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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2019

Die Themen hätten mehr Emotion verdient

Auf der Insel das Meer
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Das düster gehaltene Cover sowie das aufbrausende Meer lassen einen nicht so leichten Roman erwarten. Leider gibt der Klappentext nichts her und man bekommt keine Vorstellung vom Inhalt.

Das Buch ist ...

Das düster gehaltene Cover sowie das aufbrausende Meer lassen einen nicht so leichten Roman erwarten. Leider gibt der Klappentext nichts her und man bekommt keine Vorstellung vom Inhalt.

Das Buch ist aus der Sicht des alterslosen Max, Bürgermeister einer kleinen Insel zwischen Afrika und Europa, geschrieben. Diese ist dem Zustrom von Flüchtlingen ausgesetzt, was zu diversen Problemen und inneren Konflikten bei und zwischen Einheimischen sowie Flüchtlingen sorgt.

Das Hauptthema ist sehr aktuell. Daneben werden weitere Themen wie Korruption, Mafia, Organhandel, Religionen angerissen. Vieles wird aber eben nicht weiter vertieft, sondern bleibt an der Oberfläche.
Hinzu kommt der knappe und prägnante Schreibstil, welcher es mir nicht ermöglicht, zu den Personen und ihren Gefühlen durchzudringen.

Veröffentlicht am 19.05.2019

Nette Unterhaltung für zwischendurch

Wo die Liebe nicht von selbst hinfällt
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Dem Cover und Titel kann man bereits entnehmen, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Durch die samtartige Oberfläche wird dieser Eindruck unterstützt.
Tatsächlich entpuppen sich beim Lesen sogar ...

Dem Cover und Titel kann man bereits entnehmen, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Durch die samtartige Oberfläche wird dieser Eindruck unterstützt.
Tatsächlich entpuppen sich beim Lesen sogar mehrere, und zwar in sonderbaren und wechselnden Konstellationen.
Das haben alle (inkl. dem Leser) nur einer zu verdanken, die meint, Amor im Sinne von "Viel Lärm um Nichts" zu spielen.

Man gerät mitten rein ins Geschehen und unter die vielen handelnden Personen, deren Vorgeschichte und Beziehung zueinander erst mal sortiert werden will.
In locker-leichtem Schreibstil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt, führt uns die Autorin durch das Liebeswirrwarr der Freunde. Dies entwickelt zunehmend eine Eigendynamik entwickelt und erinnert mich in Teilen an Ohnsorg-Theater.

Wer amüsante, leichte Feel-Good-Lektüre für einen entspannten Nachmittag oder lauen Sommerabend sucht, der kann mit diesem Buch nicht viel falsch machen. Wer hingegen auf anspruchsvolle, tiefschürfende Literatur hofft, der sollte besser zu einem anderen Buch greifen.

Veröffentlicht am 01.05.2019

Du musst nur richtig hinsehen

Sommerfabel
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Wer denkt, hinter diesem Cover verbirgt sich ein Kinderbuch, der irrt.
Allerdings könnte man meinen, die Protagonistin Josefine ist trotz ihrer 29 Jahre im Herzen noch Kind geblieben. Aber ist das schlecht?

Wir ...

Wer denkt, hinter diesem Cover verbirgt sich ein Kinderbuch, der irrt.
Allerdings könnte man meinen, die Protagonistin Josefine ist trotz ihrer 29 Jahre im Herzen noch Kind geblieben. Aber ist das schlecht?

Wir begleiten sie an einem Dienstag im heißen Sommer 2018. Sie schließt ihr Hutmachergeschäft für diesen einen Tag und spaziert durch ihre Heimatstadt Bernburg, um Gedanken nachzuhängen, sich zu sortieren. Auch will manch Gedanke endlich gedacht werden, um die Weichen ihres Lebens neu zu stellen.
Auf ihrem Weg spricht sie mit Tieren und Dingen und kümmert sich um deren Bedürfnisse, ebenso wie um die ihrer Mitmenschen. Ihr Blick für Details und ihr verträumtes Wesen belegen das Buch mit einer immensen Ruhe.

Das Buch trägt berechtigterweise den Namen Fabel im Titel. Dem Duden nach ist eine Fabel nämlich eine lehrhafte Erzählung, in der Tiere nach menschlichen Verhaltensweisen handeln und in der eine allgemein anerkannte Wahrheit oder eine Lebensweisheit veranschaulicht wird.
Das Buch endet zwar nicht mit einer offensichtlichen Moral von der Geschicht, doch findet der aufmerksame Leser viele Lebensweisheiten und Gesellschaftskritik. Und manches offenbart sich erst nach der Lektüre.
Wie der Autor so schön schreibt, entsteht die Geschichte zwischen den Wörtern und Zeilen. So schafft es das Buch auf erstaunliche Weise, mich wiederholt innehalten und nachdenken zu lassen.

Vermutlich trägt dazu auch der poetische Schreibstil bei. Der Autor schöpft aus dem Vollen der deutschen Sprache, zaubert Worte und Beschreibungen hervor, die längst in Vergessenheit geglaubt sind, und malt damit eine fantastische Welt.

Manch einer mag Josefine für verrückt und durchgeknallt halten. Sie hebt sich definitiv vom Mainstream ab, genauso wie dieses Buch. Das ist per se aber nicht schlecht, denn ich finde, wir sollten uns vielmehr ein Beispiel an Josefine nehmen.
Sie hetzt nicht durchs Leben wie so viele von uns. Sie nimmt sich Zeit, um es wirklich wahrzunehmen, widmet sich auch den vermeintlich unscheinbarsten Dingen und behandelt sie mit entsprechender Aufmerksamkeit und Respekt.

Veröffentlicht am 23.04.2019

Mehr erhofft

Zum Glück gibt es Umwege
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Im Mittelpunkt dieses Buches stehen 2 Personen.
Der Brite Martin, der auf dem Jakobsweg seinen Wanderkarren ausgiebig testen will, eine mehrmonatige Planungs- und Vorbereitungszeit hinter sich hat und ...

Im Mittelpunkt dieses Buches stehen 2 Personen.
Der Brite Martin, der auf dem Jakobsweg seinen Wanderkarren ausgiebig testen will, eine mehrmonatige Planungs- und Vorbereitungszeit hinter sich hat und den Weg sehr strukturiert angeht.
Daneben Zoe, die schon überstürzt in den USA aufgebrochen ist, und eigentlich nur ihre Studienfreundin in Frankreich besuchen will. Durch einen Wink der Jakobsmuschel kommt sie jedoch auf die Idee, einen Teil des Jakobswegs zu gehen und macht sich spontan und recht unvorbereitet auf den Weg.

Manchmal wandern sie allein, manchmal kreuzen sich ihre Wege, manchmal begegnen sie anderen Wanderern. Die Wegstrecke wird dabei sowohl aus Martins als auch Zoes Sicht geschildert. Bei manchen Szenen kommt es dadurch jedoch auch zu Dopplungen, offenbart lediglich die unterschiedlichen Lebenseinstellungen und Sichtweisen beider.

Stückchenweise bekommt man Einblick, welche Päckchen beide mit sich herumtragen und wie sie diese mehr oder weniger bewältigen. Dennoch kommen mir die persönlichen Gedankengänge zu kurz, und die Beschäftigung mit Strecke, Unterkunft, Essen etc. ist zu vordergründig. Daher komme ich nicht so recht an beide heran.
Auch wollen sich trotz der Landschaftsbeschreibungen nicht wirklich Bilder der Szenerie bei mir einstellen. Dabei sind die Autoren den Weg 2x selbst gegangen.

Dennoch und entgegen meiner Erwartung liest sich das Buch leicht und flüssig durch einen recht sachlichen Stil. An manchen Stellen gibt es Längen, an manchen wiederum für mich zu viel Action, was die sonstige Ruhe des Camino etwas stört.

Dies war mein erster Jakobswegroman und ich bin mir nicht sicher, was man dann erwarten kann oder darf. Ich hatte vermutlich auf mehr Eingebung oder Anregung zum Nachdenken gehofft, doch hat dieses Buch in mir nichts dergleichen ausgelöst. Vielleicht hätte ich mir einfach mehr Höhen und Tiefen gewünscht, denn vieles plätscherte einfach so dahin, Gefühle wie Ereignisse. Vieles lief in meinen Augen einfach zu glatt bei 3 Monaten Wegzeit; keine großen Verletzungen, keine Diebstähle, keine nachlassende Motivation zu wandern, Hunger, Durst u.v.m.

Veröffentlicht am 15.04.2019

Spannung ja, Thrill weniger

Tote Asche
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Kann Asche noch mehr als tot sein? Ein sehr widersprüchlicher Titel.
Und aus dem Grau sticht nur der rote Mantel hervor. Rot wie Blut?
Fragen, die sich allein beim Anblick des Covers stellen.
Und noch ...

Kann Asche noch mehr als tot sein? Ein sehr widersprüchlicher Titel.
Und aus dem Grau sticht nur der rote Mantel hervor. Rot wie Blut?
Fragen, die sich allein beim Anblick des Covers stellen.
Und noch viel mehr kommen bei der Lektüre hinzu.
Was ist Realität? Was ist Einbildung? Wem kann man vertrauen?

Man wird direkt ins Geschehen geworfen. Der lebendige und rasante Schreibstil lässt die Geschehnisse fast so erscheinen, als überschlagen sie sich. Dabei umfasst das Buch nur eine Handlung von 5 Tagen. 5 Tage für die psychisch labile Kira, um herauszufinden, was es mit der Ankündigung des eigenen Todes auf sich hat.
Durch einzelne Rückblenden erfährt man, warum sie so labil ist und kann sich ansatzweise in sie hineinversetzen. Allerdings sind nicht immer alle Handlungen von Kira für mich nachvollziehbar, insbesondere, dass sie alles im Alleingang ohne Polizei lösen will.

Es werden reichlich Fährten gelegt. Doch immer wieder wird man geschickt in die Irre geführt und zweifelt an dem Verdacht, der sich bereits eingestellt hat.
Die Auflösung schließlich bietet Raum für eine Fortsetzung. Bis dahin ist jedenfalls Spannung und Nervenkitzel garantiert. Aber etwas mehr Thrill hätte es für mich noch sein dürfen.

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