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Veröffentlicht am 16.02.2025

Für mich war dieses Buch eher enttäuschend

A Breath of Winter
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Smilla, eine junge Hexe, hat vor einigen Monaten ihre gesamte Familie verloren. Seitdem ist sie auf der Suche nach dem Mörder und möchte nur noch Rache üben. Aufgrund der Prophezeiungen einer Seherin, ...

Smilla, eine junge Hexe, hat vor einigen Monaten ihre gesamte Familie verloren. Seitdem ist sie auf der Suche nach dem Mörder und möchte nur noch Rache üben. Aufgrund der Prophezeiungen einer Seherin, versucht sie, sich der in ganz Middengard bekannten Söldnertruppe „Die wilde Jagd“ anzuschließen. Kurz nachdem ihr das gelingt, bekommt diese Truppe auch tatsächlich den Auftrag, den „Hexenschlächter“ zu stellen.

Dass sie selbst eine Hexe ist und ihre wahre Motivation, verbirgt sie dabei jedoch. Auch vor Gent, dem etwas geheimnisvollen Anführer der Truppe, der im Volksmund sogar „Fürst der Unterwelt“ genannt wird. Gent und Smilla kommen sich schnell näher und Smilla möchte gern alle seine Geheimnisse ergründen. Allerdings ahnt Smilla nicht, wie düster Gents Geheimnisse tatsächlich sind…

Der Schreibstil der Autorin ist zwar wirklich flüssig und die Sprache sehr bildhaft. Irgendwie hatte ich mir nach dem Lesen der Ankündigungen jedoch eine deutlich komplexere Fantasy-Welt mit Elementen aus der nordischen Mythologie vorgestellt. Es wird sich zwar durchaus aus Letzterer bedient, allerdings wird vieles davon einfach nur schnell abgehandelt und für mich nicht wirklich spannend umgesetzt.

Welche Auswirkungen der Rückzug der Götter aus Middengard auf die Menschen tatsächlich hat, sehe ich kaum. Wenn mir karge Landschaften sehr bildhaft vorgestellt wurden, dann waren das welche, in denen sowieso kaum Menschen leben. Wenn ich zusammen mit der Truppe jedoch in bevölkerte Ortschaften reise, dann sind diese eher prunkvoll beschrieben und den Menschen, die dort leben, scheint es sehr gut zu gehen. Es wird zwar durchaus auch immer wieder erwähnt, dass dies nicht überall so wäre, mir fehlte jedoch ein wirklich greifbarer düsterer Gegensatz.

Angriffe von Walküren erlebe ich eigentlich nur weitab von Ortschaften und die Reaktionen des Anführers Gent auf diese, empfand ich dabei immer recht widersprüchlich. Begegnungen mit Trollen gab es während der Lesezeit überhaupt nicht und die beschriebenen Ereignisse im Kampf gegen einen Berserker, empfand ich fast lächerlich. Warum und wieso Gent als Fürst der Unterwelt bezeichnet wird, erschließt sich mir überhaupt nicht. Ich sah ihn und eigentlich auch die gesamte Truppe nicht als wirklich furchterregende und nahezu unbezwingbare Kämpfer. Allerdings gab es in dieser Truppe einen Charakter, den ich wesentlich interessanter gestaltet fand, als die eigentlichen Hauptfiguren.

Besonderen Tiefgang hatten die Figuren Smilla und Gent für mich nämlich nicht. Ich lese wirklich sehr gern fantastische Literatur mit romantischen und erotischen Szenen. Hier gab es aber so viele auf mich übertrieben wirkende Szenen zu eigentlich wollen wir das gar nicht, können aber auch nicht widerstehen und wissen nicht mal warum, in denen dann im letzten Moment doch nichts passierte, dass es mich irgendwann sogar zu nerven begann und ich viel lieber etwas über einen Plan zum Ausführen des Auftrags der Truppe, nämlich zur Jagd auf den Hexenschlächter erfahren hätte.

Zwischenrein kam nämlich auch dieser immer mal anonym zu Wort und beschrieb seine gerade verübten Verbrechen. Diese brachte ich allerdings auch nicht wirklich mit dem in Verbindung, was Smilla mit ihrer Familie erleben musste. Die Auslöschung ihres gesamten Dorfes passte für mich irgendwie nicht mit den „überschaubaren“ Morden dieses Einzeltäters zusammen. Ich ahnte dann auch schon eine ganze Weile bevor die Katze von der Autorin aus dem Sack gelassen wurde, wer es ist. Ich las ab da eigentlich nur noch weiter, um meinen Verdacht bestätigt zu bekommen.

Wirklich überrascht war ich am Ende davon deshalb nicht, sondern eher von Smillas Reaktion darauf. Die war für mich irgendwie genauso wenig nachvollziehbar, wie die darauffolgenden Veränderungen in der Truppe, in der ein langjähriges und anscheinend bewährtes Mitglied wegen ihr mehr oder weniger zum Teufel gejagt wird. Ich habe dieses Buch zwar innerhalb einer sehr kurzen Zeit ausgelesen, bleibe insgesamt aber eher enttäuscht zurück. In Sachen düster romatischer Fantasy habe ich schon deutlich Aufregenderes gelesen.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Spannende Geschichte, sehr sympathische Hauptfiguren, nur das Ende enttäuschte mich leicht

Die Brücke von London
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Vor einigen Wochen entdeckte ich die Ankündigung dieses Buches bei Vorablesen. Der Klappentext und die Leseprobe reizten mich zwar und ich hatte auch genügend Punkte für ein Wunschbuch zusammengesammelt, ...

Vor einigen Wochen entdeckte ich die Ankündigung dieses Buches bei Vorablesen. Der Klappentext und die Leseprobe reizten mich zwar und ich hatte auch genügend Punkte für ein Wunschbuch zusammengesammelt, entschied mich dann aber, diese für ein anderes Buch einzulösen, welches nicht nur als Printexemplar, sondern auch als E-Book verfügbar war. Als „Die Brücke von London“ dann vor einigen Tagen als Rezensionsexemplar bei NetGalley angeboten wurde, konnte ich jedoch nicht mehr widerstehen, freute mich kurze Zeit später riesig, dass ich es auf meinen Kindle laden konnte und begann nahezu sofort mit dem Lesen.

London 1749: Die Tuchhändlerin Juliana Hamley kämpft mit ihrem Laden im Kapellhaus auf der London Bridge ums Überleben. Nicht nur, dass die Geschäfte schlecht gehen, nein, wenige Wochen nach dem Tod ihres Ehemannes, erfährt sie auch noch, dass dieser ihr Schulden in schwindelerregender Höhe hinterlassen hat. Die Rettung kommt mit dem gewieften Straßenjungen Alder daher, den sie aus der Themse rettet. Dieser verhilft ihr zu einem neuen, allerdings nicht legalen Geschäftsmodell und unterstützt sie, gemeinsam mit seinen Freunden, tatkräftig dabei. Doch ungefährlich ist das nicht…

Anno Domini 1202: Die London Bridge wird gerade gebaut und die Kirche unterstützt den Bau nach Kräften. Allerdings gibt es einige schwere Unfälle, bei denen Brückenarbeiter ums Leben kommen und den Bau verzögern. Der Baumeister und der Priester sind sich einig: Das ist Hexenwerk. Die Schuldige ist schnell gefunden. Wird es Estrid auch gegen den Willen ihres gottesfürchtigen Ehemannes gelingen, ihre Schwester, die Kräuterfrau Sibilla, zu schützen?

Leicht und flüssig konnte ich diesen in zwei verschiedene Zeitebenen erzählten historischen Roman innerhalb eines Tages lesen. Verfasst ist er in der dritten Person aus den Perspektiven verschiedener Protagonisten. Die Sprache empfand ich als einfach, aber trotzdem bildhaft und gut den jeweils behandelten Zeiten angepasst. Sowohl die Figuren, als auch die Örtlichkeiten, konnte ich mir sehr gut vorstellen und während der gesamten Lesezeit empfand ich, neben dem Kopfkino, auch eine permanent vorhandene Grundspannung. Längen verspürte ich nie.

Schnell hatte ich die Hauptfiguren in beiden Handlungssträngen liebgewonnen und fieberte mit ihnen, egal ob es um das Gelingen des neuen Geschäftsmodells und das Lösen von in diesem Zusammenhang auftretenden Problemen ging oder um die Gefahr einer Verurteilung wegen Hexerei. Die Wechsel zwischen den Zeitebenen oder den Perspektiven endeten jeweils mit kleinen Cliffhangern, so, dass ich an diesen Stellen zwar immer gern noch weitergelesen hätte, mich aber auch über die Fortsetzung der Geschehnisse im nachfolgenden Kapitel freute.

Lediglich am Ende war ich dann leicht enttäuscht. Zum einen, weil der Verbleib von zwei mir im Laufe des Buches liebgewordenen Figuren vage blieb. Zum anderen kam mir der Epilog aus dem Jahr 1832 zu abrupt. Er schloss zwar mit einem Geheimnis der Brücke ab und passte so auch wunderbar zum Prolog. Allerdings hätte ich wirklich sehr gern noch erfahren, ob den übrigen Hauptfiguren ihre Vorhaben gelangen. Insgesamt hat mir das Buch aber trotzdem sehr gut gefallen und wegen des offenen Endes für die mir ans Herz gewachsenen Figuren hoffe ich fast auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Ich brauchte ein bisschen, um reinzukommen, dann packte mich die Geschichte aber

We hunt the Flame
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Neben Krimis und Thrillern gehören auch Fantasy Bücher zu meiner Lieblingslektüre. Als ich dieses Buch hier Ende letzten Jahres im NetGalley Adventskalender entdeckte, sprachen mich sowohl das Cover als ...

Neben Krimis und Thrillern gehören auch Fantasy Bücher zu meiner Lieblingslektüre. Als ich dieses Buch hier Ende letzten Jahres im NetGalley Adventskalender entdeckte, sprachen mich sowohl das Cover als auch der Klappentext an und ich wollte es lesen. Es handelt sich um den Auftaktband der Arawiya Dilogie von Hafsah Faizal. Gleichzeitig war es auch mein erster Lesekontakt mit einem Buch aus der Feder dieser Autorin.

Arawiya ist ein sterbendes Reich, das aus fünf Kalifaten besteht und von einem immer grausamer werdenden Sultan regiert wird. Seit die sechs Schwestern getötet wurden und die Magie aus Arawiya verschwand breitet sich der Arz – ein verfluchter Wald – aus und droht alles Leben im Reich zu verschlingen.

Zafira ist die Einzige, der der Arz nichts anhaben kann. Daher geht sie dort für ihr hungerndes Dorf regelmäßig auf die Jagd. Allerdings muss sie das, weil selbstständige Frauen in ihrem Kalifat geächtet werden, als Mann verkleidet tun, Die wahre Identität des inzwischen im gesamten Reich berüchtigten Jägers kennen daher nur wenige Menschen. Eines Tages erhält „der Jäger“ von der ominösen silbernen Hexe den Auftrag, dass „er“ auf die gefährliche Insel Sharr reisen und dort ein verschollenes Buch finden soll, welches die Magie nach Arawiya zurückbringen und den Leben verschlingenden Arz vernichten kann.

Doch nicht nur sie begibt sich auf die Reise nach Sharr. Auch der Sohn des Sultans, der im gesamten Reich nur als der „Prinz des Todes“ bekannt ist, wird - zusammen mit General Altair - von seinem Vater dorthin geschickt, um dieses Buch an sich zu nehmen. Als Haschaschine tötet Nasir auf dessen Geheiß regelmäßig die Menschen, die gegen den Willen des grausamen Sultans aufbegehren. Blüht dieses Schicksal jetzt auch Zafira?

Das Buch ist in der 3. Person abwechselnd aus den Perspektiven von Zafira und Nasir geschrieben. Anfangs hatte ich, trotz des von mir durchaus als flüssig empfundenen Schreibstils, ein paar Probleme in die Geschichte hineinzufinden. Bei der Einführung der Protagonisten und des orientalisch anmutenden Settings empfand ich etliche Längen und war mir im ersten Viertel nicht sicher, ob mich die Geschichte irgendwann noch packen könnte. Ich unterbrach das Lesen sogar für ein anderes Buch. Als ich mich danach wieder an diese Geschichte setzte, dauerte es aber nicht mehr lange, bis sie mir von Seite zu Seite besser gefiel.

Das passierte ungefähr zu dem Zeitpunkt, als zu der sich bereits gefundenen Gruppe auf Sharr – Zafira, Nasir und Altair – noch Benyamin und Kifah gesellten. Mir gefiel, wie sie sich gemeinsam den Gefahren der Insel stellten und trotz diverser Geheimnisse voreinander, die erst nach und nach enthüllt wurden, immer mehr zusammenwuchsen. Die einzelnen Charaktere entwickelten sich dabei stetig weiter. Es gab viele spannende Kämpfe, etliche überraschende Wendungen und am Ende auch einen Cliffhanger, der mich dem ebenfalls bereits erschienenen zweiten Teil „We free the Stars“ gespannt entgegensehen lässt. Insgesamt hat mir dieses Buch dann doch sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Trotz einiger Längen hat mich dieser düstere Thriller sehr gut unterhalten

Die Totenbraut
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Ich lese sehr gern Thriller. Obwohl mir der Name der Autorin - Jen Williams – überhaupt nichts sagte, stach mir das Cover ins Auge und der Klappentext klang für mich interessant. Ich versprach mir von ...

Ich lese sehr gern Thriller. Obwohl mir der Name der Autorin - Jen Williams – überhaupt nichts sagte, stach mir das Cover ins Auge und der Klappentext klang für mich interessant. Ich versprach mir von „Die Totenbraut“ spannende Unterhaltung und habe diese letztendlich auch bekommen.

Vor sechs Monaten verschwand im kleinen englischen Küstenort Hitechurch ein 15-jähriges Mädchen, das zusammen mit seiner Familie dort Urlaub machte, spurlos.

In der Gegenwart, im Januar, besucht Charlie Hitechurch zusammen mit ihrer Nichte Katie und wohnt dort in einem Wohnwagen. Sie ist jedoch unter einem anderen Namen unterwegs und gibt vor, als Autorin für ein Buch über alte ortsspezifische Geschichten zu recherchieren.

Im Juli 1988 machte Charlie, wie jedes Jahr, auf dem Campingplatz in Hitechurch mit ihrer Familie im Wohnwagen Urlaub und lernt dort die gleichaltrige Emily kennen. Charlie hat ein Faible für gruselige Geschichten. Als sie selbst eine erfindet, nimmt diese die gleichaltrige problembehaftete Emily, diese deutlich zu ernst, mit fatalen Folgen.

1949 lebt der intelligente und wissbegierige Junge Derek ziemlich einsam in einem privilegierten Haushalt. Sein Vater spricht mit ihm lediglich über seine Arbeit und sieht ihn bereits als seinen Nachfolger. Ein tragischer Unfall löst die Zukunftsaussichten des Jungen jedoch in Luft auf und der Vater verliert das Interesse an seinem Sohn. Derek läuft von zuhause weg, erfindet sich neu und landet in Hitechurch.

Der Thriller wird in verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Für die Handlungsstränge aus Charlies Sicht, wurde die Ich-Form, für die anderen die dritte Person verwendet. Der Schreibstil ist durchaus flüssig, die Sprache relativ einfach. Die Charaktere wurden situationsbedingt eingeführt und ich erfuhr über sie alles nur häppchenweise. Die Wechsel zwischen den Zeitebenen sorgten dafür, dass ich beim Lesen nicht zu viele Längen empfand. Dennoch wurde ich nach einiger Lesezeit im Gegenwartsstrang von Charlie immer genervter.

Ich hatte schnell begriffen, dass im Juli 1988 etwas ganz Schreckliches passiert sein muss und, dass dies sie noch immer so belastet, dass sie sich auch in der Gegenwart nicht wohl in ihrer Haut fühlt. Dennoch kam mir einiges sehr eigenartig und irgendwie überhaupt nicht stimmig vor. Was das konkret war, möchte ich jetzt nicht benennen. Damit würde ich spoilern und das will ich nicht. Auf jeden Fall sorgte während dieser Zeit bei mir lediglich die von Anfang an permanent spürbare düstere Grundspannung dafür, dass ich überhaupt weiterlas.

Als dann endlich die Katze aus dem Sack gelassen wurde, klärte sich für mich einiges, wenn auch nicht alles, die Geschichte nahm noch einmal richtig Fahrt auf und ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen. Die Ereignisse überschlugen sich fast. Das Ende empfand ich als gefällig und insgesamt hat mir dieser Thriller dann doch so gut gefallen, dass ich aus der Feder der Autorin gern mehr lesen möchte.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Kein Spionagethriller, wie ich ihn mir vorstellte, aber ein verdammt gutes Buch

Amberlough – Stadt der Sünde
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Während aus anderen Teilen des Landes bereits alarmierende Berichte über ein Erstarken der Ospies, einer nationalistischen Partei, die alles Fremdländische und alles, was nicht der ultrakonservativen Norm ...

Während aus anderen Teilen des Landes bereits alarmierende Berichte über ein Erstarken der Ospies, einer nationalistischen Partei, die alles Fremdländische und alles, was nicht der ultrakonservativen Norm entspricht, ausmerzen will, erscheinen, lebt es sich in Amberlough unter der demokratischen Regierung eigentlich noch ganz passabel. Doch auch hier kommt es inzwischen zu politischen Spannungen und die Demokratie wird nach und nach unterwandert.

Mitten im Geschehen stecken Cyril DePaul, Aristide Makricosta und Cordelia Lehane. Cyril ist ein Geheimagent, der bei einem unerwarteten Außeneinsatz eine folgenschwere Entscheidung trifft. Sein Liebhaber Aristide ist nicht nur der umjubelte Conférencier des exklusiven Cabaret-Theaters Bumble Bee, sondern auch einer der mächtigsten Schmuggler der Stadt. Cordelia Lehane ist als Burlesque Tänzerin im Bumble Bee ebenfalls ein umjubelter Star. Allerdings reicht ihr Verdienst dort bei weitem nicht aus, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Während der wachsenden politischen Unruhen versuchen alle drei auf sehr unterschiedliche Art und Weise, alles was ihnen wichtig ist zu schützen. Doch als die Ospies Oberhand gewinnen geht es plötzlich ums nackte Überleben…

Anfangs hatte ich, vor allem wegen den fiktiven geografischen Begebenheiten, ein bisschen zu tun, um mich in dieses Buch einzulesen. Das gab sich jedoch, als ich mich hauptsächlich auf die Figuren konzentrieren konnte und das Bumble Bee ins Spiel kam. Je weiter ich las, umso mehr hatte ich eine Großstadtkulisse und ein Theater Anfang der 1930er Jahre vor meinen Augen, wie ich sie aus Filmen über diese Zeit kenne. Die Figuren, selbst wenn sie, wie die beiden Künstler, ihr Geld nicht nur auf ehrliche Art und Weise verdienten, wuchsen mir schnell ans Herz und auch mit ihrem freizügigen Privatleben, welches den Untertitel „Stadt der Sünde“ erklärte, hatte ich überhaupt kein Problem.

Umso mehr spürte ich jedoch die Bedrohung, die vom Erstarken der Ospies in Amberlough herrührte. Das begann mit Kleinigkeiten, wie die durch die Blume mitgeteilte Auflage an Cyril, seine gleichgeschlechtliche Beziehung nicht weiterzuführen und gipfelte im Auftreten der Schwarzstiefel, die für mich große Ähnlichkeiten mit den Braunhemden hatten, die Menschen anderer Gesinnung auf den Straßen überfielen. Es gibt also sehr große Parallelen zur Vergangenheit, aber eben leider auch zur Gegenwart, bei der in vielen Ländern nationalistische Parteien wieder von sich reden machen und ich sehr oft das Gefühl habe, dass die Menschheit überhaupt nichts aus der Geschichte gelernt hat.

Mir hat dieses Buch wirklich sehr gut gefallen. Allerdings hatte ich nach Lesen des Klappentextes und der Ankündigung, dass es ein Spionagethriller wäre, etwas Anderes erwartet, mit deutlich mehr Tempo und mehr Augenmerk auf Agententätigkeiten. Dennoch bin ich überhaupt nicht enttäuscht, denn die bedrohliche Grundspannung ließ mich letztendlich an der Geschichte festkleben und die beiden Nachfolger werde ich auf jeden Fall auch noch lesen.

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