeben werden. Die Journalistin begibt sich auf Spurensuche, sehr zum Unmut der ermittelnden Beamten, und gerät dabei in Verstrickungen mit gleich zwei sehr attraktiven Männern und einem äußerst eigensinnigen schwarzen Kater.

Ich kannte die Krimireihe um Maria Grappa bisher nur aus den positiven Empfehlungen einer Bekannten und musste daher natürlich zugreifen, als ich das Buch im städtischen Bücherhäuschen entdeckt habe. Meiner Tradition treu bleibend, Reihen meistens mittendrin anzufangen, starte ich hier also mit Band dreizehn (wenn ich mich nicht verzählt habe). Probleme bereitet das keine, sind die Fälle doch alle in sich abgeschlossen und Grappa eine so einnehmende Figur, dass man direkt bei ihr ist. Der Stil der Autorin tut sein Übriges, die 221 Seiten sind flott wegzulesen, mir haben sie eine längere Zugfahrt versüßt.

Gabriella Wollenhaupt schafft ein spannendes Setting und lässt hierin ihre schon auch etwas speziellen Figuren ermitteln. Mit Maria Grappa hart sie eine starke, unabhängige, nicht mehr ganz junge Frauenfigur geschaffen, die ihr Singledasein in vollen Zügen genießt. Prüde sollte man beim lesen nicht sein, allerdings muss man auch keine Angst haben, dass die Erotik hier den Kriminalfall überstrahlt, da gibt es heutzutage echt heftigeres. Mir hat die Mischung auch im Hinblick auf den Humor unglaublich gut gefallen und ich hatte das Gefühl Grappa schon länger zu kennen. Tatsächlich hatte ich dieses Gefühl schon recht früh in der Geschichte, es war fast eine Art Deja vu, so als würde ich Teile der Krimihandlung bereits kennen. Vielleicht habe ich schon einmal ähnliches gelesen, oder die Story war Vorlage für einen Krimi, wer weiß. Dem Lesevergnügen hat das keinen Abbruch getan.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2026

Die perfekte Illusion

Yesteryear
0

Natalie Heller Mills lebt die perfekte amerikanische Familie, sie hat den perfekten Ehemann, die perfekten Kinder, das perfekte Haus in der perfekten Umgebung und sie teilt ihr perfektes Leben gern mit ...

Natalie Heller Mills lebt die perfekte amerikanische Familie, sie hat den perfekten Ehemann, die perfekten Kinder, das perfekte Haus in der perfekten Umgebung und sie teilt ihr perfektes Leben gern mit ihren Followern in den Sozialen Netzwerken. Viele Frauen lieben sie dafür, hängen vor den Bildschirmen, begierig darauf Neues aus Natalies perfektem Universum aufzusaugen, aber es gibt auch die Hater, die Neider, die "wütenden Weiber", wie Natalie all jene nennt, die ihre Pflichten als Ehefrau und Mutter eben nicht so ernst nehmen, jene, die ihren Kindern kein selbstgebackenes Sauerteigbrot auf den Frühstückstisch stellen, bei denen es Cola statt frischgepressten Bio-Orangensaft gibt, die, deren Kinder den Gefahren des staatlichen Schulsystems ausgesetzt sind und die ihren Kinder, gottbewahre, eine Familienform vorleben, die so gar nicht den guten alten amerikanischen Traditionen entspricht.

Was Autorin Caro Claire Burke hier zeichnet klingt tatsächlich wie ein Traum, ein Traum, den die Wenigsten von uns tatsächlich leben können und natürlich beneiden wir oft jene, die es geschafft haben sich diesen zu ermöglichen. Die Social Media Profile sind voll von Influencer*innen, die all dies mit uns teilen, die uns teilhaben lassen an ihrem Leben, denen wir dabei zusehen wie sie den perfekten Heiratsantrag bekommen, für den unser eigener Mann nicht romantisch genug ist, wie sie zum genau passenden Zeitpunkt schwanger werden, dabei von Tag zu Tag strahlend und schön in die Kamera lächeln und nicht, wie man selber, von Übelkeit und geschwollenen Beinen gequält werden, wie sie drei Wochen nach der Entbindung schon wieder in Size Zero passen und in ihrer wunderschönen Landhausküche das Weihnachtsessen vorbereiten, während das Neugeborene rosig und zufrieden in seiner Wiege schlummert. Ach, wie kann man den da nicht neidisch werden und natürlich auch etwas an sich selber zweifeln, sollte/müsste man all dies nicht auch schaffen? Ja, wenn ich vielleicht auch die tolle Pfanne verwende, die sie in ihrem letzten Video gezeigt hat, oder wenn ich die sündhaft teure Gesichtscreme verwende die sie empfohlen hat und natürlich, wenn ich das Kleidchen aus biozertifizierter, nachhaltig angebauter Baumwolle kaufe, in dem ihr Baby beim Neugeborenenshooting so süß aussah.

Ich denke jeder von uns weiß wovon ich hier rede und die meisten von uns sind nicht immer immun gegen die Verheißungen der bunten Social Media Welt. Die Meisten von uns wissen allerdings, dass das, was wir da auf dem Bildschirm sehen eben nicht die Realität ist, das es "Perfekt" eben nicht gibt und vor allem, dass das, was einige als "Perfekt" propagieren nicht erstrebenswert ist, sondern einen Rückschritt bedeutet. Das Buch treibt diese Thematik natürlich etwas auf die Spitze, zeigt aber dadurch auch sehr erschreckend wohin Fatalismus und Fanatismus führen können, wie gefährliche Ideologien unter dem Deckmantel von Traditionen und familiären Werten versteckt, Ängste ausgenutzt und geschürt werden. Neu ist diese Thematik so gar nicht, denn schon die Nationalsozialisten machten sich diese zu Nutze und auch heute gibt es wieder politische Gruppierungen, die in einer Rückbesinnung auf traditionelle Werte als Maß für die Gesundung der Nation sehen, in großem Umfang natürlich in den USA, durch die Regierung Trump, aber leider auch wieder hier in Deutschland, wo man eigentlich meinen sollte, man hätte aus der Geschichte gelernt.

Mich macht all dies unglaublich wütend. Wenn ich Natalies religiöse Verklärtheit miterlebe, ihre hartnäckige Ignoranz bestimmten Realitäten gegenüber, ihr starres Beharren, ihr Festhalten und ihr Leugnen, dann möchte ich diese Frau anschreien, sie schütteln und das obwohl ich sie zu Beginn des Buches durchaus mochte, sie für ihre Standhaftigkeit gegenüber den Verlockungen des Lebens, wie Alkohol und Drogen, sogar gefeiert habe. Der Wandel, den sie vollzieht, diese Veränderung in ihrem Wesen, der sie sich so offenen Auges und mit voller Absicht hingibt, ja regelrecht ergibt, den kann ich dann aber so gar nicht mehr gutheißen, fast hatte ich beim Lesen Angst, ihre Glaubenssätze könnten aus dem Buch heraus auf mich abfärben, ähnlich einer literarischen Gehirnwäsche. Die Autorin hat hier wirklich tolle Arbeit geleistet und mit Natalie eine Figur geschaffen, die unglaublich polarisiert, die nicht nett und sympatisch ist, aber einen trotzdem in ihren Bann zieht, sie hat eine Geschichte geschrieben, die wie Treibsand ist, die in trügerischer Idylle schwelgt und gleichzeitig zäh und klebrig an einem haftet und einen nicht wieder los lässt.

Yester Year ist ein unglaublich fesselndes Buch, sprachlich ein absolutes Highlight. Hier auch ein großes Lob an die Übersetzerinnen. Die Figuren, die Stimmungen, die Emotionen kommen dem Leser so nahe, wie es nur selten der Fall ist. In zwei Teilen, Vergangenheit und Gegenwart, wird Natalies Geschichte erzählt und diese Geschichte entwickelt sich so total anders, als der Leser es zuerst erwartet hat. Tatsächlich kann es passieren, dass man hier kurz etwas stutzt, nicht ganz weiß was das soll, aber hier kann ich nur darum bitten dem ganzen seinen Lauf zu lassen, sich einzulassen. Die Erklärung kommt und Nichts hat mich auf diese Erklärung vorbereitet, ich war absolut sprachlos, nicht nur darüber wie verblendet man sein kann. Für mich war das Buch definitiv ein Jahreshighlight, ich habe noch Tage danach darüber nachgedacht, habe immer wieder nach den richtigen Formulierungen für diese Rezension gesucht und diese auch immer wieder geändert, es gab so viele Punkte, die ich hier unbedingt ansprechen und verdeutlichen wollte und die ich wahrscheinlich nicht mal zur Hälfte letztlich hier untergebracht habe. Yester Year ist ein Buch das ich nur jedem ans Herz legen kann und über das ich so unglaublich gerne mit Anderen diskutieren würde. Bitte, bitte lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2026

Objekt der Begierde

Ein dunkles Versteck
0

Evelyn Holm, Kommissarin in Freiburg, bekommt eine neue Kollegin zur Seite gestellt, die gerade ihr Studium beendet hat und nun darauf brennt sich in einem Team zu beweisen. Evelyn ist erstmal wenig begeistert ...

Evelyn Holm, Kommissarin in Freiburg, bekommt eine neue Kollegin zur Seite gestellt, die gerade ihr Studium beendet hat und nun darauf brennt sich in einem Team zu beweisen. Evelyn ist erstmal wenig begeistert von der Neuen, hat sie doch eh gerade etwas Unruhe im Team, denn nicht jeder der Kollegen ist mit ihr als Leiterin der Abteilung einverstanden. Als in einem Kanal eine Frauenleiche entdeckt wird muss das Team sich zusammenraufen, schließlich gilt es einen Mörder zu finden. Zeitgleich macht Isabell Walbaum im Supermarkt eine Zufallsbekanntschaft. Im ersten Moment scheint der Unbekannte nur nett gewesen zu sein, aber woher kennt er Isabells Namen?

Kommissarin Holm ermittelt in "Ein Dunkles Versteck" bereits zum vierten Mal und wie es meinem Naturell entspricht bin ich hier wieder vom vorläufigen Ende in die Reihe gestartet. Da der Fall in sich abgeschlossen ist kann man das Buch, wie ich finde, gut einzeln lesen, allerdings haben Holm und ihr Team natürlich eine Vorgeschichte, persönlich, wie auch was die Arbeit betrifft. Natürlich wird immer mal wieder auf diese vorgeschichte Bezug genommen und es gab schon Momente, wo ich mich auch ein wenig geärgert habe, dass ich hier nicht mehr zu weiß, im Ganzen hat es meinen Lesegenuss aber nicht beeinflusst. Ich bin, was das anbelangt, recht unkompliziert und konnte hier recht gut damit umgehen die Vita der Figuren nicht bis ins Detail zu kennen, es macht mich letztlich nur neugierig auf die Vorgängerbücher.

Saskia Calden schreibt unglaublich spannend und kreiert ein gute Dynamik zwischen den Figuren. Die Handlung ist vielschichtig und läuft auf mehreren Ebenen parallel, ohne das anfangs direkt zu erkennen wäre, ob die Ereignisse zusammen gehören. So gibt es hier den Handlungsstrang um Isabell und den Unbekannten, der sich bald als Stalker entpuppt und den um das Verschwinden mehrerer Frauen. Natürlich ahnt man als Leser, dass es hier einen Zusammenhang geben muss, aber die Autorin versteht es super hier in der Schwebe zu bleiben. Dabei erzeugt sie gerade im Bezug auf das Stalking eine unglaublich bedrohliche Atmosphäre, in der man stark mit Isabell mit leidet und genau wie sie der Situation absolut hilflos gegenübersteht und schockiert und wütend registriert, wie wenig Hilfe man als Opfer hier von der Polizei zu erwarten hat. Die Situation von Frauen, die Opfer von Verfolgung und Stalking werden ist so real beschrieben, dass es wirklich beängstigend zu lesen ist.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der verschiedenen Personen erzählt. Der Leser folgt so Evelyn durch die Ermittlungen, steht mit Isabell hilflos den Übergriffen ihres Stalkers gegenüber und erlebt das Grauen der verschwundenen Frauen mit. Auch wenn die eigentlichen Ermittlungen eher langsam vonstatten gehen, bleibt die Geschichte so immer spannend und man wird quasi dazu eingeladen seine sich seine eigenen Gedanken zu den Fällen zu machen. Natürlich hat man als Leser recht schnell einen Verdächtigen, wobei man wirklich lange Zeit immer wieder schwankt und seine Meinung ändert, aber Nichts bereitet einen letztlich auf das vor, was die Autorin final für den Leser bereit hält. Absolut unerwartet kommt hier die Auflösung, mir persönlich leider etwas zu plötzlich. Nach dem ganzen hinarbeiten auf den Täter, hätte ich mir hier tatsächlich ein bisschen mehr Raffinesse gewünscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2026

Der epische Beginn

Das Erbe der Elfen
0

Nach dem Überfall auf Cintra ist Cirilla, genannt Ciri auf der Flucht vor einem mysteriösen Ritter mit den Flügeln eines Raubvogels am Helm. Die Erinnerungen verfolgen sie bis in ihre Träume und beruhigen ...

Nach dem Überfall auf Cintra ist Cirilla, genannt Ciri auf der Flucht vor einem mysteriösen Ritter mit den Flügeln eines Raubvogels am Helm. Die Erinnerungen verfolgen sie bis in ihre Träume und beruhigen kann sie dann nur die Anwesenheit von Geralt, dem weißen Wolf, seines Zeichens Hexer und Ciriˋs Vorherbestimmung.

Endlich ist der Leser in der eigentlichen Hexer - Saga angekommen, die als Vorlage für die Netflix Serie dient und wenn man wie ich mit der Serie gestartet ist, wird man natürlich vieles wiedererkennen. Hier liegt es in der Natur der Sache, das Einiges für die Serie angepasst und abgeändert wurde und ich war sehr gespannt, wie die Geschichte in der Literaturvorlage erzählt wird.

Hätte ich die Serie nicht gekannt, hätte mich die Erzählung von Sapkowski zum Fan gemacht. Ich bin begeistert von der mystischen Welt, die er in hier erschafft und der epischen Geschichte, die er rund um Geralt, Ciri und Yennefer erzählt. Ich mag es sehr, wie er Figuren aus anderen Geschichten und Märchen in sein Universum einbaut. Dem Leser begegnen Zwerge, Elfen, Magier, Hexer und natürlich diverse Monster, Ungeheuer und eine mitellalterlich anmutende Welt in der Königreiche miteinander konkurieren, Ehen mit Kalkül geschlossen werden und Bündnisse, die heute noch Schutz bieten, morgen schon der Vergangenheit angehören. Im Mittelpunkt all dieser Wirren steht Ciri, die Thronerbin von Cintra, das Löwenjunge. Nach ihr suchen die verschiedensten Gruppierungen, die Gründe dafür lernt der Leser im Lauf der Geschichte kennen.

Mit "Das Erbe der Elfen" taucht man tief ein in die Welt des Hexers, man lernt ihn und Ciri besser kennen und es werden noch weitere wichtige Figuren eingeführt. Sehr viel Raum nimmt Ciris Aufenthalt im Stammsitz der Hexer ein und auch ihre Zeit im Tempel, in der Yennefer ihre Ausbildung übernimmt. Es ist sehr schön zu lesen, wie hier die Beziehung zwischen den Beiden beginnt und ich finde, dass das der Geschichte und den Figuren eine gewisse Tiefe gibt.

Mich hat dieser erste Band der Saga sofort in seinen Bann gezogen, Sapkowskis Art vom epischen Kampf Gut gegen Böse zu erzählen ist mitreißend und humorvoll, aber gleichzeitig auch mahnend und emotional, an vielen Stellen fühlte ich mich an Ereignisse unserer eigenen Geschichte erinnert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere