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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2020

Trauerbewältigung

Marianengraben
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„Marianengraben“ ist der Debütroman von Jasmin Schreiber. Sie widmet sich in ihm einem durchaus schwierigen Thema: Trauer und Depression. Aber der Autorin gelingt es, durch eine leicht verständliche Sprache ...

„Marianengraben“ ist der Debütroman von Jasmin Schreiber. Sie widmet sich in ihm einem durchaus schwierigen Thema: Trauer und Depression. Aber der Autorin gelingt es, durch eine leicht verständliche Sprache und einer sehr genauen Wortwahl, Paulas Geschichte zu erzählen, die um ihren Bruder trauert und dabei in eine tiefe Depression verfällt. Der Leser bekommt dabei die ganze emotionale Bandbreite von Paulas Schmerz und Verzweiflung „hautnah“ ab. Es kommt alles sehr lebensecht beim Leser an, man durchlebt faktisch ein Wechselbad der Gefühle. Das Ganze ist so tiefgründig erzählt, dass ich ab und an innehalten und erst einmal tief durchatmen musste. Damit aber der Leser nicht auch wie Paula in eine Krise gerät, hat die Autorin Helmut auf den Plan gerufen, der mittels seiner schrulligen Natur für Paula „das Licht am Ende des Tunnels“ bedeutet und ihr somit zu einer großen Stütze wird. Dies ist vielleicht keine alltägliche Romankost die hier erzählt wird, aber durch die gekonnten humorigen Einlassung mittels Helmut, ist hier ein Roman entstanden, der trotz aller Trauer auch die Hoffnung zum Leben beschreibt. Für mich ein absolut lesenswertes Debüt. Ich vergebe volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.12.2020

Neues von Gut Greifenau

Gut Greifenau - Goldsturm
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Die Geschichte um Gut Greifenau geht also doch noch weiter. Ich dachte es sei als Trilogie konzipiert gewesen – nun ja, mir soll es recht sein. Diesmal stehen Konstantin und Rebecca im Mittelpunkt. Das ...

Die Geschichte um Gut Greifenau geht also doch noch weiter. Ich dachte es sei als Trilogie konzipiert gewesen – nun ja, mir soll es recht sein. Diesmal stehen Konstantin und Rebecca im Mittelpunkt. Das Buch beschreibt die Zeit nach dem ersten Weltkrieg – eine Zeit des Neubeginns aber auch vieler Umstrukturierungen. So auch auf Gut Greifenau, wo es in der Familie zu weitreichenden Veränderungen kommt und auch die Dienstboten sich an neue Bedingungen anpassen müssen. Hanna Caspian bringt dem Leser anhand des Gut Greifenau und ihrer Bewohner die 1920er Jahre in Deutschland näher. Die historischen Begebenheiten verflechtet die Autorin dabei geschickt mit ihrer Erzählung. Man erhält einen Einblick in das Leben der Privilegierten aber auch in den Überlebenskampf der armen Bevölkerung. Mir hat auch dieser Teil wieder gut gefallen. Allerdings würde ich jedem empfehlen mit Teil 1 zu beginnen. Die handelnden Figuren sind zwar am Buchbeginn aufgelistet und die Autorin gibt erklärende Informationen innerhalb der Geschichte ab, doch für ein besseres Leseempfinden sind die Kenntnisse aus den Vorgängern über die einzelnen Beziehungen auf oder zum Gut Greifenau durchaus nützlich. Ich kann den 4. Teil dieser Saga weiterempfehlen, und vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.12.2020

Tolles Debüt

Miracle Creek
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Angie Kim hat mit „Miracle Creek“ einen tollen Thriller geschrieben. Der Leser sitzt faktisch in der 1. Reihe im Gerichtssaal und wird so förmlich in die Geschichte hineingezogen. Er verfolgt die Befragungen ...

Angie Kim hat mit „Miracle Creek“ einen tollen Thriller geschrieben. Der Leser sitzt faktisch in der 1. Reihe im Gerichtssaal und wird so förmlich in die Geschichte hineingezogen. Er verfolgt die Befragungen durch Verteidigung und Staatsanwaltschaft und erhält so immer mehr Einblick in das Geschehene. Zwischendurch gibt es immer wieder Passagen, in denen der tatsächliche Hergang geschildert wird. Dadurch erhält der Leser Einblicke in bestehende Streitigkeiten der Bewohner untereinander und erkennt Widersprüche. Anhand dieser Erzählweise bleibt das Buch von Beginn an spannend. Und man hat ständig die Überlegung wer sagt die Wahrheit, wer hat was und warum getan oder gesagt, worauf läuft die Tat hinaus? Während des Lesen merkt man alsbald, das man keiner Aussage unbesehen glauben kann. Man ist sich nie sicher wer lügt, wer spricht die Wahrheit. Das „Katz-und-Maus-Spiel“ fand ich schon sehr überzeugend gemacht. Dieses brillante Thriller-Debüt über Geheimnisse, Lügen und Intrigen bietet Nervenkitzel bis zum Schluss und ich kann den Thriller weiterempfehlen. Ich vergebe deshalb auch 5 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.12.2020

Toller Politthriller

Beute
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Da die Ermittlungen nur langsam in Gang kommen erfährt der Leser diesmal mehr aus dem Privatleben von Bennie Griessel. Treibt ihn doch unter anderem die Frage um, ob seine Freundin einen Heiratsantrag ...

Da die Ermittlungen nur langsam in Gang kommen erfährt der Leser diesmal mehr aus dem Privatleben von Bennie Griessel. Treibt ihn doch unter anderem die Frage um, ob seine Freundin einen Heiratsantrag von ihm annehmen würde. Aber auch die anderen Hauptcharaktere bekommen diesmal mehr Raum und man erfährt viel Neues über sie. Der Thriller-Plot nimmt mit der verdeckten Ermittlung in Absprache mit Bennies Chefin dann allmählich Fahrt auf. Wie Bennie und seine Kollegen bleibt der Leser sehr lange im Unklaren wer auf welcher Seite steht, wer ist Gut wer Böse. Aber genau das macht den Reiz dieses Thrillers aus. Es ist ein Thriller, der gekonnt die politische Situation Südafrikas in das Geschehen einfließen lässt von Bestechung und Erpressung bis zu Korruption in den höchsten Regierungskreisen. Ich kann diesen Thriller weiterempfehlen und vergebe 5 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.12.2020

Blumiger Serienstart

Shadowscent
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Die Blume der Finsternis ist der 1. Teil Shadowscent-Reihe von P. M. Freestone. Es handelt sich hier um ein Fantasy-Roman mit mystischen Elementen. Die Geschichte kommt anfänglich recht zäh in Gang. Das ...

Die Blume der Finsternis ist der 1. Teil Shadowscent-Reihe von P. M. Freestone. Es handelt sich hier um ein Fantasy-Roman mit mystischen Elementen. Die Geschichte kommt anfänglich recht zäh in Gang. Das liegt vielleicht auch an der Vielzahl storyrelevanter Begriffe, die man erst einmal verinnerlichen muss. Das bessert sich aber Gott sei Dank mit jedem neuen Kapitel. Allerdings wurde mein Leserhythmus immer wieder „zerlegt“, da manche Szenen zu schnell und andere wiederum zu ausführlich erzählt wurden. Da Rakels Welt förmlich aus Gerüchen besteht werden diese auch sehr detailliert und immer wieder beschrieben. Das war mir dann irgendwann etwas zu viel des Guten. Im Gegensatz dazu fand ich die Darstellung des Kaiserreichs mit den umliegenden Gegenden recht gut skizziert. Durch elegant gesetzte Wendungen in der Handlung schafft es die Autorin das Tempo immer wieder anzuziehen. Der Cliffhanger am Ende des Buches lässt einen schon jetzt nach dem Folgeband fiebern. Ich mag ja solche Stilmittel nicht, aber es ist leider eine beliebte Art den Leser auf den nächsten Band einzuschwören. Kurzum: Das Buch hat ein „blumiges“ Setting, tolle Figuren und hält durchaus gekonnte Wendungen bereit. Aber das Ganze hat definitiv noch Potenzial nach oben. Mal sehen/lesen, wie sich der 2. Teil unter diesen Gesichtspunkten weiterentwickelt. Eine Leseempfehlung kann ich aussprechen und vergebe 3 von 5 Sterne.