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Veröffentlicht am 15.11.2017

Der Traum vom Weihnachtsponydasein!

Die Haferhorde – Teil 9: Süßer die Hufe nie klingen
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Die Weihnachtszeit ist auf dem Blümchenhof eingekehrt. Maria plant eine spektakuläre Weihnachtsdeko und scheucht Otto herum. Mit Fohlen Finchen haben sie ja jetzt noch ein weiteres Kind auf dem Hof, da ...

Die Weihnachtszeit ist auf dem Blümchenhof eingekehrt. Maria plant eine spektakuläre Weihnachtsdeko und scheucht Otto herum. Mit Fohlen Finchen haben sie ja jetzt noch ein weiteres Kind auf dem Hof, da muß man sich noch mehr Mühe geben. Die Ponys schauen ihr mit freudiger Erwartung zu, sind aber völlig entgeistert, als plötzlich ein leuchtender Weihnachtsmann mit Rentierschlitten vor der Tür steht. Rentiere vor dem Weihnachtsmannschlitten? Was soll das denn? Ponys können das doch viel besser! Schoko beschließt, daß es sein sehnlichster Weihnachtswunschwäre selbst ein Weihnachtsmannpony zu werden! Doch bei ihrem nächsten Ausflug in die Stadt macht Schoko-Superpony eine entsetzliche Entdeckung: Der Weihnachtsmann fährt in einem Auto auf der Rückbank sitzend an ihm vorbei. Das geht doch nicht, der Weihnachtsmann kommt doch auf einem Schlitten, der muß entführt worden sein, oder das Rentier krank! Noch während Schoko und seine Ponyfreunde grübeln, wie sie den Weihnachtsmann und damit das Fest noch retten können, setzt starker Schnellfall ein. Ein winterliches Weiß setzt sich auf alle Bäume und Sträucher, es sieht herrlich friedlich aus. Vor allem auch weil der Schnee so hoch liegt, daß für Autos kein Durchkommen mehr möglich ist. Wie sollen dann die ganzen Geschenke zu den Kindern ins Waisenhaus kommen?
Die frechen kleinen Ponys und ihre Freunde auf dem Blümchenhof sind schon richtig im Weihnachtsfieber und mit Fohlen Finchen hat Schoko so eine richtig kleine freche Verstärkung bekommen, sehr zum Leidwesen der edlen Stute „die Gräfin“ die sich Sorgen um das damenhafte Benehmen ihrer Tochter macht. Band 9 knüpft somit nahtlos an Band 8 „So ein Fohlentheater!“ an.
Auch in diesem Band erfahren wir wieder witzige Einblicke in die Gedankenwelt der Ponys und wie sie die Menschenwelt deuten. Das ist gerade für Kinder, die sich ja auch allzu oft so ihre eigenen Gedanken zur Welt um sie herum machen, sehr lustig. So kommt auch in der vorweihnachtlichen Stimmung auf dem Blümchenhof auch der Spaß nicht zu kurz. Denn natürlich ist auch auf dem Blümchenhof auch im Advent nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Bei den Schneemassen müssen die Tiere enger zusammenrücken und die Hühnerdamen sind nach wie vor nicht so gut auf die Ponys zu sprechen, da kommt es im Stall zu einigem Gegacker, Geschnaube, Gebelle und Miauen. Bürger Lars Dietrich läßt jeden zu seinem tierischen Wort kommen und vertont die einzelnen Tiere und Kinder nicht nur liebevoll sondern auch richtig lebendig, so daß man stets weiß wer wer ist.
Allerdings ist dies schon der neunte Band und es gibt keine Bildergalerie mit Namen, wie dies bei den von Nina Dulleck illustrierten Büchern der Fall ist. Für Neulinge der Serie bedarf es daher erst einmal eines Einhörens, wer denn nun Mensch und wer Tier ist. Dies gelingt Kindern aber meist viel leichter als Erwachsenen, weil sie die Dinge noch viel besser so nehmen können, wie sie kommen. Dennoch fänden wir eine Aufnahme gerade der Bildergalerie aus der Bucheinbandseiten in das CD-Innencover für Neuzugänge der Serie sehr hilfreich und für die Fans einfach nur richtig süß!
Da es sich um eine ungekürzte Lesung handelt, ist das Verständnis ohne Vorkenntnisse der Reihe jedoch deutlich einfacher, weil keine noch so kleine Information beim Kürzen verloren gehen konnte. So kommen auch alle Kinder in den vollen Genuss des herrlichen Ponygesangs von „Süßer die Hufe nie klingen!“ der ganz eigenen Version unseres altbekannten Weihnachtsliedes, bei dem Bürger Lars Dietrich sein wieherndes und schnaubendes Gesangstalent beweist.
Wieder ein sehr kurzweiliges und sehr schönes Abenteuer unserer Pony-Freunde, die meiner eigentlich „Pferde-hassenden“ großen Tochter eine Krankheitsphase versüßte. Nicht nur Pferdefans kommen hier auf ihre Kosten, sondern alle die lustig, freche Tierabenteuer lieben und deren Fantasie noch frei ist!
Gerne geben wir 5 von 5 Weihnachtssternen!

Veröffentlicht am 14.11.2017

Bridget Jones kann es nicht lassen!

Bridget Jones' Baby
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Ja, Bridget ist sich treu geblieben, sie hat noch immer den Hang dazu in jedes Liebesfettnäpfchen zu treten, daß an sich nur vorstellen kann, ihre zwei Freundeskreise, die Singels und die „glücklich“ Verheirateten ...

Ja, Bridget ist sich treu geblieben, sie hat noch immer den Hang dazu in jedes Liebesfettnäpfchen zu treten, daß an sich nur vorstellen kann, ihre zwei Freundeskreise, die Singels und die „glücklich“ Verheirateten passen nicht so recht zusammen, aber immerhin ist Jelly-Fish Rebecca nicht mehr in ihrem Leben (Schade, die fand ich immer herrlich unsympathisch). Tja, in „Am Rande des Wahnsinns“ sah es so aus, also ob es ein „Happily ever after“ sei, aber 5 Jahre nach dem romantischen Ende des 2. Tagebuchs ist Bridget wieder Single! Warum es mit ihre Traummann auf den zweiten Blick Mark Darcy nun doch nicht geklappt hat, erfährt die Leserin nicht auf Anhieb, daher mag ich es auch nicht verraten, aber es ist mal wieder ein echter-Bridget-Fettnapf! Auf der Arbeit hat sie mit Miranda eine super Kollegin-Freundin, sogar mit Richard Finch klappt es, aber die Zeiten sind hart und so ist eine Unternehmensberatung zur Optimierung von „Hello Britain“ nun auf den Plan getreten und das heißt nie was Gutes! In Grafton Underwood stehen alle Kopf, denn die Queen hat sich zum Besuch angekündigt. Der Pastor soll zu ihrer Rechten sitzen dürfen, doch wer darf an ihre Linke? Diese für Mutter-Pam-Jones quälende Frage ist für Bridget plötzlich gar nicht mehr so wichtig, als sie beginnt sich zu fragen, warum ihre Tage aussetzen? Noch schlimmer, wer ist der Vater? Eigentlich hat sie ja gelebt wie eine Nonne, aber zweimal eben nicht und das war auch noch kurz hintereinander und nun kommen gleich zwei Väter in Betracht! Wer könnte das wohl sein?
Ich habe mich sehr über dieses Wiederhören mit Bridget und Co. gefreut und werde mich nun auf die Suche nach dem englischen Originalbuch begeben, denn ich fürchte, daß durch die Kürzungen mir einige Lacher vorenthalten wurden. Es ist wieder eindeutig Bridget, aber ich fand Band 2 einfach witziger. Dieser Band ist witzig und das Ende gefällt mir auch, aber bisweilen hatte ich das Gefühl, daß Bridget aus den ganzen Fettnäpfen gar nicht mehr hinaus findet! Einiges Wissen über die Schwangerschaft sollte sich auch bis zu ihr rundgesprochen haben.
Bridget schafft es in diesem Tagebuchjahr natürlich mehr als ein kapitales Problem lösen zu wollen. Erst beginnt sie die Biologische Uhr ticken zu hören, nachdem als Freunde ihrer Eltern und auch die Gäste der Taufe zu ihrem 6. Patenkind sie daran erinnern, dann nimmt die Biologie ihren Lauf, aber durch wen? Bridget’s Vater ist wieder ein Schatz während ihre Mutter wieder eine Queen des Desasters ist. Aber auch wenn die Personen oftmals vertraut sind, ist es doch nicht langweilig. Es ist eine gelungene Mischung zwischen vertrauten Personen und neuen Katastrophen, die einen amüsieren und erheitern, sich fremdschämen und unterhalten.
Sehr gelungen finde ich, daß mit Ranja Bonalana die Synchronstimme der Kinoverfilmungen mit Rénee Zellweger gewählt wurde. Da die Filme ebenfalls gekürzte Fassungen der Romane sind, bekam man beim Hören auch gleich das Kinogefühl. Besonders ist der Umsetzung der verschiedenen Frauenstimmen liegt ihre Stärke, die Herren Mark und Daniel sind ihr dagegen etwas schwächer gelungen.
Die mehrseitige Klapp-Papp-Hülle ist sehr platzsparend und doch sehr ansprechend und informativ gestaltet in babyblau.
Eine sehr kurzweilige MP3 von rund 4 ½ Stunden haben mich wieder in meine Vergangenheit begleitet, als ich Liebeskummer mit Bridget Jones‘ Geschichten auskuriert und dabei Englisch gelernt habe.
Gerne gebe ich unterhaltsame 4 von 5 Sternen für alle Fans von echten Katastrophen, die einen vom eigenen Chaos ablenken.

https://www.lovelybooks.de/autor/Helen-Fielding/Bridget-Jones-Baby-1316319621-w/rezension/1505681342/

Veröffentlicht am 11.11.2017

Jesus liebt jeden so wie er ist!

Du bist der Größte!
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Olli lebt in der Stelzenstadt. Dort bekommen jeden Abend die beliebtesten Mitbürger Stelzen verliehen, mit denen Sie hoch über ihren Mitmenschen entlang stolzieren. Sie werden von allen bewundert. Olli ...

Olli lebt in der Stelzenstadt. Dort bekommen jeden Abend die beliebtesten Mitbürger Stelzen verliehen, mit denen Sie hoch über ihren Mitmenschen entlang stolzieren. Sie werden von allen bewundert. Olli träumt davon auch eines Tages ein Paar Stelzen zu erhalten, aber er ist doch so klein und unbedeutend! Als sein Traum endlich wahr wird, stellt er fest, daß es gar nicht so einfach ist, wie er dachte. Es ist sogar ganz schön anstrengend und gefährlich hoch oben in den Lüften und außerdem liebt Jesus alle Menschen, die Kleinen ebenso wie die Großen!
Dieses christliche Bilderbuch für Jungen und Mädchen ab 4 Jahren ist aus dem Englischen übersetzt worden. Das macht sich leider an den Reimen bemerkbar, die nicht immer ganz rund klingen. Aber Kinder lieben Reime und für die Sprachentwicklung sind sie auch echt wichtig!
Ich habe das Buch Johanna (10), Franziska und Antonia (8) vorgelesen. Alle drei fanden die Illustrationen mit ihren leuchtenden Farben richtig toll. Die Illustrationen wirken sehr freundlich und sind ausgesprochen detailreich. Allerdings fanden sie nur das Auftauchen von Jesus in der Geschichte sehr plötzlich (Jesus als solchen haben sie nicht in Frage gestellt, nur sein unvermitteltes Erscheinen). Hierbei ist besonders schön, daß Jesus nur als liebende Umarmung von hinten gezeigt wird. Er umarmt uns, bei ihm finden wir alle Schutz und Liebe. Johanna fand es besonders gut, daß cool zu sein, nicht wirklich erstrebenswert ist, sondern viel zu anstrengend, weil man sich ja dann eigentlich immer verstellen muss. Es ist ja viel praktischer auf seinen eigenen Füßen über den Boden zu laufen!
Meine Nachbarin hat das Buch mit ihren Max Lucardo begeisterten Kindern gelesen. Debbie ist auch tatsächlich 4 Jahre alt. Sie hat das plötzliche Auftauchen von Jesus nicht hinterfragt. Aus ihrer Perspektive war dies völlig normal. Auch Debbie und ihre Mutter fanden die Bilder richtig toll und auch die Botschaft, daß es Jesus völlig egal ist, wie groß oder bedeutend wir sind, er liebt uns alle, hat ihnen gut gefallen und meinen Mädels ebenso.
Die übersetzten Reime sind jetzt nicht wirklich schlecht und holprig, allerdings ist es sprachlich nicht optimal, weswegen wir einen Stern abziehen, so daß wir es mit guten 4 von 5 Sternen gerne weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 11.11.2017

Monstermäßig anders, toll illustriert!

Monsterhotel
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Valentina freut sich schon auf tollen Badeurlaub mit ihrer Familie und ihrem Kuscheltier Stinkebär in Griechenland. Zu dumm nur, daß der Flieger in dem sie sitzen gar nicht nach Griechenland, sondern ...

Valentina freut sich schon auf tollen Badeurlaub mit ihrer Familie und ihrem Kuscheltier Stinkebär in Griechenland. Zu dumm nur, daß der Flieger in dem sie sitzen gar nicht nach Griechenland, sondern nach Island fliegt! Für einen Urlaub auf Island haben sie viel zu dünne Sachen dabei und alle Hotels sind wegen irgendwelchen Kongressen ausgebucht. Na ja, fast alle, hinter vorgehaltener Hand verrät man ihnen einen Geheimtipp am Stadtrand und der entpuppt sich als wahres Monsterhotel! Hier ist alles anders! Statt durch eine Tür betritt man die Zimmer durch die Wand, die Toilette ist an der Zimmerdecke angebracht und im Schrank sitzt ein Monster namens Herr Bückenbrück, daß beim Öffnen der Schranktür wunderbare Melodien auf seiner Nase fiedelt. Die Bezahlung ist etwas ungewohnt ekelig, wird aber noch von den merkwürdigen Speisen im Restaurant getoppt. Die Eltern würden am liebsten gleich abreisen, doch Valentina und ihr Bruder Nils sind begeistert!
Dieses Buch besticht durch wunderschöne farbige Illustrationen von Stefanie Reich. Da es sich an sehr junge Leser (6-8 Jahre) richtet, sind diese sehr zahlreich und die Kapitel umfassen im Schnitt nur rund 3-5 Seiten. Allerdings sind die Ideen und Einfälle so originell, daß es noch einige Szenen gegeben hätte, die wir gerne noch so schön illustriert bewundert hätten. Auch die kleinen farbigen Monster-Vignetten (jedes Kapitel hat Vignetten-Monster in einer einheitlichen Farbe) am unteren Seitenrand waren richtig süß.
Die Schrift ist wirklich groß, aber leider keine Fibelschrift mehr, sondern einer klassischer Schrifttyp mit Serifen. Für das Lesealter 6 – 8 Jahre würde ich mir weniger Text pro Seite und noch mehr Illustrationen wünschen, zum Vorlesen ist diese Verteilung allerdings völlig in Ordnung.
Die Erlebnisse in diesem erstaunlichen Hotel sind mehr witzig und überraschend als gruselig und daher sehr passend für ganz junge Leser. Dass die Monster ja eigentlich sehr freundlich sind, kann man ja schon am Cover erkennen. Allerdings sind die Sätze bisweilen etwas lang für richtige Anfänger. Die Geschichte ist gleichermaßen für Jungen und Mädchen geeignet
Sehr gut gefiel mir die Aussage des Buches (ACHTUNG: SPOILER), denn es geht nicht nur um ausgefallene Einfälle der merkwürdigen Monster, sondern auch um die Angst der Menschen vor den Monster und umgekehrt, denn auch die Monster kennen keine Menschen und was man nicht kennt, könnte ja gefährlich sind. Immerhin wird es ja so schon seit Generationen weitererzählt und was man immer wieder hört, muß ja stimmen, oder?
Meine Tochter (8 Jahre) würde gerne noch mehr Abenteuer aus diesem einmaligen Hotel kennenlernen.
Ein wirklich schönes Buch zum Thema Angst und Anderssein, mit tollen Illustrationen das wir gerne mit guten 4 von 5 Sternen weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 10.11.2017

Einfach fesselnd!

Myriad High - Was Sophie verschweigt
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Dies ist der zweite Band der fesselnden Myriad High Serie, die unbedingt der Reihe nach gelesen werden sollte: Myriad High ist die modernste High School mit Internat, in Stemford im Silicon Valley, Kalifornien. ...

Dies ist der zweite Band der fesselnden Myriad High Serie, die unbedingt der Reihe nach gelesen werden sollte: Myriad High ist die modernste High School mit Internat, in Stemford im Silicon Valley, Kalifornien. Dort werden so futuristische Fächer unterrichtet wie: Product-Testing, Bio-Fuse, Offline leben und Cyberspuren lesen. Die 3 Freundinnen Hannah, Sophie und Chloe könnten eigentlich glücklich sein. Sie sind auf dem mordernsten Internatscampus der Welt und sie sind mit ihren Traumtypen zusammen. Aber sind sie das wirklich? Halloween steht an, aber Ben will nicht mit Sophie hin, der Kerl serviert sie einfach für die Cheerleaderin mit der größten Klappe ab! Nunmehr knutschen die zwei überall wild auf dem Campus herum, am liebsten direkt vor Sophies Nase! Matt nimmt Hannah kaum noch wahr, geschweige denn in den Arm, da er nur noch mit seiner geheimnisvollen Herkunft beschäftigt ist. Hannah hilft ihm dennoch bei der Suche nach seiner Familie und macht dabei erschreckende Entdeckungen zum Tod ihres Vaters. Statt Chloe endlich richtig zu küssen, taucht auf Connors Halloween-Party der dubiose Ramiro auf, der auch irgendwas mit Drogen in der Bowle zu tun haben scheint. Auch Allyssa wird immer merkwürdiger, obwohl sie doch nun endlich mit Ryan zusammen ist. Immerhin scheint Evan für Sophies Schulprojekt eine echte Stütze zu sein, während Hannah mit ihrem Projektpartner Kyle wohl die totale Niete erwischt hat.
In diesem Band geht es hoch her. Auch wenn nach dem Titel Sophie und ihr Leiden nach der überraschenden Trennung von Ben im Mittelpunkt zu stehen scheint, sind es doch eigentlich die nach und nach ans Licht kommenden Enthüllungen der Geheimnisse aller und ihrer Eltern. Denn eigentlich dürften Evan, Allyssa und Ryan ja gar nicht auf die Myriad High gehen, da sie die Voraussetzungen nicht erfüllen. Doch irgendwas hat Deborah Steiner, die nun mehr, nach dem Tod von Hannahs Vater, alleinige Herrscherin über das Myriad Imperium ist, dazu bewogen, diese drei dennoch auf zu nehmen. Nach und nach kommt ein Netz aus Lügen und Intrigen ans Tageslicht, daß Deborah Steiner mit den Jahren aufgebaut hat. Während hierdurch einiges klarer wird, werden aber auch neue Fragen aufgeworfen, vor allem stellt sich die Frage: wie gefährlich ist Deborah Steiner wirklich für die jungen Freunde? Das ist unglaublich spannend und das Ende ist der absolute Knaller. Das wirklich fiese an dem Ende ist: Ich kann im Internet noch nicht herausfinden, wann denn nun endlich Band 3 erscheint!
Neben der Spannung und dem Gefühlschaos werden aber auch kritischere Töne angeschlagen. So demonstriert der Lehrer in dem Fach Cyberspuren lesen, wie leicht es auf Grund der Angaben die in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, Passwörter zu knacken, oder die digitale Identität eines Menschen zu stehlen. Na ja, außerdem gibt es da ja noch die geniale Chloe, die sich auch auf kompliziertere Art und Weise Zugang zu fremden Daten beschafft und die Verantwortlichen heimlich ausspäht. Im Netz ist einfach nichts sicher, daher immer schön im legalen Bereich bleiben! Matts Suche nach seinen Wurzeln führt die Leserinnen in ein abgelegenes Indianerreservat in Idaho, dessen Tristesse keine Lagerfeuerromantik aufkommen lässt. Das ganz große soziale Thema ist aber gerade in diesem Band Mobbing auf allen Ebenen, egal ob hinter vorgehaltener Hand, oder digital. Nur allzu schnell wird man Opfer, doch wie wehrt man sich? Was kann man dagegen tun? Nicht alle vermeintlichen Antworten darauf, die die Myriad Schüler zu finden scheinen, sind gut und so manches wird anschließend wieder bereut. Diese Themen zeigen schon, daß die Werbung für Band 1, daß es eine literarisch Soap für Jugendliche sei, nicht greift. Die Serie dreht sich nicht nur um Liebe und Intrigen, sondern greift Themen auf, die Jugendliche betrifft, informiert und warnt. Die Warnung fällt sicher auf fruchtbareren Boden, als alle guten elterlichen Ratschläge.
Der Stil ist wirklich schnell zu lesen, aber nicht anspruchslos. Ich bewundere Carly Wilso alias Ulrike Rylance, alias Caro Martini ja dafür, daß sie es als in den USA lebende Deutsche schafft in ihrer Muttersprache so ansprechend zu schreiben. Als Mutter von 2 Töchtern weiß sie auch genau worüber sie spricht, wenn sie das amerikanische High School Leben beschreibt.
Was ich ziemlich cool vom dtv-Verlag finde, ist daß es möglich ist, per papego das Buch mobil weiter zu lesen. Denn das Buch ist so spannend, mysteriös und emotional, daß man es unbedingt weiterlesen will, nur wie oft lässt man mal sein Buch zu Hause liegen, steht irgendwo dumm rum und wünscht sich, man könnte gerade noch 5 Minuten weiterlesen?
Eine tolle Reihe für Leserinnen von 11 – 14 Jahren und ich warte gespannt auf den 3. Teil um meine Favoritin Chloe und vergebe 5 von 5 Sternen.