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annamichalea

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2023

Frauenbild und Aufbruch in den 50er Jahren

Der Frühling ist in den Bäumen
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Das Cover hat mich fast schon erschreckt. Es hat große Ähnlichkeit mit den Kinderbüchern meiner Jugend. Damals galt ein solcher Cover als fortschrittlich, da die weiblichen Protagonisten eines ...

Das Cover hat mich fast schon erschreckt. Es hat große Ähnlichkeit mit den Kinderbüchern meiner Jugend. Damals galt ein solcher Cover als fortschrittlich, da die weiblichen Protagonisten eines Buches nicht mehr so altmodisch aussahen sondern mit moderner Frisur und sportlicher Kleidung gezeigt wurden. Das Halstuch sticht hervor, kess ist angesagt im Vergleich zu dem immerwährenden Anzug der Männer.
Leider stand auch in den Büchern damals kein wirklich anderes Frauenbild hinter dem Cover. Das aufrührerischte war noch Mädi, die auch Medizin studierte, aber natürlich abbrach und Kinder bekam und jetzt ihren Mann wunderbar auch fachlich den Rücken freihalten konnte.
Die Coverinterpretation kann man 1:1 auf den Inhalt des Buches übertragen.
Wie der Titel suggeriert, die Freiheit der Frauen ließ sich erahnen, erhoffen, es gab ernsthafte Versuche, lag in der Luft. Aber in einer Zeit in der man als Frau für die Anmeldung zum Führerschein die Unterschrift des Vaters oder Ehemanns brauchte, der Ehemann verbieten konnte, dass die Frau eine Stellung annahm, geschiedene Frauen geächtet wurden -in der Großstadt vielleicht in einem kleinen Kreis Respekt erfuhren - ... Ich könnte noch lange aufzählen. Es ist viel erreicht heutzutage. Lange noch nicht alles. Wir müssen gerade jetzt mit dem Blick auf die Welt aufpassen, dass es nicht mehr rückwärts geht!!!

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Deutsche Geschichte in Polyesterorange

Wir träumten vom Sommer
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Orange und Polyester, das war mein erster Eindruck von dem Cover. Ich war zwar zu jung um zu protestieren, bekam es aber am Rand bereits mit, was da lief. Und ich erinnere mich an die schauderhaft ...

Orange und Polyester, das war mein erster Eindruck von dem Cover. Ich war zwar zu jung um zu protestieren, bekam es aber am Rand bereits mit, was da lief. Und ich erinnere mich an die schauderhaft hautunfreundlichen Synthetikklamotten der Zeit.
Wie gesagt nur am Rande, da es damals kaum Fernseherlaubnis für uns jungen Leute gab und andere Medien eh nicht.
Dieses Buch kam da genau richtig um mal diesen Teil der deutschen Geschichte kennenzulernen.
Amrei ist mittendrin. Diskutiert mit, politisiert und ist privat emotional zwischen dem Protestler David und dem Polizisten Wastl gefangen.
Man wird an die Proteste der jungen Aktivisten von heute erinnert, die aber vor allem medial in ganz anderen Zeiten leben. Aber grundsätzlich hat sich nichts verändert, vor allem : sind wir wirklich weitergekommen?
Zurück zum Buch. Eine der mir am wichtigsten Botschaften ist die Figur der Großtante Annamirl. Sie hat das eigenständige Leben ganz unauffällig für sich gelebt, aber auch manchen Preis dafür gezahlt. Und das ohne Stundenteunruhediskussionen.
Eine gelungen Zugabe quasi ist das Schlusswort der Autorin. Ein kleiner Einblick in ihre Art zu schreiben, Recherche und eine Zugabe an Informationen , mit denen man das Buch irgendwie sogar upgraden kann.

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Nicht so ganz meins

Schönwald
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Insgesamt fällt es mir nicht leicht, etwas über das Buch zu schreiben. Ich könnte beim Lesen nicht wirklich dran bleiben. Und die Tatsache, dass ich immer längere Unterbrechungen machen musste, ...

Insgesamt fällt es mir nicht leicht, etwas über das Buch zu schreiben. Ich könnte beim Lesen nicht wirklich dran bleiben. Und die Tatsache, dass ich immer längere Unterbrechungen machen musste, half natürlich nicht wieder in das Buch reinzufinden. Für mich gabe es hier zu viele unterschiedliche Stränge, Themen und Sichtweisen. Zwar werden wie angekündig auch aktuelle Themen im Buch angesprochen, aber davon leider auch zu viele. Und die Übertragung des Buches ins normale Leben, das mache ich gerne bei Familiengeschichten, gelingt hier überhaupt nicht. Dazu ist der ganze Hintergrund für mich zu aufgebläht. Alle sind total intelligent und machen Karriere oder könnten es zumindest. Geld wird geerbt und auch die gesellschaftliche Ebene bietet ihnen viel. Keine Normalos eben.
Dazu muss es noch einen Abstecher in die LSBT*Q Szene geben und auch Donald Trump ist Thema. Vieles ist mir so fremd, dass ich auch nicht mit Genuss davon lesen kann. Vielleicht fehlt mir auch der Hintergrund für dieses Buch, so dass es einfach zu schwer zu verstehen ist für mich.

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Veröffentlicht am 23.07.2023

Fantasy mit Message

Wer ist hier der Alien?
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Ein gelungenes Cover. Da werden viele Kinder zu dem Buch greifen. Spannung, ungewöhnliches, das aber nicht Angst macht. Erkennbar auch die Ähnlichkeit des Jungen mit dem Alien, die im Buch genauer ...

Ein gelungenes Cover. Da werden viele Kinder zu dem Buch greifen. Spannung, ungewöhnliches, das aber nicht Angst macht. Erkennbar auch die Ähnlichkeit des Jungen mit dem Alien, die im Buch genauer erklärt wird.
Junus hat eine Zwillingsschwester, die sich sehr für die Rettung des Planeten Erde einsetzt. Er dagegen spielt lieber Computerspiele und mogelt sich so gut es geht durch die Schule. Als er einen Alien findet, hilft er ihm, aber im Hinterkopf hat er gleichzeitig das anstehende Halloween und wie er dann mit Hilfe einse echten Alien Furore machen kann.
Der Alien, den er Solo nennt, betont immer wieder, für die Erde ist es eh zu spät, aber so ernst nimmt Junus das nicht.
Um zu überleben muss Solo wieder in seine Welt zurück, aber nur mit Hilfe von Junus wird er es schaffen können.
Eine coole Idee das Thema Umweltschutz und die Erde retten in einem Fantasy Buch so nebenbei anklingen zu lassen. Zu keinem Zeitpunkt fühlt man sich bevormundet oder gegängelt, wird aber automatisch mit den entsprechenden Informationen versorgt und hoffentlich zum Nach-, besser noch zum Umdenken gebracht.

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Veröffentlicht am 23.07.2023

uneingeschränkt empfehlenswert.

Nincshof
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Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich zuerst auf Grund der Andersartigkeit des Coverdesigns. Man fragt sich sofort, was dahinterstehen könnte, erfährt es natürlich erst im Buch.
Schon wie ...

Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich zuerst auf Grund der Andersartigkeit des Coverdesigns. Man fragt sich sofort, was dahinterstehen könnte, erfährt es natürlich erst im Buch.
Schon wie das Buch beginnt spricht für sich. Nincshof ist das Dorf. Kurz darauf steht, Nincshof duckt sich. Das personalisierte Dorf, also. Mit Eigenleben. Da ich selbst vom dorf komme, kann ich das ganz gut beurteilen. Zumindest aus der Sichtweise wie Dörfer früher mal waren. Als Erna Rohdiebl eine Diabetes Diagnose bekommt, ist die Rede davon, dass sie ja eigentlich auch Diabetesrisikominderndes nacht. Alleine diese Wortschöpfung und ihr Verhalten führt mir sofort eine Nachbarin vor Augen, die das ganz genauso handhabte.
Das Dorf wird hier präsentiert als das übliche. Mit Bäckerei, Wirtshaus etc. Fürher ja, heute kaum noch. Vielleicht ist das ja in Österreich anders, aber ich glaube es kaum.
Obwohl Nincshof also die Idealvorstellung eines Dorfes ist, tut das dem Buch keinen Abbruch. Sehr amüsant geschrieben, nicht nur für Menschen, die das Dorfleben kennen. Allein schon die Sprache tut sehr viel dafür, mit einer Leichtigkeit und immer unterschwelligem Humor, dass jeder das Buch mit Genuss lesen kann. Und nebenbei auch eine Botchaft vernimmt. Ob er will oder nicht.

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