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Veröffentlicht am 06.01.2025

Hört den Kindern zu!

Affy und die große Neuigkeit
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Früh am Morgen rollert das kleine Affenmädchen durch die Savanne! Sie könnte platzen vor Aufregung, sie hat so tolle Neuigkeiten, die sie unbedingt mit anderen teilen möchte. Aber irgendwie scheinen alle ...

Früh am Morgen rollert das kleine Affenmädchen durch die Savanne! Sie könnte platzen vor Aufregung, sie hat so tolle Neuigkeiten, die sie unbedingt mit anderen teilen möchte. Aber irgendwie scheinen alle Tiere noch zu schlafen! Als sie das Erdmännchen trifft, interessiert sich das aber gar nicht für ihre großartige Neuigkeit und hört ihr gar nicht zu! Es möchte nur mal mit dem Roller fahren. So ein Pleite, da rollert sie schnell weiter bis zum Leoparden! Doch auch der stellt nur Fragen und hört gar nicht zu! Langsam wird Affy etwas frustiert, egal wen sie trifft, niemand scheint so gespannt zu sein, ihr Geheimnis zu erraten, wie sie es unbedingt los werden möchte. Alle Tiere scheinen nur mit sich selbst beschäftigt zu sein. Bis Affy fast mit dem gemütlichen Elefanten zusammenstößt, der es mit Humor und Affy auf den Rücken nimmt, um gemeinsam den weiten Weg zum Affenbaum zurückzulegen. Was sie da wohl tolles vorfinden werden?

Das ist so typisch Kind! Sie können kein Geheimnis bewahren und würden es am Liebsten gleich in die ganze Welt hinausposaunen, oder es zumindest teilen. Doch die Meisten sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um sich die Zeit zu nehmen einem Kind zuzuhören. Dabei hat Affy so tolle Neuigkeiten, die alle Kinder so gerne verkünden würden, hätten sie die Gelegenheit!
Leider nimmt sich (fast) niemand für Affy Zeit, aber wir dürfen sie auf ihrem schicken roten Roller durch die Steppe begleiten und jede Menge aufregender Tiere in ihrem zu Hause treffen und mit Affy staunen, was den Großen so alles einfällt, statt zuzuhören!

Mies van Hout hat eine ganz typische Kindersituation beschrieben und ganz zauberhaft aufgelöst! Selbst Schuld, wer sich da nicht die Zeit nimmt sich von Affy die aufregende Neuigkeit ins Ohr flüstern zu lassen! Dabei sind die Texte schön kurz und leicht verständlich, dass schon Kleine ab 3 Jahren diesem Abenteuer um ein aufregendes Geheimnis, das leider niemand hören will, folgen und mit Affy mitfiebern können! Die Textlänge passt gut zur Altersklasse und entspricht der Konzentrationsspanne von kleinen Kindergartenkindern.

Die Illustrationen sind sehr schön farbig und lebendig! Mit Affy durch die Savanne zu rollern ist fast wie ein Zoobesuch! Richtig aufregend, was wir da alles für Tierarten treffen und die meisten Kinder werden stolz sein, ganz viele Tiere, sie bereits aus dem Zoo kennen, wieder zu entdecken oder eben auch neu kennenzulernen. Die aufgeregte kleine Affy auf ihrem roten Roller sieht so niedlich aus, dass man sie einfach gern haben muss! Da hier die Geschichte vom Autor selbst illustriert wurde, passen Text und Bild ganz wunderbar zusammen. Die Hintergründe sehen wunderschön ineinanderfließend aus, wie bei einem Aquarell. Der Text wurde sehr einfühlsam von Eva Schweikart aus dem Niederländischen übersetzt.

Ein wirklich schönes Geheimnis führt uns hier durch die wilden Weiten der Steppe! Ab 3 Jahren zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Abenteuerlich, witzig und voller Weihnachtsflair!

Der Weihnachtosaurus und der unglaubliche Weihnachtszauber (Teil 4)
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William Trudel freut sich auf ein ganz besonderes Weihnachten: seine Stiefschwester Brenda wird es endlich auf die Liste der artigen Kinder geschafft haben und er wird zum ersten Mal im Weihnachtsglöckchen ...

William Trudel freut sich auf ein ganz besonderes Weihnachten: seine Stiefschwester Brenda wird es endlich auf die Liste der artigen Kinder geschafft haben und er wird zum ersten Mal im Weihnachtsglöckchen Schülerchor mitsingen. Sein größter Wunsch ist es, dass der Weihnachtosaurus und der Weihnachtsmann einen Moment finden, ihm am 24.12. zuzuhören, obwohl sie zu viel zu tun haben. Doch auf dem Rückweg nach Hause kommt er an der Vorabend-Bibliothek vorbei, die er noch nie gesehen hat. Als er sie betritt, drängt sich ihm eine Schmuckausgabe von Dickens Weihnachtsgeschichte auf. Obwohl er es ins Regal stellt, liegt es plötzlich auf seinem Schoss! Er legt es schnell auf die Theke und macht sich aus dem Staub. Nichtsdestotrotz, findet sein Vater Bob, der größte Weihnachtsfan aller Zeiten, das Buch später in seiner Rolli-Seitentasche und liest es begeistert vor. Damit scheinen die Trudels völlig unbeabsichtigt, den größten Weihnachtshasser der Weltliteratur freigelassen zu haben. Der berüchtigte Ebeneezer Scrooge setzt mit seinem Bah Humbug! Alles daran, Weihnachten abzuschaffen. Sein Einfluss ist so groß, dass es der Weihnachtosaurus und der Weihnachtsmann es sogar noch am Nordpol spüren... Schaffen sie es auch noch ein 4. Mal gemeinsam Weihnachten zu retten?

Zu den uns liebgewonnenen Figuren aus dem Weihnachtosaurus-Imperium kommen nun noch ein paar neue Freunde hinzu und wir dürfen Lucy und ihren Vater Larry, den Fahrer des Müllwagens aus dem Nachbarort und Eddie aus dem Chor kennen lernen. Sie machen uns ganz deutlich, dass wirklich jeder zu einem Weihnachtsretter werden kann, denn wir haben alle unsere ganz besonderen Talente! Wichtig ist es Weihnachten zu lieben und ganz fest an seine Rettung zu glauben, dann können sogar blaube Dinosaurier wahr werden! Auf jeden Fall kann man so sein blaues Wunder und jede Menge Abenteuer erleben! Die Hauptsache ist es, nie aufzugeben und gemeinsam mit Freunden ist es leichter, der Gefahr zu trotzen.

Wie schön, dass Simon Jäger auch dem 4. Teil treu geblieben ist! Mit seiner virtuos wandelbaren Stimme schlüpft er in sämtliche Rollen, von der nicht immer ganz braven Brenda, über den freundlichen Weihnachtosaurus bis hin zu den unheimlichen Bösewichten. Denn Scrooge bleibt nicht lange alleine und steckt noch viele andere an. Das klingt bisweilen ganz schön gefährlich und schauerlich, weswegen die Altersempfehlung wirklich beachtet werden sollte, möchte man, dass die Kinder gut schlafen!

Auch Franziska Gehm ist der Reihe als Übersetzerin treu geblieben, was erfreulich ist, da es eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Die Geschichte ist sehr britisch und von britischen Traditionen geprägt, die für hiesige Kinder bisweilen einer kurzen Erklärung bedürfen, was aber gelingt. Auch wenn die Weihnachtswichtel in diesem Band keine so große Rolle spielen, kommen sie doch auch wieder vor und sie sprechen grundsätzlich in Reimen, deren adäquate Übersetzung in Reimen eine echte Herausforderung darstellen.

Achtung: Diese Geschichte ist erst ab 8 Jahren! Trotz der wunderbaren Illustrationen von Shane Devries ist es nicht für noch so begabte Kindergartenkinder! Für diese gibt es inzwischen die Weihnachtosaurus Bilderbücher!

Vergesst niemals: schon das Singen von Weihnachtslieder kann Euch in Weihnachtsstimmung bringen. Wenn Ihr also mal Trost braucht, vielleicht singt Ihr dann einfach mal ein Weihnachtslied?

Ein fantastisches neues Hörabenteuer für Weihnachtosaurus-, Weihnachts- und Dinofans ab 8 Jahren!

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Der Zauber von Schnee

Lina und der Schnee-Engel
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Lina wacht nachts auf und spürt sofort, dass sie nicht alleine ist in ihrem Zimmer. Dann sieht sie die zarten, hell schimmernden Flügel eines Engels. Tatsächlich! Neben ihrem Bett sitzt ein Engel und nicht ...

Lina wacht nachts auf und spürt sofort, dass sie nicht alleine ist in ihrem Zimmer. Dann sieht sie die zarten, hell schimmernden Flügel eines Engels. Tatsächlich! Neben ihrem Bett sitzt ein Engel und nicht irgendeiner, sondern genau der, den sie in nach dem letzten Schneefall in den Garten gemacht hat. Dass Schnee-Engel lebendig werden können, war ihr nicht bekannt, auch nicht, dass sie sich mit einem unterhalten können. Auch der Engel staunt nicht schlecht, den eigentlich können Menschen Schnee-Engel weder sehen, noch mit ihnen sprechen. Lina muss ein ganz besonderes Mädchen sein und dennoch erwartet er, dass sie ihn vergessen wird. Er verrät ihr, dass Schnee-Engel über „ihre Menschen“ wachen und sie beschützen. Sie wird also nie alleine sein, auch wenn sie ihn nicht sieht. Doch die Vorhersage des Engels trifft nicht zu, sie erinnert sich an ihn und hat große Sehnsucht nach ihm. Außerdem hat sie einen ganz großen, Wunsch, ob er ihn ihr erfüllen, wird, auch wenn es eigentlich nicht vorgesehen ist.

Erzählt wird hier die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft, die eigentlich gar nicht möglich ist. Doch Lina ist ein ganz besonderes Mädchen und denkt auch nicht nur an sich. Sie genießt die Gewissheit, nicht alleine, sondern stets gut beschützt zu sein und wünscht sich dies auch für ihre Mitmenschen. Dieses Gefühl des Schutzes genießt sie das ganze Jahr und nicht nur im Winter.

Der Text ist relativ lang. Viel länger als üblich in Bilderbüchern und zu lang als einmalige Gute-Nacht-Geschichte. Sie eignet sich daher besonders für ältere Kinder, die schon länger zuhören können und auch akzeptieren, dass die Geschichte am nächsten Tag fortgesetzt wird und sich darauf freuen können. Durch die Länge der Geschichte kann sich diese ganz behutsam entfalten und ihre tröstliche Stimmung verströmen. Ich bin ganz sicher, dass die jungen Zuhörer es kaum erwarten können, dass es endlich schneit und sie draußen im Schnee ihre eigenen Schnee-Engel zaubern können. Wer weiß, vielleicht spüren sie ja auch nächtlichen Besuch an ihrem Bett.

Die Illustrationen von Daniela Jaglenka Terrazzini sind ganz bezaubernd und herzerwärmend. Man spürt die Zuneigung zwischen Lina und ihrem Schnee-Engel auch auf den Illustrationen. Die Illustrationen sind alle vollfarbig und mit kleinen silbernen Eis- und Schnee-Kristallen hochwertig verschönert. Diese Kristalle aus silbernen Lack funkeln leicht und lassen die Schönheit des Schnee spüren.

Ein atmosphärisch dichtes und zauberhaftes Bilderbuch zum Vorlesen, über Sehnsüchte, die die Welt verändern und darüber, dass wir nie alleine sind.

Tröstlich und wundervoll! Eine Geschichte voller Zuversicht und Wärme ab 5 Jahren.

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Veröffentlicht am 03.01.2025

Hörbuch-Rezi

Lupus
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Jenny, ist selbstständige Tierärztin, Jägerin, frisch getrennt und seit kurzem auch die lokale Wolfsbeauftragte. Nach der Trennung ist sie wieder bei ihrem Vater Jo eingezogen, einem pensionierten Tierarzt, ...

Jenny, ist selbstständige Tierärztin, Jägerin, frisch getrennt und seit kurzem auch die lokale Wolfsbeauftragte. Nach der Trennung ist sie wieder bei ihrem Vater Jo eingezogen, einem pensionierten Tierarzt, der noch aus DDR-Zeiten Beziehungen zu Hinz- und Kunz pflegt. Als er morgens nicht da und auch nicht erreichbar ist und seine Herztabletten genommen hat, begibt sie sich auf die Suche nach ihm: Sie kommt an einen Tatort. Jagdhund Bruno ist seit Stunden im Kofferraum des Wagens ihres Vaters eingesperrt, die Wagentür blutverschmiert und vor dem Hochsitz liegt eine Leiche mit Bisswunden. Als sie erkennt, dass die Leiche nicht ihr Vater ist und dem jede Spur fehlt ist an Arbeit nicht mehr zu denken. Zudem wird sie als Wolfsbeauftragte gebraucht. Die Leiche weist Wolfsbissspuren auf und die Schafsherde eines Schulfreundes wurde offensichtlich von einem Wolfsrudel gerissen. Die Gemüter kochen hoch und ihr Vater gerät in den Fokus der Ermittlungen. Hängt das alles irgendwie zusammen und wieso ermittelt der junge, attraktive Staatsanwalt Frederik Bach persönlich? Das ist nicht die einzige Auffälligkeit, denn nicht nur die Presse scheint verrückt zu spielen, auch die Politik mischt mit. Je länger sie die Vorgänge hinterfragt, desto überzeugter wird sie, dass die Lösung dieser Rätsel weit in der Vergangenheit liegt.

Ein ungewöhnliches Ermittlerteam, aber was macht man als Staatsanwalt, wenn man keinen Führerschein hat und auf dem Land mobil sein muss? Normalerweise fährt man dann mit den Streifenwagen mit, aber Frederik geht gerne seine eigenen Wege und lässt sich dabei von Jenny kutschieren. Dass er sich so stark persönlich einbringt und sie als Wolfsbeauftragte so stark einbindet, ist nicht das einzige, was sie irritiert. Je tiefer sie graben, desto mehr Fragen werden aufgeworfen. Es bleibt nicht bei dem einen Todesfall, schon bald wird eine zweite Leiche entdeckt, die auch mit Jo in Verbindung stand.

Wie es der Untertitel schon sagt, liegt das Böse schon lange zurück und scheint immer wieder zurück zu kehren. Das macht die Geschichte sehr vielschichtig, als auch tiefgründig, erfordert jedoch auch eine Erzählweise mit Rückblicken und Zeitsprüngen. Teilweise weil bei Jenny Erinnerungen hochkommen, teilweise weil die zwei auch einiges Übles aus der Vergangenheit ausgraben. Dabei liegt diese nicht erst in der DDR, sondern noch erschreckend davor. Das Böse scheint immer wieder zu kommen. Dabei spricht Autor Tibor Rode einige interessante Themen an, über die ich noch nie so nachgedacht habe, wie das tierärztliche Dispensierrecht..., die Frage des Wolfsschutzes, des Fleischkonsums und natürlich auch unsere dunkle DDR und Nazi-Vergangenheit, auch gerne mal gekoppelt, also Nazis in der DDR. Diese Themen werden geschickt miteinander verwoben, auf sehr spannende Weise, erfordern aber bisweilen wirklich hohe Konzentration beim Zuhören. Dafür werden am Ende aber auch wirklich sämtliche losen Fäden zusammengeführt und es bleiben keine Fragen offen. Auch gefällt mir, dass sich für das Finale ausreichend Zeit genommen wird und es nicht abrupt endet.

Die wirklich angenehm warme, wohl modulierte Baritonstimme von Tim Gössler lässt die 16 h Hörzeit geradezu verfliegen. Egal in welcher Situation sich Jenny und Frederik befinden, er trifft immer den richtigen Ton, auch wenn es zwischen ihnen knistert... oder gerade die fiese Eifersucht sich meldet. Sobald er Jennys Part übernimmt, wird seine Stimme weicher statt höher, was auf angenehme Weise weiblich und nicht affektiert klingt.

Man fragt sich schon, welche üblen Geheimnisse der Vergangenheit noch vor der Bevölkerung geheim gehalten wird. Auch das Setting in Mecklenburg Vorpommern hat mir gefallen. Mitten in der Natur und in Hörweite der Wölfe.... jeglicher Art.

Ein starker Thriller, den ich nur empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 26.12.2024

Ein unvergessliches Weihnachtsfest!

Gans vergessen
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Kuh Tilda und Kamel Klaus sind Brieffreunde. Ganz zuverlässig schreiben sie sich jede Woche einen Brief und zu Weihnachten wollen sie sich endlich mal persönlich treffen; mit allem was dazu gehört: Tannenbaum, ...

Kuh Tilda und Kamel Klaus sind Brieffreunde. Ganz zuverlässig schreiben sie sich jede Woche einen Brief und zu Weihnachten wollen sie sich endlich mal persönlich treffen; mit allem was dazu gehört: Tannenbaum, Geschenke und eine Gans! Als Klaus glücklich eintrifft, stellt Tilda bestürzt fest, dass sie die Gans vergessen hat. Heilig Abend ist ohne Gans doch undenkbar. Gemeinsam machen die sich zwei Freunde im Dorf auf die Suche nach einer vergessenen Gans. Der Gänsebauer ist mit allen seinen Gänsen in den Süden geflogen. Wirklich mit allen?

Dies ist die Geschichte von einem Weihnachtsfest, das nicht so lief wie geplant und dennoch viel schöner wurde, als sie es sich erträumt hätten!

Ehrlich, es ist zucker süß, wie diese zwei Brieffreunde sich endlich kennenlernen und das Weihnachtsfest ihres Lebens feiern wollen und es letztendlich tun. Die Illustrationen von Stefanie Scharnberg sind dabei einfach hinreißend. Wie Klaus guckt, als er vor Enttäuschung über die fehlende Gans seinen Höcker hängen lässt! Die gesamte Körperhaltung ist Ausdruck tiefster Enttäuschung. Es ist eine sehr schöne und sehr witzige Kombination im Zusammenspiel von Text und Illustration. Dabei spielt die Autorin Stefanie Schneider ganz bewusst mit der menschlichen Erwartungshaltung. Natürlich werden Menschen erwarten, dass die Weihnachtsgans bei der Feier nicht fehlen darf, weil sie ja das Hauptgericht ist. Aber natürlich ist das Blödsinn, weil Kamele und Kühe ja Vegetarier sind. Aber wenn die Menschen nun mal immer so von der Weihnachtsgans zum Fest reden, darf sie auch bei Klaus und Tilda nicht am Tisch fehlen. Was für eine fröhliche Erleichterung, dass die endlich gefundene Gans, dann doch nicht gegessen wird!

Als wirklich gute Freunde, lassen diese natürlich auch ihre neue Gänse-Freundin mitfeiern, gans äh ganz harmonisch! Dabei haben sich die beiden Stefanies auch so einiges einfallen lassen, mit witzigen Wortspielen und eben solchen passenden Illustrationen, dass man fast ein wenig traurig ist, nicht mit dabei zu sein. Zum Trost sind hinten aber die Texte zu ihren tierischen Songs abgedruckt, so dass die Vorlesenden den Zuhörenden folgendes vorsingen können: „Ihr Rinderlein kommet“ und „Tilda hat die Gans vergessen“ (na, habt Ihr erraten, auf welche Melodien die Texte gesungen werden solllen?).

Diese Geschichte erzählt wirklich von einem Fest voller Liebe und Zuneigung, gans äh ganz ohne eklige Küsse und so Zeugs. Es ist einfach ebenso schön wie witzig, wie sich die Tiere ein gelungenes Weihnachtsfest vorstellen und wie einträchtig sie letztendlich improvisieren.

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