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Veröffentlicht am 29.01.2025

Das Wandernde Dutzend mit Überraschung wird gefunden

Kohle, Stahl und Mord: Das 13. Opfer
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"Wer da will ein Bergmann sein, er muss ohne Angst und Pein in die Grube fahren und hingegen reich Metall aus der Erde schlagen. (histor. Bergmannsspruch)
34 Jahre ist es her, als in der Zeche Ludwig zwölf ...

"Wer da will ein Bergmann sein, er muss ohne Angst und Pein in die Grube fahren und hingegen reich Metall aus der Erde schlagen. (histor. Bergmannsspruch)
34 Jahre ist es her, als in der Zeche Ludwig zwölf Bergmänner verschüttet und nicht mehr gefunden wurden. Bei einer Routinekontrolle der Elektronik kommt es zum Wasserdurchbruch. Dabei werden Knochen gefunden, die auf "Das Wandernde Dutzend", wie man die vermissten Bergleute nennt, hinweisen. Allerdings werden nicht zwölf Skelette, sondern dreizehn geborgen. Wer ist der unbekannte Tote, der mit einem Kopfschuss getötet wurde? Werner Fleming, der bei dem Wassereinbruch verletzt und traumatisiert wird, gehört zu den damaligen Überlebenden. Kommissarin Elin Akay ermittelt und zieht die Forensikerin Jana Fäller als Beraterin hinzu, deren Vater ebenfalls ein Überlebender von damals war. Elin und Jana stoßen unter den überlebenden Bergmännern auf ein Geheimnis, das viel zu lange unter Gestein verschüttet war. Als das Opfer enthüllt wird, ist ihnen klar, dass einer der Bergmänner abgedrückt haben muss. Elin ist sicher, er wird es wieder tun, um nicht entdeckt zu werden.

Meine Meinung:
Ein stillgelegtes Bergwerk ist schon ein interessantes, aber auch unheimliches Setting für einen Kriminalfall. Doch gerade dies ist es, was mich neugierig auf dieses Buch macht. Ich lerne auch zu Beginn recht viel über die Zeche und die Arbeit der Bergleute. Recht schnell findet Kommissarin Elin Akay heraus, dass Rudolf Mergent mehrere Bergmänner um ihr Geld betrogen hat. Er hat ihnen eine Geldanlage schmackhaft gemacht, wo viele der Kumpels ihr hartverdientes Geld anlegten. Leider erwies sich diese Investition als Betrug und alle haben ihre Ersparnisse verloren. Kein Wunder, weshalb viele der Bergmänner nicht gut auf ihn zu sind. Heftig stell ich mir außerdem vor, wenn man wie Elin Akay unter Klaustrophobie leidet und ausgerechnet zu einem Tatort in ein Bergwerk einfahren muss. Da gehört schon wirklich viel Überwindung dazu, so einen Fall nicht lieber abzugeben. Doch da sie weiß, dass der Vater von Freundin Jana Fäller ebenfalls ein Bergmann war und sie noch immer eine gute Verbindung zu dessen Kumpels hat, zieht sie diese zur Beratung dazu. Allerdings hat Jana ganz andere Sorgen. Sie wird für den Tod eines Klienten von dessen Bruder beschuldigt. Jana ist sich nicht sicher, ob er auf Rache sinnt, zumindest scheint er sie zu stalken. Doch eines ist sicher. Entweder ist unter den sieben verbliebenen Bergleuten ein Schuldiger oder aber er lebte inzwischen nicht mehr. Anhand zweier Handlungsstränge, die in der Gegenwart und Vergangenheit spielen, erfahre ich als Leser, was damals wirklich geschehen ist. Leider wird mir in dem Buch doch zu viel über das Privatleben der Ermittler berichtet. Dies wiederum zieht für mich die Geschichte oft unnötig in die Länge. Auch die Ermittlungen werden dadurch etwas unrealistisch und weisen einige Schwächen auf. Zum Beispiel kann ich mir nicht vorstellen, dass die alten Kumpels von damals für eine Rettungsaktion in den Schacht einfahren. Geschweige denn, dass sie mal ebenso Geröll mit einfachen Mitteln entfernen. Dies finde ich dann schon etwas surreal und unrealistisch, diese Beschreibung. Ebenfalls unrealistisch finde ich den Journalisten, der die Ermittlungsarbeit der Polizei übernimmt. Zwar habe ich diese Geschichte gerne gelesen, schon alleine wegen des ungewöhnlichen Settings. Jedoch so richtig warm geworden bin ich noch nicht mit den Ermittlern. Ich hatte den Eindruck, als ob sich der Autor schwertut, in die weibliche Rolle einer Ermittlerin einzutauchen. Ich frage mich nur, warum tun sich das Autoren an, nur wegen der Frauenquote? Dann sollten sie es lieber lassen. Von mir bekommt das Buch 3 1/2 Sterne mit Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Erwachsen werden in den Zeiten eines Serienmörders

Unser Buch der seltsamen Dinge
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"Die Götter sind seltsam, sie bestrafen uns für das, was gut und menschlich in uns ist, genau so wie für das, was schlecht und böse ist." (Oscar Wilde)
Es sind die 70er-Jahre, Margaret Thatcher regiert ...

"Die Götter sind seltsam, sie bestrafen uns für das, was gut und menschlich in uns ist, genau so wie für das, was schlecht und böse ist." (Oscar Wilde)
Es sind die 70er-Jahre, Margaret Thatcher regiert in Großbritannien und in Yorkshire treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Der sogenannte Yorkshire-Ripper mordet ähnlich wie sein Namensgeber Jack the Ripper Frauen. Die 12-jährige Miv hat deshalb Angst, von ihrer Freundin Sharon getrennt zu werden. Denn Mivs Vater erwägt es, mit seiner Familie wegzuziehen. Jedoch wäre es für Miv undenkbar, Sharon nicht mehr jeden Tag zu sehen. Besonders da sie sich zu Hause, nachdem ihre Mutter nicht mehr spricht und Tante Jean den Haushalt führt, nicht mehr wohlfühlt. Was wäre, wenn sie den Mörder finden und nicht mehr wegziehen müssten? Bei ihren täglichen Observationen schreiben sie Dinge in ein Notizbuch, die ihnen seltsam vorkommen. Doch wie sollen sie den Ripper finden, wenn nicht mal die Polizei dies schafft?

Meine Meinung:
Von 1975 bis 1980 versetzt der Yorkshire-Ripper die Menschen der Grafschaft in Angst und Schrecken. In dieser relativ kurzen Zeit werden 13 Frauen ermordet und 7 weitere schwer verletzt, wobei einige seiner Opfer Prostituierte waren. Im Januar 1981 wird der Mörder überraschend festgenommen, weil er ein Auto mit gefälschtem Nummernschild fuhr. Dieses Buch ist kein reiner Krimi, sondern hier geht es eher um eine Mädchenfreundschaft, die sich sogar noch um weitere Personen erweitert. Aber natürlich auch um die ganze Auswirkung eines Mörders auf die Anwohner Yorkshires. Für Miv ist klar, dass die Polizei viel zu wenig tut, um diesen Mörder zu finden. Während Sharon zunächst eher zurückhaltend und ängstlich ist, möchte sie ihre Freundin jedoch nicht enttäuschen. Zusammen beobachten sie die Menschen in ihrer Nachbarschaft und finden einige suspekte Dinge, die sie in ihr Notizbuch schreiben. Im Laufe des Lesens erscheint es, als ob jeder Geheimnisse und Lügen mit sich herumschleppt. Dem Mörder selbst begegnen sie nicht wirklich. Jedoch habe ich immer das Gefühl, als wären sie ihm sehr nah. Was sich jedoch intensiviert, ist ihre Freundschaft. Die einzelnen Kapitel werden aus der Sicht von Miv dargestellt, allerdings dringen wir außerdem in die Gedanken anderer Personen ein. Das Buch befasst sich mit weiteren Themen wie Rassismus, Mobbing, Missbrauch, häuslicher Gewalt, Verlust und Trauer. Dabei beschreibt sie die einzelnen Charaktere sehr authentisch, sodass man sich leicht in sie hineinversetzen kann. Miv und Sharon finde ich sehr mutig für ihr Alter. Ich glaube, ich hätte mich niemals getraut, in dem Alter auf Mördersuche zu gehen. Beeindruckend finde ich den pakistanischen Ladenbesitzer Omar und seinen Sohn Ishtiaq, denen es nicht nur wegen ihrer Religion, sondern vor allem wegen des Migrationshintergrunds schwer gemacht wird. Mir hat vor allem die Freundschaft zwischen Miv, Sharon und Ishtiaq, die sich hier entwickelt, sehr gut gefallen. Sie hat allerdings auch Auswirkungen auf die Freundschaft der beiden Mädchen. Außerdem finde ich das Setting und die Darstellung der politischen Lage Großbritanniens bemerkenswert. Man spürt sofort, dass die Autorin selbst in Yorkshire aufgewachsen ist. Ich fühle mich wirklich in die 70er-Jahre zurückversetzt, wo noch kein Smartphone oder Internet unser Leben bestimmen. Das Ende hat mich dann doch ein wenig überrascht und erschüttert und ich gebe dem Buch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Hotel Silber und seine Geschichte

Hotel Silber – neue Zeit, alte Schuld
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"Die Leute können dir sagen, dass du den Mund halten sollst, aber das hindert dich nicht daran, deine eigene Meinung zu haben." (Anne Frank)
Stuttgart 1945: Im gefürchteten Stuttgarter Hotel Silber soll ...

"Die Leute können dir sagen, dass du den Mund halten sollst, aber das hindert dich nicht daran, deine eigene Meinung zu haben." (Anne Frank)
Stuttgart 1945: Im gefürchteten Stuttgarter Hotel Silber soll die neue Kriminalpolizei aufgebaut werden. Paul Kramer bewirbt sich dafür. Doch gleichzeitig muss er an einen Ort zurückkehren, an dem er wenige Tage vor Kriegsende von der Gestapo gefoltert wurde. Selbst nach Ende des Kriegs sind der Hass und die Ideologie des Nationalsozialismus allgegenwärtig. Es zeigt sich recht schnell, wer von seinen Kollegen noch immer auf welcher Seite steht. Besonders nachdem bei einer Razzia ein Jude per Kopfschuss getötet wurde. Paul soll nicht nur in dem Fall ermitteln, sondern außerdem den Tod von Vera Wallner aufklären. Dabei werden die Ermittlungen für ihn zur größten Gefahr.

Meine Meinung:
Nach seinem letzten Krimi aus den Fellbacher Weinbergen war ich schon sehr gespannt auf sein neustes Buch. Diesmal geht es in die Geschichte Stuttgarts ins Jahr 1945. Nachdem nun der Krieg zu Ende ist, suchen die Alliierten Bürger, mit denen man die neue Kriminalpolizei aufbauen möchte. Was natürlich nicht so einfach ist in einem Land, wo sich fast jeder zu Hitler und seinen Idealen bekennen musste. Für Paul, der seiner Folter und der Gestapo gerade noch mit dem Leben davonkam, ist es die Gelegenheit. Im Hotel Silber gibt es auch ein Wiedersehen mit seiner großen Liebe Hilde, dessen Vater ihn der Gestapo ausgeliefert hat. Jedoch ist es nicht einfach für die Kripo und Polizei, die zu Beginn noch ohne Waffen Streit und Unruhen schlichten müssen. Selbst als Stuttgarterin habe ich bisher nichts über das Hotel Silber gewusst, sodass ich überaus neugierig auf dieses Buch war. Das ehemalige Hotel wurde schon kurz vor dem Krieg zum Polizeipräsidium, bis es 1936 dann an die politische Polizei, die sogenannte Gestapo, überging. In den drei Verwahrzellen im Keller wurden viele Menschen inhaftiert und gefoltert, unter anderem der Politiker Kurt Schumacher sowie die Widerstandskämpferinnen Liselotte Hermann und Lina Haag. Wie viele Menschen in dieses Hotel hineingingen und nicht mehr herauskamen, ist mir nicht ersichtlich. Außerdem geht es um den Tod des jüdischen Bürgers Jakob Beerbaum, der bei einer Schwarzmarktrazzia getötet wird. Mit viel Liebe zum Detail nimmt uns der Autor in die Machenschaften der Gestapo und ihre extremen Foltermethoden mit und natürlich mit den Vorkommnissen, die anschließend bei der Kripo geschehen. Als großer Fan von realistischen Geschichtsereignissen ist dieser Krimi genau das Richtige für mich. Ich hätte nicht vermutet, dass vieles aus dem Buch nach wahren Begebenheiten entstammt. Das ist natürlich eine ganz andere Art von Krimi, wie man ihn sonst liest, hier fließt natürlich noch zusätzlich viel deutsche Geschichte mit hinein. Ermitteln unter schwersten Bedingungen kann man da nur sagen, und interessante Charaktere machen diesen Kriminalfall zu einem ganz bemerkenswerten Buch. Bei dem ich insbesondere mit Paul mitfiebere. Sehr detailliert und gefühlvoll zeigt uns der Autor, wie es Menschen erging, die mit Hitlers Regime nicht klarkamen oder einfach anders waren, wie Homosexuelle, Juden, Kommunisten, Roma oder Widerstandskämpfer. Ich jedenfalls kann den Krimi nur weiterempfehlen, besonders wenn man mehr über die Zeit vor und nach dem Krieg erfahren will. Von mir bekommt dieser Krimi 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Die Suche nach der Oldtimermafia

Hurlebaus jagt den Fälscher
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"Zwischen der Betonwand und einem wuchtigen, auffällig rot-weiß-lackierten Amischlitten älteren Baujahrs war ein Mann eingeklemmt. Seine schmerzverzerrten Gesichtszüge zeugten von seinem qualvollen Tod. ...

"Zwischen der Betonwand und einem wuchtigen, auffällig rot-weiß-lackierten Amischlitten älteren Baujahrs war ein Mann eingeklemmt. Seine schmerzverzerrten Gesichtszüge zeugten von seinem qualvollen Tod. (Buchauszug)
Eingeklemmt zwischen seinem Auto und der Graffitiwand der Hall of Fame ist der neuste Tote von Stuttgarts Kommissar Hurlebaus. Anscheinend hat dessen Tod etwas mit dem Graffiti des Kapitalisten zu tun, für das Bodo Bommel aus seinem Wagen steigen musste. Doch wer tötet so brutal und weshalb? Hat er sich hier womöglich mit seinem Mörder getroffen? Während Kommissar Hurlebaus im Leben von Reporter Bodo Bommel gräbt, entdeckt er eine Sensationsgeschichte. Es scheint sich dabei um Oldtimer und einen Fälscherring zu handeln. Diese machen sich zur Aufgabe, Autos jüngeren Datums zu Oldtimern zu frisieren. Allerdings muss Hurlebaus schnell den oder die Täter finden, denn die Morde gehen weiter. Merkwürdig sind außerdem die Flirtversuche der neuen Staatsanwältin Janina Hecht, mit denen sich Hurlebaus konfrontiert sieht.

Meine Meinung:
Im seinem vierten Fall vom Stuttgarter Kommissar Hurlebaus geht es dieses Mal um Oldtimer, wie man unschwer am Cover erkennen kann. Allerdings keine herkömmlichen, sondern die Autos werden zu Oldtimern verfälscht. Leider bin ich jetzt nicht gerade der größte Interessent für Oldtimer, weshalb ich mich mit der Geschichte etwas schwertat. Mitunter fehlt mir etwas die Spannung, die dann allerdings am Ende aufkommt. Hurlebaus ist ein echtes schwäbisches Original, das vom Autor hier sehr ausgewogen und speziell dargestellt wird. Es scheint die Oldtimermafia ihr Unwesen zu treiben, die Autos auf älter fälschen. Journalist Bodo Bommel scheint hinter deren Machenschaften gekommen zu sein. Leider muss er dies mit seinem Leben bezahlen und nun müssen die Ermittler sich auf die Suche nach seinem Mörder und diesen Fälschern begeben. Obendrein scheint eigenartigerweise die neue Staatsanwältin mit dem Kommissar zu flirten und seine Kollegen finden das auch noch lustig. Bezweckt Janina Hecht etwas damit oder meint sie es wirklich ernst? Jedenfalls scheint der Kommissar am Anfang sehr angetan von ihren Flirtversuchen und ist deshalb nicht immer bei der Sache. Gerade die Avancen der Staatsanwältin finde ich mitunter sehr unterhaltsam und humorvoll. Vor allem, weil der schrullige, skurrile Hurlebaus für mich so gar nicht der Typ Mann für solche Flirtavancen ist. Allerdings lockert es den gesamten Kriminalfall etwas auf, genauso wie die unterschiedlichen Handlungsstränge, durch die man den Tod des Reporters besser nachvollziehen kann. Für mich ist aber das Setting wichtig, da ich als Stuttgarterin vieles nachvollziehen kann. Allerdings war mir die Graffitiwand Hall of Fame bisher auch nicht bekannt. Ich bin wirklich überrascht von den beeindruckenden Graffitis, die man im Netz bewundern kann. Da die Fälle immer abgeschlossen sind, kann man die Bücher auch einzeln lesen. Durchaus spannend wird es dann doch noch am Ende, sodass dieser Krimi durchaus 4 Sterne von mir bekommt.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Zeit heilt nicht alle Wunden

Wo das Herz zu Hause ist: Roman | Der berührende und spannende Abschluss der Ein-Schluck-Liebe-Reihe
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"Wer aus seiner gewohnten Bahn geworfen wird, meint manchmal, dass alles verloren ist. Doch in Wirklichkeit fängt nur etwas Neues an.“ (Gisela Rieger)
Eigentlich hätte jetzt Tim Schlucks größte Zeit kommen ...

"Wer aus seiner gewohnten Bahn geworfen wird, meint manchmal, dass alles verloren ist. Doch in Wirklichkeit fängt nur etwas Neues an.“ (Gisela Rieger)
Eigentlich hätte jetzt Tim Schlucks größte Zeit kommen sollen, bei den Olympischen Spielen in Paris. Jedoch macht ein schwerer Busunfall, bei dem nur vier Menschen überlebt haben, alles zunichte. Besonders Tim geht das ganze Geschehen nahe, da er als Einziger nur leichte Blessuren davongetragen hat. Verletzt und traumatisiert lässt er niemanden an sich heran und verkriecht sich an der Ostsee in Ueckermünde. Lediglich Hund Rocky, den er am Strand trifft, scheint seine Trauer aufzubrechen. Dass Heidi Rockys Besitzerin eine ganz andere Absicht damit verfolgt, ahnt er dabei nicht. Heidi ist Journalistin und wittert die exklusive Story für ihre weitere Karriere bei der Chatterbox. Dabei lügt sie Tim die ausgedachte Geschichte einer Psychologiestudentin vor. Allerdings je länger sie mit ihm zusammen ist, desto mehr verliert sie sich in Tim und die Gefühle werden immer stärker. Wie kann sie ihm nur je die Wahrheit sagen, ohne ihn zu verlieren? Währenddessen muss Andreas um den Apfelhof bangen, denn eine Betrugsgeschichte könnte ihn seine Existenz kosten. Zudem macht ihm mal wieder Lydia wegen Sohn Hendrik das Leben schwer.

Meine Meinung:
Mit Band 6 erscheint nun der Abschluss der Reihe "Ein Schluck Liebe" um die Familie Schluck. Dieser Band war für mich der emotionalste und gleichzeitig berührendste Band dieser Reihe. Ich war regelrecht zu Tränen gerührt von Tims Verlust und seiner Trauer und konnte so vieles nachvollziehen. Es war aber sicher auch der unterhaltsame, warmherzige Schreibstil der Autorin, die hier das grandiose Finale dieser Reihe kreiert. Das Einzige , was mir ein wenig fehlt, ist das Ende der Geschichte um den Betrug wegen des Apfelhofs. Das war mir dann doch etwas zu wenig gewesen und vor allem kam dabei Lydia irgendwie gar nicht mehr vor. Trotzdem scheint mir Tims Geschichte hier maßgeblich zu sein, weshalb ich das nicht weiter schlimm finde. Da in diesem Band sehr viele Personen einen Auftritt haben, ist es sicher einfacher, wenn man alle Bände dieser Reihe kennt. Mit sehr viel Engagement versetzt sich die Autorin in Tims Trauma hinein, was sicherlich nicht immer einfach gewesen ist. Doch ich muss sagen, mich hat sie dabei emotional durchaus überrascht. Zwar sind alle Bände mit viel Herzlichkeit und Liebe geschrieben, allerdings hier fand ich es noch eine Stufe extremer. Die sympathische Heidi, die sich als angebliche Psychologiestudentin in Tims Herz schleicht, finde ich besonders ausgeklügelt. Ihre Ratschläge scheinen zu wirken, um Tim aus seinem tiefen Loch der Trauer zu holen. Begeistert bin ich über die Idee, alle Familien zu besuchen und mit ihnen Fotos und Geschichten auszutauschen. Auch, dass Tim seine Freunde in der Klinik besucht, hat mich schwer beeindruckt. Heidis Chef Armand dagegen ist für mich ein hinterhältiger Typ, der nur auf seinen Vorteil aus ist, sei das in der Liebe als auch im Beruf. Ebenso hinterhältig und falsch ist Andreas Ex-Frau Lydia, die mit allen Mitteln die Zukunft für Sohn Hendrik bestimmen will. Am schlimmsten finde ich, dass sie ihn trotz Krankheit zwingen will, weiter am Urlaubsort zu bleiben. Das einzig Positive ist, dass Andreas dort im Hotel die Liebe seines Lebens findet. Doch wird es für ihn und Mariam trotz der großen Entfernung eine Zukunft geben? Durch die drei Handlungsstränge von Tim, Heidi und Andreas bleibt auch dieses Buch wieder abwechslungsreich und unterhaltsam. Mit einem wundervollen Abschluss an Silvester wird dann am Ende nochmal die gesamte Familie verabschiedet. Für mich eine großartige Reihe, die für viel Abwechslung in der Gegenwart und Vergangenheit der Familie Schluck sorgt. Ich gebe dafür gerne weitere 5 Sterne.

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