Profilbild von clara25

clara25

Lesejury Star
offline

clara25 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit clara25 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2022

Spannender Krimi, mit viel Wortwitz und Lokalkolorit

Mallorquinische Rache
0

Sargento Lluc Casasnovas, Leiter der Guardia Civil in Sóller, wird kurz vor seiner Frühpensionierung mit einem Mord im Soller-Express, einer der Touristenattraktionen der Region, konfrontiert. Eigentlich ...

Sargento Lluc Casasnovas, Leiter der Guardia Civil in Sóller, wird kurz vor seiner Frühpensionierung mit einem Mord im Soller-Express, einer der Touristenattraktionen der Region, konfrontiert. Eigentlich hatte er ja schon abgeschlossen mit seiner Polizeilaufbahn, aber ein letztes (?) Mal heißt es für ihn alle Kräfte zu mobilisieren und Wissen und Heimvorteil in die Waagschale zu legen um den Fall zu lösen.

Und so begibt man sich als LeserIn nun gemeinsam mit Lluc und seinen Kollegen auf Spuren-, Motiv- und Tätersuche. Dabei ist Lluc ein sympathischer Charakter, der sehr engagiert seine Ermittlungen vorantreibt, aber auch die eine oder andere menschliche Schwäche hat. Und das hinsichtlich seiner Nachfolgerin nicht alles eitel Sonnenschein ist und die Untersuchungen sich nicht gerade als ein Selbstläufer entpuppen, fand ich authentisch und nachvollziehbar. Dank gut gesetzter Wendungen in Bezug auf Verdächtige und Spuren ist das Interesse an der (eigenen) Lösung hoch und man bleibt automatisch am Buch. Was es letztlich mit der Mallorquinischen Rache auf sich hat und wer der Täter ist, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Das solltet ihr unbedingt selber lesen, denn neben der Krimihandlung bekommt man hier auch noch wunderbare Einblicke zu Land und Leuten, dem Soller-Express und natürlich Interessantes zu den typischen kulinarischen Spezialitäten dieser Region.

Fazit: Der vorliegende Roman ist ein spannender, humorvoller und mit viel Lokalkolorit ausgestatteter Krimi. Der gut konstruierte Fall und die einzelnen Charaktere haben mir eine sehr unterhaltsame Reise durch die Serra de Tramuntana mit seinen Orangen- und Olivenhainen bereitet. Ich kann den Krimi total weiterempfehlen und vergebe absolut verdiente 5 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 15.06.2022

Wohlfühlkrimi

Schatten über Saint-Tropez
0

Der Mordfall, in den Conny eher zufällig schlittert, ist eine Mischung verschiedenster Motive. Es geht um wertvolle Gemälde, falsches Vertrauen, eine Vergangenheit die heute noch ihren Schatten wirft und ...

Der Mordfall, in den Conny eher zufällig schlittert, ist eine Mischung verschiedenster Motive. Es geht um wertvolle Gemälde, falsches Vertrauen, eine Vergangenheit die heute noch ihren Schatten wirft und Geheimniskrämereien. Connys Ermittlungen fördern nun Stück für Stück Ungeheuerliches zu Tage, wobei sie auch sich selbst nicht schont und immer wieder in brenzlige Situationen gerät. Wenn ihr Antworten auf die Fragen Wer, Wie, Warum haben wollt, empfehle ich euch das Buch zu lesen. Es macht Spaß Saint-Tropez mit der draufgängerischen Conny zu erkunden. Es ist definitiv ein komplexer Krimiplot, mit authentischen Charakteren und einem Spannungsbogen, dessen Kurve zum Finale hin sogar noch eine Steigerung erfährt.

Fazit: Das auch Krimi ohne extremes Blutvergießen geht, beweist Sabine Vöhringer in diesem ersten Fall für Conny von Klarg. Mich hat dieser Wohlfühlkrimi mit viel Lokalkolorit gut unterhalten und ich vergebe hier gern 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 15.06.2022

Gelungen

Talberg 2022
0

Talberg 2022 unterscheidet sich in Hinblick auf Düsternis, Trostlosigkeit und persönlichen Dramen kein bisschen von Talberg 1935 und Talberg 1977. Auch im modernen Zeitalter mit Handy, Computer etc. mutet ...

Talberg 2022 unterscheidet sich in Hinblick auf Düsternis, Trostlosigkeit und persönlichen Dramen kein bisschen von Talberg 1935 und Talberg 1977. Auch im modernen Zeitalter mit Handy, Computer etc. mutet der Ort noch immer mysteriös und wenig einladend an. Denn das Dorf kommt einfach nicht zur Ruhe. Während eines verheerenden Unwetters wird ein Skelett freigelegt, was eine polizeiliche Ermittlung nach sich zieht und alte Wunden öffnet und tragische Begebenheiten aus der Vergangenheit gleich mit nach oben spült.

Die bedrückende, deprimierende Atmosphäre beschreibt der Autor auch hier wieder sehr wortgewandt und gibt dem Leser ein schaurig-schönes Leseerlebnis. Anhand steter Rückblenden verfolgt man nun wie die Ermittlungen vonstatten gehen, wobei eben gerade die Aktionen in der Vergangenheit sehr beklemmend und unvorstellbar sind, aber Stück für Stück kann das Geheimnis um das Skelett aufgedeckt werden.

Fazit: Auch Teil 3 der Talberg-Trilogie hat mich dank eines Plots, der zu schockieren aber auch zu erstaunen vermag, gut charakterisierten Protagonisten und eines mitreißenden Schreib- und Erzählstils gut unterhalten. Von mir gibt es für diesen gelungenen Trilogie-Abschluss 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 15.06.2022

Tiefgründiger HistoRoman

Die letzte Schuld
0

In „Die letzte Schuld“ dem 2. Teil der Emil Graf Reihe, der 1946 in München angesiedelt ist, thematisiert die Autorin das „Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus“, mit dem die Entnazifizierung ...

In „Die letzte Schuld“ dem 2. Teil der Emil Graf Reihe, der 1946 in München angesiedelt ist, thematisiert die Autorin das „Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus“, mit dem die Entnazifizierung der deutschen Bevölkerung in der amerikanischen Besatzungszone vorangetrieben werden soll. Dazu muss jeder Deutsche einen Fragebogen mit 131 Fragen ausfüllen. Und über diese Praktik will Billa, Reporterin für ein US-Magazin, einen Beitrag schreiben. Im Zuge ihrer Recherchen trifft sie erneut auf Emil, der gerade in einem Mordfall an einer Frau Ermittlungen anstellt. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem Täter.

Der Krimiplot ist spannend und komplex, denn es kommt zu Erkenntnissen, die die beiden ins Haus der Kunst führen, das einst von Hitler erbaute Monumentalmuseum, und dem dortigen Handel mit verbotenen NS-Devotionalien. Ebenfalls sehr schön in die Handlung eingebaut sind die städtebaulichen Erneuerungen Münchens und die wiederauflebende Kulturszene der Stadt. Billa und Emil erfahren auch eine Weiterentwicklung und so ist es schon ratsam mit dem ersten Teil zu beginnen, möchte man hier nichts verpassen. Allerdings kann man auch den 2. Teil ohne Vorkenntnisse problemlos lesen. Wie schon in Teil 1 wird wieder mit einem Cliffhanger die Geschichte beendet, so dass man sich für die Aufklärung bis zum nächsten Teil gedulden muss.

Fazit: „Die letzte Schuld“ ist ein angenehm zu lesender HistoKrimi mit authentischen Charakteren und einem überzeugenden Krimiplot. Meine Empfehlung bekommt das Buch und ich bewerte es mit 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.06.2022

Angenehm zu lesender HistoKrimi

Das doppelte Gesicht
0

Als Viktor von Dietlitz erschossen aufgefunden wird, betraut man den jungen Kommissaranwärter Emil Graf mit den Ermittlungen. Doch im München des Jahres 1945 ist eine Mordermittlung alles andere als eine ...

Als Viktor von Dietlitz erschossen aufgefunden wird, betraut man den jungen Kommissaranwärter Emil Graf mit den Ermittlungen. Doch im München des Jahres 1945 ist eine Mordermittlung alles andere als eine normale Tätigkeit. Nicht nur, dass die neuen Besatzer alles unter Kontrolle haben wollen, auch die Menschen, die sich um das Alltägliche kümmern müssen, geben nur ungern Auskünfte. Vor Emil liegt also eine schwierige Aufgabe, die durch das stete Auftauchen von Reporterin Billa Löwenfeld auch nicht leichter wird...

Neben der Krimihandlung, in der es nicht bei einem Mordopfer bleibt, legt die Autorin ein großes Augenmerk auf Geschichtliches. So beschreibt sie sehr ausführlich die zerstörte Stadt München, aber auch das Auftreten der siegreichen Amerikaner gegenüber den Kriegsverlierern. Das alles ist aber ein ausgewogenes Konstrukt, so dass es ein angenehm zu lesender HistoKrimi mit authentischen Charakteren und einem überzeugenden Krimiplot ist.

Meine Empfehlung bekommt das Buch und ich bewerte es mit 4 von 5 Sternen.