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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2023

Nichts für schwache Nerven

Der Follower (Tom-Bachmann-Serie 3)
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Auch im dritten Band der Tom-Bachmann-Reihe sollte der Leser gute Nerven haben. Erneut lässt Chris Meyer die Leser in menschliche Abgründe blicken und beschreibt dabei die brutalen Taten sehr detailliert. ...

Auch im dritten Band der Tom-Bachmann-Reihe sollte der Leser gute Nerven haben. Erneut lässt Chris Meyer die Leser in menschliche Abgründe blicken und beschreibt dabei die brutalen Taten sehr detailliert. Da neben den Ermittlungen zu den schrecklichen Morden auch Toms Vergangenheit hier keine unwesentliche Rolle spielt, würde ich empfehlen zum besseren/leichteren Verständnis die Vorgängerbände gelesen zu haben. Ansonsten entspinnt sich, genau wie in den anderen Bänden, ein komplexer und rasanter Plot, der Tom und sein Team bis zum letzten fordern wird. Dank der kurzen Kapitel ist für Tempo und durch die extreme Handlungsweise des Täters für Spannung gesorgt. Langsam aber stetig können Tom und seine Mitstreiter das Motiv und somit den Täter bestimmen und zu Fall bringen.

Alles in allem ist auch dieser dritte Serienteil ein echter Pageturner, der vor allem auch aus den Passagen, in denen der Leser Zugang zu den Gedankengängen des Killers erhält, seine perfide Faszination zieht. Meinen Thriller-Geschmack hat „Der Follower“ getroffen. Wer also Thriller mit Beschreibungen extremer Rohheit und Gewalt mag, ist mit diesem Buch bestens bedient.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Sehr gelungenes Roman-Debüt

Das Pensionat am Holstentor: Frühlingstöchter
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Es ist 1899 und wir betreten „Das Pensionat am Holstentor“ in Lübeck. Hier trifft man auf die 16-jährige Grafentochter Nora, Kaufmannstochter Agnes, Senatorentochter Lotte und Stipendiatin Fanny. Gemeinsam ...

Es ist 1899 und wir betreten „Das Pensionat am Holstentor“ in Lübeck. Hier trifft man auf die 16-jährige Grafentochter Nora, Kaufmannstochter Agnes, Senatorentochter Lotte und Stipendiatin Fanny. Gemeinsam mit der jungen und aufgeschlossenen Lehrerin Gesche Petersen stellen sie das bestehenden Frauenbild in Frage und kämpfen für ein Leben, in dem sie wichtige Entscheidungen selbst bestimmen können. Jede von ihnen hat ihr Päckchen zu tragen und ist gewillt für das eigene Wohl einiges aufs Spiel zu setzen.
Durch die Perspektivwechsel erfährt man Stück für Stück immer mehr über die Protagonistinnen und lacht, liebt und leidet mit ihnen. Leider wird die Geschichte hier noch nicht zu Ende erzählt, was aus meiner Sicht der einzige Wermutstropfen ist. Das historische Lübeck, das als Kulisse für diese Geschichte um die Frühlingstöchter dient, die Beschreibungen des damaligen Frauenbildes, dem sich die fünf jungen Frauen entgegenstellen, ist sehr unterhaltsam erzählt. Ich bin schon jetzt gespannt, ob für die Frühlingstöchter im Abschlussband all ihre Vorstellungen und Wünsche in Erfüllung gehen werden. Bis dahin kann ich diesen 1. Band definitiv weiterempfehlen und vergebe gern volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Sommerlich leichte Strandlektüre

PS. Über Apulien leuchtet die Liebe
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Wer sich für diesen Sommer-Roman entscheidet, weiß auf welche Art Geschichte er sich hier einlässt. Der Titel selbst zeigt ja schon die Richtung an, welche der Roman sowohl geographisch als auch zwischenmenschlich ...

Wer sich für diesen Sommer-Roman entscheidet, weiß auf welche Art Geschichte er sich hier einlässt. Der Titel selbst zeigt ja schon die Richtung an, welche der Roman sowohl geographisch als auch zwischenmenschlich nehmen wird.

Nichts desto Trotz ist der Autorin hier aber eine sommerlich leichte Geschichte gelungen, die es wert ist gelesen zu werden. Neben den authentisch beschriebenen Hauptfiguren mit all ihren Problemen, Sinn- und Lebenskrisen aber auch mit der sich langsam anbahnenden Liebe ist es ein Wohlfühlroman, der für entspannende Lesestunden sorgt. Wie es sich für einen Roman gehört, der in einer Region angesiedelt ist wo andere Urlaub machen, fehlen auch Beschreibungen zu Land, Leuten und Kulinarischem nicht und runden so die Handlung sehr schön ab.

Auch wenn man von Beginn an ahnt, wie dieser (Liebes-)Roman enden wird, so habe ich es aber nicht bereut ihn gelesen zu haben. Eine sommerlich leichte Strandlektüre, die ich auch als genau solche empfehlen kann.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Fesselnd und mitreißend

Refugium
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In der Mittsommernacht kommt es auf der Insel, auf der Julia ihr Sommerhaus hat, zu einem brutalen Massaker. Eines der Opfer ist ihr Jugendfreund Olof Helander. Julia Malmros, ist eine ehemalige Polizeibeamtin, ...

In der Mittsommernacht kommt es auf der Insel, auf der Julia ihr Sommerhaus hat, zu einem brutalen Massaker. Eines der Opfer ist ihr Jugendfreund Olof Helander. Julia Malmros, ist eine ehemalige Polizeibeamtin, und jetzt Autorin, die es sich nicht nehmen lässt daraufhin ihre eigenen Untersuchungen anzustellen. Gemeinsam mit dem Hacker Kim Ribbing, der ihre Recherchen unterstützen soll, führen sie ihre Ermittlungen von den Stockholmer Schären über Shanghai und Havanna nach Stavanger.

Der Vergleich zu den Millennium-Büchern ist wohl gewollt, auch wenn hier die Geschlechterrolle der Protagonisten vertauscht ist. Trotzdem, oder gerade deshalb, macht der Roman aber Spaß, ist auch spannend, hat ein guten Tempo und vor allem eine gut durchdachte Handlung, die eine Vielzahl an Themen anspricht. Die kurzgehaltenen Kapitel und der stete Wechsel zwischen den Figuren und deren Handeln hält einen am Buch und das Tempo und die Spannung auf einem guten Level. Allerdings lebt das Buch aus meiner Sicht eher durch die beiden Charaktere Julia und Kim, als durch die eigentliche Thrillerhandlung oder die polizeilichen Ermittlungen.

Wer damit leben kann, dass die Grundidee stark an die Millennium-Trilogie erinnert, ist hier richtig. Fesselnd und mitreißend ist dieser erste Band der Stormland-Trilogie allemal und somit gibt es von mir auch eine Empfehlung und aufgerundete 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Kurzweilig und angenehm zu lesen

Die verlorene Tochter
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Die Protagonistin dieser Geschichte ist Lily, eine Önologin, die nach Italien geht, um auf einem Weingut als Assistentin zu arbeiten. Dort findet sie nicht nur Liebe und Zuneigung, sondern entdeckt auch ...

Die Protagonistin dieser Geschichte ist Lily, eine Önologin, die nach Italien geht, um auf einem Weingut als Assistentin zu arbeiten. Dort findet sie nicht nur Liebe und Zuneigung, sondern entdeckt auch eine ihr völlig unbekannte Familienvergangenheit.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und entführt den Leser zum einen nach London und zum anderen nach Italien, in die Weinberge von Franciacorta und die Hügel von Alba. Die Gegenwart umfasst dabei Lilys Leben und Recherchen in Italien und die Vergangenheit erzählt dem Leser die Geschichte von Lilys Großmutter.

Die Grundidee für diese Romanreihe finde ich originell und interessant. Nur leider fand ich in diesem 1. Band die Umsetzung nicht absolut überzeugend. So fehlte mir z. B., dass die Großmutter zwar der Auslöser ist, aber in den Gedanken Lilys in der Gegenwart fast vollkommen außen vor bleibt. Auch die Beziehung zu Antonio und die damit so plötzlich neu erwachte Einstellung Lilys zum Thema Zweisamkeit ging mit zu schnell und problemlos. Wer aber über diese kleinen Unstimmigkeiten hinweg lesen kann, bekommt ein kurzweiliges und angenehm zu lesendes Buch, was durchaus Interesse an weiteren zu öffnenden „Erinnerungskistchen" weckt.