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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

Mehr Romance für mich bitte

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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Das Cover hat mich gleich angesprochen – es wirkt leicht, zart und passt gut zu einem Coming-of-Age-Roman. Inhaltlich begleitet man Mila durch eine sehr schwierige Lebensphase: Nach einem Umzug nach Zürich ...

Das Cover hat mich gleich angesprochen – es wirkt leicht, zart und passt gut zu einem Coming-of-Age-Roman. Inhaltlich begleitet man Mila durch eine sehr schwierige Lebensphase: Nach einem Umzug nach Zürich verliert sie ihren Halt, entfremdet sich von ihrer besten Freundin und entwickelt eine Essstörung, die schließlich zu einem Klinikaufenthalt führt. Dort begegnet sie Nicolas, einem geheimnisvollen Jungen, der Licht und Dunkelheit zugleich in ihr Leben bringt.
Ich finde es grundsätzlich sehr wichtig und lobenswert, dass das Thema Essstörung hier offen behandelt wird. Viele Szenen sind eindringlich geschildert und geben authentische Einblicke in Milas Gedankenwelt. Besonders das Thema „Pro-Ana“-Internetplattformen wurde schockierend realistisch umgesetzt – allerdings hätte ich mir hier etwas mehr Sensibilität gewünscht, da die Darstellung stellenweise zu konkret und dadurch potenziell problematisch wirkt.
Die Familienkonflikte und Milas innere Kämpfe sind überzeugend erzählt, während mich der Romance-Teil hingegen weniger erreichen konnte. Nicolas tritt erst in der zweiten Hälfte richtig in Erscheinung, sodass die Liebesgeschichte etwas zu kurz und zu abrupt wirkt. Vielleicht war das bewusst so angelegt, um den Fokus stärker auf Milas Krankheit und Heilungsprozess zu legen – für mich blieb der emotionale Funke dennoch aus.
Insgesamt eine ernste, mutige Geschichte, die wichtige Themen anspricht, aber für meine Lesererwartung nicht ganz harmonisch erzählt war. Möglicherweise bin ich auch nicht die eigentliche Zielgruppe, doch die Botschaft und Milas Weg bleiben dennoch nachdenklich stimmend.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Mehr erwartet

Whitestone Hospital - Colliding Hearts
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Nach dem vielversprechenden Klappentext und dem emotional intensiven Cover hatte ich wirklich hohe Erwartungen an diesen Band – leider wurden sie nur teilweise erfüllt.

Die Anziehung zwischen den beiden ...

Nach dem vielversprechenden Klappentext und dem emotional intensiven Cover hatte ich wirklich hohe Erwartungen an diesen Band – leider wurden sie nur teilweise erfüllt.

Die Anziehung zwischen den beiden Hauptfiguren, Ian und Jess, ist von Beginn an spürbar, wirkt aber wenig nachvollziehbar. Als Leserin konnte ich nicht erkennen, woher dieses Gefühl kommt oder auf welcher Entwicklung es beruht. Der Prolog, der vermutlich Bedeutung und Spannung erzeugen sollte, bleibt dagegen erstaunlich nichtssagend – ehrlich gesagt hätte man ihn auch einfach weglassen können.

Dramaturgisch problematisch finde ich zudem, dass der übergeordnete Handlungsstrang um Lauras Stalker – der die Reihe bislang zusammengehalten hat – bereits in der Mitte des Buches aufgelöst wird. Das hätte ein gelungenes Finale für die Reihe sein können, fühlt sich an dieser Stelle jedoch wie ein Missverständnis in der Struktur an. Der erste Teil liest sich dadurch, als habe man die Vorgeschichte verpasst, während der zweite Teil mit detailverliebten, teils recht langatmigen Alltagsszenen aus dem Krankenhaus gefüllt wird. Diese Szenen wirken zwar sorgfältig recherchiert, verlieren aber an Erzählfluss und Spannung.

Die Dialoge erscheinen oft künstlich, das Ende vorhersehbar. Ein wirklich packender Moment entsteht nur in der Mitte – ausgerechnet dort, wo das Buch sein eigentliches Ende hätte finden können. Schade auch, dass einige liebgewonnene Nebenfiguren kaum noch vorkommen. Der abrupte Stimmungswechsel danach wirkt zu hart und lässt die emotionale Tiefe des Romans verblassen.

Trotz allem erkenne ich die positive Grundbotschaft – das „Du-bist-nicht-alleine“-Thema – und freue mich für alle, die genau das aus der Geschichte mitnehmen. Für mich persönlich hat Colliding Hearts jedoch erzählerisch und dramaturgisch nicht das eingelöst, was Cover und Klappentext versprochen haben.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Klare Leseempfehlung!

A Beautiful Scandal
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Mit A Beautiful Scandal ist Ria Radtke eine gefühlvolle, lebendige Liebesgeschichte gelungen, die weit über klassische Romance hinausgeht. Im Mittelpunkt steht Schauspielerin Sam, die nach einem Zusammenbruch ...

Mit A Beautiful Scandal ist Ria Radtke eine gefühlvolle, lebendige Liebesgeschichte gelungen, die weit über klassische Romance hinausgeht. Im Mittelpunkt steht Schauspielerin Sam, die nach einem Zusammenbruch auf der malerischen Isle of Skye Zuflucht sucht – und dort Rory trifft, einen geheimnisvollen Autor, der ihr Leben auf unerwartete Weise verändert.

Was das Buch besonders macht, sind die vielschichtigen Figuren. Sam und Rory sind keine perfekten Heldinnen oder Helden, sondern authentische Menschen mit „Ecken und Kanten“, inneren Konflikten und emotionalen Wunden. Radtke zeichnet ihre Entwicklung feinfühlig, lässt Raum für Verletzlichkeit, Selbstzweifel und Heilung. Dabei fließt das Thema Mental Health ganz selbstverständlich in die Handlung ein und gibt der Geschichte Tiefe und Bedeutung.

Das Setting auf der Isle of Skye verleiht dem Roman eine fast magische Atmosphäre – wilde Landschaft, Seeluft und Rückzugsort in einem. Später kontrastiert die schnelllebige Welt des Filmsets diese Ruhe perfekt und unterstreicht die Spannung zwischen Schein und Sein, Authentizität und öffentlichem Druck.

Die Dynamik zwischen Sam und Rory ist von Beginn an intensiv. Dass beide einander etwas verheimlichen, schafft Reibung, Spannung und zugleich emotionale Tiefe. Besonders gelungen ist, dass die Autorin nicht auf einfache Lösungen setzt, sondern ihre Figuren wachsen lässt.

Alles in allem ist A Beautiful Scandal eine wunderschöne Liebesgeschichte mit realistischen Charakteren, viel Gefühl und einem überzeugenden Happy End. Wer feinfühlige Liebesromane mit psychologischem Tiefgang liebt, wird dieses Buch verschlingen.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Neeee

Station 22. Wo bist du sicher?
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„Station 22. Wo bist du sicher?“ von Anne Elvedal verspricht mit einer düsteren Klinik, zwei vermissten Frauen und Krankenschwester Idas traumatischer Vergangenheit einen alptraumhaften Psychothriller. ...

„Station 22. Wo bist du sicher?“ von Anne Elvedal verspricht mit einer düsteren Klinik, zwei vermissten Frauen und Krankenschwester Idas traumatischer Vergangenheit einen alptraumhaften Psychothriller. Ida, die als Kind entführt wurde und nun mit gelöschtem Gedächtnis lebt, stößt auf brutale Verdachtsmomente, als Patientinnen verschwinden – ein Peiniger aus der Vergangenheit scheint zurück.

Der Schreibstil ist intensiv und emotional, teils verwirrend, was die Immersion verstärkt, aber auch anstrengt. Die Spannung baut sich langsam auf, bleibt jedoch über weite Strecken aus; Zusammenhänge klären sich spät, das Ende wirkt konfus statt erlösend. Hauptfigur Ida bleibt eigenartig distanziert, eine emotionale Verbindung baut sich kaum auf – nichts für entspanntes Nebenbei-Lesen oder -Hören.

Insgesamt ein spezieller Psychothriller, der Abgründe der Psyche auslotet, aber durch fehlende Spannung und Unklarheiten enttäuscht. Eher 3/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Mal was anderes

Tödliches Angebot
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Eindringlicher Psychothriller mit unvergesslicher Antiheldin
Marisa Kashinos „Tödliches Angebot“ packt sofort: Margo jagt ihr Traumhaus mit rücksichtsloser Besessenheit – Stalking, Einbruch und Erpressung ...

Eindringlicher Psychothriller mit unvergesslicher Antiheldin
Marisa Kashinos „Tödliches Angebot“ packt sofort: Margo jagt ihr Traumhaus mit rücksichtsloser Besessenheit – Stalking, Einbruch und Erpressung sind Mittel zum Zweck. Getrieben von familiärem Druck überschreitet sie jede Grenze, räumt Rivalen aus dem Weg und entfesselt eine Spirale aus Skrupellosigkeit, die fesselt und abstößt zugleich.

Der Schreibstil ist knackig, die Handlung rast bis zur letzten Seite – ein echtes Adrenalin-High. Kashino zeichnet Margo als charismatische Wahnsinnige, die man trotz allem liebt; ihre Abgründe wirken plausibel und verstörend nahbar. Perfekt für Fans von „Gone Girl“-Thrillern: unvorhersehbar, mit Twists, die fassungslos machen. „Das erste Angebot gewinnt. Das letzte kostet Leben“ – dieser Klappentextversprechen wird zehnfach eingelöst.

Extrem gelungen, originell und „mal was anderes“ – trotz knallharter Protagonistin ein Pageturner, der lange nachhallt. 5/5 Sterne. Ich freue mich auf mehr von Kashino!

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