Inhalt
Lara kauft mit Lebensgefährte Henry, ihrem Bruder Malte und zwei Freunden ein Gehöft auf der Hallig Westeroog. Dort sind sie abgeschieden vom Rest der Welt. Bei ihrer Ankunft scheint alles so zu sein, wie sie es sich erträumt haben, doch nur kurze Zeit später verschwindet Malte spurlos. Dann glaubt Lara, einen Fremden auf der Hallig gesehen zu haben und auch Henry benimmt sich zusehends seltsamer. Bis plötzlich noch jemand verschwindet und die Situation eskaliert.
Eigene Meinung
Puuuuh. Der Schreibstil war viel zu einfach und sensationsheischend. Die Dialoge waren zu platt und gestelzt und überhaupt nicht natürlich, locker leicht. Das hat das lesen super anstrengend gestaltet.
Aus einer ganz normalen Situation wird rasend schnell, ohne Ankündigung plötzlich eine brisante und aggressive Lage. Das passiert andauernd. Ständig fühlt sich irgendjemand unglaublich schnell angegriffen und rastet aber dann auch direkt aus. Das passiert viel zu oft und lässt einen nur noch die Augen verdrehen.
Angeblich sind sie alle ach so toll miteinander befreundet, davon merkt man aber leider überhaupt nichts. Alles wirkt total oberflächlich.
Es passieren auch ständig so komische Sachen wie, dass Henry unglaublich abfällig über Laras autistischen Bruder Malte redet und sie lässt es ihm durchgehen. Schlimmer noch, sie entschuldigt sein Verhalten sogar. Für mich war das komplett unverständlich. Zumal die fünf schon vor dem Umzug testweise zusammengewohnt haben. Das merkt man aber gar nicht. Eher scheint es, als müssten Fremde plötzlich unter einem Dach leben.
Unnötige Abstecher in die Ökologie der Insel konnten leider nicht einmal ansatzweise Atmosphäre aufbauen, dabei war hier so unglaublich viel Potential.
Es hilft dabei auch nicht, dass in den wenigen Tagen mehrmals große Stürme angekündigt werden, die Insel sogar überflutet wird und die Protagonisten sich TROTZDEM ins freie begeben, um dann festzustellen, dass es ja eine lebensbedrohliche Situation ist, auf die sie überhaupt nicht vorbereitet sind. Ach ne.
Hauptfigur Lara dramatisiert auch immer direkt alles. Sie zieht bei jeder sich bietenden Gelegenheit voreilige Schlüsse und geht NATÜRLICH immer direkt vom schlimmsten aus. Wenn's nach ihr gehen würde, wären sofort am Anfang schon mehrere Menschen gestorben. In dieser dramatischen Hektik, die sie dann an den Tag legte, ging die Handlung ein wenig unter, so dass man sich anstrengen musste, zu folgen. Ich kam bei ihren wirren und oft unlogischen Gedankengängen gar nicht mehr hinterher.
Was bei ihr und den anderen ebenfalls nicht gepasst hat, war das Verhalten nachdem Malte verschwunden ist. Es wurde ein bisschen gesucht und schon Stunden später geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Bis irgendjemandem plötzlich wieder einfällt, dass Malte verschwunden ist und Lara wieder in unglaublich tiefe Trauer stürzt. Heeeee...
Leider hat man im Laufe der Geschichte eine Ahnung, wie das ganze enden wird und man wird traurigerweise dahingehend auch nicht überrascht.
Fazit
Eine vorhersehbare Story, die viel zu viel erzwungene Dramatik beinhaltet und dadurch lächerlich wirkt. Ich konnte die Geschichte und auch die Figuren nicht ernst nehmen. Das war leider nichts.