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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2026

Wenn das Leben außer Kontrolle gerät

Das Kleid so rot
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Henning hat es schwer in der Schule. Nur Julia gelingt es, ihn zu erreichen, während er von anderen gemobbt wird. Der Lehrer Torsten Albrecht nimmt das Leben locker, bis seine Frau spurlos verschwunden ...

Henning hat es schwer in der Schule. Nur Julia gelingt es, ihn zu erreichen, während er von anderen gemobbt wird. Der Lehrer Torsten Albrecht nimmt das Leben locker, bis seine Frau spurlos verschwunden ist. Er ist überzeugt, dass sie ihn nicht verlassen hat, und informiert die Polizei. Doch die Ermittler Susann Greve und Reiner Groß finden keinerlei Hinweise auf sie. Dann passiert ein tragisches Ereignis.

Die Handlung beginnt ruhig und nimmt sich bewusst Zeit, um die Charaktere und ihre Sichtweisen näherzubringen. Mehrere Blickwinkel eröffnen die Handlung und geben nach und nach Einblick in das Leben der Beteiligten.
Im Mittelpunkt stehen die Lehrkräfte Bettina und Monika, die an einer Schule arbeiten, wo Mobbing alltäglich ist und häufig vorkommt. Bettina ist verliebt und möchte einen speziellen Mann für sich allein gewinnen. Aus dieser Eifersucht heraus entwickelt sie einen Plan, der immer mehr außer Kontrolle gerät.
Etwa ab der Mitte des Buches gewinnt die Geschichte deutlich an Intensität und mündet in einem unerwarteten Drama.

Fazit: Ich habe mich gut unterhalten. Besonders die zweite Hälfte sorgt für Spannung. Für mich fühlt sich die Erzählung eher wie ein Krimi an, statt wie ein Thriller. Dennoch bietet das Buch eine interessante und dramatische Geschichte mit mehreren ernsten Themen, wie Mobbing und Eifersucht.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 Sterne

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Eine bewegende Geschichte

Elbland
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Nina hat sich über viele Jahre um ihre Mutter gekümmert, und als diese verstirbt, zerbricht für sie alles. Sie entscheidet sich, in den Ort zu reisen, den sie damals mit ihrer Familie besucht hat. Es war ...

Nina hat sich über viele Jahre um ihre Mutter gekümmert, und als diese verstirbt, zerbricht für sie alles. Sie entscheidet sich, in den Ort zu reisen, den sie damals mit ihrer Familie besucht hat. Es war der Geburtsort ihrer Mutter vor dem Krieg. Nach diesem Urlaub war nichts mehr so, wie es einst gewesen war.

Dies ist eine berührende Geschichte über Familie, Herkunft und die Spuren der Vergangenheit. Im Mittelpunkt steht Nina. Mit dem Tod ihrer Mutter bleiben viele ungeklärte Fragen zurück. Nina hat gemerkt, dass ihre Mutter ihr Leben lang mit etwas Schwerem gerungen hat. Um mehr darüber zu erfahren, begibt sie sich nach Böhmen und beginnt, die Wurzeln ihrer Familie zu erkunden.
Während ihrer Nachforschungen begegnet sie einem Historiker, der ihr hilft, die Vergangenheit besser zu verstehen. Nach und nach fügen sich für Nina die Puzzlestücke zusammen. Sie entdeckt, weshalb ihre Mutter oft melancholisch und verschlossen war und warum das Verhältnis zu ihrer Schwester Katja so belastet ist mit Spannungen.
Die Erzählung wird auf verschiedenen Zeitebenen präsentiert. Allmählich entsteht ein umfassendes Bild der Familiengeschichte. Der Schreibstil ist ruhig und stimmungsvoll, was gut zur Atmosphäre des Buches passt.
Das Buch steht stellvertretend für viele Lebensgeschichten von Vertriebenen und zeigt, wie stark Vergangenheit und Herkunft auch noch nach Generationen nachwirken können. Wichtige Themen wie Geheimnisse, Schuld, Verarbeitung und die Möglichkeit zur Versöhnung haben hier ihren Platz.

Fazit. Der Roman hat mich berührt. Die Geschichte hat mich von Anfang an berührt und ich habe Nina sehr gerne auf ihrer Reise begleitet. Für mich war es eine bewegende und zugleich nachdenkliche Lektüre, die lange nachhallt.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Auch nach 20 Jahren absolute Leseempfehlung

Die Therapie
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Der Psychiater Viktor Larenz ist verzweifelt, denn seit 4 Jahren fehlt jede Spur von seiner Tochter Josy. Um eine Anfrage für ein Interview von einer Zeitung zu bearbeiten, zieht er sich auf die Nordseeinsel ...

Der Psychiater Viktor Larenz ist verzweifelt, denn seit 4 Jahren fehlt jede Spur von seiner Tochter Josy. Um eine Anfrage für ein Interview von einer Zeitung zu bearbeiten, zieht er sich auf die Nordseeinsel Parkum zurück. Dort wird er von einer Frau besucht, die eine Therapie bei ihm starten möchte, und nach anfänglichem Zögern stimmt er zu. Ab diesem Moment nimmt die Geschichte einen unerwarteten Verlauf.

Nach zwei Jahrzehnten wurde dieses Buch erneut veröffentlicht und ich habe die Gelegenheit ergriffen, es nocheinmal zu lesen. Der ursprüngliche Reiz ist geblieben und ich war erfreut, wieder in diese Erzählung einzutauchen. Die Handlung ist sehr gut durchdacht und intelligent gestaltet. Dr. Larenz ist weiterhin auf der Suche nach seiner Tochter und es scheint, dass seine Patientin mehr über ihren Verbleib weiß, als sie bereit ist zu offenbaren. Diese Situation schafft eine Spannung, die fesselt, und ich konnte mitfiebern und mitfühlen. Zudem gibt es unerwartete Wendungen und der Autor zeigt, wie geschickt er dies in der Spannung einsetzt.

Fazit: Ich habe das Buch nahezu im Handumdrehen gelesen und bin nur so durch die Seiten geflogen. Am Ende präsentiert der Autor ein Finale, das mich völlig überrascht hat. Sebastian Fitzek zählt ohne Zweifel zu den besten in seinem Fach und zeigt, wie fesselnd dieses Genre sein kann. So muss ein Psychothriller sein.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Ein berührendes und fesselndes Leseerlebnis

Der Fährmann
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Hannes Winkler muss sich schon früh als Fährmann bewähren. Seine sorglose Kindheit mit seinen Freundinnen Annemarie und Elisabeth ist abrupt vorbei. Er ist in Elisabeth verliebt, darf jedoch als Fährmann ...

Hannes Winkler muss sich schon früh als Fährmann bewähren. Seine sorglose Kindheit mit seinen Freundinnen Annemarie und Elisabeth ist abrupt vorbei. Er ist in Elisabeth verliebt, darf jedoch als Fährmann nicht heiraten, und sie ist außerdem bereits dem Landwirt Josef Steiner versprochen, während Annemarie auf eine Trauung mit Josef gehofft hat.
Dann kommt der Erste Weltkrieg, gefolgt von einem schweren Schicksalsschlag.

Der Autorin gelingt es wieder einmal, einen beeindruckenden historischen Roman zu schreiben, der im Zeitraum von 1894 bis 1915 spielt und von der ersten Zeile an fesselt. Die Kindheit von Hannes, Annemarie und Elisabeth ist nur von kurzer Dauer, da sie unter harter Arbeit leiden müssen. Schon das Elternhaus prägt sie auf grausame Weise und diese folgt ihnen durch das gesamte Leben.
Im Mittelpunkt stehen Elisabeth, Josef, Annemarie und Hannes. Elisabeth, inzwischen eine Bäuerin, fühlt sich gefangen in der Ehe mit Josef. Ihr eigener Einfluss und ihr Mitspracherecht sind gleich null. Auch Annemarie muss viel erdulden, während Hannes' Arbeit am reißenden Fluss Salzach gefährlich ist. Die unerfüllte Sehnsucht der Dreien fällt stark ins Gewicht, denn Gewalt, Missbrauch und Machtmissbrauch, prägen ihr Leben.
Die Erzählung wechselt die Perspektiven, was das Gefühl der Beklemmung des Romans verstärkt und die Realität der damaligen Verhältnisse anschaulich macht.

Fazit: Das Buch ist ein extrem bedrückender Roman, der sowohl mitreißend unterhält als auch tief berührt. Er gibt Einblicke in die grausamen Schicksale und die damalige Rolle der Frauen. Für mich zählt dieses Buch zu einem der herausragenden Leseerlebnisse. Selten hat mich eine Geschichte so gefesselt und nachhaltig beschäftigt. Es ist eine Erzählung, die lange im Gedächtnis bleibt.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne+

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Ein humorvoller Krimi

Mord nach Schnittmuster
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Im Stoffgeschäft wird die Inhaberin Hanna leblos aufgefunden. Kommissar Martin Leidner glaubt nicht an einen Unfall, sondern hält einen Mord für wahrscheinlich. Zwischen Stoffen, Schnittmustern und Näh-Hacks ...

Im Stoffgeschäft wird die Inhaberin Hanna leblos aufgefunden. Kommissar Martin Leidner glaubt nicht an einen Unfall, sondern hält einen Mord für wahrscheinlich. Zwischen Stoffen, Schnittmustern und Näh-Hacks tauchen Martin und sein Kollege Salvatore Travazzi tief in die Nähwelt ein. Sie fragen sich, weshalb Hanna sterben musste.

Dieser Kriminalroman wandelt sich schnell zu einer Näh-Detektivgeschichte, egal ob die Ermittler das wollen oder nicht. Immer wieder gibt es Situationen, die mich zum Schmunzeln brachten. Der Handlungsort ist Esslingen, der so lebendig beschrieben wird, dass man sich die Stadt gut vorstellen kann. Die Ermittler gefallen mir gut, denn ihre Methoden wirken glaubwürdig, und auch persönliche Einblicke werden gewährt. Dennoch bleibt der Fokus der Geschichte überwiegend auf dem Nähen, was dazu führt, dass die Spannung nicht durchgehend hoch ist.

Fazit: Es ist ein unterhaltsamer Krimi, der mit Humor und sympathischen Charakteren punktet und praktische Näh-Tipps in Form von Näh-Hacks bietet. Die Sprache ist lebendig und lädt zum Weiterlesen ein.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 Sterne

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