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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2021

Beeindruckendes Debüt

Der Mädchenwald
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Es ist ein atmosphärischer, eindringlicher und absolut genialer Roman, der aus der Perspektive der drei Hauptprotagonisten Elijah, Elissa und Detective Superintendent Mairead MacCullagh im Wechsel erzählt ...

Es ist ein atmosphärischer, eindringlicher und absolut genialer Roman, der aus der Perspektive der drei Hauptprotagonisten Elijah, Elissa und Detective Superintendent Mairead MacCullagh im Wechsel erzählt wird. Beängstigend intensiv stellt Sam Lloyd die Umgebung des Waldes aber auch die Hauptcharaktere dar. Es zog sich so eine unterschwellige Spannung durch die gesamte Handlung, der ich mich nicht entziehen konnte. Das Katz-und-Maus-Spiel, das Elissa beginnt um zu Überleben, ist mitreißend und ich habe bei jedem Zug den sie gemacht hat gehofft und gebangt. Auch die Ermittlerin passt mit ihren Gewissenskonflikten super in die Handlung. Ich habe regelrecht mitgefiebert als es darum ging Elissa noch rechtzeitig zu finden.
Mein Fazit: Nichts für schwache Nerven – ein Thriller, der auch nach dem Schluss bei mir noch einige Zeit nachgewirkt hat. Der Schreib- und Erzählstil ist bildhaft und flüssig zu lesen. Ich kann Sam Lloyd zu diesem sehr gelungen Debüt nur beglückwünschen. Von mir gibt es dafür volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 23.03.2021

Gut Greifenau und die Inflation

Gut Greifenau - Silberstreif
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Im nunmehr 5. Teil der Gut Greifenau-Serie greift die Autorin die Zeit der Inflation in der Nachkriegszeit des Jahres 1923 auf.
Nach dem Tod des Familienoberhaupts übernimmt nun Konstantin mit seiner ...

Im nunmehr 5. Teil der Gut Greifenau-Serie greift die Autorin die Zeit der Inflation in der Nachkriegszeit des Jahres 1923 auf.
Nach dem Tod des Familienoberhaupts übernimmt nun Konstantin mit seiner Frau Rebecca die Leitung des Guts. Alles andere als eine leichte Sache, schlägt doch auch hier die Inflation stark zu Buche. Die anderen Mitglieder der Familie werden wieder mit in den Fokus gerückt, aber auch die Dienerschaft bekommt ihre Auftritte. Auf diese Weise erfährt der Leser wieder einiges über die Lebensumstände der einfachen Landbevölkerung. Gerade diese zwei Betrachtungsebenen gefallen mir in dieser Serie ausgenommen gut. Die damaligen realen politischen und gesellschaftlichen Begebenheiten werden wieder gut in die fiktive Handlung eingebaut, und bilden so die Basis für die weitere Handlung und letztlich für das (Zusammen)Leben auf Gut Greifenau.
Alles in allem erneut ein gut geschriebener Roman, der den Leser in einen Zeitabschnitt vergangener deutscher Geschichte zurückversetzt. Überzeugend trifft hier erneut Historisches auf Erdachtes und steuert gekonnt auf einen weiteren Teil der Reihe zu. Über die Charakterisierung der einzelnen Figuren und den Schreib- und Erzählstil muss ich eigentlich gar nichts mehr sagen, sie sind wie schon in den Vorgängerbänden absolut gelungen. Allerdings sollte man die Vorgängerbande kennen, um ein vollkommenes Lesevergnügen zu haben. Mich hat auch dieser Teil wieder gut unterhalten und deshalb vergebe ich 4 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 23.03.2021

Danjela und der Metzger

Die Djurkovic und ihr Metzger
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Der Metzger, hier in seinem 8. und persönlichsten Fall, ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Original. Und Thomas Raab verwendet alle möglichen Stilmittel um diesem Fakt auch gerecht zu werden.
Der Beginn, ...

Der Metzger, hier in seinem 8. und persönlichsten Fall, ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Original. Und Thomas Raab verwendet alle möglichen Stilmittel um diesem Fakt auch gerecht zu werden.
Der Beginn, des als Kriminalroman ausgewiesenen Buches, liest sich eher wie eine Provinz-Klamotte, aber das ändert sich dann im weiteren Verlauf. Durch den sehr gewöhnungsbedürftigen Schreib- und Erzählstil plus dem Wiener Schmäh, wurde mein Durchhaltevermögen ganz schön strapaziert. Lässt man sich aber erst einmal auf diese Art des Formulierens ein, hat man einen Krimi vor sich, der mit skurrilen Typen, einer eigenwilligen und schrägen Story und mit viel Humor punkten kann. Allerdings dauert es eine Weile bis die eigentliche Krimihandlung in Schwung kommt, denn man merkt schon, dass der Metzger eher Antiheld als Held ist, aber für seine Angebetete bereit ist, über seinen eigenen Schatten zu Springen, und zu klären, warum Danjela plötzlich verschwunden ist. Das geschieht dann mit einigen Knalleffekten und überraschenden Wendungen. Anfänglich chaotisch durcheinander wirkende Hinweise, Infos und Motive werden zu einem sich verbindenden Ganzen zusammengebracht, so dass das Finale stimmig ist.
Mein Fazit: Auch wenn die Story schon reichlich abstrus und die Figuren echt kauzig sind, man sollte sich auf den Krimi einlassen. Aus meiner Sicht hat es sich schlussendlich doch noch gelohnt.  Wer kein Problem mit Wiener Schmäh sowie Halb- und Schachtelsätzen hat, der sollte sich den 8. Metzger nicht entgehen lassen. Da ich durch die o. g. Kritikpunkte kein "rundes" Lesevergnügen hatte, vergebe ich 3 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 23.03.2021

Katz- und Maus-Spiel in den französischen Alpen

Frostgrab
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Angesiedelt ist dieser Thriller im Snowboard-Millieu in einer Lodge in den französischen Alpen, wo sich vor Jahren etwas Schreckliches zugetragen hatte.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Milla ...

Angesiedelt ist dieser Thriller im Snowboard-Millieu in einer Lodge in den französischen Alpen, wo sich vor Jahren etwas Schreckliches zugetragen hatte.
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Milla und wechselt stetig zwischen dem Jetzt und den Ereignissen von vor 10 Jahren hin und her. Durch diese Zeitwechsel, und die zur Gruppe um Milla gehörenden Personen, ist es anfänglich alles sehr verwirrend, zumal sich aus den Schilderungen aus der Vergangenheit noch kein richtiger Zusammenhang erkennen lässt. Doch das ändert sich im Verlauf der Handlung. Man lernt die Charaktere und ihre Verflechtungen untereinander sehr gut kennen und die einzelnen Begebenheiten ergeben nach und nach Sinn. Es beginnt ein perfides Katz- und Maus-Spiel in dem es gilt den Täter und das Warum seines Tuns zu entlarven. Durch die ständigen Zeitebenenwechsel wird allmählich das Tempo und die Spannung erhöht und es gelingt der Autorin alle Fragen in einem hochspannenden Finale zu verknüpfen.
Mein Fazit: Der Thriller besticht durch seinen super durchdachten Plot, der großartigen Kulisse in den Bergen, den authentischen Protagonisten und dem modernen und flüssig zu lesenden Schreib- und Erzählstil. Kurzum mich hat dieses Debüt vollkommen überzeugt und ich vergebe dafür 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.03.2021

Vergangen aber nicht vergessen

Aus dem Schatten des Vergessens
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Von Anfang an passiert hier eine Menge, was das Auseinanderhalten der einzelnen Handlungsstränge nicht einfach macht. Man sollte also gerade zu Beginn am Buch bleiben, um den Durchblick nicht zu verlieren. ...

Von Anfang an passiert hier eine Menge, was das Auseinanderhalten der einzelnen Handlungsstränge nicht einfach macht. Man sollte also gerade zu Beginn am Buch bleiben, um den Durchblick nicht zu verlieren. Das ändert sich dann aber mit dem weiteren Verlauf. Die Ermittlungen samt Überlegungen zur Ermordung J. F. Kennedys passen gut in die Story und bieten viel Raum für Verschwörungstheoretiker. Die Charakterisierung der beiden Hauptprotagonisten Victor Lessard und Jacinthe Taillon fand ich gelungen, haben sie doch ihre kleinen Macken und sind nicht immer leicht im Umgang mit einander bzw. zu Anderen. Der Autor versteht es die Spannung stetig aufzubauen und die doch sehr komplexe Thriller-Handlung logisch und schlüssig am Ende auf den Punkt zu bringen. Der Schreibstil ist eingängig und flüssig zu lesen.
Mich hat der Thriller gut unterhalten, auch wenn er für mich an einigen Stellen zu weit schweifend erzählt wurde. Nichtsdestotrotz ist es ein gelungener Thriller mit einem interessanten Ermittlergespann von dem ich gern noch mehr lesen würde.