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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2024

An einigen Stellen verbesserungswürdig

Season Sisters – Frühlingsgeheimnisse
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"Season Sisters: Frühlingsgeheimnisse" von Anna Helford hat definitiv eine interessante Grundidee, die mich neugierig gemacht hat. Die Geschichte von Spring, einer der vier Season Sisters, die aus einem ...

"Season Sisters: Frühlingsgeheimnisse" von Anna Helford hat definitiv eine interessante Grundidee, die mich neugierig gemacht hat. Die Geschichte von Spring, einer der vier Season Sisters, die aus einem Hippie-Haushalt stammt und vor 8 Jahren abgehauen ist, klingt vielversprechend. Leider konnte mich die Umsetzung nicht vollständig überzeugen, was sich in meiner dreisternigen Rezension widerspiegelt.

Ein großer Kritikpunkt ist die parallele Handlung im 19. Jahrhundert mit Daphne, die sich in einen Patienten verliebt. Die Sprünge in diese Zeit fand ich weniger spannend und die aufgedeckte Intrige wirkte für mich ziemlich offensichtlich. Die Vorhersehbarkeit und die konstruierte Art der Erzählung haben leider den Lesegenuss getrübt.

Besonders enttäuschend empfand ich die Liebesgeschichte von Spring, die meiner Meinung nach viel zu schnell abgehandelt wurde. Die Entwicklung wirkte wenig glaubwürdig, und am Ende fühlte sich alles zu "Friede, Freude, Eierkuchen" an. Die Geschichte verläuft leider in vorhersehbaren Bahnen, und die Klischees sind allgegenwärtig, was meinen Gesamteindruck deutlich beeinträchtigt hat.

Trotzdem gibt es auch positive Aspekte, wie die interessante Idee der Season Sisters und die Dynamik zwischen Spring und Sophia, die dem Roman zumindest einige Lichtblicke verleihen. Leider reichen diese jedoch nicht aus, um über die Schwächen der Handlung und Charakterentwicklung hinwegzutrösten. Ob ich den zweiten Teil der Reihe noch lesen werde, weiß ich nun nicht.

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Veröffentlicht am 26.01.2024

Die Burg begeistert!

Die Burg
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Ursula Poznanski hat mit "Die Burg" erneut bewiesen, dass sie ein außergewöhnliches Talent für packende Geschichten besitzt. Das Buch verdient ohne Zweifel fünf Sterne, denn es hat mich von der ersten ...

Ursula Poznanski hat mit "Die Burg" erneut bewiesen, dass sie ein außergewöhnliches Talent für packende Geschichten besitzt. Das Buch verdient ohne Zweifel fünf Sterne, denn es hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen.

Die Idee eines Escape Rooms, entworfen von einer künstlichen Intelligenz, faszinierte mich von Anfang an. Die Autorin schafft es, diese Konzeption so realistisch und zugleich beängstigend zu präsentieren, dass ich förmlich in die düstere Atmosphäre des Geschehens eintauchen konnte. Die Spannung steigerte sich kontinuierlich, und die Tatsache, dass die Situation ausartete, war zwar erwartet, aber dennoch mitreißend umgesetzt.

Die von Nevio erworbene Burg entpuppte sich als perfekte Kulisse für ein Gruselabenteuer. Die Beschreibungen waren so detailreich, dass ich mich förmlich in den verlassenen Gemäuern wiederfand. Der Wechsel zwischen der Perspektive der Spielenden und der Beobachter verlieh dem Roman eine zusätzliche Ebene und intensivierte die ohnehin schon hochgradige Spannung.

Besonders hervorzuheben ist der beeindruckende Schreibstil von Ursula Poznanski. Mit einer meisterhaften Leichtigkeit gelingt es ihr, die Leserinnen und Leser in die Geschichte zu ziehen und sie mit jeder Seite tiefer in den Sog der Handlung zu ziehen. Die Charaktere sind lebendig und authentisch gezeichnet, und ihre Handlungen wirken stets nachvollziehbar.

Insgesamt kann ich "Die Burg" uneingeschränkt empfehlen. Dieses Buch ist nicht nur für Fans von Thrillern und Mystery-Romanen ein absolutes Muss, sondern für jeden Leser, der sich von einer meisterhaft erzählten Geschichte mitreißen lassen möchte. Bravo, Ursula Poznanski, für dieses beeindruckende Werk!

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Veröffentlicht am 17.01.2024

interessantes Werk

Die Hoffnung der Chani Kaufman
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"Die Hoffnung der Chani Kaufmann" von Eve Harris entführt den Leser tief in die faszinierende Welt einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde in London. Eindrucksvoll beschrieben werden die Herausforderungen und ...

"Die Hoffnung der Chani Kaufmann" von Eve Harris entführt den Leser tief in die faszinierende Welt einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde in London. Eindrucksvoll beschrieben werden die Herausforderungen und Traditionen, denen Chani Kaufmann und ihr Mann gegenüberstehen, nachdem sie den Mut hatten, die Liebe zueinander zu leben.

Was besonders beeindruckt, ist die Tatsache, dass ich diesen Roman ohne Kenntnis des Vorgängers genießen konnte. Unwissentlich über den zweiten Teil der Reihe gestolpert, gelang es mir dennoch, die Handlung und die Charaktere problemlos zu verstehen. Dies spricht für die Fähigkeit der Autorin, eine eigenständige Geschichte zu schaffen, die sowohl für Neueinsteiger als auch für Fans des ersten Teils zugänglich ist.

Die Geschichte von Chani und ihrem Mann, die verzweifelt versuchen, schwanger zu werden, offenbart auf fesselnde Weise die rigiden Normen und Erwartungen innerhalb der Gemeinde. Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine Reise, bei der naive Vorstellungen über Kinderkriegen auf die Realität eines streng orthodoxen Lebensprinzips treffen. Es wird deutlich, dass in dieser Gemeinschaft Frauen oft wenig Mitspracherecht haben und ihre Existenz oft auf die Rolle als Gebärmaschine reduziert wird. Die Drohung der Neuvermittlung, sollte eine Frau nicht die erwarteten Ergebnisse liefern, veranschaulicht die brisante Situation.

Besonders interessant ist die Konfrontation mit den zahlreichen Ammenmärchen und dem verzerrten Bild, das man Chani und ihrem Mann vermittelt, um die Religionsausübung aufrechtzuerhalten. Die Szene mit der Frauenärztin, die erklären muss, dass Gott allein nicht für Schwangerschaft sorgt, zeigt auf erschütternde Weise die Verblendung und Naivität der Protagonisten.

Ein Pluspunkt dieses Romans ist die Darstellung von emanzipierten Frauen, einschließlich Chani selbst, die trotz der bestehenden Barrieren ihre eigenen Wege gehen. Der Leser erlebt die Vielfalt von Lebensentwürfen innerhalb der Gemeinschaft und wird Zeuge mutiger Entscheidungen, die das traditionelle Gefüge herausfordern.

Nachdem man sich durch die anfängliche Hürde der jüdischen Begriffe gearbeitet hat, liest sich das Buch flüssig. Das Vorhandensein eines Glossars erweist sich als hilfreich, um die kulturellen und religiösen Elemente besser zu verstehen. "Die Hoffnung der Chani Kaufmann" bietet somit nicht nur eine packende Handlung, sondern auch einen tiefen Einblick in eine faszinierende Welt, die zum Nachdenken anregt und die Vielschichtigkeit menschlicher Entscheidungen beleuchtet. Mit vier Sternen empfehle ich dieses Buch jedem, der nach einer bereichernden Lektüre sucht, unabhängig davon, ob er mit dem Vorgänger vertraut ist.

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Veröffentlicht am 09.01.2024

positiv überrascht

Run For Love
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Zugegeben, das Cover zu "Run for Love" hätte mich im Laden so gar nicht angesprochen. Es hat diese typischen Frauenroman-bunten-Farben und wirkte für mich auf den ersten Blick wenig einladend. But: Don't ...

Zugegeben, das Cover zu "Run for Love" hätte mich im Laden so gar nicht angesprochen. Es hat diese typischen Frauenroman-bunten-Farben und wirkte für mich auf den ersten Blick wenig einladend. But: Don't judge a book by its cover! Mir hat "Run for Love" nämlich eigentlich richtig gut gefallen.

Der Schreibstil ist humorvoll und ich mochte die Dialoge zwischen den Charakteren. Besonders gut gefallen hat mir die Geschichte, wie das Kennenlernen zwischen Luca und ihrer besten Freundin Charly beschrieben wurde. Die beiden haben sich nämlich nur kennengelernt, weil sie von Männern versetzt wurden. Und für genau diese Freundin setzt Luca sich auch ein und schlägt einen Typen, der sie belästigt. Die Folge: Sozialstunden, in denen sie einen echt netten Typen kennenlernt und es beginnt zu knistern...

Luca als Protagonistin hat mir wirklich gut gefallen. Sie ist eine wirklich starke Frauenfigur und ich mochte ihren Humor. Auch gefällt mir sehr, dass das Thema Bodypositivity hier behandelt wird, denn Luca ist es egal, dass sie alles von Kleidergröße 40 bis 48 trägt.

Rundum: "Run for Love" konnte mich positiv überzeugen, auch wenn es kein Highlight für mich war.

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Veröffentlicht am 01.01.2024

Super guter Anfang, aber schwacher zweiter Teil

Endling
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"Endling" von Jasmin Schreiber entführt die Leser:innen in eine faszinierende dystopische Welt, die durch ihre Realitätsnähe und Innovation beeindruckt. Die Wahl der Protagonistin als Entomologin verleiht ...

"Endling" von Jasmin Schreiber entführt die Leser:innen in eine faszinierende dystopische Welt, die durch ihre Realitätsnähe und Innovation beeindruckt. Die Wahl der Protagonistin als Entomologin verleiht dem Roman eine interessante und frische Perspektive, die auch noch sehr informativ ist.

Die Welt, die Jasmin Schreiber geschaffen hat, hat mich von Anfang an gefesselt. Die Beschreibungen der Insektenwelt durch die Augen der Protagonistin haben selbst in mir ein Interesse an der Natur entfacht, das vorher nicht so vorhanden war. Dieser Aspekt verleiht dem Roman zweifelhaft eine besondere Note und hebt es von anderen Werken ab.

Leider wird der Roman dann schwächer, wenn die drei Protagonistinnen auf ihre Reise aufbrechen, um die Freundin der Tante zu finden. Ab diesem Punkt empfand ich sowohl Tante Auguste als auch Hanna eher als nervig. Die mystischen Begebenheiten auf ihrer Reise wirkte für mich als Leser nicht gut geklärt und passten nicht recht zum wissenschaftlich angehauchten Charakter der ersten Hälfte des Romans. Wissenschaftler hätten diese Rätsel doch lösen und belegen wollen?

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte konnte ich mich jedoch mit der amüsanten Präsenz der Weinbergschnecke, dem Endling, erfreuen. Bereits auf dem Cover wird einem klar, dass sie eine ganz besondere Rolle spielen wird.

Besonders positiv möchte ich hervorheben, dass der Beruf der Protagonistin es ermöglichte, als Leser:in viel über die Insektenwelt zu lernen. Dieser Bildungsaspekt des Romans war für mich ein klarer Gewinn.

Leider hinterließ das Ende des Buches viele Fragen zur Welt, die die Autorin in 18 Jahren entworfen hatte. Dies ließ mich ein wenig unbefriedigt zurück, da ich mir gewünscht hätte, mehr Klarheit über die Hintergründe und Entwicklungen der Geschichte zu erhalten.

Insgesamt bietet "Endling" eine einzigartige und spannende Perspektive auf eine dystopische Welt, die durch ihre realistische Darstellung und die ungewöhnliche Hauptfigur besticht. Trotz einiger Schwächen im Verlauf der Handlung bleibt der Roman ein lesenswerter Beitrag zur Literatur.

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