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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2024

Facettenreicher Roman

Betrug
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Dies ist wirklich ein einzigartiges Buch, auch wenn es nicht einfach zu lesen ist. Man sollte sich Zeit und Muße nehmen, um die in 8 Bände und in kurze Kapitel unterteilte
Erzählung in all seinen Aspekten ...

Dies ist wirklich ein einzigartiges Buch, auch wenn es nicht einfach zu lesen ist. Man sollte sich Zeit und Muße nehmen, um die in 8 Bände und in kurze Kapitel unterteilte
Erzählung in all seinen Aspekten erfassen zu können. Die Geschichte umfasst einen Zeitraum von ungefähr 40 Jahren und gibt mittels zahlreicher Rückblenden Einblicke in die Familiengeschichte der Protagonisten, aber auch in die Historie von England und Jamaika, die wiederum Auswirkungen auf die handelnden Figuren haben.

Erzählt wird die Geschichte rund um den Tichborne-Prozess aus der Sicht von Eliza Touchet, der Haushälterin des Schriftstellers William Ainsworth. Sie kommt während des Prozesses mit dem Hauptzeugen Andrew Bogle ins Gespräch, und ist bald immer mehr davon überzeugt, dass nichts so ist wie es scheint.

Man sollte sich anfangs von der leicht undurchschaubar scheinenden Erzählung nicht abschrecken lassen, denn nach und nach formt sich ein Ganzes, das in seiner Erzählweise durch einen feinen Sinn für Humor und faszinierende historische Persönlichkeiten und Begebenheiten punkten kann – bei mir jedenfalls.

Der „Betrug“ bezieht sich bei dem Erzählten allerdings nicht nur auf den medienwirksamen Prozess, sondern ebenfalls auf die Texte Ainsworth's und durchaus auch auf Eliza Touchet selbst. So entwickelt sich ein facettenreicher Roman, der mal fesselnd mal lustig war, und der eine Zeitepoche zum Leben erweckte, bei dem Charaktere, Handlungsebenen und -orte interessante Zusammenhänge zu Tage förderten.

Mich hat dieser mannigfaltige Roman gut unterhalten und ich empfehle ihn somit auch gern weiter und vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 07.04.2024

Ein Fall von viel Lärm um Nichts

Ein Schuss im Schnee
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Dieses Buch ist der 6. Band der Inspector Appleby-Reihe und mein erster Versuch mit diesem Autor.

Belrive ist voll von Verwandten des derzeitigen Besitzers Sir Basil Roper, der das Haus und das Anwesen ...

Dieses Buch ist der 6. Band der Inspector Appleby-Reihe und mein erster Versuch mit diesem Autor.

Belrive ist voll von Verwandten des derzeitigen Besitzers Sir Basil Roper, der das Haus und das Anwesen verkaufen will: seine Neffen Wilfred und Cecil, sein Bruder Hubert und dessen Neffe Geoffrey, seine Schwester Lucy, seine Cousine zweiten Grades Anne sowie ein Arzt, zwei örtliche Industrielle und verschiedene Bedienstete... und später noch Appleby. Während eines Partyspiels kommt es zu einem fast tödlichen Unfall und einem weiteren Anschlag, bei dem ebenfalls ein Gast verletzt wird. Inspektor Appleby, eigentlich auch als Gast geladen, bleibt nichts anderes übrig, als sich der erforderlichen Ermittlungen anzunehmen.

Im Verlauf kommt es zu vielen Wendungen, da der Autor jeden Gast durch Appleby penibel unter die Lupe nehmen lässt. Und das ist auch mein Kritikpunkt, denn durch das endlos erscheinende Durchspielen der möglichen Täterschaft jedes Gastes und Bediensteten geht die Spannung, das Tempo und die Lust weiterzulesen nach und nach verloren. Also musste ich mich bei einigen Passagen schon sehr bemühen, schließlich wollte ich ja auch wissen was Appleby letztlich herausfindet.

Die gesamte Geschichte bis hin zur dann doch überraschenden Aufklärung der Begebenheiten, war mir aber zu weit schweifend erzählt und hatte keinen wirklichen Höhepunkt. Und so war es für mich auch, wie durch den Ich-Erzähler am Ende des Buches festgestellt: Ein Fall von viel Lärm um Nichts. Ich finde das beschreibt diesen Krimi ganz gut.

Fazit: Auch wenn dieses Buch mich jetzt nicht vollends überzeugen konnte, würde ich Appleby in einem neuen Fall durchaus noch mal eine Chance geben. Bis dahin spreche ich hier dennoch eine Empfehlung aus und bewerte diesen Serienband mit aufgerundeten 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 07.04.2024

Hatte mir mehr erhofft

Die Totenbraut
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Der Klappentext des Buches hatte alles, was ich von einem guten Thriller erwarte. Es klang düster, spannend und mit einer Mischung aus Grusel und Unvorstellbarem. Dieses Buch wollte ich nur zu gern lesen. ...

Der Klappentext des Buches hatte alles, was ich von einem guten Thriller erwarte. Es klang düster, spannend und mit einer Mischung aus Grusel und Unvorstellbarem. Dieses Buch wollte ich nur zu gern lesen.

Doch meine Vorfreude wurde bald getrübt. Ich hatte meine Probleme überhaupt erst einmal in das Geschehen einzutauchen. Es ging mir einfach zu langsam voran. Und die drei Zeitebenen, die für meinen Geschmack zu willkürlich eingebettet sind, verwirrten mich noch zusätzlich, da sie zwischen den Jahrzehnten hin- und hersprangen. Aber ich wollte wissen wie alles zusammenhängt, also hieß es Konzentration und Durchhaltevermögen zu zeigen. Ich wurde belohnt, denn im weiteren Verlauf nimmt dann auch die Handlung endlich an Fahrt auf und was anfänglich eher unwichtig zu sein schien, entpuppte sich plötzlich als entscheidender Hinweis.

Ich muss gestehen, ich hatte mir mehr von diesem Thriller versprochen. Obwohl das Buch eine durchaus gruselige Atmosphäre versprüht und auch der Schauplatz schaurig-düster beschrieben ist, konnte mich die Erzählweise nicht wirklich in die Geschichte ziehen. Erwartet man keine rasante Horrorgeschichte, sondern einen Roman mit leichtem Gruseleffekt, bietet „Die Totenbraut“ durchaus gute Unterhaltung. Auch wenn mich das Buch nicht durchgängig mitreißen konnte gibt es trotzdem eine Empfehlung und meine Bewertung sind aufgerundete 3 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 07.04.2024

Interessante und informative Romanbiographie

Das verborgene Genie
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In ihrem 5. Band der Reihe Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte porträtiert Marie Benedict das Leben und Wirken der Biochemikerin Rosalind Franklin.

Rosalind Franklin war eine Chemikerin, die ...

In ihrem 5. Band der Reihe Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte porträtiert Marie Benedict das Leben und Wirken der Biochemikerin Rosalind Franklin.

Rosalind Franklin war eine Chemikerin, die maßgeblich an der Entschlüsselung der DNA beteiligt war. Doch den Ruhm für diese weitreichende Entdeckung heimsten zwei Männer ein, in dem sie die Forschungsergebnisse Franklins als ihre ausgaben. Wie es dazu kam und mit welcher Akribie und Strebsamkeit Rosalind Franklin zu ihren Erkenntnissen kam, das wird hier erzählt. Aber auch ihr privates Leben, sowie der Umgang mit Kollegen und Freunden bekommt Raum.

Die Autorin schafft es, trotz der Darstellungen der wissenschaftlich komplexen Zusammenhänge mit denen sich Rosalind Franklin beschäftigte, eine atmosphärisch dichte Romanbiographie über eine brillante Wissenschaftlerin zu erzählen, und dabei auch die historischen und gesellschaftlichen Normen jener Zeit, wie z. B. das Vordringen der Frauen in eine Männerdomäne näher zu beleuchten.

Fazit: „Das verborgene Genie“ ist ein Roman, den man gelesen haben sollte. Es ist ein wichtiges Zeitdokument, in dem die Leistung einer Frau Würdigung findet, die ihr zu Lebzeiten versagt geblieben ist. Ich empfehle das Buch sehr gern.

Veröffentlicht am 07.04.2024

Informativ und detailreich

Das Lächeln der Königin
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James Simon, erfolgreicher, jüdischer Unternehmer und Mäzen u. a. in Sachen ägyptische Ausgrabungen, sieht sich eines schönen Tages der Büste der Nofretete gegenüber und kann es kaum glauben, dass es gelungen ...

James Simon, erfolgreicher, jüdischer Unternehmer und Mäzen u. a. in Sachen ägyptische Ausgrabungen, sieht sich eines schönen Tages der Büste der Nofretete gegenüber und kann es kaum glauben, dass es gelungen ist diesen Fund nach Deutschland zu bringen. Die Büste strahlt über allem und Simon ist plötzlich in aller Munde bis hin zum Kaiser Wilhelm II. Doch die schlechte wirtschaftliche Situation Deutschlands dämpfen auch die Höhenflüge Simons, die sich für ihn in Verlustgeschäften und somit durch Geldknappheit manifestieren. Sein finanzielles Engagement ist nun begrenzt und auch seine gesellschaftlichen Auftritte fallen der politischen Lage, die sich verstärkt gegen jüdische Mitbürger richtet, zum Opfer. Und dann entbrennt auch noch ein Streit zwischen Ägypten, Deutschland und Frankreich darüber wohin die Büste der Nofretete nun wirklich gehört und wird letztlich für James Simon zum Fallstrick.

Die Büste der Nofretete ist der Dreh- und Angelpunkt, an dem die Autorin ein interessantes Stück deutscher Zeitgeschichte festmacht. Der Roman, informativ und detailreich, ist aus meiner Sicht gut recherchiert und hat mich in seinen weitreichenden Aspekten fasziniert und gefesselt. Im Epilog wird die schicksalhafte Reise der Nofretete-Büste bis in unsere Zeit noch einmal zusammengefasst und bildet somit einen wunderbaren Abschluss für diesen historischen Roman.

Eine Leseempfehlung spreche ich hiermit gern aus und vergebe 4 von 5 Sterne.