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Veröffentlicht am 31.05.2024

Der Anfang

Föhrer Frühling
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Julia, 34, ist seit wenigen Wochen Witwe und übersiedelt mit ihrem fünfjährigen Sohn Liam von Frankfurt auf die Insel Föhr, wo ihre Schwiegereltern und ihr Schwager Krischan leben. Allerdings hatte sie ...

Julia, 34, ist seit wenigen Wochen Witwe und übersiedelt mit ihrem fünfjährigen Sohn Liam von Frankfurt auf die Insel Föhr, wo ihre Schwiegereltern und ihr Schwager Krischan leben. Allerdings hatte sie zur Familie ihres verstorbenen Mannes nie Kontakt. Ob sie das nun ändern kann, sodass Liam in einem Umfeld inmitten von Verwandten aufwachsen kann? Und wie soll sie mit ihren aufregenden Gefühlen Krischan gegenüber am besten umgehen?

Liebevoll und berührend erzählt Hanna Paulsen von Julia auf Föhr. Die Insel erscheint einem beim Lesen sofort als freundlicher Zufluchtsort, (überwiegend) nette und hilfsbereite Einwohner heißen Julia und Liam herzlich willkommen und zeigen den Neuankömmlingen die Schönheit dieses rauen Fleckens Erde. Interessante Bräuche wie die Pfingstwagenumzüge, das spezielle Teetrinken und die legendäre Ostfriesentorte lassen die Geschichte lebendig und unterhaltsam werden und beim Leser ein Gefühl von Zugehörigkeit entstehen. Daneben gibt es durchaus auch tiefgründige Themen und Aspekte zum Thema Tod und Familie, die Handlung ist also durchaus realistisch und glaubwürdig. Besonders ansprechend ist Hanna Paulsens Schreibstil, der die Atmosphäre auf Föhr sehr schön einfängt und auch die Gefühle der wenigen, dafür sehr treffend charakterisierten Figuren, gut darstellt.

Ich habe mich sofort wohl gefühlt auf Föhr und möchte gerne gemeinsam mit Julia den noch offenen Fragen auf den Grund gehen. Ein sehr empfehlenswerter Reihenstart!

Veröffentlicht am 31.05.2024

Selbst- oder Mord?

Ihr raffiniertes Spiel
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Tate Kinsella ist am Tatort, als eine Frau vom Dach eines 25stöckigen Bürohauses stürzt. Was erst wie Selbstmord aussieht, wird Tate bald zum Verhängnis: wegen Mordes verdächtigt, wird sie stundenlang ...

Tate Kinsella ist am Tatort, als eine Frau vom Dach eines 25stöckigen Bürohauses stürzt. Was erst wie Selbstmord aussieht, wird Tate bald zum Verhängnis: wegen Mordes verdächtigt, wird sie stundenlang verhört und verstrickt sich in Widersprüchlichkeiten. Kann ihre Anwältin helfen, sämtliche Ungereimtheiten aufzuklären?

Raffiniert ist die Handlung, raffiniert aber auch der Aufbau dieser grandiosen Geschichte! In sechs größere Abschnitte gegliedert, erzählt Tate in der Ich-Form, zuweilen wechselt die Widergabe des Geschehens auch in einen Dialog zwischen Tate und ihrer Anwältin Sarah. Dazwischen gibt es Rückblenden und immer wieder Überschneidungen mit bereits abgehandelten Szenen, sodass einige Passagen doppelt vorkommen, aber an neuer Stelle auch neue Erkenntnisse mit sich bringen. Obwohl die Handlung selbst gar nicht so umfangreich ist, wie die mehr als 400 Seiten vermuten lassen, so ist der Leser in seiner Aufmerksamkeit extrem gefordert und sollte gerade auf Details und Unterschiede in Tates Aussagen aufpassen. Extrem spannend ist dieses Hin und Her, Einzelheiten, welche sich nur langsam zu einer logischen und nachvollziehbaren Auflösung zusammensetzen, lassen dieses aufregende Buch zu einem Nervenkitzel werden. Kaum glaubt man, sich auszukennen, wird wieder etliches über den Haufen geworfen, werden die Rollen neu verteilt. Durch Ruth Mancinis fesselnden und flotten Schreibstil gleiten die recht kurzen Kapitel rasch dahin, gerät man in einen Sog, der einen bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt.

Dieses Buch überzeugt durch eine außerordentlich kluge und perfekt durchdachte Handlung. Falls es Ungereimtheiten geben sollte, so werden diese durch Spannung und extremen Detailreichtum verborgen, für mich ergibt am Ende alles ein recht kniffliges, aber logisches Ganzes, sodass ich dieses Buch mit fünf Sternen bewerte und sehr gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 28.05.2024

Von Historie zu Aktuell

Frankfurt – Sagen & Legenden aus der Stadt am Main
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Hinter diesem hübschen Titelbild versteckt das schmale Bändchen mit 160 Seiten wahre Schätze rund um Frankfurt, die es zu entdecken gilt!

Mario Junkes bündelt nicht einfach Sagen und Legenden und fasst ...

Hinter diesem hübschen Titelbild versteckt das schmale Bändchen mit 160 Seiten wahre Schätze rund um Frankfurt, die es zu entdecken gilt!

Mario Junkes bündelt nicht einfach Sagen und Legenden und fasst diese zu einem neuen Werk zusammen, nein, er verknüpft diese mit historischen Fakten und spannt einen interessanten Bogen zu aktuellen, zeitgenössischen Themen – durchaus mit der ein oder anderen persönlichen Meinung des Autors. Von der Gründung Frankfurts und der Namensgebung der Stadt am Main geht es durchs Gehölz des Stadtwaldes, Äpfelwein und Hungersnot sind Thema, ebenso wie Mummenschanz, (Zwangs)Hochzeit, Religion und Politik. Übersichtlich in Themenblöcke gegliedert, sammelt Mario Junkes historische Fakten, welche zusammengetragenen Sagen von Autoren wie beispielsweise Ludwig Bechstein einen fundierten Rahmen verleihen. Interessantes zur Entstehung von Namen und unterschiedlichen Schreibweisen, sowie geschichtliche Zusammenhänge begleiten auf spannende Weise Märchenhaftes und über die Jahrhunderte Überliefertes. So darf der Leser tief eintauchen in die Geschichte von Frankfurt am Main, als Reisebegleiter oder einfach, weil die Lektüre lehrreich und unterhaltsam zugleich ist.

Schöne Stiche oder andere Illustrationen würden dieses Büchlein noch abrunden, aber auch so ist es ein gefälliges Teil in der Bibliothek, das sich auch als Präsent sicher gut eignet.

Veröffentlicht am 28.05.2024

Glück in Karlsbad

Die Hotelerbin
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Als Stubenmadl hat Eva, die Tochter eines Tagelöhners, in Karlsbad angefangen, durch Fleiß und Eifer hat sie sich im Hotel Janker bis zur rechten Hand der Chefin hochgearbeitet. Das Glück, sich selbst ...

Als Stubenmadl hat Eva, die Tochter eines Tagelöhners, in Karlsbad angefangen, durch Fleiß und Eifer hat sie sich im Hotel Janker bis zur rechten Hand der Chefin hochgearbeitet. Das Glück, sich selbst bald mit dem Ersparten einen Verkaufsstand leisten zu können, wird jedoch getrübt von der Gier des Vaters, der von der noch minderjährigen Tochter immer wieder Geld fordert.

Einige Zeit ist vergangen, seit Eva vom Hotel Adonis ins Janker gewechselt hat. Mit etlichen Freundinnen steht sie nur mehr im Briefkontakt, auch von ihrer Familie am Land entfernt sie sich immer mehr. Was Eva allerding nicht verliert, sind ihr Lebensmut und ihre sorgfältig gehegten Zukunftspläne. Entschlossen und zupackend wie am ersten Tag, begeistert die junge Dame Kollegen ebenso wie Vorgesetzte und erobert viele Herzen im Flug. Auch in diesem dritten Band zeigt sie Courage und Hausverstand, was sie so sympathisch werden lässt. In angenehmem Schreibstil entwirft Ada Caine einige Hürden, welche Eva nehmen muss, will sie ihr Glück erreichen. Der Abschluss der Trilogie ist gut gewählt, bevor der Geschichte der Pfiff ausgeht. So kann der Leser sich selbst gut vorstellen, wie es in der Kurstadt weitergehen könnte, wie jene Erfolg verzeichnen, die mit ganzem Herzen bei der Sache sind und nicht allein nach Ruhm und Geld gieren.

Auch wenn es mit Hunde- und Räuberszenen manchmal an den Rand der Glaubwürdigkeit geht, ist „Die Hotelerbin“ ein schöner Abschluss der Karlsbad-Reihe, die ich als sehr unterhaltsam gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 27.05.2024

Zwanzig Jahre

Wenn sie lügt
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Thüringer Wald, 2023: Knapp zwanzig Jahre nach dem tragischen Zerfall seiner Jugendclique kehrt Goran nach Waldesroda zurück. Dort trifft er unter anderem auf seine ehemals beste Freundin Norah, deren ...

Thüringer Wald, 2023: Knapp zwanzig Jahre nach dem tragischen Zerfall seiner Jugendclique kehrt Goran nach Waldesroda zurück. Dort trifft er unter anderem auf seine ehemals beste Freundin Norah, deren Ex 2004 zum Mörder geworden ist. Aktuelle Drohbriefe an sie lassen die erschütternde Vergangenheit wieder erwachen, Goran nach Geheimnissen graben. Was ist wirklich geschehen, wer bedroht Norah?

Interessante Tatsachen aus Statistik und Bundeskriminalamt bilden einen aussagekräftigen Rahmen zu den unterschiedlichen Themen, welche in diesem fesselnden Thriller angesprochen werden. Erzählt wird aus der Sicht der Hauptfiguren Goran, Norah und einem unbekannten „Er“, jeweils aus neutraler Perspektive. Überwiegend spielt die Handlung im Jetzt, bisweilen entfaltet sich aber auch nach und nach über Rückblenden, was sich im Jahre 2004 zugetragen hat. Durch den flotten Schreibstil kann der Leser kaum innehalten, muss sich an das hohe Tempo anpassen, und umso mehr darauf achten, kein Detail zu übersehen. Die verschiedenen Sichtweisen und unterschiedlichen Wissensstände der einzelnen Figuren lassen eine besondere Spannung aufkommen, die exzellent geschaffene Atmosphäre mit düsteren Örtlichkeiten im Thüringer Wald und geheimnisvollen Personen, sowie das lauernde Unheil aus der Vergangenheit lässt Geschke gekonnt zu einem aufreibenden Ganzen zusammenspielen. Welche Informationen darf der Leser glauben? Was ist wahr? Was könnte eine irreführende Fährte sein? Liegt Norah falsch oder kombiniert man als Leser verkehrt? Viele Fragen kommen auf, der Sog, sie zu beantworten steigt ohne Unterlass. Lebendige Dialoge, glaubwürdige Figuren und eine hervorragend durchdachte Abfolge des Geschehens befeuern den Leser von der ersten bis zur letzten Seite, dranzubleiben und kaum eine Pause einzulegen. Raufhändel, Machtausübung gegenüber Schwächeren, Prostitution und mitunter derbe Ausdrücke sollten toleriert werden, dann wird dieses Buch zum wahren Lesevergnügen.

Am besten, man hält sich einen Tag oder ein Wochenende frei, um diesen nervenaufreibenden Thriller ohne größere Unterbrechungen genießen zu können. Ich bin auch von diesem Werk von Linus Geschke begeistert und empfehle es sehr gerne weiter!

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