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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2018

Starker Start, schwaches Ende

Ich schreib dir sieben Jahre
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Irland steht ganz ganz oben auf meiner Reiseliste und nachdem dieser Roman genau in der stürmischen Kulisse Irlands spielt und mich der Klappentext sehr angesprochen hat, zog dieses Buch bei mir ein. Der ...

Irland steht ganz ganz oben auf meiner Reiseliste und nachdem dieser Roman genau in der stürmischen Kulisse Irlands spielt und mich der Klappentext sehr angesprochen hat, zog dieses Buch bei mir ein. Der Leser begleitet Ally, in Irland geboren, aber als Kind ins Internat nach England gesteckt, die ihre Mutter Deirdre nur noch sehr selten sieht. Zu groß sind die Differenzen, zu unüberwindbar die Konflikte. Doch dann fällt ihre Mutter ins Koma und Ally kehrt nach Irland zurück. Was zuerst als Unterstützung für Deidre gedacht war, wird schnell zu einem kompletten Gefühlschaos, denn Ally findet Briefe eines M. an ihre Mutter, die ihr Leben auf den Kopf stellen.

Als ich dieses Werk anfing, konnte ich es kaum noch weglegen. Ally zu begleiten, war extrem spannend und ich konnte es kaum erwarten, mehr von den Briefen zu erfahren, die ihre Mutter von einem geheimnisvollen Schreiber erhielt. Für Ally war das ein Schock, sie dachte bis zu diesem Moment, dass ihre Mutter ihren Vater Colin geliebt hat. War das alles gelogen? Und dann taucht da auch noch Eoin auf, der ihr schon bei einer einzigen Begegnung vor sieben Jahren sehr unter die Haut ging. Ally ist wunderbar sympathisch dargestellt und es machte richtig Spaß, ihr zur Seite zu stehen. Ich mag den Schreibstil von Liz Balfour und ihre Beschreibungen geben dem Leser das Gefühl, wirklich dabei zu sein. Ich konnte mir durch die detaillierten Beschreibungen alles bildlich vorstellen, was mich noch viel tiefer in die Geschichte eintauchen ließ. Ich habe es wirklich genossen, dieses Buch zu lesen… bis es immer weiter Richtung Schluß ging, denn da ist die Story meiner Meinung nach leider komplett abgeflacht. Ich hatte das Gefühl, die Autorin wollte einfach nur schnell das Buch zuende bringen, denn sämtliche Probleme, die rund um Ally auftauchten, wurden fast schon gleichzeitig zum Finale gebracht. Das war mir viel viel viel zu oberflächlich und mir fehlte in den letzten Kapiteln die Tiefe.

Fazit:
Schade! Das Buch hat im Grunde wirklich Potenzial. Nur wurde das im letzten Viertel total verschleudert. Als ich ungefähr bei der Mitte des Buches war, hatte ich mich schon erkundigt, welche Werke es noch von der Autorin gab. Aber nachdem ich von dem Schluß so enttäuscht war, werde ich es lassen, weitere Bücher von ihr zu lesen.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Ich hatte mir leider mehr erhofft

Du, ich und die Farben des Lebens
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Bei diesem Buch hat mich als allererstes das Cover angesprochen. Es ist wunderschön bunt gestaltet und auch der Titel hat mich sofort angezogen. Und als ich die Inhaltsbeschreibung gelesen habe, wusste ...

Bei diesem Buch hat mich als allererstes das Cover angesprochen. Es ist wunderschön bunt gestaltet und auch der Titel hat mich sofort angezogen. Und als ich die Inhaltsbeschreibung gelesen habe, wusste ich, dass ich es unbedingt lesen muss! Die Geschichte handelt von Janice, eine junge Frau, die durch einen harten Schicksalsschlag gelernt hat, das Leben in allen Zügen zu genießen. Da lernt sie Thomas kennen, der das genaue Gegenteil von ihr darstellt: vollkommen verschlossen und an allem zweifelnd. Doch er verliebt sich Hals über Kopf in Janice und lernt dabei auch ihre liebevolle Familie und ihre verrückten Freunde kennen. Was sich anfangs wie Glück pur anfühlt, wird jedoch sehr bald auf eine harte Probe gestellt…

Mein Eindruck vom Buch:
Der Schreibstil der Autorin ist schön flüssig und man kommt sofort gut ins Buch rein. Janice ist wunderbar sympathisch und lebensfroh dargestellt und auch Thomas habe ich sofort ins Herz geschlossen. Nur leider fand ich die Story anfangs etwas flach. Gerade weil es um eine extrem schwierige Thematik geht, hatte ich mir hier mehr erhofft. Es gibt zig andere Bücher mit ähnlichem Hintergrund, die aber viel mehr in die Tiefe gehen, viel mehr berühren. Für mich war in der ersten Hälfte des Buches vieles vorhersehbar und dies hat das Lesevergnügen leider geschmälert. Die Tiefe, die ich während der ersten Hälfte des Buches vermisst habe, kam aber dann mit voller Wucht im zweiten Teil. Durchhalten lohnt sich somit! Erst ab da konnte ich richtig mit Jancice und Thomas mitfühlen. Ich habe mit ihnen mitgelitten und mitgeweint. Endlich haben mich die Zeilen wirklich berührt. Ich bin froh, dass ich das Buch nicht vorher schon abgebrochen hatte, sonst wären mir wundervolle Geschehnisse entgangen. Dennoch konnte die anfängliche Flaute nicht ungeschehen gemacht werden, deshalb gibt’s von mir leider nur drei Sternchen.

Fazit:
Eine schöne Geschichte, die im Nachhinein zum Nachdenken anregt. Jedoch sollte man bei diesem Werk nichts Besonderes erwarten. Für mich war es einfach mal eine schöne Abwechslung von meinen üblichen Genres.

Veröffentlicht am 16.10.2018

Schöne neue Welt?

Artemis
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Ich liebe sowohl das Buch als auch den Film „Der Marsianer“ aus der Feder von Andy Weir, deshalb war klar, dass ich das neue Buch von ihm unbedingt lesen muss. Diesmal habe ich mich für die Hörbuch-Variante ...

Ich liebe sowohl das Buch als auch den Film „Der Marsianer“ aus der Feder von Andy Weir, deshalb war klar, dass ich das neue Buch von ihm unbedingt lesen muss. Diesmal habe ich mich für die Hörbuch-Variante entschieden, gelesen wird das Werk von Gabrielle Pietermann als Jazz und Marius Clarén als Calvin. Doch um was geht es jetzt genau in „Artemis“?

Wir begleiten die Protagonistin Jazz Bashara, die in Artemis lebt, dem einzig bewohnbaren Ort auf dem Mond. Um sich über Wasser zu halten schmuggelt sie Zigaretten und andere nicht ganz so legale Waren auf den Mond. Große Hilfe erhält sie dafür von Calvin, ihrem Brieffreund seit Kindertagen, der auf der Erde lebt. Alles läuft super, bis Jazz einen lukrativen Auftrag erhält. Was anfangs wie eine tolle Chance aussieht, entpuppt sich schnell zu einem wahren Albtraum!

Mein Eindruck vom Buch:
Ähnlich wie bei „Der Marsianer“ geht es hier um eine einzelne Person, die ums Überleben kämpft, wenn auch auf eine andere Art. Andy Weir hat mit Jazz eine Figur erschaffen, die sehr früh auf eigenen Beinen stehen musste und gelernt hat, sich tough durch das Leben zu schlagen. Das macht sie zu einer starken Persönlichkeit mit einem großen Selbstbewusstsein und einer schon fast unverschämten Art. Und genau deshalb hatte ich große Schwierigkeiten, mit Jazz warm zu werden. Schlimmer noch, im Grunde war sie mir vollkommen unsympathisch. Ihr Glück war, dass sie einige Leute in ihrem Umfeld hat, die es gut mit ihr meinen… meiner Ansicht nach viel zu gut. Manchmal konnte ich einfach nur noch den Kopf schütteln über die Unverfrorenheit, mit der Jazz ihre gesamte Umwelt für ihre Zwecke einsetzt. Dies war nicht gerade förderlich für das Hörbuch und ich musste mich oft aufraffen, um überhaupt weiterzuhören. Neben den unsympathischen Charakteren nimmt meiner Meinung nach die Technik auch eine viel zu große Rolle ein. Technische Komponenten werden bis auf das klitzekleinste Detail erklärt, was das ganze Werk extrem langatmig macht. Ich hätte bei diesen Abschnitten am Liebsten nach vorne gespult, denn es war einfach viel zu viel. Auch bei „Der Marianer“ wird die Technik viel miteinbezogen, aber auf eine kurzweilige Art. Dies konnte hier leider nicht umgesetzt werden, so dass ich mit meinen Gedanken immer wieder abgedriftet bin. Das Einzige, das mich wirklich interessiert hat, war die Brieffreundschaft zwischen Jazz und Calvin. Diese Kapitel konnte ich meist kaum erwarten, nur gab es viel zu wenige davon. Der Schluß hat mich leider auch so gar nicht überzeugt und ich muss gestehen, ich war froh, als ich das Hörbuch endlich beenden konnte. Auch die Sprecher haben mich leider nicht in ihren Bann gezogen. Es wurde sehr gut gelesen, aber leider hat es nicht geholfen, mich in der Geschichte einzufinden.

Fazit:
So begeistert ich von „Der Marsianer“ war, umso mehr bin ich enttäuscht von „Artemis“. Es war leider so gar nicht mein Geschmack. Schade!

Veröffentlicht am 15.10.2018

Konnte mich leider nicht begeistern

Siebenschön
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Mein erstes Buch der Reihe über die Ermittlerinnen Capelli und Zhou war bereits der dritte Band „Sterbegeld“. Nachdem ich von diesem total begeistert war, musste ich natürlich zurück zu den Anfängen und ...

Mein erstes Buch der Reihe über die Ermittlerinnen Capelli und Zhou war bereits der dritte Band „Sterbegeld“. Nachdem ich von diesem total begeistert war, musste ich natürlich zurück zu den Anfängen und habe mir „Siebenschön“ zugelegt. Ich war sehr gespannt, wie die erste Zusammenarbeit der Hauptprotagonisten ablief und der Klappentext klang vielversprechend:
„»›Theo hat versagt.‹ Erstaunt blickt Christina Höffgen auf. Wer um Himmels willen ist Theo? Sie liest weiter. ›Du solltest Dich lieber beeilen. Die Adresse ist: Fordstraße 237. Ach übrigens: Ihr Name ist Jennifer.‹« Der rätselhafte Brief lässt Christina nicht mehr los. Gemeinsam mit ihrem Mann fährt sie zu der angegebenen Adresse, auch wenn sie nicht daran glaubt, dort tatsächlich eine Jennifer zu finden. Ein großer Irrtum. Die Abteilung für Kapitaldelikte der Zentralen Kriminaldirektion Frankfurt am Main spannt die beiden Kommissarinnen Emilia Capelli und Mai Zhou zusammen, um die bizarrste Mordserie aufzuklären, die die Stadt je erlebt hat. Unterschiedlich wie Tag und Nacht, misstrauen die beiden Frauen einander auf Anhieb. Doch wohl oder übel müssen sie sich zusammenraufen, denn bald jagen sie einen gewissenlosen Serienkiller, der seine Morde als grausige Themenwelten inszeniert. Und sein »Werk« ist noch nicht vollendet …“

Mein Eindruck vom Buch:
So begeistert ich von dem dritten Band war, umso enttäuschter war ich leider vom Start der Reihe. Ich kann nicht mal genau benennen, warum mir schon der Einstieg schwer fiel, denn der Schreibstil der Autorin ist im Grunde sehr flüssig und lässt einen über die Seiten fliegen. Mich hat jedoch hier weder der Fall gepackt, noch die Anfänge der Zusammenarbeit von Capelli und Zhou. Eher im Gegenteil, Capelli legt ein Verhalten an den Tag, welches mich irgendwann nur noch genervt hat und ich habe mich öfter ertappt, dass ich mich richtig aufraffen musste, weiterzulesen. Aber auch mit Zhou wurde ich nicht so richtig warm, geschweige denn mit einem anderen Protagonisten. Leider blieben zum Schluß einige Fragen offen. Auch wenn es sich zum eine Serie handelt, finde ich es am Besten, wenn die Fälle innerhalb der Bände vollständig geklärt werden.

Fazit:
Schade! Nach meiner Begeisterung über „Sterbegeld“ habe ich vielleicht zuviel erwartet. Ich werde jedenfalls keinen weiteren Band mehr über Capelli und Zhou lesen, auch wenn es sich im Grunde um einen soliden Krimi handelt. Mich hat der Fall nur leider überhaupt nicht gepackt.

Veröffentlicht am 11.10.2018

Hat mich leider nicht gepackt

Die Betrogene
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„Um ein glückliches Leben betrogen – so fühlt sich Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard. Kontaktscheu und einsam, gibt es nur einen Menschen, den sie liebt: ihren Vater. Als dieser in seinem Haus ...

„Um ein glückliches Leben betrogen – so fühlt sich Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard. Kontaktscheu und einsam, gibt es nur einen Menschen, den sie liebt: ihren Vater. Als dieser in seinem Haus grausam ermordet wird, verliert Kate ihren letzten Halt. Da sie dem alkoholkranken Ermittler vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst auf die Spur dieses mysteriösen Verbrechens. Und entlarvt die Vergangenheit ihres Vaters als Trugbild, denn er war nicht der, für den sie ihn hielt.“

So lautet der Klappentext des Kriminalromans „Die Betrogene“ von Charlotte Link. Deshalb ging ich eigentlich in der Erwartung an das Buch, dass man hauptsächlich aus Sicht von Kate Linville den Fall mitverfolgt. Doch weit gefehlt. In diesem Werk vereinen sich mehrere Erzählperspektiven. Da taucht der Detective Chief Inspector Caleb Hale auf, der Drehbuchautor Jonas Crane, dem wegen Burnout dringend geraten wird, eine Auszeit zu nehmen, Terry Malyan, die leibliche Mutter von dem 5jährigen Sammy, der von den Cranes adoptiert wurde und deren Lebensgefährte Neil, DC Jane Scapin, eine von Hales besten Mitarbeiterinnen und noch weitere Protagonisten finden ihren Platz in diesem Buch. Leider war die Fülle an Figuren für mich als Leserin absolut kontraproduktiv. Hier wurde viel zu viel in einen einzigen Roman gepackt, was Stoff für mehrere Bücher gegeben hätte. Ich breche nie ein Buch ab, aber hier war ich nah an der Grenze, da ich mich oftmals aufraffen musste, weiterzulesen. Durch die vielen verschiedenen Sichtweisen kam meines Erachtens keine wirkliche Spannung auf, die Story konnte mich einfach nicht fesseln und auch zu den Figuren konnte ich keinerlei Verbindung aufbauen. Im Gegenteil, denn vorallem, dass ein querschnittgelähmter Ex-Polizist als vollkommen depressiv dargestellt wird, hat mich ziemlich verstimmt. Ich bin selbst in dieser Lage und es nervt einfach, dass durch dieses Werk der Eindruck, den der Großteil der Gesellschaft leider immer noch von Rollstuhlfahrern hat, weiter verstärkt wird. Für mich ist es leider vollkommen unverständlich, dass dieses Buch SPIEGEL-Bestseller 2015 wurde. Aber zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden und von vorherigen Büchern aus der Feder von Charlotte Link war ich meist total begeistert. Deshalb werde ich bestimmt wieder ein Werk von ihr lesen. Nur um dieses werde ich zukünftig einen weiten Bogen machen.