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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2024

Pass auf, wenn du dir ins Haus holst...

Die Haushälterin
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Jodi Bishop lebt mit ihrem Mann Harrison und zwei Kindern in Toronto. Sie arbeitet als Maklerin, versucht den Job und den Haushalt unter einen Hut zu bringen und kümmert sich noch zusätzlich um ihre Eltern. ...

Jodi Bishop lebt mit ihrem Mann Harrison und zwei Kindern in Toronto. Sie arbeitet als Maklerin, versucht den Job und den Haushalt unter einen Hut zu bringen und kümmert sich noch zusätzlich um ihre Eltern. Da ihre Mutter an Parkinson in fortgeschrittenem Stadium leidet, wird deren Pflege immer anstrengender und zeitintensiver. So kommt Jodi auf die Idee, eine Haushälterin für die Eltern einzustellen. Ihre Wahl fällt auf Elyse, die ein echter Glücksfall zu sein scheint. Die patente Witwe wirkt kompetent und liebenswürdig und Jodi schenkt ihr schnell ihr Vertrauen. Ein schlimmer Fehler...

Ich war vor kurzem auf einer Reise, habe mein Buch vergessen und suchte in der Flughafen-Buchhandlung nach einer spannenden Lektüre. "Die Haushälterin" hat mich mit seinem tollen, düster gestalteten Cover und dem Klappentext gleich neugierig gemacht. Ich wurde nicht enttäuscht. Es ist ein solider Psychothriller, der gut unterhält. Joy Fielding liefert eine gute Story, baut gekonnt die Spannung auf und lässt sie immer weiter steigen, bis zum überraschenden Finale. Sie erschafft auch lebendige Charaktere, die man sich beim Lesen gut vorstellen kann. Besonders gelungen fand ich die Erzählerin Jodi, in die ich mich hineinversetzen und deren Emotionen ich nachempfinden konnte. Ich hörte ihr gerne zu und litt mit...

Alles in allem ein gelungenes Buch, bei dem die meisten Psychothriller-Fans auf ihre Kosten kommen werden, von mir eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 11.12.2023

Witzig und herzerwärmend

Sieben Tage ohne
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Die Dienstagsfrauen sind wieder da! Eva, Caroline, Estelle, Judith und Kiki verbringen gemeinsam eine Woche auf der Burg Achenkirch im Altmühltal, wo das Heilfasten auf dem Programm steht. Sieben Tage ...

Die Dienstagsfrauen sind wieder da! Eva, Caroline, Estelle, Judith und Kiki verbringen gemeinsam eine Woche auf der Burg Achenkirch im Altmühltal, wo das Heilfasten auf dem Programm steht. Sieben Tage ohne familiäre und berufliche Verpflichtungen und am Ende ein paar Kilo weniger auf der Waage - das klingt verlockend! Die Auszeit erweist sich aber keineswegs als entspannend, da jede der fünf Freundinnen ihr ganz persönliches Päckchen mit sich bringt. So versucht Eva auf der Burg das Geheimnis um ihren unbekannten Vater zu lösen und Judith sucht nach einem neuen Sinn in ihrem Leben. Auch bei Kiki und Caroline geht es turbulent zu. Lediglich Estelle scheint keine größeren Sorgen zu haben außer einer: dass sie bei der kommenden Gala-Veranstaltung in ihr neues, zu klein gekauftes Chanel-Kostüm nicht reinpasst

Nachdem mir der erste Band sehr gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf diese Fortsetzung. Ich wurde nicht enttäuscht: Monika Peetz gelang erneut ein heiterer, unglaublich herzerwärmender Roman, der nicht nur bestens unterhält (ich musste beim Lesen immer wieder schmunzeln!), sondern auch zum Nachdenken anregt. Die fünf Frauen sind jede einzeln und alle zusammen eine Wucht; lauter tolle und lebendige Charaktere, die man schnell ins Herz schließt und am liebsten selbst als Freundinnen hätte! Ich habe die Lektüre sehr genossen und konnte dabei wunderbar entspannen

Fazit: Ein gute-Laune-Roman für Herz und Seele, sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 18.10.2023

Schluss mit dem Perfektionismus, mehr Selbstakzeptanz!

Nie gut genug
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Hand aufs Herz: Möchte nicht jeder von uns zumindest auf einem bestimmten Gebiet mehr als einfach nur gut sein? In unserer modernen, von Konkurrenzkampf und Leistungsdruck geprägten Gesellschaft reicht ...

Hand aufs Herz: Möchte nicht jeder von uns zumindest auf einem bestimmten Gebiet mehr als einfach nur gut sein? In unserer modernen, von Konkurrenzkampf und Leistungsdruck geprägten Gesellschaft reicht „gut“ einfach nicht mehr aus. Wir werden vielmehr stets dazu angehalten, „mehr aus uns zu machen“, indem wir uns auf Schritt und Tritt optimieren. Die Werbung und die sozialen Medien lassen uns jeden Tag wissen, wie man beruflich erfolgreicher, glücklicher, attraktiver, kurzum: perfekt werden kann. Viele von uns beugen sich dem Druck und machen mit. Doch was macht dieser Perfektionswahn mit uns? Und wie können wir ihm entgehen? Damit beschäftigt sich der britische Professor für Psychologie Thomas Curran in diesem Buch.

Spannend und verständlich erklärt der Autor das Phänomen Perfektionismus und zeigt auf, wie dieser entsteht. Curran präsentiert auch alarmierende Erkenntnisse, die er aus seinen umfangreichen Forschungen zum Perfektionismus gewonnen hat. So ist der Drang zum Perfektionismus in den letzten 30 Jahren rapide angestiegen. Doch unsere Welt ist dadurch nicht besser geworden und wir selbst nicht glücklicher. Ganz im Gegenteil: Wir strampeln uns ab und haben trotzdem das Gefühl, nie gut genug zu sein. Nicht schön genug, nicht effizient genug, nicht kreativ genug. Wir vergleichen uns mit unrealistischen Idealen und können gar nicht anders als scheitern. Die Folgen für die mentale Gesundheit sind verheerend. Immer mehr Menschen leiden unter chronischer Erschöpfung, Burnout, Ängsten und Depressionen. Eine höchst beunruhigende Entwicklung, die uns der Autor vor Augen führt und vor deren Folgen er dringend warnt. Eine positive Nachricht: Es ist durchaus möglich, der Perfektionismusfalle zu entkommen. Der Schlüssel dazu lautet mehr Selbstakzeptanz. In einem der Kapitel zeigt Thomas Curran auf, wie man diese Akzeptanz erreichen kann und gibt uns wertvolle Tipps, die angewendet zu einer positiven Veränderung auf persönlicher Ebene führen können. Er geht sogar noch weiter und präsentiert Vorschläge für eine nachhaltigere Wirtschaft, die auf den überflüssigen Konsum und unkontrolliertes Wachstum verzichtet. Seine Ideen leuchten mir persönlich ein und ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass unser Planet von deren Umsetzung profitieren würde.

Fazit: Es interessantes Buch, das zur Reflexion über uns selbst und unsere Gesellschaft anregt und hoffentlich dazu beiträgt, dass bei möglichst vielen Lesern ein Umdenken stattfindet. Eine wertvolle Lektüre für alle, denen ihr eigenes Schicksal und das Wohl ihrer Mitmenschen am Herzen liegen!

Veröffentlicht am 01.09.2023

Fesselnder Pageturner

Das Leben, das wir begraben
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Der Student Joe Talbert muss für eine Hausarbeit einen vollkommen Fremden interviewen und seine Biografie verfassen. Auf der Suche nach dem geeigneten Kandidaten besucht er ein Altenpflegeheim und lernt ...

Der Student Joe Talbert muss für eine Hausarbeit einen vollkommen Fremden interviewen und seine Biografie verfassen. Auf der Suche nach dem geeigneten Kandidaten besucht er ein Altenpflegeheim und lernt den krebskranken Carl Iverson kennen. Dieser ist ein verurteilter Mörder, der vor 30 Jahren ein junges Mädchen vergewaltigt und ermordet haben soll. Doch je länger sich Joe mit Iverson unterhält und zu seinem Fall recherchiert, desto mehr zweifelt er an dessen Schuld. Er beschließt, den wahren Mörder zu finden und Carls Namen reinzuwaschen. Allerdings bringt er sich damit selbst in tödliche Gefahr...

Das Buch stand wegen der vielen positiven Kritiken schon länger auf meiner Leseliste. Nun habe ich den Roman endlich gelesen und stelle fest, er wird zu Recht gelobt. Allen Eskens gelang ein sehr spannender Psychothriller, der ohne grausame Szenen und Effekthascherei auskommt und trotzdem den Leser zu fesseln vermag. Mich hat er schon mit dem ersten Textabsatz in seinen Bann gezogen, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Eine packende Story mit überraschenden Wendungen, sehr angenehmer Schreibstil, gut konstruierte, lebendige Figuren (besonders Joe Talbert hat mir sehr gut gefallen) - „Das Leben, was wir begraben“ ist definitiv lesenswert. Ich freue mich sehr, dass ich den Autor entdeckt habe und bin schon gespannt auf seine weiteren Romane

Unbedingt erwähnen muss ich noch die meines Erachtens sehr gelungene grafische Gestaltung des Buches. Ein tolles Cover, das im Gedächtnis bleibt und neugierig macht! Es war mein erstes Buch aus dem Festa-Verlag und sicherlich nicht das letzte

Fazit: Sehr gut geschrieben und durchweg spannend - genau das Richtige für alle Fans des Genres!

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Brilliant und erschreckend aktuell

Sekunden der Gnade
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Boston, 1974: Mitten in einem heißen Sommer erhitzt die anstehende Aufhebung der Rassentrennung an den öffentlichen Highschools die Gemüter der Bewohner. Es kommt zu massiven Protesten und Demonstrationen, ...

Boston, 1974: Mitten in einem heißen Sommer erhitzt die anstehende Aufhebung der Rassentrennung an den öffentlichen Highschools die Gemüter der Bewohner. Es kommt zu massiven Protesten und Demonstrationen, die Stadt brodelt wie ein Hexenkessel. Mary Pat Fennessy hat aber größere Sorgen: Sie sucht ihre 17-jährige Tochter Jules, die von einem abendlichen Treffen mit Freunden nicht nach Hause gekommen ist. Ihre Nachforschungen bringen Entsetzliches ans Licht und die kaum zu ertragende Wahrheit macht aus der verzweifelten Mutter eine Rachegöttin...

Dennis Lehanes Roman ist nichts für Zartbesaitete und auch keine gute Wahl für Leser, die nach einer leichten, entspannenden Lektüre suchen. Der Autor beschäftigt sich darin mit einem unbequemen, unschönen und trotzdem sehr wichtigen und leider nach wie vor aktuellem Thema: dem Rassismus. Er versetzt uns durch sein schriftstellerisches Talent und eigene Kindheitserinnerungen in das Boston der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und erweckt ein Bild von einer Stadt zum Leben, die sich in einem Ausnahmezustand befindet. Es ist ein Stück bewegende Zeitgeschichte, das – wage ich zu vermuten – nicht vielen bekannt ist. Ich gestehe, auch ich hatte von „Busing“ und von den schlimmen Auswirkungen der als Integrationsversuch gedachten Regelung keinen blassen Schimmer. Schon allein deswegen fand ich das Buch sehr interessant. Interessant, aber auch schockierend: Dennis Lehane zeichnet eine Gesellschaft, die von allerhand Vorurteilen geprägt ist und zeigt auf, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind, wenn sie sich den anderen überlegen fühlen. Der Roman zwingt zum Nachdenken über die damalige und über unsere heutige Zeit, in der sich in puncto Vorurteile und Gewalt leider herzlich wenig geändert hat. Die Lektüre macht sprachlos und wütend auf diese Umstände. Das Buch ist aber nicht nur eine Anklage, sondern aus meiner Sicht auch ein Appell an unsere Menschlichkeit und das Gute, das wir trotz unserer Fehler in uns tragen. Davon scheint der Autor überzeugt zu sein. Seine Protagonistin Mary Pat – notabene ein von Lehane wirklich meisterhaft kreierter Charakter - ist das beste Beispiel dafür. Aufgewachsen in Southie, dem „weißen“ Wohnviertel, hält sie sich ganz selbstverständlich für etwas Besseres als ihre afroamerikanischen Mitbürger. Erst ihre persönliche Tragödie öffnet ihr die Augen für die Ungerechtigkeiten, die sie erfahren. Mary Pat begreift, dass auch sie daran mitschuldig ist und versucht, Abbitte zu leisten.

Es wäre toll, wenn dieses Buch möglichst viele Menschen für die Thematik sensibilisieren und ähnlich wachrütteln könnte – das Potenzial dazu hat es allemal. Ich persönlich könnte es mir auch gut als Schullektüre für ältere Jahrgänge vorstellen.

Fazit: Ein wichtiger, großartig geschriebener Roman, dessen Handlung unter die Haut geht und einen nur schwer loslässt – von mir fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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