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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2025

Spannendes Worldbuilding mit wackeliger Umsetzung

Die Göttin und der Prinz. The other side of the sky
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Worum geht’s?
Obwohl Nimh als Göttin über ihr Volk herrschen soll, haben sich ihre magischen Fähigkeiten bislang noch nicht gezeigt. Voller Zweifel sinkt das Vertrauen der Menschen in sie, bis eines Tages ...

Worum geht’s?
Obwohl Nimh als Göttin über ihr Volk herrschen soll, haben sich ihre magischen Fähigkeiten bislang noch nicht gezeigt. Voller Zweifel sinkt das Vertrauen der Menschen in sie, bis eines Tages ein Stern vom Himmel fällt, der alle Prophezeiungen wahr werden zu lassen scheint. Statt eines Sternes steht jedoch Prinz North vor ihr, der aus dem Reich über Nimhs stammt – und der um jeden Preis wieder zurück nach Hause gelangen will.


Meine Meinung
Fantasygeschichten faszinieren mich tatsächlich meist vor allem wegen des Settings und des Worldbuildings, insbesondere dann, wenn sich die Welten stark von unserer realen unterscheiden. In diesem Fall kam außerdem noch hinzu, dass ich den Kontrast zwischen einer sehr spirituellen und einer sehr technisch ausgerichteten Welt insbesondere in Hinblick auf die beiden Protagonisten unglaublich spannend fand.

Der Einstieg in die Geschichte kam mir persönlich dann leider ein wenig zäh vor, auch wenn ich durchaus Interesse daran hatte, mehr über die beiden Protagonisten und ihre jeweilige Welt zu erfahren. Die detaillierten Beschreibungen haben das Erzähltempo für meinen Geschmack allerdings viel zu sehr gedrosselt, was es trotz meines Interesses schwer gemacht hat, mit Begeisterung dabei zu bleiben.

Auch die Figuren haben bei mir leider eher gemischte Gefühle als Begeisterung hervorgerufen, was vor allem an ihren recht starren Haltungen lag. Einerseits konnte ich dabei gut nachvollziehen, dass ihre unterschiedlichen Lebensrealitäten nicht unbedingt förderlich für Akzeptanz und Offenheit gegenüber Neuem waren, andererseits wurde diese Haltung irgendwann einfach ein wenig vorhersehbar und nervig. Damit einher ging außerdem, dass ich keinen nennenswerten Anflug von Gefühlen zwischen den beiden wahrnehmen konnte. Für den Slow Burn Trope war auch das zwar keine grundsätzliche Überraschung, ich hatte so allerdings beim Lesen weder das Gefühl, die Figuren als Paar, noch als eigenständige Charaktere überhaupt wirklich kennenlernen zu können.

Ein Lichtblick war für mich daher tatsächlich das Worldbuilding, das mein Interesse am meisten fesseln konnte. Der Schreibstil war für mich zwar wie bereits erwähnt ein wenig zu ausschweifend und langatmig, da mich aber beiden Welten wirklich interessiert haben, werde ich Band zwei trotzdem lesen.


Fazit
Auch wenn die Geschichte für meinen Geschmack insgesamt auf eher wackeligen Beinen steht, konnte mich das Worldbuilding ausreichend fesseln, um auch den zweiten Teil der Reihe lesen zu wollen. Figuren und Handlungsbogen haben ihr Potenzial dabei aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft, weshalb ich durchaus Hoffnung auf eine Verbesserung in der Fortsetzung hege.

Dafür gibt es knappe drei Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 06.10.2025

Eine actionreiche Fortsetzung

Eisfalle
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Worum geht’s?
Eigentlich sollten John Kaunak und sein Team lediglich eine verirrte Forschungsexpedition auf dem Weg zur ehemaligen US-Station Camp Century aufspüren und wieder nach Hause bringen. Kaum ...

Worum geht’s?
Eigentlich sollten John Kaunak und sein Team lediglich eine verirrte Forschungsexpedition auf dem Weg zur ehemaligen US-Station Camp Century aufspüren und wieder nach Hause bringen. Kaum auf dem grönländischen Innlandeis angekommen gerät das Team jedoch ins Visier unbekannter Gegner – und muss schnell feststellen, dass Camp Century alles andere als verlassen ist und die geheimnisvollen Besetzer alles dafür tun, um ihre Identität geheim zu halten.


Meine Meinung
Als ich den ersten Teil dieser Reihe gelesen habe, war mir tatsächlich gar nicht bewusst, dass ich die Figuren noch gar nicht endgültig wieder verlassen muss. Dementsprechend überrascht war ich, als ich über Teil zwei gestolpert bin und mich direkt wieder in das eisige Setting Grönlands versetzen konnte.

Band zwei war dabei im Vergleich zu Band eins in meinen Augen noch mal eine deutliche Steigerung in den Punkten Spannung und Erzähltempo, ohne dabei zu sehr über das Ziel hinaus zu schießen. Die Grundidee war dafür natürlich schon prädestiniert, positiv überrascht hat mich die Umsetzung aber trotzdem. Besonders gelungen fand ich dabei, dass die Figuren nicht plötzlich zu Helden mit unfassbaren Fähigkeiten und noch viel unfassbarerem Glück geworden sind, sondern durch Taktik und Teamwork aus den meisten brenzligen Situationen herausgekommen sind. Für mich wurde die Geschichte so nicht komplett unglaubwürdig, was bei Geschichten dieser Machart leider recht schnell passieren kann und daher immer als eine meiner Sorgen beim Lesen mitschwingt.

Über Protagonist John erfährt man in diesem Buch leider immer noch nicht besonders viel, denn bei dieser actiongeladenen Handlung blieb definitiv kein Raum, um die Hintergrundgeschichten der einzelnen Figuren wirklich auszuarbeiten. Da das Ende allerdings durchaus auf eine weitere Fortsetzung der Reihe hindeutet, hege ich definitiv die Hoffnung, sowohl John, als auch seine neuen Teammitglieder näher kennenzulernen und sie so ein bisschen besser verstehen zu können.

Auch der Handlungsbogen lässt auf einen spannenden dritten Teil der Reihe hoffen, da es durchaus Erzählstränge gibt, die noch nicht vollständig abgeschlossen sind. Ob das Niveau der vorhandenen Action dabei gleich bleiben kann, ohne zu aufgesetzt zu wirken, wage ich bisher noch zu bezweifeln, wobei auch die Vorstellung eines etwas ruhigeren Bandes durchaus seine Vorteile haben kann. Insbesondere für die weitere Ausarbeitung der Figuren wäre das sicherlich ein förderlicher Ansatz, weshalb ich jetzt schon gespannt auf die Veröffentlichung von Teil drei warte.


Fazit
Mich konnte diese Geschichte auf jeden Fall gut unterhalten und mit einem gelungenen Spannungsbogen in Atem halten. Ich bin daher schon sehr gespannt auf die Fortsetzung der Reihe und darauf, ob John endlich die Chance erhält, als Figur ein wenig greifbarer zu werden.

Dafür gibt es alle fünf Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2025

Interessanter Einblick in den Pflegealltag

Das Herz kennt keine Demenz
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Meine Meinung
Auch wenn ich damit überhaupt nicht gerechnet habe, gehöre ich definitiv genau zu der Zielgruppe, die Jim Ayag mit diesem Buch ansprechen wollte. Bereits in seinem beruflichen Werdegang habe ...

Meine Meinung
Auch wenn ich damit überhaupt nicht gerechnet habe, gehöre ich definitiv genau zu der Zielgruppe, die Jim Ayag mit diesem Buch ansprechen wollte. Bereits in seinem beruflichen Werdegang habe ich mich insoweit wiedergefunden, dass auch ich mich für absolut ungeeignet für jegliche Pflegeberufe halte und mich daher direkt angesprochen gefühlt habe.

Die Einblicke in den Alltag eines Altenheimes fand ich ziemlich spannend, da man als Außenstehender normalerweise keine Vorstellung davon hat, was dort eigentlich so alles zu den Arbeitsabläufen gehört. Einen kompletten Blick hinter die Kulissen erlaubt das zwar trotzdem nicht, aber wenn man wie ich keinerlei Berührungspunkte mit der Thematik hat, ist auch schon dieser kleine Einblick sehr aufschlussreich.

Beeindruckend fand ich beim Lesen definitiv auch, mit wie viel Freude und Wertschätzung der Autor über seinen Beruf und die Menschen, mit denen er arbeitet, berichtet. Nicht nur einen Beruf, sondern die eigene Passion zu finden setzt auf jeden Fall ein sehr positives Zeichen und erzielt damit auch genau die Wirkung, die der Autor mit seinem Social Media Auftritt und auch mit diesem Buch verfolgt. Dass sich dadurch zeitnah etwas an den akuten Missständen im Pflegebereich ändert, halte ich zwar ebenfalls für unwahrscheinlich, als positiver und wertschätzender Einblick in dieses Berufsfeld finde ich das Buch aber auf jeden Fall sehr gelungen.


Fazit
Natürlich ändert ein Buch allein noch nichts an den Missständen, unter denen das System Pflege zu leiden hat, mit dieser Umsetzung sehe ich aber definitiv einen kleinen Lichtblick und positive Anregungen für zukünftige Generationen. Der angenehme Erzählstil macht es darüber hinaus auch für absolute Laien einfach, sich mit der Thematik zu beschäftigen, ohne dabei in einer Ecke aus Unverständnis und Desinteresse zu landen.

Dafür gibt es alle fünf Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 18.08.2025

Ein etwas unbefriedigendes Ende

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Worum geht’s?
Auch anderthalb Jahre nach ihrem plötzlichen Verschwinden gibt es keine Spur von Arts Nachbarin Dana. Als deren Tochter Mila plötzlich in das Visier eines Unbekannten gerät, muss Art alles ...

Worum geht’s?
Auch anderthalb Jahre nach ihrem plötzlichen Verschwinden gibt es keine Spur von Arts Nachbarin Dana. Als deren Tochter Mila plötzlich in das Visier eines Unbekannten gerät, muss Art alles daran setzen, Danas Verschwinden auf den Grund zu gehen – auch wenn er dazu tief in der Vergangenheit graben und eine Menge Staub aufwirbeln muss.


Meine Meinung
Obwohl ich bei Hörbüchern normalerweise immer recht zügig durch eine Geschichte komme, hatte ich bei diesem Buch durchaus meine Schwierigkeiten und musste immer wieder für einige Zeit pausieren, bevor ich mich zum Weiterhören motivieren konnte.

Was mir zunächst noch recht gut gefallen hat, war der Aufbau des Spannungsbogens und die Erklärungen zu den Figuren und Ereignissen, die es auch bei einem so späten Neueinstieg in die Reihe möglich gemacht haben, nicht vollkommen den Faden zu verlieren und sich immer noch in der Handlung orientieren zu können. Mit zunehmendem Fortschritt der Handlung haben sich die Kapitel dann in meiner Wahrnehmung allerdings zusehends in die Länge gezogen, was es mir schwer gemacht hat, konzentriert bei der Sache zu bleiben und mich nicht ablenken zu lassen.

Die Protagonisten Art und Nele als Ermittlungsteam mochte ich trotz der kleineren Längen eigentlich ziemlich gerne, zumindest in Hinblick auf ihren Umgang miteinander. Ihre konstanten Alleingänge und die Abschottung gegen jegliche Einflüsse und Meinungen „von außen“ fand ich mit der Zeit dann allerdings ein kleines bisschen überzogen, insbesondere weil dieses „von außen“ nicht nur direkte Vorgesetzte, sondern auch Neles Partner und den gemeinsamen Sohn einschloss. Dass die beiden scheinbar konsequenzlos schalten und walten konnten, wie es ihnen gerade einfällt fand ich daher etwas unglaubwürdig, auch wenn Eigensinn und Willensstärke sicherlich durchaus Charaktereigenschaften sind, die ich an den Figuren bis zu einem gewissen Grad interessant fand.

Der wirkliche Knackpunkt dieser Geschichte lag für mich daher auch eher in der Entwicklung des Handlungsbogens als in den Figuren, was sich in meinen Augen vor allem zum Schluss des Buches hin bemerkbar gemacht hat. Die Auflösung war zwar definitiv sehr spannend gemacht und konnte mich mit ihren Wendungen überraschen, im Vergleich zu den Längen in den vorhergehenden Kapiteln habe ich das Ende aber leider als etwas hektisch wahrgenommen. Da zumindest bei mir außerdem noch einige Fragen unbeantwortet geblieben sind, kann ich nur auf den nächsten Teil warten und hoffen, dass dieser noch einige Unklarheiten auflösen kann.


Fazit
Auch wenn ich Art und Nele als Ermittlungsduo ziemlich sympathisch fand, konnte mich die Geschichte schlussendlich nicht zu einhundert Prozent überzeugen. Vor allem das Ende war für mich nicht ganz so rund, wie es hätte sein können, was meine Neugierde auf den nächsten Teil der Reihe allerdings trotzdem nicht geschmälert hat.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2025

Ein Jugendbuch, das etwas über das Ziel hinausschießt

Was hast du nur getan?
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Worum geht’s?
Nach dem plötzlichen Tod eines Mitschülers sollen Cassidy und ihre Freundinnen eigentlich nur die Ohren offen halten, um ein Gespür für die Stimmung in der Schülerschaft zu bekommen. Als ...

Worum geht’s?
Nach dem plötzlichen Tod eines Mitschülers sollen Cassidy und ihre Freundinnen eigentlich nur die Ohren offen halten, um ein Gespür für die Stimmung in der Schülerschaft zu bekommen. Als sich dann jedoch die Hinweise häufen, dass es sich bei diesem Todesfall nicht wie zunächst angenommen um einen Suizid handelt, wird Cassidy hellhörig – und stürzt sich Hals über Kopf in eigene Ermittlungen, um der Sache auf den Grund zu gehen.


Meine Meinung
Auch wenn ich hin und wieder gerne Jugendbücher lese, vor allem solche, bei denen die Zielgruppe nicht das einzige mögliche Publikum darstellt, war diese Geschichte für mich leider eher ein Fehlgriff. Die Grundidee klang dabei zwar noch ganz spannend, die Umsetzung war dann für meinen Geschmack aber deutlich zu sehr drüber, als das ich die Figuren und ihr Handeln wirklich hätte ernst nehmen können.

Die Ausgangslage der Geschichte fand ich zunächst noch recht spannend, da der ungeklärte Tod eines Teenagers auf jeden Fall eine Menge Fragen aufwirft, die man wunderbar auch in einem Jugendbuch bearbeiten kann. Schwierig wurde es für mich dann jedoch bereits mit der Protagonistin und ihrer etwas seltsamen Clique, mit denen ich bis zum Schluss leider absolut nicht warm geworden bin.

Bereits die Ausdrucksweise der Figuren war in meinen Augen definitiv etwas zu sehr darum bemüht, möglichst jugendlich zu klingen, was sich einfach nicht mit meinen Erfahrungen aus dem Umgang mit Jugendlichen deckt. Anderorts mag das vielleicht schon ganz anders aussehen, ich hatte hier aber einfach den Eindruck, dass man sich einfach etwas zu vieler Klischees bedient hat und diese nicht nur bei der Zusammensetzung der Clique der Protagonistin, sondern eben auch bei deren Ausdrucksweise und dem Verhalten sämtlicher Figuren als Maßstab angelegt hat.

Genervt habt mich auch das pseudogangstermäßige Auftreten vieler Figuren, was ich einfach nicht als authentisch wahrnehmen konnte. Brennpunkte haben sicherlich eine ganze Menge Probleme, gar keine Frage, die geläuterte Mädchengang, die durch die Rektorin zur Ermittlungen erpresst wird, eine vollkommen inkompetent erscheinende Polizei und die Menge an Drogen und Konflikten die in diesem Buch eine Rolle spielen waren für mich in der Mischung aber einfach zu bemüht dargestellt, um beim Lesen wirklich spannend auf mich zu wirken.


Fazit
Für mich war dieses Buch leider kein Lesehighlight, da ich weder mit der Handlung, noch mit den Figuren und ihrer Ausarbeitung besonders viel anfangen konnte. Für jüngere Leser mag der Spannungsbogen vielleicht etwas besser funktionieren, im Genre Jugendkrimi und -thriller werde ich mich allerdings eher anderweitig orientieren.

Dafür gibt es knappe zwei Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere