Platzhalter für Profilbild

buchernarr

Lesejury Star
offline

buchernarr ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit buchernarr über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2020

Die Stalin-Ära im Mikroskop

Rote Kreuze
0

Das Buch beginnt indem eine 91-jährige alleinstehende Dame ihrem neuen Nachbarn Alexander erzählt, dass sie unter Alzheimer leidet und Kreuze and den Haustüren malt, um sich an den Weg zu ihrer eigenen ...

Das Buch beginnt indem eine 91-jährige alleinstehende Dame ihrem neuen Nachbarn Alexander erzählt, dass sie unter Alzheimer leidet und Kreuze and den Haustüren malt, um sich an den Weg zu ihrer eigenen Wohnung zu erinnern. Inmitten dieser Diskussion bittet sie ihn in ihre Wohnung und erzählt ihm ihre Lebensgeschichte. Diese ist erschütternd und tragisch und obwohl Alexander anfangs nicht begeistert von dem Ganzen ist, beginnt die Geschichte doch sein Interesse zu wecken. Die erzählten Jahre befassen ein dunkles Kapitel der russischen Geschichte, das auf keinen Fall in Vergessenheit geraten sollte, und zwar die Jahre während der Stalin-Ära.
Als ihr Vater stirbt zieht Tatjana nach Moskau, wo sie eine kleine Familie gründet. Als der Krieg ausbricht wird ihr Mann an der Front geschickt und sie beginnt für den NKID, das spätere Außenministerium, als Übersetzerin zu arbeiten. Dabei erlebt sie hautnah die Grausamkeiten des Sowjetregimes die besagten, dass ein guter Soldat nicht in Gefangenschaft geraten darf und somit keine humanitäre Unterstützung für russische Kriegesgefangene zu rechtfertigen sei. Letztere und deren Angehörige werden als Verräter behandelt und als sie auf einer Liste russiche gefangener Soldaten den Namen ihres Mannes entdeckt, fürchtet die junge Mutter um sich selbst und ihre Tochter und begibt sich auf gefährlichen Eis...
Das Buch ist sehr deprimierend aber tiefgründig geschrieben und der Autor berichtet über ein wichtiges Thema, an das man sich erinnern muss und das von heutigen russischem Staat nicht mit dem entsprechenden Gewicht behandelt wird. Mir gefiel auch, dass das Buch sachlich die Lage erzählt ohne viele Emotionen denn das gibt dem Buch eine gewisse Ernsthaftigkeit. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

Veröffentlicht am 22.03.2020

Die Einsamkeit der Heimatlosigkeit

Der Empfänger
0

Wir schreiben das Jahr 1925 und der junge Josef Klein wandert in den harten Zeiten der Wirtschaftskrise nach Amerika aus, um dort anfänglich mit seinem Bruder ein neues Leben zu beginnen. Doch durch einen ...

Wir schreiben das Jahr 1925 und der junge Josef Klein wandert in den harten Zeiten der Wirtschaftskrise nach Amerika aus, um dort anfänglich mit seinem Bruder ein neues Leben zu beginnen. Doch durch einen Unfall verliert sein Brudder Carl ein Auge und der Traum vom Auswandern ist somit für ihn geplatzt, denn er bekommt deshalb kein Einwanderungsvisum. Ohne es sich bewusst zu sein, gerät Josef dort in den Kreis des Amerikadeutschen Bundes und wird als Funker für den Geheimdienst eingesetzt. Die Liebe tritt in sein Leben in der Form von Lauren und gibt ihm neue Hoffnung. Er beginnt sein Leben aus einer anderen Sicht zu betrachten und möchte aus dem Ganzen aussteigen, doch so einfach ist es für ihn nicht...
Der Empfänger ist ein sehr interessantes Buch, dass den Nationalsozialismus mal aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet und zwar wie Ausländer zu Hitler standen und ihn von Weitem unterstützten. Die Heimatlosigkeit und Einsamkeit von Josef wurde durch den Schreibstil sehr deutlich gemacht und man merkte wie es ist, letztendlich ohne Heimat dazustehen. Ein trauriges Buch über einen nicht oft diskutiertem Teil der deutschen Geschichte.

Veröffentlicht am 22.03.2020

Ein sehr berührender, lesenswerter Roman

Das Haus der Frauen
0

Wie schon in „Der Zopf“ veröffentlicht Laetitia Colombani auch in ihrem zweiten Buch einen sehr intensiven Gesellschaftsroman, der sehr in die Tiefe geht. Sie macht sich diesmal stark für die Rechte und ...

Wie schon in „Der Zopf“ veröffentlicht Laetitia Colombani auch in ihrem zweiten Buch einen sehr intensiven Gesellschaftsroman, der sehr in die Tiefe geht. Sie macht sich diesmal stark für die Rechte und die Stellung der Frauen in Not. Diesmal steht eine besondere Einrichtung in Paris im Mittelpunkt, Der Palast der Frau, im Jahr 1926 von der Heilsarmee gegründet, um alleinstehenden Frauen einen Aufenthaltsort und einen neuen Zweck zum Leben zu geben.
Die Pariser Anwältin Solène übernimmt nach einer beruflichen Flaute und einem anschließendem Burnout als „öffentliche Schreiberin“ eine ehrenamtliche Aufgabe im Palast der frauen und merkt in Kürze, dass da viel mehr zusammenhängt als nur eine Schreibkraft zu sein.
Das Buch lenkt den Blick auf soziale Ungerechtigkeiten und zeigt wie man helfen und Sinnvolles tun kann um nicht privilegierten Menschen zu helfen. Der Schreibstil war einfach und flüssig, nur die Geschichte kam mir ein wenig zu kurz, gerne würde ich detailierter davon erfahren. Dennoch ein sehr berührender, lesenswerter Roman.

Veröffentlicht am 22.03.2020

Nicht schlecht aber nicht notwendig

Simply Clean für ein gesundes Zuhause
0

Wer von uns ist es nicht satt, immer wiedezu mit dem Saubermachen konfrontiert zu werden? Nie hatman als Frau Ruhe von dem Aufräumen, Saubermachen, Wischen, Putzen, Bügeln. Doch jetzt kommt ein Buch mit ...

Wer von uns ist es nicht satt, immer wiedezu mit dem Saubermachen konfrontiert zu werden? Nie hatman als Frau Ruhe von dem Aufräumen, Saubermachen, Wischen, Putzen, Bügeln. Doch jetzt kommt ein Buch mit vielen Tipps für ein sauberes und umweltfreundliches Zuhause, das die ganze Prozedur einfacher und promblemloser gestalten soll. Alles nur Märchen?
Nun in dem Buch gibt es Infos über inwiefern die Chemikalien und Giftstoffe in den Putzmitteln unser Haus vergiften und welche Alternativen man hingegen benutzen kann. Diesen Teil fand ich sehr informativ, denn die Auflistung über die gefährlichen Inhaltsstoffe waren sehr detailreich, auch wenn es für uns ältere Hausfrauen nicht unbedingt etwas ganz Neues ist. Aber immerhin gut verpackt. Mit schönen Fotos und alles beisammen. Doch leider ist das Buch auf dem amerikanischen Markt zugeschnitten und die Produkte gibt es oftmals nicht in Deutschland um ein Öko Hausmittel herzustellen und man muss wieder das Äquivalente suchen.
Insgesamt ein Buch, dass man gut gebrauchen kann, auch wennes mittlerweile im Internet alles zu finden gibt. Eigentlich mehr für diejenigen die alle Infos kompakt in einem Buch haben möchten.

Veröffentlicht am 18.03.2020

Nicht so bewegend wie erhofft

Die Frauen von Richmond Castle
0

Wir schreiben das Jahr 1925 in England. Die wohlhabende Familie Camberwell lebt in einem imposanten Anwesen in Richmond, wo auch Blue wohlbehütet aufwächst. Doch der Schein der idyllischen Lebensart trügt. ...

Wir schreiben das Jahr 1925 in England. Die wohlhabende Familie Camberwell lebt in einem imposanten Anwesen in Richmond, wo auch Blue wohlbehütet aufwächst. Doch der Schein der idyllischen Lebensart trügt. Auf der Feier ihres 21. Geburtstages erkennt Blue, dass ihre Träume nicht erstgenommen werden. Denn sie möchte Schriftstellerin werden wobei ihre Eltern nur darauf bedacht sind sie standesgemäss zu verheiraten. Als Blue in einem Ausflug die Bekanntschaft von Delphine macht, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht, beginnt eine tiefe Freundschaft für die beiden Frauen, welche aber auch in Kürze auf die Probe gestellt wird. Grund ist ein altes Familiengeheimnis der Camberwells, das für große Unruhe sorgen und die Familienstandhaftigkeit ins Wanken bringen wird.
Die Geschichte ist flüssig erzählt und die Autorin verbindet geschickt Fiktion mit einigen geschichtlichten Eregnissen, jrdoch hat er mit hier manchmal etwas an Spannung und das gewisse Etwas gefehlt. Manchmal waren einige Passagen einfach zu langatmig beschrieben und ich merkte wie ich schon vom Thema abschweifte. Ich habe schon Besseres von der Autorin gelesen.