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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2024

breite Vielfalt an schwierigen Themen

Das Haus der Lügen
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Im aktuellen Teil der Serie dreht die Journalistin Kajsa einen Dokumentarfilm über ihre Jugendfreundin Anki, der am Ende des Krimis vorgestellt und beworben wird. Inhaltlich erfährt man nicht mehr, welche ...

Im aktuellen Teil der Serie dreht die Journalistin Kajsa einen Dokumentarfilm über ihre Jugendfreundin Anki, der am Ende des Krimis vorgestellt und beworben wird. Inhaltlich erfährt man nicht mehr, welche Themen im Film behandelt werden, das hat mich allerdings schon neugierig gemacht. Die aufzuarbeitenden Themen sind Ankis aktuelle Vergewaltigung, ihre traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit, Tablettenabhängigkeit, psychische Erkrankungen und Verdrängung und noch einiges mehr. Keine leichte Aufgabe für Kajsa, die selbst erst ihre Krebserkrankung überwunden hat und auch noch nervös auf die Diagnose ihres Mannes wartet.
Inhaltlich sind die Themen sehr gut und vielfältig ausgewählt, aber auch schwierig zu behandeln. Der Schreibstil der Autorin ist mitreißend, die kurzen Kapitel wechseln sich inhaltlich ab und verleiten zum Weiterlesen, der Stil ist einfach und direkt, ungeschönt, was mir sehr gut gefallen hat. Ich bin schon neugierig, wie es weitergeht und ob wir im nächsten Teil noch mehr über den Dokumentarfilm erfahren werden.

Veröffentlicht am 07.12.2024

Leidenschaft oder Beständigkeit?

Sieben Sommer
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Das Buch konnte mich nicht von Anfang an fesseln, aber danach konnte ich es nicht mehr weglegen. Ich finde den Einstieg nicht so spannend ausgewählt, es wird ausschweifend über das Leben von Liv und Finn ...

Das Buch konnte mich nicht von Anfang an fesseln, aber danach konnte ich es nicht mehr weglegen. Ich finde den Einstieg nicht so spannend ausgewählt, es wird ausschweifend über das Leben von Liv und Finn berichtet, auch das Thema Kunst ist sehr zentral, erst danach kommt der emotionale Faktor ins Spiel und ab dem Zeitpunkt war es fesselnd und spannend.
Liv und Finn begegnen sich in ihren Teenagerjahren, zu einem ungünstigen Zeitpunkt an den beruflichen Wendepunkten in ihren Leben. Sie können kaum ohne den anderen leben, aber niemand kann oder will seinen Lebensmittelpunkt dafür aufgeben. Das Arrangement, das sie treffen, sich das Jahr über nicht zu kontaktieren und im Sommer wieder neu zu schauen, ob ihre Liebe noch immer standhält, finde ich schwer auszuhalten, vor allem über einen so langen Zeitraum von mehreren Jahren. Währenddessen passieren einige weitere Schicksalsschläge, aber auch positive Wendungen, sodass es beim Lesen unter die Haut geht und an gewissen Stellen sehr emotional wird.
Liv wird auch vor die Entscheidung gestellt, Liebe und Leidenschaft mit Finn oder Liebe und Beständigkeit mit Tom. Wie ihre Entscheidung ausfallen wird, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber es war für mich sehr nervenaufreibend mitzufiebern. Inhaltlich war es keine leichte Kost und für mich auch nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern es ging um weitere relevante Themen, die tiefgründig behandelt wurden.

Veröffentlicht am 04.12.2024

Pointe nutzt sich mit der Zeit ab

Mordscoach
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Der Kriminalroman ist in einfacher, lockerer Sprache, fast schon umgangssprachlich geschrieben und liest sich wie die Erzählung einer Freundin. Somit schafft es die Autorin nahbar zu erzählen und ein hohes ...

Der Kriminalroman ist in einfacher, lockerer Sprache, fast schon umgangssprachlich geschrieben und liest sich wie die Erzählung einer Freundin. Somit schafft es die Autorin nahbar zu erzählen und ein hohes Maß an Ironie und Satire hineinzubringen, denn wirklich ernst nehmen sollte man die therapeutischen Mordsfantasien nicht. Spannend finde ich die Sichtweise der Therapeutin auf ihre Klientinnen, was sie sich während der Sitzung denkt und was sie dann tatsächlich sagt und empfiehlt. Anscheinend kann Sophie ihre Klientinnen und deren Umfeld sehr gut einschätzen, aber dass ihr Mann fremdgeht, das hat sie so nicht vorhergesehen und dies wirft sie dermaßen aus der Bahn, dass sie nicht mehr professionell denken und handeln kann. Die ersten beiden Morde passieren im Effekt und aus einer Notsituation heraus, das konnte ich noch nachvollziehen, aber alles weitere war für mich schon zu viel des Guten. Im Grunde geht es danach nur noch darum, jede Person, deren Meinung Sophie nicht passt, aus dem Weg zu räumen. Auch dass sie so einfach mit ihren Taten davonkommt, ist nicht realistisch zu sehen. Leider hat sich der Spaßfaktor nach dem zweiten Mordfall für mich etwas abgenutzt und der Rest der Geschichte war nicht mehr so prickelnd.

Veröffentlicht am 04.12.2024

Schicksalsbegegnung

Helle Sommer
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Der Roman ist eine wunderschöne Sommerlektüre, ausdrucksstark und voller Emotionen. Billie macht im Laufe der Zeit einen enormen Entwicklungsprung, vom schüchternen, vorsichtigen, verträumten Teenager, ...

Der Roman ist eine wunderschöne Sommerlektüre, ausdrucksstark und voller Emotionen. Billie macht im Laufe der Zeit einen enormen Entwicklungsprung, vom schüchternen, vorsichtigen, verträumten Teenager, der sich trotz Armut und der Hürden, die ihr das Leben stellt, nicht von ihren Träumen und Zielen abbringen lässt zu einer liebenswerten jungen Frau. Das Thema Liebe begleitet sie durch die Zeiten des Erwachsenwerdens. Maxime tritt in jungen Jahren unerwartet in ihr Leben und fasziniert sie so dermaßen, dass sie immer mit ihm in Kontakt kommt, mal intensiver, dann weniger, da ihre Leben in unterschiedlichen Bahnen weiter verlaufen. War es Schicksal oder war es Bestimmung, dass sie sich in jenem Sommer ihrer Jugend begegnet sind? Die Geschichte wird wunderschön und einfühlsam erzählt, ist aber auch traurig, aber niemals kitschig.

Veröffentlicht am 29.11.2024

spannungsmäßige Achterbahnfahrt

Der König
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„Der König“ ist der Folgekriminalroman, der an „Das Königreich“ anschließt, daher empfehle ich, den ersten Teil vorher zu lesen, da sich die Geschichten nahtlos fortsetzen und man ansonsten nur einen geringeren ...

„Der König“ ist der Folgekriminalroman, der an „Das Königreich“ anschließt, daher empfehle ich, den ersten Teil vorher zu lesen, da sich die Geschichten nahtlos fortsetzen und man ansonsten nur einen geringeren Lesespaß aufgrund von mangelnden Vorkenntnissen hat.
Die beiden Brüder stehen auch diesmal wieder im Fokus und ein paar altbekannte und neu hinzukommende Charaktere runden den Krimi charakterlich ab. Obwohl die Brüder sehr unterschiedlich sind, konkurrieren sie um Anerkennung, Geld und Macht. Es kann allerdings in einem kleinen Ort nur Platz für einen König geben, für zwei ist nicht genügend Platz. Welcher der Brüder setzt sich durch? Wer hat die besseren Karten und wer spielt mit unfairen Mitteln oder pokert besser? Diese Fragen werden im Laufe der Geschichte ausführlich beantwortet und mal hat Carl die Nase vorne, dann wiederum Ryan. Obwohl ich beide Brüder nicht sympathisch finde, konnte ich mich beim Lesen gut in die jeweilige Situation hineinversetzen und ihr Handeln aufgrund der Vorgeschichte nachvollziehen. Der Spannungsbogen ist, wie Ryans geplante Achterbahnfahrt, mal sehr hoch, dann flacht sie zwischenzeitlich wieder ab und geht wieder hoch. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, teilweise erzählt der Autor unaufgeregt und simple, aber dennoch packend und lebensnah.