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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2024

Was für ein Finale!

Vergissmeinnicht – Was die Welt zusammenhält
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Matilda und Quinn sind nun schon 6 Monate zusammen, aber noch so verliebt, wie am ersten Tag, oder noch etwas mehr. Doch ist ihnen bewusst, dass die Gefahr in der sie schweben mit dem Herannahen der Sternentor-Prüfung ...

Matilda und Quinn sind nun schon 6 Monate zusammen, aber noch so verliebt, wie am ersten Tag, oder noch etwas mehr. Doch ist ihnen bewusst, dass die Gefahr in der sie schweben mit dem Herannahen der Sternentor-Prüfung täglich größer wird. Durch die Entführung des Orakels Madame Mirabelle (oder kurz Miri) im Saum ist ein Leugnen auch nicht mehr möglich. Um Quinn und Matilda finden sich aber immer mehr Unterstützer diesseits und jenseits des Saums ein. Dabei ist die Nex, die sich bei uns Johanna Bogen (herrlich zeitgemäße Übersetzung von Jeanne d'Arc) nennt voll auf damit beschäftigt die Schulball zu planen. Fest entschlossen zum Juwel des Balls gewählt zu werden, setzt sie alles daran, trotz des sich immer stärker ankündigenden Endes der uns bekannten Welt, mit ihrem Schulball jeden amerikanischen High School Film, sämtliche Jane Austen Verfilmungen und Bridgerton in den Schatten zu stellen. In ihrem Eifer wirkt sie fast menschlich und leicht zu unterschätzen, denn eigentlich ist sie ja so etwas wie eine magische Kampfmaschine.

Da ja Band 2 schon eine Weile zurückliegt, fasst zu Beginn Bax mal kurz zusammen, was bisher geschah und wer ist. Das ist total super, wenn man Band 1 und 2 kennt, aber zum Einstieg in die Reihe reicht es nicht. Da sollte man unbedingt mit Band 1 beginnen, sonst findet man sich nicht nur im Saum nicht zurecht. Neben liebgewonnen Charakteren tauchen natürlich auch wieder einige Neue auf, wovon mir der kleine tibetanische Mönch Def besonders ans Herz gewachsen ist.

Sehr schön finde ich, dass sich in der wunderschön gestalteten Pappklapphülle mit Motiven von Eva Schöffmann-Davidov das Mocktail Rezept „Sorgenkiller“ von Quinns Vater (endlich mal ein Mocktail für den wir alle Zutaten da haben!) und das famose Zimtschneckenrezept der reizenden Damen vom Kirchenchor zu finden sind. Außerdem ist hier auch das Regelbuch der Träume zu finden, da wie in Silber Matilda, Quinn und Julie sich in ihren Träumen treffen, wenn es sein muss, oder ihnen danach der Sinn steht. In den Hüllen zu den ersten 2 Bänden, findet Ihr übrigens Personenverzeichnisse, nach Herkunft sortiert...

Jasna Fritzi Bauer und Timmo Niessner sind auch im Finale weiterhin ein umwerfendes Paar. Beide klingen total sympathisch und bereit alles zu tun, um einander, ihre Liebe und mal eben die Welt zu retten. Um nichts weniger geht es hier schließlich! Auch wenn sie echt ein süßes Paar sind, sind sie noch offen, für ihre Freunde, egal welcher Art und sind nicht allein auf sich fokussiert. Dabei steht ihnen bei diesem finalen Kampf ein ebenso kurioses wie starkes Team zur Seite. Lieblingscharakter meiner großen Tochter ist ganz klar Jeanne d'Arc, als feuerwütige, vor Selbstbewusstsein strotzende Kämpferin. Ich kann mich nicht entscheiden ich finde ihre oberfrommen Zwillingscousin/e von nebenan, den Wasserspeierdämon Bax, als auch Quinns Mitstreiter Def ebenso klasse wie die Kirchenchortruppe. Das ist jetzt etwas unfair gegenüber Mathildas bester Freundin Julie, die wirklich klasse ist, aber nicht so schräg und damit nicht so witzig, wie die übrigen. Neben Jasna Fritzi Bauer und Timmo Niesner übernimmt Thomas Nicolai den Part von Bax und Michael Schrodt
Durch die zwei weiteren Sprecher in den Nebenrollen, wird das Hörerlebnis noch lebendiger.

Die Geschichte ist wirklich bis in die Details ausgesprochen liebevoll durchdacht. So sehr, dass meine Tochter tatsächlich den Epilog ganz besonders mag. Er ist aber auch ebenso witzig, magisch, spannend, wie romantisch! Für alle Romantasy Fans ab 14 Jahren ein Muss!

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Wer da nicht in Weihnachtsstimmung kommt....

Christmas Cake und Glitzerschnee
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Jenny (33) soll demnächst ein eigenes Forschungsprojekt in Pharmakologie an der Uni München übernehmen und sich dazu in der Vorweihnachtszeit an einem entsprechenden Institut in Edinburgh an einem Messgerät ...

Jenny (33) soll demnächst ein eigenes Forschungsprojekt in Pharmakologie an der Uni München übernehmen und sich dazu in der Vorweihnachtszeit an einem entsprechenden Institut in Edinburgh an einem Messgerät einarbeiten, dass die Uni München noch anschaffen muss. Genervt flüchtet sie vor dem Weihnachtsrummel in ihrem Hotel in die Stadt, wo es auch nicht ruhiger zu geht. Also entschließt sie sich spontan, sich das Haus ihrer unbekannten Großmutter Ingrid anzuschauen. Ihr Vater hat jeden Kontakt zu seiner Mutter abgebrochen, als diese ihrem Herzen und ihrer großen Liebe John in die schottische Hauptstadt folgte. Während sie noch heimlich das Haus bewundert, öffnet sich die Tür, ihre Großmutter erscheint und erkennt sie sofort. Begeistert schließt sie sie in die Arme und nimmt sie mit ins Haus. Dort trifft sie auf Ingrids jüngsten Stiefenkel Callum, einen Bühnenbilder, der es nicht fassen kann, dass sie ein Weihnachtsmuffel ist. Er wettet mit ihr, dass er es schaffen wird, sie bis zum Wochenende zu bekehren. Sollte es ihm gelingen, muss sie eine echt schottische Tradition mit ihm wahrnehmen.

Callum ist optisch ein echter Highlander: groß, schlank, sommersprossig und rothaarig! Doch dieser ganze Kerl trägt sein Herz ganz offen zur Schau. Als Jenny ihn das erste Mal erblickt, laufen ihm Tränen über das Gesicht. Eine rührseelige Homestory von „Britain got talent“ rührt ihn zu Tränen. Das fasziniert die rationale Wissenschaftlerin, die einen so offenen Umgang mit Gefühlen nicht gewohnt ist. Dabei ist es nur allzu offensichtlich, das Callum auch ihre Großmutter anbetet und vor Kreativität und Enthusiasmus nur so übersprudelt! Er nimmt die Wette als Herausforderung!

Ich finde es sehr angenehm, mal wieder einen Liebesroman ohne Bad Boy zu lesen. Ja, man kann sich auch Hals über Kopf in echte Kerle mit einem Herz voller Freundlichkeit und Fantasie verlieben. Das hat den großen Vorteil, dass er sich nicht für einen verändern muss und Frau ihn so lieben kann wie er ist! Es ist nämlich ganz wichtig, sich für die Liebe nicht zu verbiegen und für alle, die es auch bis zum Schluss noch nicht ganz verstanden haben, fasst es Johns Urenkelin Bella wunderschön zusammen, wie auch andere wichtige Themen im Zusammenhang mit Toleranz, Wertschätzung und Frauenrechten.

Die Figuren sind fast durch weg sympathisch und die Liebeszenen kommen ganz ohne diese furchtbaren Muskelschmacht, und ach so glitzernde Schweißtropfen aus.... Tatsächlich hat Callum ein Tatoo, aber dessen Bedeutung bringt mich als Frau eines Rothaarigen zum Schmunzeln und ganz entgegen meiner Gewohnheit, finde ich es sympathisch. Callum trägt sein Herz offen zur Schau und bringt Jenny ins Grübeln, ob es immer alles rational sein muss... Die Liebesszenen sind sehr gefühlvoll und romantisch, und bleiben da aus, wo andere mehr oder leider öfter weniger gekonnt, spicy werden.

So lernen wir jede Menge schottischer Bräuche und jede Menge sympathische MacLains und andere Schotten kennen, ohne dass sie die Geschichte überfrachten. Aber was wäre denn eine schottische Betriebsweihnachtsfeier, oder Mitarbeiter und Marotten? Ingrid und ihr zweiter Mann John sind einfach hinreißend und es ist einfach zu schade, dass Ralf, Jennys Vater, seine Mutter seit Jahrzehnten verteufelt.

Der Roman ist richtig schön für die Seele geschrieben. Alle scheinbar unüberwindbaren Hindernisse werden nach und nach aus dem Weg geräumt, auf gar nicht allzu überraschende Weise. Aber das finde ich nicht schlimm. Der Weg ist das Ziel und der ist einfach schön und sehr positiv. Gerade im dunklen, tristen November kann man so einen sprachlichen und emotionalen Seelentröster voller Kreativität sehr gut gebrauchen. Am Ende kommt man sogar tatsächlich in Weihnachtsstimmung und meint die Flocken leise fallen zu sehen, aber das kann auch ein Trugschluss sein, da man ja noch Freudentränen in den Augen hat, die die Sicht vernebeln...

Ein echter Roman mit Herz fürs Herz. Wessen Augen hier beim Lesen trocken bleiben ist definitiv ein Grinch!

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Der mörderische Adventskalender geht weiter!

Der Weihnachtsmannkiller 2
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Tobias Henner, besser bekannt als der Weihnachtsmannkiller, verbringt seine Tage in einer forensischen Psychiatrie in Düsseldorf, weitab von der Küste, an der ihn Ann Kathrin Klaassen und ihr Team geschnappt ...

Tobias Henner, besser bekannt als der Weihnachtsmannkiller, verbringt seine Tage in einer forensischen Psychiatrie in Düsseldorf, weitab von der Küste, an der ihn Ann Kathrin Klaassen und ihr Team geschnappt haben. Eigentlich gefällt es ihm dort ganz gut, aber er hat noch eine Aufgabe zu vollenden: 6 Weihnachtsmänner und Ann Kathrin Klaasen als Höhepunkt müssen noch durch seine Hand sterben, ehe sein spezieller Adventskalender vollendet ist. Außerdem naht die Weihnachtszeit und seine Therapeutin setzt alles daran, ihn mit dieser Zeit der Besinnlichkeit zu versöhnen. So kommt es, dass er auf einen begleiteten Ausgang in der Gruppe mit auf einen Weihnachtsmarkt genommen wird. Sein Verlangen seine Aufgabe zu erledigen wird unbändig und kostet in einem abgelenkten Moment seines Bewachers, einen versoffenen Weihnachtsmann das Leben. Mit dieser ekelhaften Verkleidung zieht es ihn zurück an die Küste, seine 7 ausgewählten Opfer im Blick! Für die Mordkommission in Norden, steht nun Ann Kathrins Sicherheit ebenso aus dem Spiel wie ruhige Feiertage. Ob sie den Fehler der Kollegen aus NRW wieder gut machen können, ehe noch weitere Weihnachtsmänner von zweifelhafter Moral ihr Leben verlieren?

Auch wenn ich bei der Hauptserie um Ann Kathrin Klaasen mittendrin eingestiegen bin, sollte man hier unbedingt den ersten Teil dieses mörderisch-weihnachtlichen Spin-Offs kennen. Man kauft oder bastelt ja auch keinen halben Adventskalender! Allerdings finde ich, dass man dieses Spin-Off durchaus auch ohne Vorkenntnisse der Hauptreihe oder der übrigen Spin-Offs genießen kann, denn es gibt mehr als einen Seitenstrang dieser Reihe, den der Autor noch ein wenig weiter verfolgt hat. Immerhin sind einige der Charaktere rund um Ann Kathrin Klaasen und ihren Kollegen und mittlerweile Ehemann Frank Weller so originell und eigen, dass sie es auch verdienen einmal oder öfter selbst im Mittelpunkt zu stehen. Hier ist es mal ein anderer Serienmörder als Dr. Bernhard Sommerfeld alias Ernest Simmel, der auch aus ganz anderen Motiven handelt: denn Tobias Henner hasst Weihnachten und scheinheilige Weihnachtsmann-Gestalten noch mehr. Schlimmer ist in seinen Augen nur Ann Kathrin Klaasen. Aber keine Sorge, man muss die Charaktere nicht vorher kennen, man lernt sie durch den Weihnachtsmannkiller auch kennen und lieben und es ist eine große Freude, sie wieder zu hören und sich an ihren jeweiligen Marotten zu erfreuen.

Klaus-Peter Wolf liest auch diesen Friesenkrimi wieder selbst ein. Man hört ihm seine Liebe zu Ostfriesland an, auch wenn er selbst, wie die meisten seiner Killer, in NRW geboren wurde. Er liebt die Lebensart, den Humor und huldigt ihnen mit Worten, wie auch in Kontrasten zwischen seiner friesischen Heldin Ann Kathrin Klaasen und deren zugezogener Vorgesetzter Monika Schwarz. Süffisant setzt er die Pointen, sei es bei dem Schüler, der sich im Internet als künstlerischer Killerclown inszeniert und doch eigentlich nur der Sohn aus gutem Hause mit Herz für Meerschweinchen ist, oder seien es die hoffnungslos überforderten Kollegen aus NRW. Social Media bekommt in seinen Werken immer wieder einen besonderen Stellenwert, denn so mancher veranstaltet den größten und gefährlichsten Blödsinn für einen kurzen Moment des Ruhms im Internet....

Dieser Killer gehört in die Psychiatrie, dabei hat er einen Plan, oder besser hatte, bis die Mordkommission Norden ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und er nun umplanen muss. Das macht den weiteren Verlauf weniger vorhersehbar, als die Kommissare es erhofft haben. Da der Weihnachtsmannkiller ein Mann der großen Effekte ist, kann man sicher sein, dass das Ende nicht nur blutig ist, sondern ein Abgang mit großem Knall und Flammen wird..... Natürlich schaffen es Ann Kathrin und Frank die Geiseln zu retten... doch schaffen sie es auch ein friedliches Weihnachtsfest im nächsten Jahr zu garantieren?

Ein Weihnachtskrimi mit schwarzem Humor und ganz vielen Fischstäbchen. Ich hoffe, Norden bleibt mörderisch gut!

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Sehr orginell und motiviert, niemals aufzugeben!

Ein neuer Bart für den Weihnachtsmann
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Weihnachten ist nah und am Nordpol wirbeln die eifrigen Elfen und der Weihnachtsmann macht sich fein. Doch dann bekommt er unter der Dusche einen Hustenanfall und rasiert sich aus Versehen den Bart ab! ...

Weihnachten ist nah und am Nordpol wirbeln die eifrigen Elfen und der Weihnachtsmann macht sich fein. Doch dann bekommt er unter der Dusche einen Hustenanfall und rasiert sich aus Versehen den Bart ab! Oh Schreck! Ohne Bart, ist er doch nicht mehr er selbst! So kann er sich nicht sehen lassen, so muss Weihnachten ausfallen! So einfach geben die Elfen jedoch nicht auf. Sie versuchen so einiges, um schnell noch einen Bartersatz zu organisieren. Dabei kommen sie auf allerhand irrwitzige Ideen, die der Weihnachtsmann nicht zu schätzen weiß, die für die Betrachter aber um so witziger sind. Ob den pfiffigen Elflein noch eine gute Lösung einfällt?

Ein sehr moderner Weihnachtsmann, der sich unter der Dusche rasiert...Es ist auch echt tröstlich, dass nicht nur Kindern und Erwachsenen mal was Dummes passiert, auch der Weihnachtsmann ist davor nicht gefeit! Aber kneifen gilt nicht, alle warten auf ihn und sie verlassen sich natürlich auch auf ihn. Die Ideen zum Bartersatz sind wirklich sehr absurd, aber dafür umso witziger! Pinke Zuckerwatte ist dabei ebenso ungeeignet, wie Sprühsahne, die die Rentiere sofort abschlecken.

Die Erzählung von Caroline Crowe ist leicht und spritzig! Eine schöne Mischung aus Aufregung, Vorfreude und Verzweiflung (immerhin ist der Bart ab) aber eben auch Humor und Kreativität. Der Text hat ein gutes Verhältnis zur Illustration, so dass auch Kindergartenkinder gut und konzentriert dieser unterhaltsamen Geschichte folgen können. Die Schrift ist schön groß, so dass auch die Großeltern und Leseanfängern ohne Probleme die Geschichte kleinen Kindern vorlesen können. Die Illustrationen von Jess Pauwels passen super zur Geschichte und zu dessen humorvoll, kreativen Ton. Sie sind wuselig, so dass es ganz viel zu entdecken gibt und humorvoll. Besonders gut gefällt mir aber, dass es die Elfen ist allen Größen und Farben gibt. Sie sind nicht alle blass und blond.... nicht alle gleich groß und zart gebaut... und einige sind männlich und andere sind weiblich (vielleicht auch divers, aber das interessiert hier nicht. Alle sind anders, alle sind voll engagiert bei der Sache und das zählt!). Der Weihnachtsmann hat sogar eine Frau und wie im echten Leben, muss sie am Ende richten, was an Chaos noch übrig ist ;) Eine wirklich schöne, kindgerechte Erzählung und Erklärung, bei der keine Kindersorge am Ende noch übrig bleibt.


Natürlich findet eine kleine Elfe, die bisher nur den Stall ausmisten durfte die Lösung! Weihnachten kann ja schließlich nicht ausfallen, das wäre ja ein Ding der Unmöglichkeit! Aber hier wird den Kindern ganz plausibel erklärt, warum der Weihnachtsmann manchmal einen falschen Bart trägt und dennoch der einzig wahre, echte ist. Nebenbei erfahren wir dann auch noch, wie Rudolph zu seiner wunderschön leuchtend roten Nase kam. Da haben zum Schluss die Kinder voll den Durchblick und auch die Eltern amüsieren sich bestens. Weihnachten ist zwar das Fest der Liebe, aber Humor macht alles noch etwas leichter und schöner. Noch schöner wird es aber, wenn Kinder, der Glaube und das Vertrauen an den Weihnachtsmann und seine Helfer, möglichst lange erhalten bleiben. Genau diesen Glauben zu bewahren hilft dieses Bilderbuch. Ab 3 Jahren und dann alle Jahre wieder...

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Romatisch, spicige Weihnachten!

Single All the Way. A Christmas Roadtrip
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Sam studiert mit Stipendium Umweltwissenschaft im Masterstudiengang der University of California in San Francisco. Dort ist es nicht so sonnig, wie man sich Kalifornien so vorstellt, aber der aktuelle ...

Sam studiert mit Stipendium Umweltwissenschaft im Masterstudiengang der University of California in San Francisco. Dort ist es nicht so sonnig, wie man sich Kalifornien so vorstellt, aber der aktuelle Schneesturm wäre auch für ihre Heimat Aspen zu Weihnachten heftig. Genau dort möchte sie eigentlich hin, aber wegen des Unwetters sind alle Zug- und Busverbindungen gestrichen und ihr alter Wagen ist eingefroren und der Pannendienst kurz vor Weihnachten nicht in der Lage ihn zu reparieren. Da taucht als letzte Rettung ihr bester Freund seit Kindertagen Nick Sterling auf und bietet an, dass sie mit ihrer Notfall Weihnachtsdeko bei ihm und seinem Zwillingsbruder Tristan mitfahren kann. Er und sein Bruder unternehmen traditionell zu Weihnachten einen Roadtrip nach Hause und dieses Jahr hatte Tristan die Planung. Ausgerechnet mit dem Kerl 5 Tage unterwegs zu sein, der ihr vor Jahren an Weihnachten das Herz brach, ist ein Albtraum, doch der Weihnachtsnotfall zu dem ihre Schwester Josie sie gerufen hat, ist noch schlimmer als befürchtet. Doch auch Tristan ist entsetzt nun mit zwei Weihnachtsfans unterwegs zu sein, die seine coolen Stopps für irgendwelchen Weihnachtskitsch boykottieren. Wie können Eineiige Zwillinge nur so unterschiedlich sein? Während auf Nick immer Verlass ist, lässt Tristan verlässlich Sams Herz höher schlagen, weswegen sie ihm in den letzten Jahren stets aus dem Weg ging. Das ist nun nicht mehr möglich und die Fahrt entwickelt eine ganz eigene Dynamik nicht nur für alle mitfahrenden Herzen.

Der Einstieg mit Sam, die mit ihren Weihnachtshandschuhen den Pannendienst anfleht hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie ihre Mitbewohnerin versucht, diesen Weihnachtsfan aus der gemeinsamen Wohnung zu verbannen. Kaum dass sie losfahren fliegen auch schon die Fetzen, sowohl verbal, als auch musikalisch. Es ist ganz einfach zwei gegen einen und Tristan sieht sich um seinen Männertrip betrogen. Doch je weiter sie fahren, desto mehr muss er an Weihnachtshotspots halten und desto weniger können er und Sam einander aus dem Weg gehen. Oft genug mit katastrophalen Folgen, denn wenn nicht nur ihre Herzen stolpern, geht so einiges zu Bruch. Wie gut, dass die Brüder mit goldenen Kreditkarten geboren wurden, die sie dann nur zücken müssen. Sie hinterlassen tatsächlich eine Schneise der Verwüstung, ehe ihre Lippen zielstrebig zueinander finden. Ich hatte ja schon befürchtet, dass Familienoberhaupt Lady Rose ihnen ob ihrer Extravaganzen ihre Kredikarten sperrt, doch sie führt viel dunklere Pläne im Schilde. Pläne, die keinem der drei gefallen.

Zu Beginn schien Tristan der absolute Bösewicht und ich konnte überhaupt nicht verstehen, warum sich Sam nicht einfach den anderen Zwilling schnappt, aber nach und nach stellt man fest, dass es so einfach tatsächlich nicht ist und auch Tristan sein Image nicht ganz verdient. Alle drei sind nicht wirklich frei in ihren Entscheidungen, immer stehen ihre Familien dazwischen und das, obwohl sie sich schon seit Krabbeldeckenzeiten kennen.

Ich habe es ja nicht so mit Bad Boys, aber man lernt tatsächlich Tristan und Nick und ihre scheinbar ausweglose Lage verstehen, gegen die Probleme von Sams Familie alltäglich erscheinen. Dafür gibt es ja noch Lady Rose und Sams Konkurrentin Penelope. Doch sind sie wirklich beide so desaströs für Sam, wie sie meint? Ich kann Euch versprechen, dass immerhin ein Bösewichtel bleibt (ich wollte nicht das Geschlecht der Personifizierung des Bösen verraten). Anfangs haben mir die Wortscharmützel noch sehr gut gefallen, im Mittelteil zog es sich ein wenig, auch war es mir dann zu viel Lust und zu wenig Gefühl. Das gibt sich allerdings, sobald sie mit einer weiteren Katastrophe in Aspen landen und ein Fest der Entscheidungen auf sie wartet. Gemeinsam meistern es die drei jedoch und finden sogar ihr Glück.

Elise Eikermann und Jonas Minthe erzählen die Story aus jeweils den Perspektiven von Sam und Tristan. Beide gefallen mir sehr gut. Sie scheinen wirklich Spaß an ihrem Geplänkel zu haben und passen stimmlich sehr gut zusammen. Souverän meistern sie auch die lustvollen Szenen und man nimmt ihnen die entschlossene Meisterung aller Probleme am Ende wirklich ab. Ihr Happy End ist glaubhaft und auch ein wenig weihnachtlich!

Für Fans von romantischen und etwas spicy Weihnachten ab 16 Jahren.

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