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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2023

Lebendig, mitreißend, informativ

Das Haus der Düfte
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Auf 448 Seiten erzählt Pauline Lambert die Geschichte Anouks, die sich ihren Traum Düfte zu kreieren, trotz aller Widrigkeiten und Schicksalsschläge, erfüllen will und als sich ihr eine Chance dazu bietet, ...

Auf 448 Seiten erzählt Pauline Lambert die Geschichte Anouks, die sich ihren Traum Düfte zu kreieren, trotz aller Widrigkeiten und Schicksalsschläge, erfüllen will und als sich ihr eine Chance dazu bietet, zögert sie nicht.
Die Geschichte wird in verschiedenen Erzählsträngen erzählt, so z. B. aus der Sicht der Familie Girard, bei der Anouk ihre Ausbildung beginnt. Neben der Haupthandlung, Anouks Geschichte, erfährt der Leser viel über die Mannigfaltigkeit des Kreierens von Düften, aber auch über die vielen reichhaltigen Zutaten, die es braucht ein neues Parfüm zu erschaffen. Gerade diese Abschnitte fand ich schon sehr interessant und informativ. Natürlich finden auch die weitläufigen Lavendelfelder, überhaupt die Provence, Erwähnung und geben der Geschichte die notwendige Atmosphäre.
Ob und wie sich Anouk in der Welt der Düfte und Parfümerien behauptet, dass solltet ihr selbst lesen, es lohnt sich. Der Erzählstil mit seinen Rückblicken in die Vergangenheit und den Sichtweisen in der Gegenwart fand ich mitreißend und harmonisch, dadurch ergab sich letztlich ein stimmiges Gesamtbild, dass sich dank des flüssigen und lebendigen Schreibstils auch wunderbar lesen lies.
Fazit: „Das Haus der Düfte“ ist zwar eher ein unaufgeregter, dafür aber ein informativer und mit einem interessanten Plot versehener Roman, der mich für einige Zeit in die Provence entführen konnte. Und was will man mehr als für einige Zeit dem Alltag zu entfliehen. Dieses Buch hat es bei mir definitiv geschafft und deshalb bewerte ich es mit vollen 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.09.2023

Clever, elegant, bewegend

Das Glashotel
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Das Buch beginnt mit Paul, einem Musiker und Junkie, der eine katastrophale Entscheidung trifft und bei seiner Halbschwester Vincent Zuflucht sucht. Später wird ein Manager des Glashotel Zeuge eines verstörenden ...

Das Buch beginnt mit Paul, einem Musiker und Junkie, der eine katastrophale Entscheidung trifft und bei seiner Halbschwester Vincent Zuflucht sucht. Später wird ein Manager des Glashotel Zeuge eines verstörenden Ereignisses. Wieder geht es schnell voran, und eine junge Frau denkt über ihr Leben nach. Es entsteht im Handlungsverlauf ein Geflecht der einzelnen Figuren, die durch ihre jeweiligen Handlungen und deren Folgen in Verbindung zueinander geraten. Aber hier werde ich nicht weiter darauf eingehen sonst könnte ich eventuell spoilern.
Ich fand das Buch total faszinierend. Es war wie ein Puzzle, bei dem Teil für Teil allmählich das komplette Bild entsteht und man als Leser am Ende den ganzen Zusammenhang enthüllt bekommt.
Fazit: „Das Glashotel“ ist ein spannender, bis ins letzte Detail wunderbar geschriebener Roman, der mich so schnell nicht losgelassen hat. Für mich ein tiefgründiger Roman über Rücksichtslosigkeit und Moral, der mich überzeugt hat. Deshalb gibt es von mir 4 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.09.2023

Absolut lesenswertes Buch

Die Hebamme
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Marie Kristine, geboren 1793 an der Küste von Møre og Romsdal in Norwegen, ist die Ur-Ur-Großmutter vom Autor Edvard Hoem. Ihm ist hier ein beeindruckendes und fesselndes Porträt einer starken, stolzen ...

Marie Kristine, geboren 1793 an der Küste von Møre og Romsdal in Norwegen, ist die Ur-Ur-Großmutter vom Autor Edvard Hoem. Ihm ist hier ein beeindruckendes und fesselndes Porträt einer starken, stolzen und unabhängigen Frau gelungen.
Man spürt die familiäre Bindung von Autor und Ur-Ur-Großmutter. Mit viel Gefühl und Liebe zum Detail für die Lebens- und Arbeitsbedingungen in jener Zeit schafft Edvard Hoem hier ein Sittengemälde, das mich tief bewegt hat. Neben den Beschreibungen der schweren und schwierigen Umstände schildert er auch das Familienleben, welches in großem Maße auf den Schultern Marie Kristines ruhte.
Der Autor hat hier nicht nur die Charaktere faszinierend beschrieben, auch die ländlichen Gegebenheiten und die Landschaft lässt er auf sehr malerische Weise entstehen. Historische Fakten, wie z. B. den Krieg gegen die Schweden und die Nationalversammlung bilden hier den geschichtlichen Rahmen und geben der Handlung auf diese Weise die nötige Authentizität.
Fazit: Das Buch ist das Porträt einer starken Frau, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg geht und als Vorreiterin für nachfolgende Generationen gesehen werden kann. Ein sehr lesenswertes Buch, das mich bestens unterhalten aber auch zum Innehalten und Nachdenken gebracht hat. Von mir gibt es volle 5 Sterne und natürlich eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.09.2023

Teuflisch unterhaltsam

Der Tod und das dunkle Meer
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Ich habe es definitiv nicht bereut mir dieses Buch zugelegt zu haben. Es ist ein brillanter Krimi, abgedrehtes Seeabenteuer, unheimliche, übernatürliche Erzählung.
Im Jahr 1634 wird Samuel Pipps, seines ...

Ich habe es definitiv nicht bereut mir dieses Buch zugelegt zu haben. Es ist ein brillanter Krimi, abgedrehtes Seeabenteuer, unheimliche, übernatürliche Erzählung.
Im Jahr 1634 wird Samuel Pipps, seines Zeichens größter Detektiv der Welt, wegen eines ihm unbekannten Verbrechens per Schiff nach Amsterdam überstellt, um dort vor Gericht gestellt und hingerichtet werden zu können. Auf „seiner letzten Fahrt“ ebenfalls dabei sein Freund und Leibwächter Arent Hayes und Sara Wessel, eine Adlige mit einem nur ihr bekannten Plan. Kurz nach Antritt der Fahrt wird das Schiff von seltsamen teuflischen Ereignissen heimgesucht. Da Samuel ja arrestiert ist, obliegt es Hayes und Wessel den Geschehnissen auf die Spur zu kommen und Schlimmeres von Passagieren und Schiff abzuwenden.
Turtons Erzählweise ist wunderbar lebendig und strotzt vor Detailreichtum über das Leben auf dem Schiff. Die einzelnen Figuren, die nach und nach ihren Auftritt bekommen, haben eine unverwechselbare Persönlichkeit und verstehen es den Leser dadurch zu bezaubern, zu erschrecken, zu betören oder auch zu entsetzen. Und die Palette der Charaktere reicht dabei vom Hexensucher, über Mätresse, Zwerg, Musketier bis hin zum gefürchteten Bootsmann.
Obwohl die Handlung und auch der Buchumfang sehr komplex sind war ich aber nie mit dem Geschehen überfordert. Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen und ließ mich nie den „roten Faden“ verlieren.
Fazit: „Der Tod und das dunkle Meer“ ist ein intelligent ausgearbeiteter und fantastisch erzählter Krimi. Er ist unterhaltsam, fesselnd und lässt einen so leicht nicht mehr los. Ich bin begeistert und vergebe eine absolute Leseempfehlung und volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 03.09.2023

Hervorragende Zeitstudie

Harlem Shuffle
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Der Roman spielt 1959 in Harlem. Der Autor spricht hier viele unterschiedliche gesellschaftskritische Themen an, die sowohl die Geschichte selbst als auch die Figuren prägen und somit dem Leser ein wunderbares ...

Der Roman spielt 1959 in Harlem. Der Autor spricht hier viele unterschiedliche gesellschaftskritische Themen an, die sowohl die Geschichte selbst als auch die Figuren prägen und somit dem Leser ein wunderbares Leseerlebnis bieten.
Ray Carney, der Hauptcharakter, lebt zwischen den Welten. Einerseits ist da sein Möbelgeschäft und seine Familie inklusive der hochmütigen Schwiegereltern und andererseits die geschäftige Welt der Straßen von Harlem. Alles andere als einfach für Ray hier die Balance zu finden und zu halten. Whitehead konfrontiert seine Hauptfigur und damit den Leser aber auch mit den sich teils gewaltsam kreuzenden Welten des schwarzen Widerstands und der weißen Gewalt. Der Autor zeichnet dabei ein sehr genaues Bild dieser Zeit in Harlem, in der Neid und Missgunst eng mit Gefälligkeiten und nützlichen Verbindungen einhergehen.
Die einzelnen Figuren agieren dabei authentisch, sprich raffiniert und zwielichtig, aber stets überzeugend und dank des sehr fesselnden Erzählstils und der flüssigen Schreibweise ergibt es eine wirklich hervorragende Zeitstudie und einen gelungenen Roman. Von mir gibt es dafür eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sterne.