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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2018

Wenig Abwechslungsreich

Mach mich zu deinem Buch
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Meine Tochter (5Jahre) und ich basteln gerne zusammen. Das Cover das Buches hat mich angesprochen, bunt, modern, einfach schön. Man merkt bei der Autorin sofort die Liebe zu bunten Papier, denn ein Großteil ...

Meine Tochter (5Jahre) und ich basteln gerne zusammen. Das Cover das Buches hat mich angesprochen, bunt, modern, einfach schön. Man merkt bei der Autorin sofort die Liebe zu bunten Papier, denn ein Großteil des Buches besteht aus bunten Seiten, die man heraus trennen kann. Dazu gibt es einige Seiten, wo man die Ideen einfach ausschneidet z.B. Tischkarten oder eine Miniwimpelkette. Daneben gibt es noch Dinge zum Ausmalen und bunte Aufkleber. Anleitungen findet man nur sehr wenig. An sich beschränkt es sich auf Anhänger, Postkarten, Wimpelkette, Papierfoto Requisiten im Miniformat.
Ein großer Nachteil ist, dass man sich bei einigen Projekten entscheiden muss, was man machen möchte, da die Seiten immer doppelt bedruckt sind. Dazu lassen sich nur die bunten Papierseiten gut heraus trennen, da sie eine Perforation haben. Das wäre aber auch bei den Seiten, wo Ausschneidprojekte sind von Vorteil gewesen.
Also wirklich kreativ kann man nur wenig sein. Dafür fehlten mir einfach ein paar neue interessante Ideen. Mit meiner Tochter habe ich eine Wimpelkette gebastelt. Es hat ihr Spass gemacht, aber für mich, die viel und gerne bastelt, war es doch etwas langweilig.
Insgesamt ist es ein Buch für Bastelanfänger und Kinder, da die Projekte sehr einfach sind und schnell gehen. Das Papier ist schön bunt und macht gute Laune.

Veröffentlicht am 01.03.2018

Eine ganz neue Tess Gerritsen

Totenlied
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Ich kenne die Autorin Tess Gerritsen bis jetzt nur durch ihre Rizzoli-Isles Reihe. Die über das ungleiche Frauenpaar mag ich sehr. Aus diesem Grund war ich umso interessierter den etwas „anderen“ Thriller ...

Ich kenne die Autorin Tess Gerritsen bis jetzt nur durch ihre Rizzoli-Isles Reihe. Die über das ungleiche Frauenpaar mag ich sehr. Aus diesem Grund war ich umso interessierter den etwas „anderen“ Thriller der Autorin zu lesen, oder besser zu hören.
Der Roman startet sehr ungewöhnlich, richtig mystisch. Violinistin Julia lebt für ihre Musik und ihre kleine Tochter. Doch dann ändert ein neues Musikstück, die Noten dafür hat sie in beim letzten Italienbesuch gekauft, ändert ihr Leben. Plötzlich zeigt ihre kleine 3 jährige Tochter Wesensänderungen. Julia ist erschüttert und hat Angst, dass ihre eigene Familiengeschichte damit zusammenhängt, aber dann rückt das neue Musikstück in ihren Blick. Kann diese Musik ihre Tochter verändert haben, Julia muss wissen wer die Musik geschrieben hat und begibt sich auf die Suche.
Damit eröffnet sich ein zweiter Erzählstrang, der vor dem zweiten Weltkrieg in Venedig beginnt. Dort begleitet man den jungen Lorenzo, der für die Musik lebt bis er seiner Liebe begegnet. Nun ist das Hauptaugenmerk auf dieser historischen Erzählung. Für mich eine ganz neue Seite von Gerritsen. Sie hat sich damit an ein sehr interessantes Thema gewagt: die Judenverfolgung in Italien. Für mich ein ganz neuer Aspekt.
In der Mitte des Romans gab es für mich einige Längen. Am Ende steigerte sich dafür der Spannungsbogen nochmal sehr und endete schließlich für mich völlig überraschend. Auch wenn ich mit den Charakteren insgesamt etwas zu kämpfen hatte, so richtig warm wurde ich mit keinem richtig. Aber die Geschichte ist interessant und ungewöhnlich. Gleichzeitig wusste ich immer nicht, ob ich Julia glauben sollte, kann ein Musikstück einen Menschen ändern? Diese Fragen bleiben die ganze Zeit, bis schließlich dieses sehr überraschende Ende kam, was alle Fragen logisch löst. Einen weiteren großen Pluspunkt gibt es dafür, dass ich einiges gelernt habe und mir ein neuer Aspekt der Judenverfolgung aufgezeigt wurde. Tess Gerritsen kann gerne weiter solche Romane schreiben.
Mechthild Großmann kenne ich auch schon von anderen Gerritsen Hörbüchern. Ihre rauchige Stimme ist unverwechselbar, aber für mich auch gewöhnungsbedürftig. Dennoch spricht sie sehr gut und vor allem Julias Unsicherheit und Angst hat sie sehr gut rüber gebracht. Das Cover an sich gefällt mir, aber erinnert mich zu sehr an die Rizzoli Romane, was ich verwirrend finde, da dieser Roman auch in eine ganz andere Richtung geht und mit dem ähnlichen Cover Erwartungen geschürt werden, die gar nicht zu erfüllen sind.

Veröffentlicht am 01.03.2018

Besser als der zweite Teil

Mein Herz in zwei Welten
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Endlich geht es weiter mit Lou, ich habe sie schon richtig vermisst, auch wenn mich der zweite Teil nicht umgehauen hat. Lou versucht nun den Rat von Will umzusetzen und sich neues trauen, damit sie ihren ...

Endlich geht es weiter mit Lou, ich habe sie schon richtig vermisst, auch wenn mich der zweite Teil nicht umgehauen hat. Lou versucht nun den Rat von Will umzusetzen und sich neues trauen, damit sie ihren Weg findet.
Der dritte Band setzt genau am Ende des zweiten Bandes ein. Lou hat sich für den Job in New York entschieden. Sie kommt gerade an und schon auf dem Flughafen sorgt sie mit ihrer unverwechselbaren Art für kleinen Aufruhr, jedenfalls sorgte sie bei mir für ein Grinsen. Lou mischt, wie nicht anders zu erwarten, den Haushalt der Familie, die sie als Assistentin eingestellt haben. Es macht Spass dabei zu sein, wenn Lou sich in der High Society zu Recht finden muss. Aber schnell werden auch die Schattenseiten deutlich und Lous Leben entwickelt sich wieder anders als gedacht. Wie so oft steht Lou für ihre Prinzipien ein und bringt sich in Schwierigkeiten.
Neben Lou gibt es wieder liebenswerte Nebencharaktere, aber auch die alten Bekannten trifft man wieder. Moyes schafft durch ihren unverwechselbaren Schreibstil eine Leichtigkeit, die mir richtig Freude beim Lesen macht. Dazu schafft sie zwar einen typischen Beziehungsroman, aber es werden noch viele andere Themen angesprochen, was das Buch abwechslungsreich und spannend macht. Am Ende gibt es einen runden Abschluss, der eigentlich keinen weiteren Teil erfordert. Auch wenn ich Lou vermissen werde, hoffe ich, dass die Reihe jetzt abgeschlossen ist.
Ich kann diesen Roman für alle Moyes Fans empfehlen, auch die, die vielleicht vom zweiten Teil enttäuscht waren. Man sollte die zwei ersten Teile lesen, damit man einfach besser zu recht kommt, denn viele Nebengeschichten werden neben Lous Geschichte weitererzählt ohne große Erklärungen.

Veröffentlicht am 28.02.2018

Zeigt die Vielseitigkeit von Blixen

Wintergeschichten
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Wie die meisten Leser*innen habe auch ich Tania Blixen durch ihren Afrikaroman oder besser durch die bekannte Verfilmung kennengelernt. Dann fing ich an auch andere Geschichten zu lesen und war fasziniert. ...

Wie die meisten Leser*innen habe auch ich Tania Blixen durch ihren Afrikaroman oder besser durch die bekannte Verfilmung kennengelernt. Dann fing ich an auch andere Geschichten zu lesen und war fasziniert. Wie kaum ein anderer zeigt Blixen eine Bandbreite eines Erzähltalents. Ihre Geschichten sind sehr verschieden. Sie kann Märchen erzählen, ironische, humorvolle Geschichten, aber auch sehr philosophisch kann sie werden.
Die „Wintergeschichten“ zeigen diese Bandbreite auf. So ist die erste Erzählung eine Geschichte über einen verzweifelten Schriftsteller, der auf ungewöhnlichen Weg wieder zu sich findet. In dem Protagonisten dieser Geschichte findet sich sicherlich jeder kreative Mensch wieder. Die Charaktere, die Blixen beschreibt haben richtige Kanten, sie sind nicht immer einfach, man muss sich auf sie einlassen und auseinandersetzen. Die Menschen mit ihren Gefühlen stehen im Vordergrund. Sie machen auf den wenigen Seiten der kurzen Erzählung eine Entwicklung durch. Die Geschichte ist dabei nicht vorsehbar, sondern hat mich am Ende meist überrascht.
Wie die Charaktere in ihren Erzählungen sind die Geschichten, sie haben mehrere Ebenen. Man kann sie immer wieder lesen und neue Seiten entdecken. Jedenfalls geht es mir so. Das Lesen ist ein Genuss, vor allem durch die Sprache. Mit wenigen gezielten Worten schafft sie eine dichte Atmosphäre, die mir geholfen hat mich sofort in die Geschichte hineinzuversetzen. Für mich ist Tania Blixen eine der größten vielseitigsten Erzählerinnen. Und genau das kann man an diesem Buch erkennen. Ein wunderschönes Buch nicht nur für kalte winterliche Abende.

Veröffentlicht am 15.02.2018

Runder Abschluss

Die Geschichte des verlorenen Kindes
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Dies ist nun der letzte Teil der neapolitanischen Saga. Ein letztes Mal über Elena und Lila zu lesen, machte mich doch wehmütig. Nach drei intensiven Bänden sind die beiden Freundinnen mir doch ans Herz ...

Dies ist nun der letzte Teil der neapolitanischen Saga. Ein letztes Mal über Elena und Lila zu lesen, machte mich doch wehmütig. Nach drei intensiven Bänden sind die beiden Freundinnen mir doch ans Herz gewachsen, obwohl beide nicht ganz einfach sind.
Nun im vierten Band machen beide Frauen noch mal eine Entwicklung durch und vor allem Elena scheint endlich unabhängig von Lila zu werden. Bei Männern scheint sie aber wieder kein Glück zu haben. Sie lässt sich von Nino täuschen, für den sie Mann und Kinder aufgegeben hat. Aber selbst die Warnung von Lila schlägt sie in den Wind. In dieser Hinsicht ist Elena wirklich naiv und/oder blind vor Liebe. Lila dagegen konzentriert sich auf ihre Kariere und ist erfolgreich. Aber mit dem Erfolg kommt es auch zu Machtkämpfen mit der Mafia.
Auch in ihrem letzten Teil zeichnet Ferrante ein komplexes Bild Italiens mit seiner patriarchischen Gesellschaft, in dem man als Frau kämpfen muss, um aus den durch Geschlecht und Herkunft bestimmten Zwängen herauszubrechen. Die beiden Protagonistinnen haben unterschiedliche Wege gefunden ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Das lag zum Einen an ihren sehr unterschiedlichen Charakteren und zum Anderen an ihrer unterschiedlichen Ausgangslage. Trotz der Unterschiede ist ihr Band der Freundschaft auch über Jahrzehnte nicht zerrissen. Auch wenn für mich diese Freundschaft immer merkwürdig war, nicht gleichberechtigt, freute ich mich wenn sich die beiden Frauen annäherten und litt mit ihnen als sie sich entfernten.
Neben diesem auf und ab der Freundschaft und dem Leben der Frauen gefiel mir, dass Ferrante immer wieder näher auf die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe in Italien einging. Dabei war sie nicht plakativ, sondern webte die Informationen sehr gut in die Leben der Protagonisten ein. Dennoch die größte Stärke auch in diesem Band sind die Charaktere, die Ferrante mit viel Liebe zum Detail zeichnet. Sie sind nicht immer sympathisch, aber für mich sehr real und menschlich.
Für mich bildet der letzte Band einen runden Abschluss, auch wenn es die Autorin wieder geschafft hat mich zu überraschen. Elena und Lila werde ich so schnell nicht vergessen.