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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.12.2016

solider Erstling

Der Sturz des Doppeladlers
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Das Birgit Mosser bereits mehrere geschichtliche Sachbücher verfasst hat, merkt man vor allem den historischen Details und Szenen an. „Der Sturz des Doppeladlers“ spielt im ersten Weltkrieg. Der österreichische ...

Das Birgit Mosser bereits mehrere geschichtliche Sachbücher verfasst hat, merkt man vor allem den historischen Details und Szenen an. „Der Sturz des Doppeladlers“ spielt im ersten Weltkrieg. Der österreichische Kaiser ist gestoben und mit ihm stürzt im Krieg auch langsam aber unaufhaltsam die Monarchie. Dabei erzählt Mosser anhand von vier Familien aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten von den Menschen, die zuhause bleiben aber auch von den Soldaten an der Front. Sie scheut sich nicht, von Blut und Tod zu berichten und das Leid und Unglück, dass weite Teile Europas damals überzogen hat, wird in ihrem ersten Roman eindringlich spürbar.

Es dauerte eine Weile, bis ich alle Personen soweit kennengelernt hatte, dass ich sie nicht mehr durcheinander brachte und auch nach und nach zu schätzen und einzuschätzen wusste. Der Erzählstil hat mir gefallen, allerdings bin ich kein Fan von Gesprächen im Dialekt. Auch wenn ich keine Probleme damit hatte, da ich als Bayer des Österreichischen Slangs durchaus mächtig bin, so hätte es mir gereicht, wenn dies einfach nur angedeutet gewesen wäre.

Es ist nicht mein erster Roman aus dieser Epoche, den ich dieses Jahr gelesen habe, deshalb muss er sich mit Büchern messen, die mich richtig umgehauen haben. Aber Birgit Mosser gelingt es durchaus, dass sie neue Eindrücke und Einblicke gibt und ich habe das Buch gerne gelesen. Für einen Erstling eine sehr solide und unterhaltsame Geschichte. Diese Autorin werde ich im Auge behalten.

Veröffentlicht am 03.10.2016

durchschnittlich

Goddess of Poison - Tödliche Berührung
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Tödliche Berührung – die Idee ist originell. Twylla ist gesegnet und verdammt zugleich. Ihre Haut ist so giftig, dass nur die Königsfamilie sie berühren kann ohne sofort zu sterben. Dafür darf sie den ...

Tödliche Berührung – die Idee ist originell. Twylla ist gesegnet und verdammt zugleich. Ihre Haut ist so giftig, dass nur die Königsfamilie sie berühren kann ohne sofort zu sterben. Dafür darf sie den Thronerben heiraten. Eine interessante Idee, die ich durchaus als Metapher genommen habe. Auch wie Twyllas Charakter und ihre Empfindungen beschrieben werden ist jugendgerecht und aus einem so direkten Winkel, dass es einem als Leser nahegeht. Es gibt auch zwei junge Männer, die wichtig für sie sind. Den Prinzen, den sie heiraten soll und ihren Leibwächter Lief. Also ein gängiges Muster in Jugend-Fantasy dieser Art. Nicht neu aber eigentlich finde ich so was ganz okay. Es darf gerne ein bisschen knistern und die Frage gestellt werden, für wen wird sie sich entscheiden.

Allerdings war alles etwas sehr einfach gestrickt. So richtig in die Gänge kam die Spannung für mich nicht. Und das mit dem Knistern war auch nicht so ganz, denn der Prinz ist mir nie besonders sympathisch gewesen. Ich wollte von Anfang an, dass der Leibwächter den Sieg davon trägt. Auch gibt es wenig Überraschungen, keine Wendungen, die nicht vorhersehbar gewesen wären.

Gefallen hat mir allerdings das ansprechende Cover und der gut lesbare Schreibstil. Die Autorin hätte aus dem Plot sicherlich noch mehr rausholen können.

Veröffentlicht am 03.10.2016

Psychothriller

DIE WAHRHEIT
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Schon das Cover hat mich in den Bann gezogen. Eine Frau hat sich die Haare abgeschnitten. Gerade fällt die letzte Strähne. Handelt es sich um die Hauptperson? Ist sie womöglich auf der Flucht? Hat sie ...

Schon das Cover hat mich in den Bann gezogen. Eine Frau hat sich die Haare abgeschnitten. Gerade fällt die letzte Strähne. Handelt es sich um die Hauptperson? Ist sie womöglich auf der Flucht? Hat sie etwas zu verbergen? Oder beginnt sie einfach ein neues Leben? Eigentlich spielt schon das Cover mit den Vermutungen des Lesers.

Der sieben Jahre verschollene Ehemann von Sarah erscheint plötzlich wieder auf der Bildfläche. Nachdem er entweder für tot oder entführt gehalten wurde und sie so lange verzweifelt auf seine Rückkehr hoffte, kommt er jetzt in einem Augenblick zurück, wo sie sich endlich damit abgefunden hatte und mit ihrem Sohn ´nochmal ein neues Leben anfangen wollte. Aber es ist natürlich nicht alles so wie es scheint. Denn ein Fremder steht schließlich als vermeintlicher Ehemann Philipp am Flughafen. Und er setzt Sarah mit einem mysteriösen Geheimnis so unter Druck, dass sie sein Spiel mitspielen muss, wenn sie nicht alles verlieren will.

Was will der Kerl? Lebt ihr richtiger Ehemann doch noch? Was hat Sarah für eine "Leiche" im Keller?

Ich kannte bereist Melanie Raabes Erstling "Die Falle" und war schon in freudiger Erwartung eines neuen Psychothrillers. Genau einen solchen bekommt man denn auch. Klar macht man sich seine Gedanken und wenn man schon viele solche Romane gelesen hat, kommt man vielleicht sogar auf die richtigen Ideen. Ich musste auch immer wieder mal an den Film mit Gere und Foster denken, in dem eine ganz ähnliche Geschichte abläuft. Anfangs ähnlich. Aber Melanie Raabe schafft es, einen neuen Ton reinzubringen und ein, zwei überraschende Wendungen, so dass das Buch bis zum Ende spannend bleibt.

Sehr guter Psychothriller - endlich mal wieder aus Deutschland

Veröffentlicht am 03.10.2016

außergewöhnlich

Nach einer wahren Geschichte
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Delphine de Vigan ist eine erfolgreiche Schriftstellerin. Auf einer Party freundet sie sich mit der Ghostwriterin L. an. Aus der anfangs lockeren und unkomplizierten, ja interessanten und durchaus Delphines ...

Delphine de Vigan ist eine erfolgreiche Schriftstellerin. Auf einer Party freundet sie sich mit der Ghostwriterin L. an. Aus der anfangs lockeren und unkomplizierten, ja interessanten und durchaus Delphines Arbeit befruchtenden Freundschaft wird jedoch schnell eine sich ungesund entwickelnde Symbiose. L. übernimmt nach und nach die Führung und gibt Delphine erst vor, wie sie ihre Arbeit besser machen könnte um dann auch ihr Privatleben zu dominieren. Sie zieht bei ihr ein und umso mehr L. das Ruder übernimmt, um so mehr wird die Autorin verunsichert, zieht sich zurück und erlebt schließlich sogar eine heftige Schreibblockade. Der Roman, den Delphine schreibt und um den es in weiten Teilen dieser Geschichte auch geht, wird zusehens zur Realität. Für de Vigan und für den Leser gleichermaßen verwischen die klaren Grenzen.

L. schien mir wie die Spinne im Netz, die die Fäden zieht und die Delphine auf ihre Art in ein dichtes Netz einspinnt aus dem diese kein Entrinnen mehr zu finden scheint. Immer mehr entwickelt sich das Ganze zu einem Psychothriller.

Die Geschichte ist faszinierend, verwirrend, bis zum Schluss undurchschaubar und unvorhersehbar. Ein sehr ungewöhnliches Buch. Man muss sich auf die Story einlassen, dann ist man gefesselt und begeistert. Ein anspruchsvolles Werk, welches lange nachklingt. Kein Wunder, dass die wahre Delphine für die Geschichte der vielleicht erfundenen Delphine bereits Preise abgeräumt hat. Eine Leseempfehlung für die, die mal etwas außergewöhnliches suchen.

Veröffentlicht am 03.10.2016

anstrengend zu lesen

Wir sehen uns am Meer
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Eine kniffelige Rezi, die ich hier schreiben muss. Ein Abwägen und Hin und Herdrehen der Eindrücke.
Gefallen hat mir
- Das Cover zu aller erst. Der Hauch der New Yorker Skyline, dazu die Wellenbewegungen ...

Eine kniffelige Rezi, die ich hier schreiben muss. Ein Abwägen und Hin und Herdrehen der Eindrücke.
Gefallen hat mir
- Das Cover zu aller erst. Der Hauch der New Yorker Skyline, dazu die Wellenbewegungen und die zwei Schatten und alles in einem warmen sonnigen Farbton. Ein echter Eyecatcher im Buchladen.
- Der Klappentext der eine ungewöhnliche, ja womöglich schwierige Liebesgeschichte erwarten lässt. Dazu die politische Lage eines Landes, welches mir noch weitgehend fremd ist. Ich weiß natürlich um den uralten Streit von Israelis und Palästinensern. Aber dass es bis heute so krasse Auswirkungen auch auf das Privatleben und die Liebe hat, war mir nicht bewusst und hat mich angesprochen.
- Die Leseprobe hat mir gut gefallen und ich hoffte auf ein paar unterhaltsame Stunden mit Tiefgang.
Nicht gefallen hat mir
- Der wahnsinnig ausführliche Erzählstil. Es wurde wirklich – sorry – jeder Pups, jedes Fitzelchen, jede noch so kleinste Gefühlsregung lang und breit und so intensiv erklärt und beschrieben, dass ich irgendwann leider angefangen hat, ganze Seiten zu überfliegen oder nur noch quer zu lesen.
- Die zwei Hauptdarsteller, die ziemlich bald auseinanderdriften. Ich hatte Probleme, die Tiefe ihrer Zuneigung zu erfassen, hatte bald das Gefühl, dass sie gar nicht zusammen passen, da sie ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Leben und ihrem Land haben. Dadurch wurde mir ihre Beziehung schnell uninteressant was für den spannenden Fortgang einer Liebesgeschichte nicht förderlich ist.
- Das Ende, weil es zu wenig positiv und hoffnungsvoll war und mir einfach zu nichtssagend. Ganz allgemein stellte ich mir die Frage, was die Autorin mit dieser Story überhaupt sagen wollte, was ihre eigene Meinung ist.

Am Ende war ich ziemlich angestrengt von diesem Buch und gebe gerade noch 3 Sterne. Es war einfach nicht dass, was ich erwartet und erhofft hatte.